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Vernehmlassung zur IT-Bildungsoffensive

Die Unternehmen sowie die Schülerinnen und Schüler im Kanton St.Gallen sollen optimal mit der Digitalisierung zurechtkommen und von ihr profitieren. Deshalb will die St.Galler Regierung 75 Millionen Franken in eine IT-Bildungsoffensive investieren. Das Programm soll ab 2019 während acht Jahren laufen. Das Bildungsdepartement hat nun die Vernehmlassung eröffnet.


Die Digitalisierung verändert auf der ganzen Welt die Wirtschaft und damit auch die Gesellschaft. Sie bietet viele Chancen, aber auch Risiken. Damit der Kanton St.Gallen zu den Gewinnern des digitalen Wandels zählt, will die Regierung ihre Wirtschaft und Bevölkerung auf die digitale Zukunft vorbereiten. Dabei kommt der Bildung eine Schlüsselrolle zu.

 

Die IT-Bildungsoffensive sieht 20 Massnahmen vor, die in vier Schwerpunkten gebündelt sind. Drei Schwerpunkte gehen von den Hochschulen im Kanton St.Gallen aus:

 

  • Kompetenzzentrum für Angewandte Digitalisierung: Die drei Fachhochschulen betreiben dieses neue Zentrum gemeinsam. Dank ihm können die einzelnen Standorte ihre Studiengänge dort anbieten, wo sie nachgefragt werden. Die HSR Rapperswil kann zum Beispiel ihren technischen Informatik-Studiengang auch im Raum Fürstenland-St.Gallen-Bodensee anbieten, wo technische Informatikfachleute sehr gesucht sind. Zudem unterstützt das Zentrum die kantonalen Wirtschaftspartner mit der angewandten Forschung und Entwicklung in den digitalen Transformationsprozessen.
     

  • Neuer Studiengang: Die Universität St.Gallen bietet einen neuen Lehrgang in Informatik und Management an. Eine neue School mit 27 Dozierenden bildet jährlich 50 Master- und 100 Bachelor-Absolventinnen und Absolventen im Bereich Information and Computing Science aus und hilft so, den Mangel an Fachkräften zu verkleinern.

  • Kompetenzzentrum Bildung & Digitalisierung: Die Pädagogische Hochschule St.Gallen erprobt im neuen Zentrum mit Modellschulen der Volksschule, der Berufsfachschulen und der Mittelschulen den digitalen Unterricht. Ausserdem bietet sie zertifizierte Weiterbildungen für die Lehrpersonen an, namentlich für das Fach Medien und Informatik nach neuem Lehrplan der Volksschule.

  • Im vierten Schwerpunkt baut der Verein IT St.Gallen mit der Marke «IT St.Gallen rockt» eine kantonsweite Plattform auf, auf der Jugendliche in Ausbildung Praktikumsplätze in IT-Firmen finden können. Ausserdem will die Regierung mit der Bildungsoffensive private Initiativen unterstützen, die die Schülerinnen und Schüler für MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) sensibilisieren. Dies unter der Bedingung, dass auch Stiftungen oder andere Dritte die Initiativen unterstützen. 


Mit der IT-Bildungsoffensive will die Regierung einen Sondereffort initiieren, um Bildungsrückstände auf- und Vorsprünge herauszuholen. Dafür wird ein Sonderkredit bereitgestellt, weil die nötigen finanziellen Mittel durch die ordentlichen Budgets nicht aufgefangen werden können und die Offensive langjährige Planungssicherheit verlangt. Der Kredit ist zwar auf acht Jahre befristet. Die Massnahmen werden jedoch so ausgestaltet, dass ihre Wirkung über die Investitionsphase hinaus nachhaltig bleibt.

 

Mit der IT-Bildungsoffensive erfüllt die Regierung einen Motionsauftrag der Fraktionen von SVP, CVP-GLP und FDP. Die nun gestartete Vernehmlassung dauert bis Ende Oktober 2017. Ab der Februarsession 2018 soll sich der Kantonsrat mit der Bildungsoffensive befassen. Die Volksabstimmung über den Kredit fände in der zweiten Jahreshälfte 2018 statt. Somit könnten die Massnahmen ab 2019 wirken.

 

Die Vernehmlassungsunterlagen sind online zu finden:

http://www.sg.ch/home/staat___recht/staat/Kantonale_Vernehmlassungen.html


Allgemein - Vernehmlassung zur IT-Bildungsoffensive (06.09.2017 08:30)


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