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Eine Trägerschaft für drei Standorte

Die vorberatende Kommission des Kantonsrates zum Bericht «FHO wohin? – Zeitgemässe Strukturen für eine erfolgreiche Positionierung der Fachhochschulen in der Ostschweiz» befürwortet den Aufbau einer neuen Fachhochschulstruktur mit drei Schulstandorten unter einer gemeinsamen, interkantonalen beziehungsweise interstaatlichen Trägerschaft.


Unter dem Präsidium von Peter Hartmann, Flawil, hat sich die vorberatende Kommission an zwei Sitzungstagen intensiv und in engagierter Diskussion mit dem Bericht «FHO wohin?» und den von der Regierung vorgeschlagenen Eckpunkten für die neue Fachhochschulstruktur beschäftigt. Die drei bestehenden und auch künftigen Schulstandorte Buchs, Rapperswil und St.Gallen sollen neu zu einer einzigen, selbständigen öffentlich-rechtlichen Fachhochschule zusammengeführt werden. Die einheitliche Trägerschaft soll durch ein interkantonales beziehungsweise interstaatliches Konkordat gebildet werden. Die Regierung stützt sich dabei auf die laufende Arbeit im Projekt Trägerschaft, ein unabhängiges Gutachten und die Erkenntnisse aus der Konsultation der benachbarten Kantone sowie des Fürstentums Liechtenstein.

 

Eine Neustrukturierung der Fachhochschulen im Kanton St.Gallen ist unabdingbar und dringlich, da das neue eidgenössische Hochschulförderungs- und -koordinationsgesetz (HFKG) sowie die entsprechenden Akkreditierungsbestimmungen eine institutionelle Akkreditierung bis im Jahr 2022 verlangen. Die bisherige Struktur der Fachhochschule Ostschweiz (FHO) ist in der jetzigen Form nicht akkreditierbar, da die einzelnen Teilschulen aufgrund ihrer verbrieften Autonomie nicht einer einheitlichen Strategie unterliegen und heute zu wenig koordiniert agieren.

 

Ostschweizer Bildungslandschaft stärken

 

Die Kommission nahm an ihren Sitzungen eine wichtige Weichenstellung für das Projekt Trägerschaft vor und stellte sich hinter das vorgeschlagene Strukturmodell A mit einer einzigen, interkantonalen beziehungsweise interstaatlichen Trägerschaft für die drei Standorte Buchs, Rapperswil und St.Gallen. Die Kommission will damit einerseits das Profil der Bildungsinstitutionen stärken und die erfolgreiche Zusammenarbeit im Ostschweizer Bildungs- und Wirtschaftsraum fortsetzen. Andererseits sollen so die Weichen für eine zukunftsorientierte, konkurrenzfähige und überregionale neue Fachhochschule Ostschweiz gestellt werden.

 

Zwei Organisationsmodelle prüfen

 

Rege diskutiert wurde in der vorberatenden Kommission auch das zweite Projekt im Rahmen der Strukturreform, das Projekt Neuorganisation. Darin erarbeitet die FHO-Direktion zusammen mit der Rektorin und den Rektoren der FHS St.Gallen, der HSR Rapperswil und der NTB Buchs nach dem Grundsatz «so viel schulstandörtliche Autonomie wie möglich, so viel zentrale Struktur und Steuerung wie nötig» die operative Organisation und Ausrichtung der neuen Hochschulinstitution. Die Projektgruppe hat verschiedene Modelle geprüft und schlägt das Organisationsmodell Synthese vor, das primär nach Leistungsbereichen (Lehre, anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung, Weiterbildung) und sekundär nach Standorten ausgerichtet ist. Dieses Modell verknüpft nach Ansicht der Projektgruppe die Vorteile einer Regionen- beziehungsweise Standortorientierung mit denjenigen eines departementalen Modells. Die Kommission beantragt dem Kantonsrat nun, der Regierung den Auftrag zu erteilen, zusätzlich ein weiteres Organisationsmodell in einer departementalen Struktur mit primärer Ausrichtung nach Fachrichtungen (Architektur, Bau und Planung, Technik und IT, Wirtschaft und Dienstleistung, Soziale Arbeit und Gesundheit) und sekundär nach Standorten auszuarbeiten. Zudem wird die Regierung eingeladen, bis Ende Mai 2018 Bericht über den Entwicklungsstand der Organisationsmodelle zu erstatten.

 

Genehmigung der Wahl der St.Galler Mitglieder im Hochschulrat

 

Des Weiteren beantragt die Kommission dem Kantonsrat, die Wahl der St.Galler Vertretung in den Hochschulrat der neuen Fachhochschule der Genehmigung des Kantonsrates zu unterstellen.

 

Für die Übergangsphase bis zur Inkraftsetzung einer neuen Trägerschaftsvereinbarung stimmte die Kommission der befristeten Einsitznahme des Vorstehers des Bildungsdepartementes in die bestehenden Hochschulräte der FHS St.Gallen, der HSR Rapperswil und der NTB Buchs zu.

 

Weiterer Fahrplan

 

Der Bericht «FHO wohin?» wird in der kommenden Septembersession des Kantonsrates beraten. Die Kommission erwartet bis Ende Mai 2018 einen Zwischenbericht zum Ergebnis der bisher erfolgten Verhandlungen und zum Entwicklungsstand der Organisationsmodelle. Voraussichtlich im ersten Quartal 2019 wird dem Kantonsrat eine Beschlussvorlage zur neuen Vereinbarung für die neustrukturierte Fachhochschule mit drei Standorten im Kanton St.Gallen unterbreitet.


Allgemein - Eine Trägerschaft für drei Standorte (30.08.2017 10:22)


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