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Analysebericht zur Sozialhilfestatistik 2015

Die Fachstelle für Statistik hat ihren neuen Analysebericht zu den bedarfsabhängigen Sozialleistungen publiziert. Er präsentiert Basiskennzahlen zur Sozialhilfe, Alimentenbevorschussung, zu den Mutterschaftsbeiträgen und ausserordentlichen Ergänzungsleistungen der Jahre 2005-2015. Ein Spezialteil beleuchtet die Situation der unterstützten Alleinlebenden. Im Jahr 2015 war fast jeder zweite unterstützte Privathaushalt der einer alleinlebenden Person.


Im Jahr 2015 bezogen 2,2 Prozent der Kantonsbevölkerung Sozialhilfeleistungen, damit ist die Sozialhilfequote gegenüber dem Vorjahr unverändert. Insgesamt wurden 2015 im Kanton St.Gallen 10'932 Personen mit Sozialhilfe unterstützt und waren somit von bekämpfter Armut betroffen. Im Kanton St.Gallen sind die Sozialhilfequoten der Gemeinden mit wachsender Besiedlungsdichte tendenziell höher. Überdurchschnittliche Sozialhilfequoten sind insbesondere bei Gemeinden mit Zentrumsfunktion festzustellen. Kinder und Jugendliche sind überdurchschnittlich häufig auf Sozialhilfe angewiesen und haben mit 3,5 Prozent die höchste Sozialhilfequote. Dies entspricht 3‘186 Kindern und Jugendlichen. Ihr Armutsrisiko liegt deutlich über demjenigen der Gesamtbevölkerung.

 

2,9 Prozent aller privaten Haushalte mit Sozialhilfe unterstützt

 

2015 bezogen 2,9 Prozent aller Privathaushalte im Kanton St.Gallen mindestens einmal finanzielle Leistungen der Sozialhilfe (Gesamtschweiz 4,1 Prozent). Zwischen einzelnen Haushaltsformen zeigen sich jedoch deutliche Unterschiede. Haushalte bestehend aus einem Erwachsenen und minderjährigen Kindern tragen mit 18 Prozent ein sechsfach erhöhtes Sozialhilferisiko.

 

Durchschnittliche Bezugsdauer steigt auf zwölf Monate

 

Im Jahr 2015 konnten insgesamt 2‘210 Unterstützungseinheiten den Sozialhilfebezug abschliessen. Durchschnittlich betrug in diesen Fällen die Dauer der finanziellen Unterstützung zwölf Monate. Die Bezugsdauer steigt damit das zweite Jahr in Folge und erreicht mit zwölf Monaten erstmals seit Beginn der Datenerhebung im Jahre 2005 die Grenze zum Langzeitbezug. Innerhalb der letzten zehn Beobachtungsjahre hat die durchschnittliche Bezugsdauer um drei Monate zugenommen. Ein Faktor für diesen Anstieg dürfte in der Zunahme der Nichterwerbspersonen liegen, die tendenziell eine längere Unterstützung benötigen, da kurzfristige Perspektiven für einen Wiedereintritt in den Arbeitsmarkt fehlen.

 

Alleinlebende Sozialhilfe Beziehende sind überwiegend männlich

 

Der typische, mit Sozialhilfe unterstützte Alleinlebende ist männlich: 2015 waren mit 64 Prozent nahezu zwei von drei unterstützten Alleinlebenden männlichen Geschlechts. Der deutlich geringere und gegenüber 2006 unveränderte Anteilswert der Frauen hängt damit zusammen, dass diese im Falle einer Trennung häufig mit ihren Kindern zusammenleben und daher (vor allem im Alterssegment zwischen 25 und 55 Jahren) häufig eine Eineltern-Familie bilden. Mit Sozialhilfe unterstützte Alleinlebende sind zudem zu 63 Prozent Schweizerinnen und Schweizern, dieser Anteilswert liegt hier deutlich höher als bei sämtlichen Sozialhilfe beziehenden Personen (53 Prozent Schweizerinnen und Schweizer).

 

Analysebericht beziehen

 

Die Publikation «Sozialhilfe und weitere bedarfsabhängige Sozialleistungen im Kanton St.Gallen, Kennzahlen 2005-2015» in der Reihe «Kanton St.Gallen: Statistik aktuell» der Fachstelle für Statistik des Kantons St.Gallen ist als Druckversion für 25 Franken bestellbar (058 229 34 86; marlies.schuerpf@sg.ch).

 

Zum Download des Berichts: www.statistik.sg.ch


Allgemein - Analysebericht zur Sozialhilfestatistik 2015 (24.04.2017 08:39)


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