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Eschentriebsterben – kein Ende in Sicht

Abgestorbene junge Esche in einer Naturverjüngung (Foto: Pascal Gmür)

Das Eschentriebsterben lässt Äste oder ganze Baumkronen absterben und führt in der Regel zum Ausfall der befallenen Bäume. Die Pilzkrankheit trat zum ersten Mal im Jahr 2008 im Raum Basel auf und hat sich bis im Jahr 2014 über die ganze Schweiz ausgebreitet. Die Sicherheitsproblematik aufgrund herunterfallender Äste nimmt zu, sei es bei Holzereiarbeiten oder auch an stark frequentierten Orten.


Das Eschentriebsterben ist eine ernst zu nehmende Pilzkrankheit, die Eschen in allen Altersstufen befällt. In Jungwüchsen können mehr als 90 Prozent der Eschen betroffen sein. Das Eschentriebsterben stammt aus Ostasien und wurde in den 90er Jahren erstmals in Polen festgestellt. In der Schweiz wurde die Baumkrankheit zum ersten Mal im Jahr 2008 im Raum Basel nachgewiesen. Innerhalb von wenigen Jahren hat sie sich über die ganze Schweiz ausgebreitet. Mit der Beobachtung, dass der Pilz an der Basis von Eschen auch direkt durch die glatte Rinde eindringen kann (Stammfussnekrose), hat die Bedrohung der Eschen durch diesen Erreger weiter zugenommen. Der Pilzbefall begünstigt die Besiedelung durch Sekundär-Schädlinge und beschleunigt so das Absterben der betroffenen Eschen. Das Eschentriebsterben wird das Waldbild verändern.

 

Die Esche ist nach der Buche die zweitwichtigste Laubbaumart und auf feuchten Standorten oder Bacheinhängen bestandesbildend. Sie ist aus ökologischen und wirtschaftlichen Gründen sehr wertvoll und im Schutzwald eine fast nicht zu ersetzende Baumart. Gemäss heutigem Stand der Forschung gibt es keine realistische Gegenmassnahme. Der Pilz überwintert in der Laubstreu auf dem Waldboden und verbreitet sich im kommenden Jahr mit den Pilzsporen über die Luft. Die befallenen Eschen zeigen Welkesymptome wie braune Blattflecken und absterbende Triebe. In der Regel stirbt der Baum im Laufe der Jahre ganz ab. Ein kleiner Lichtblick ist, dass schätzungsweise fünf bis zehn Prozent der Eschen gegenüber der Krankheit resistent oder tolerant zu sein scheinen.

 

Die Sicherheitsproblematik aufgrund herunterfallender Äste nimmt zu, sei es bei Holzereiarbeiten oder auch an Orten mit viel Publikumsverkehr. Exponierte, stark befallene Exemplare, z.B. entlang von öffentlichen Strassen, werden überwacht und gegebenenfalls zur Unfallprävention gefällt. Wo kein Sicherheitsrisiko besteht, lohnt sich die vorsorgliche Entnahme der befallenen Eschen meist nicht - weder waldbaulich noch ökonomisch. Der Eschenholzmarkt zeigt zudem Anzeichen einer Übersättigung. Im Wald selber ist an die Eigenverantwortung der Erholungssuchenden zu appellieren. Das Kantonsforstamt ruft die Waldeigentümer auf, dem Eschentriebsterben und den Handlungsempfehlungen des Forstdienstes (vgl. Kasten) besondere Beachtung zu schenken.

 

 

 

 

Empfehlungen des Kantonsforstamtes für Waldeigentümer:

  • wenig Pflegeaufwand in Eschenbestände investieren
  • keine Neupflanzungen von Eschen vornehmen
  • Förderung und Erhalt von gesunden bzw. potenziell resistenten Eschen (im belaubten Zustand anzeichnen!)
  • stark geschädigte Eschen (Laubverlust > 70%) an exponierten Stellen entfernen
  • Vermeidung der Holzentwertung durch rechtzeitige Nutzung (nur bei schönen Stämmen lohnenswert)
  • Ausscheidung von Altholzinseln zur Förderung von Totholz prüfen, wo kein Sicherheitsrisiko besteht

 


Allgemein - Eschentriebsterben – kein Ende in Sicht (26.07.2017 09:13)


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