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Führung der Berufsfachschulen wird geklärt

Die Regierung hat einen Nachtrag zum Einführungsgesetz zur Bundesgesetzgebung über die Berufsbildung zuhanden des Kantonsrates verabschiedet. Er betrifft die Führungsstruktur der Berufsfachschulen und bringt eine klarere Kompetenzabgrenzung zwischen den Berufsfachschulkommissionen und dem Bildungsdepartement bzw. dem Amt für Berufsbildung.


Die Berufsfachschulen werden gemäss geltendem Gesetz traditionell je von einer Berufsfachschulkommission «unmittelbar beaufsichtigt». Diese Kommissionen haben ihren Ursprung in der Zeit vor der Kantonalisierung der Schulen. Die Jahre seit der Kantonalisierung haben gezeigt, dass die Aufgabenteilung zwischen den Berufsfachschulkommissionen, dem Bildungsdepartement und dem Amt für Berufsbildung unklar ist und Abgrenzungsprobleme zur Folge hat. Der Kantonsrat hat daher die Regierung im November 2013 beauftragt, die Zuständigkeiten zu überprüfen. Zur Erfüllung dieses Auftrags wurde vorerst eine Expertenanalyse und danach auf deren Basis ein Projekt in Auftrag gegeben, um Vorschläge für eine Neuordnung zu erarbeiten. Eine breite Vernehmlassung zu entsprechenden Vorschlägen ergab dann kontroverse Meinungen. In der Folge wurde in einer ergänzenden Runde ein Modell erarbeitet, das nicht allein die schulische Führung, sondern die gesamte berufliche Grundbildung mit allen drei Lernorten (Berufsfachschulen, Lehrbetriebe, Branchen / überbetriebliche Kurse) berücksichtigt und die Vorteile der in der Vernehmlassung am meisten favorisierten Modelle kombiniert.

 

Klare Zuständigkeiten

 

Im neuen Führungsmodell sind weiterhin Berufsfachschulkommissionen vorgesehen. Im Gegensatz zur aktuellen, unklaren Einbettung sind sie grundsätzlich dem Amt für Berufsbildung unterstellt. Sie werden von Aufgaben in Querschnittsbereichen und von berufsspezifischen Aufgaben, die gesamtkantonal zu erfüllen sind, entbunden und auf schullokale Aufgaben fokussiert. Schullokal wirken sie in zwei Bereichen: Sie unterstützen zum einen das Amt bei der Erfüllung von dessen kantonsweiten Aufgaben. Insoweit vollziehen sie seine Weisungen und erfüllen seine Aufträge. Zum andern erhalten die Berufsfachschulkommissionen in klar abgegrenzten Belangen gesetzlich verankerte Zuständigkeiten. Dies in der lokalen Qualitäts- und Organisationsentwicklung, in der lokalen Personalführung sowie in der Steuerung der Angebote von höherer Berufsbildung und Weiterbildung. In diesen Belangen steht den Berufsfachschulkommissionen ein operativer Gestaltungsspielraum zu, das heisst sie unterliegen gegenüber dem Departement bzw. Amt lediglich der allgemeinen Rechenschaftspflicht und Aufsicht.

 

Abschluss der Kantonalisierung

 

Mit der bereinigten Zuständigkeitsordnung wird die Kantonalisierung der Berufsfachschulen faktisch abgeschlossen. Der Schritt bewirkt einen Qualitätssprung und generiert einen Mehrwert. Der Preis dafür sind Mehrkosten von rund 200'000 Franken jährlich, was mit nur rund 1,5 Promillen des Gesamtumsatzes aller Berufsfachschulen moderat ist. Die neue Zuständigkeitsordnung soll nach Beratung im Kantonsrat ab Mitte der laufenden Amtsdauer 2016 / 2020, also ab 1. Juni 2018 vollzogen werden.

 

Das Geschäft ist im Ratsinformationssystem abrufbar unter: https://kanton.sg/eg-bb  


Allgemein - Führung der Berufsfachschulen wird geklärt (23.08.2017 08:16)


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