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Moderate Kosten trotz ausgebautem Bildungsangebot

Eine neue Studie der Industrie- und Handelskammern St.Gallen-Appenzell und Thurgau (IHK) sowie eine Broschüre des Bundesamtes für Statistik (BFS) attestieren dem Kanton St.Gallen im interkantonalen Vergleich durchschnittliche bis unterdurchschnittliche Bildungsausgaben und einen stabilen Anteil der Bildungsausgaben am Bruttoinlandprodukt seit 2008. Wird berücksichtigt, dass die Studierendenzahlen steigen und laufend neue Angebote eingeführt werden, so lässt dies auf gut investierte Bildungsausgaben bzw. auf ein effizientes Bildungssystem schliessen.


Die Studie der beiden IHKs bezieht sich auf die generelle Finanzlage der Ostschweizer Kantone, enthält aber auch eine Analyse der Bildungsausgaben. Diese zeigt: Die Bildungsausgaben des Kantons St.Gallen sind im Vergleich zu den anderen Kantonen in den meisten Bereichen durchschnittlich oder unterdurchschnittlich. Die kürzlich publizierte Broschüre des Bundesamtes für Statistik (BFS) zur Entwicklung der «Öffentlichen Bildungsausgaben 2005-2014» bestätigt diese Werte.

 

Durchschnittliche bis unterdurchschnittliche Bildungsausgaben

 

Im Bereich der obligatorischen Schule weist zwar die IHK-Studie überdurchschnittliche Ausgaben pro Einwohner aus. Diese Ausgaben liegen aber effektiv im Durchschnitt, wenn man sie in Bezug zur relevanten Zahl der Schülerinnen und Schüler setzt. Auch die Kosten auf der Sekundarstufe II liegen unter dem Durchschnitt (Berufliche Grundbildung, Allgemeinbildende Schulen). Im Hochschulbereich haben insbesondere jene Kantone höhere Ausgaben, die über eigene Universitäten und Hochschulen verfügen. Trotz eines vielfältigen eigenen Hochschulangebotes im Kanton St.Gallen sind aber auch hier die Kosten unterdurchschnittlich.

 

Ausgaben seit 2008 stabil

 

Beim jährlichen Wachstum der Ausgaben liegt der Kanton St.Gallen insgesamt – und in den meisten Teilbereichen – ebenfalls unter dem Durchschnitt. Wie die Publikation des BFS zeigt, blieb der Anteil der Bildungsausgaben am Bruttoinlandprodukt im Kanton St.Gallen im Gegensatz zu den meisten anderen Kantonen seit 2008 stabil.

 

Innovative und effiziente Angebote

 

Die erwähnten Studien relativieren Einschätzungen, die im Kontext der Diskussionen um die öffentlichen Ausgaben geäussert worden sind, wonach die Bildung im Kanton St.Gallen ein Kostentreiber sei. Bildungsausgaben hängen zum einen von der demografischen Entwicklung und zum anderen von der Planung der Angebote ab. Im Kanton St.Gallen wachsen die Studierendenzahlen und es werden mit neuen Schul- und Studienangeboten laufend bildungspolitische Akzente gesetzt. Beispiele dafür sind das bilinguale Gymnasium oder die Informatikmittelschule auf der Sekundarstufe II, die Studiengänge Wirtschaftsingenieur, Wirtschaftsinformatik und Architektur an den Fachhochschulen sowie die Ausbildung zu Berufsfachschul-Lehrpersonen und zu schulischen Heilpädagoginnen und -pädagogen an der PHSG. Als dritter Faktor werden die Bildungsausgaben von der Effizienz bei der Durchführung der Angebote beeinflusst. Diese kann im Kanton St.Gallen als überdurchschnittlich gut eingeschätzt werden, da die Ausgaben trotz wachsendem Mengen- und Angebotsgerüst durchschnittlich bis unterdurchschnittlich bleiben.


Allgemein - Moderate Kosten trotz ausgebautem Bildungsangebot (06.02.2017 08:25)


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