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Grosses Angebot für Schulabgängerinnen und Schulabgänger

Die aktuelle Schulabgängerumfrage, die das Amt für Berufsbildung des Kantons St.Gallen durchgeführt hat, zeigt für die Jugendlichen wiederum eine komfortable Situation. Rund 95 Prozent der im Juli aus der Volksschule Austretenden hatten Ende Mai eine Anschlusslösung gefunden. Nur 261 Jugendliche waren noch auf der Suche. Dem standen am Stichtag 1'648 frei gemeldete Ausbildungsplätze in etwa 150 Berufen gegenüber. Dies bestätigt die mehrjährige Entwicklung, nach der sich die Schere zwischen Lehrstellenangebot und –nachfrage weiter geöffnet hat.


Die Konkurrenz, in der die Lehrbetriebe bei der Rekrutierung ihres Nachwuchses stehen, hat sich somit weiter akzentuiert. 

 

Alljährlich Ende Mai führt das Amt für Berufsbildung des Kantons St.Gallen in Zusammenarbeit mit der Fachstelle für Statistik eine flächendeckende Schulabgängerumfrage durch. Am Stichtag 26. Mai 2017 wurden insgesamt 4'820 Jugendliche aus den Sekundar-, Real- und Kleinklassen sowie den Brückenangeboten erfasst. Die Zahl liegt um 206 Jugendliche unter dem Vorjahreswert. Seit dem Jahr 2008 ist sie demografiebedingt um 1'758 Jugendliche oder rund 26,7 Prozent gesunken.

 

Bei der Umfrage konnte ein vollständiger Rücklauf verzeichnet werden. Die Auswertung zeigt sich in der Übersicht wie folgt:

 

*** Tabelle siehe Anhang ***

 

Am Stichtag hatten 4'559 Jugendliche oder 94,6 Prozent eine Anschlusslösung gefunden (Vorjahr 4'770 Personen, 94,9 Prozent). Die Zahl der Jugendlichen, die in eine weiterführende Schule übertreten, ist gegenüber dem letztjährigen Wert um 43 Personen oder 0,5 Prozentpunkte gesunken. Ebenfalls leicht rückläufig (-205 Personen bzw. 1,2 Prozentpunkte) ist der Anteil an Jugendlichen, die eine Berufsausbildung beginnen. Der Wert liegt aber immer noch leicht über dem Mehrjahresdurchschnitt. Demografiebedingt sind es mit 3'439 Jugendlichen insgesamt 1'028 weniger als im Jahr 2008, die eine Lehre oder eine Attestausbildung antreten werden.

 

640 (Vorjahr 591) Jugendliche werden in eine Zwischenlösung (staatliches Brückenangebot, private Lösung wie Fremdsprachenaufenthalt, Privatschule oder Praktikum) übertreten. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr ist markant (+49 Personen bzw. +8 Prozent). Der Anteil der Jugendlichen mit Zwischenlösung ist mit 13,3 Prozent (Vorjahr 11,8 Prozent) aber weiterhin moderat. Der Anteil an Jugendlichen, die direkt in den Erwerbsprozess einsteigen oder ins Ausland ausreisen, ist wiederum marginal und liegt bei 0,9 Prozent (Vorjahr 1,1 Prozent).

 

Der Anteil an Jugendlichen ohne Anschlusslösung ist weiterhin sehr tief und liegt wie in den Vorjahren nahe der 5-Prozentmarke. 261 Jugendliche, oder 5,4 Prozent, waren am Stichtag der Erhebung noch ohne Anschlusslösung (Vorjahr 256 Jugendliche, 5,1 Prozent). Zum gleichen Zeitpunkt waren im kantonalen Lehrstellennachweis "Lena" 1'648 (Vorjahr 1'366) offene Ausbildungsplätze in etwa 150 Berufen ausgewiesen.

 

Hoher Anteil Anschlusslösungen bei allen Schultypen Die Auswertung auf Basis des zuletzt absolvierten Typs der Volksschule bestätigt, dass nicht nur die schulisch am leistungsfähigsten, sondern auch die schulisch schwächeren Jugendlichen reelle Chancen auf eine Anschlusslösung haben. Am Stichtag hatten von den Absolvierenden der Sekundarschule 98,4 Prozent (Vorjahr 98,5 Prozent) und von der Realschule 93,9 Prozent (Vorjahr 93,6 Prozent) eine Anschlusslösung. Über dem Mehrjahresvergleich liegt die Erfolgsquote bei den Absolvierenden von Kleinklassen mit 89,1 Prozent (Vorjahr 82,5 Prozent). Die Brückenangebote verzeichnen einen leichten Rückgang, liegen aber mit 84,1 Prozent (Vorjahr 87,7 Prozent) immer noch über dem Mehrjahresvergleich. 

