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Flüchtlinge besser in den Arbeitsmarkt integrieren

Erleichterte Bewilligungspraxis für Arbeitseinsätze von Flüchtlingen

Der Kanton St.Gallen vereinfacht die Bewilligungspraxis für die Anstellung von anerkannten Flüchtlingen und vorläufig Aufgenommenen. Ziel ist eine schnellere Integration dieser Migrantinnen und Migranten. Volkswirtschaftlich ist das von hohem Nutzen.


Gemeinden, Unternehmen und andere Institutionen können ab dem 1. Juni 2017 einfacher anerkannte Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene für gemeinnützige Arbeiten, Berufserkundungseinsätze sowie Vorlehren und Lehren beschäftigen. Ebenso ist die Anstellung für Berufsintegrationseinsätze bis zu zwölf Monaten möglich. Die entsprechenden Bewilligungsverfahren werden erheblich verkürzt. Bei den Vorlehren und Lehren verzichtet das Amt für Wirtschaft und Arbeit künftig auf die arbeitsmarktliche Prüfung, weil die Lohn- und Arbeitsbedingungen der entsprechenden Verträge bereits durch das Amt für Berufsbildung geprüft und genehmigt werden. Damit verringert sich auch hier die Dauer der Bewilligungsverfahren. Zeit spart in Zukunft auch, wer die Formulare für eine Anstellung elektronisch ausfüllt. Die Bewilligungen sind zudem neu kostenlos erhältlich. Die Formulare und die aktualisierte Richtlinie sind ab sofort auf der Webseite des Migrationsamtes abrufbar: http://www.migrationsamt.sg.ch/home/asyl-fluechtlinge/berufsintegration-und-arbeitseinsaetze.html.

 

Grosses Interesse an Schulung

 

Die angepasste Richtlinie ist das Resultat der Zusammenarbeit zwischen Ämtern aus vier Departementen unter der Leitung des Kompetenzzentrums Integration und Gleichstellung im Departement des Innern. Mit der Lockerung der Bewilligungspraxis optimieren die betroffenen kantonalen Verwaltungsstellen die Rahmenbedingungen und bieten den hiesigen Unternehmen die Möglichkeit, das Potenzial der hier bleibenden Flüchtlinge für die Nachfrage der Betriebe nach Arbeitskräften zu nutzen. Erfahrungsgemäss können sich Flüchtlinge einfacher in unsere Gesellschaft integrieren, wenn sie arbeiten. Schliesslich sollen auch die Gemeinden finanziell entlastet werden, weil die Integration in den Arbeitsmarkt der Sozialhilfe-Abhängigkeit vorbeugt oder diese beendet.

 

Um eine reibungslose Umsetzung der neuen Richtlinie zu gewährleisten, fand am Dienstagvormittag im Pfalzkeller eine Schulung statt. Die Schulung stiess auf reges Interesse; über 130 Personen nahmen an der Veranstaltung teil.

 

Übliche Lohn- und Arbeitsbedingungen einhalten

 

Aktuell hat im Kanton St.Gallen nur gut jede vierte Person, die als Flüchtling ein Bleiberecht hat, eine Arbeitsstelle. Dies entspricht dem Schweizer Durchschnitt (Stand Februar 2017). Die in der aktualisierten Richtlinie formulierten Anstellungsbedingungen stellen sicher, dass trotz vereinfachtem Bewilligungsverfahren bei der Beschäftigung der anerkannten Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommenen die orts- und branchenüblichen Lohn- und Arbeitsbedingungen eingehalten werden. Die heute durchgeführte Schulung diente der möglichst reibungslosen Umsetzung der neuen Richtlinie.

 


Allgemein - Flüchtlinge besser in den Arbeitsmarkt integrieren (23.05.2017 11:08)


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