 

*** Tabelle siehe Anhang ***

 

Während sich die Situation in Bezug auf den absolvierten Volksschultyp tendenziell ausgeglichen hat, spielt bei der Lehrstellensuche offensichtlich die Staatsangehörigkeit eine nach wie vor bedeutende Rolle. So ist der Anteil ohne Anschlusslösung bei Jugendlichen ausländischer Staatsangehörigkeit mit 12,1 Prozent (Vorjahr 11,4 Prozent) markant, nämlich fast viermal höher als bei Schweizer Jugendlichen (3,1 Prozent, Vorjahr 3,1). 1'259 Personen, oder 26,1 Prozent (Vorjahr 1'217 Personen bzw. 24,2 Prozent), aller erfassten Jugendlichen haben eine ausländische Staatsangehörigkeit. Bei den Jugendlichen ohne Anschlusslösung beträgt ihr Anteil 58,2 Prozent (Vorjahr 54,3 Prozent).

 

Die aus früheren Jahren bekannten geschlechtsspezifischen Besonderheiten haben sich leicht akzentuiert. Weibliche Jugendliche treten markant weniger häufig (63,7 Prozent; Vorjahr 66 Prozent) direkt in die Berufsbildung über als männliche (78,7 Prozent; Vorjahr 79,1 Prozent). Demgegenüber ist der Anteil der Jugendlichen, die in eine weiterführende Schule übertreten, bei den weiblichen markant höher als bei den männlichen (weibliche 13,2 Prozent, männliche 5,2 Prozent; Vorjahr 12,1 bzw. 7 Prozent). Ebenfalls deutlich ist der Unterschied bei den Jugendlichen, die eine Zwischenlösung beanspruchen (weibliche 17,3 Prozent, männliche 9,4 Prozent; Vorjahr 16,2 bzw. 7,3 Prozent).

 

Viele Lehrstellen unbesetzt

Die Betrachtung im Mehrjahresvergleich zeigt, dass es offensichtlich für die Lehrbetriebe zunehmend schwieriger ist, alle angebotenen Lehrstellen in gewünschter Weise zu besetzen. Dies insbesondere aufgrund der demografisch rückläufigen Entwicklung der Schulabgängerzahlen. Es ist bemerkenswert, dass den 261 Jugendlichen (Vorjahr 256) ohne Anschlusslösung ein Überhang von 1'648 (Vorjahr 1'366) frei gemeldeten Lehrstellen gegenüber steht. Wie im Vorjahr verteilen sich die offenen Lehrstellen auf rund 150 Berufe und betreffen in zunehmendem Mass auch traditionell begehrte sowie auch als anspruchsvoll geltende Berufe. Die umfangreiche Liste offener Lehrstellen deutet auf intakte Chancen auch für jene Jugendlichen hin, die noch auf der Suche sind. Sie werden dabei von verschiedener Seite aktiv unterstützt. Aus der Erfahrung früherer Jahre kann erwartet werden, dass etwa zwei Drittel von ihnen schon bis zum Schuljahresende eine Lösung finden werden, sofern sie bei der Suche aktiv mitwirken.  

 

"Hitliste" der Berufe: Spitzenplätze unverändert Die "Hitliste" der 20 von den st.gallischen Schulabgängerinnen und Schulabgängern am häufigsten gewählten Berufe zeigt in der Zusammensetzung nur geringfügige Änderungen gegenüber dem Vorjahr, mit unveränderter Reihenfolge der sechs Spitzenplätze. Die Liste ist nicht allein vom Wahlverhalten bzw. von den Präferenzen der Jugendlichen, sondern ebenso sehr vom Angebot an Ausbildungsplätzen beeinflusst. Bezüglich der Zahl an Ausbildungsverhältnissen fallen bei einzelnen Berufen beträchtliche Abweichungen gegenüber dem Vorjahr auf.

 

Kaufmann/Kauffrau EFZ E+B (575 Personen, Vorjahr 601)

Detailhandelsfachmann/-frau EFZ (246 Personen, VJ 268)

Fachmann/frau Gesundheit EFZ (222 Personen, VJ 236)

Polymechaniker/-in EFZ (134 Personen, VJ 154)

Elektroinstallateur/-in EFZ (110 Personen, VJ 108)

Zeichner/in EFZ (96 Personen, VJ 102)

Informatiker/-in EFZ (89 Personen, VJ 83)

Koch/Köchin EFZ (87 Personen, VJ 71)

Fachmann/frau Betreuung EFZ (86 Personen, VJ 90)

Konstrukteur/-in EFZ (72 Personen, VJ 64)

Logistiker/-in EFZ (70 Personen, VJ 77)

Zimmermann/Zimmerin EFZ (68 Personen, VJ 87)

Schreiner/-in EFZ (67 Personen, VJ 90)

Automobil-Fachmann/-frau EFZ (64 Personen, VJ 74)

Dentalassistent/-in EFZ (60 Personen, VJ 55)

Maurer/-in EFZ (56 Personen, VJ 45)

Coiffeur/Coiffeuse EFZ (55 Personen, VJ 63)

Medizinische Praxisassistentin EFZ (54 Personen, VJ 56)

Automatiker/-in EFZ (48 Personen, VJ 59)

Detailhandelsassistent/-in EBA (48 Personen, VJ 72)


Allgemein - Grosses Angebot für Schulabgängerinnen und Schulabgänger (22.06.2017 08:55)


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