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Kantonsratswahlen 2004-2016 statistisch aufbereitet

Die Publikation "Kantonale Wahlen im Kanton St.Gallen, Kantonsratswahlen 2004-2016" der Fachstelle für Statistik stellt die Kantonsratswahlen vom Februar 2016 in einen Zusammenhang mit den früheren Wahlgängen. Dadurch werden längerfristige Trends in der Entwicklung der Parteistärken im Kanton und in den Wahlkreisen sichtbar. Weitere wichtige Themen sind das Panaschierverhalten, die Wahlbeteiligung, sowie das soziodemographische Profil von Kandidierenden und Gewählten.


Die Publikation "Kantonale Wahlen im Kanton St.Gallen" der Fachstelle für Statistik erscheint als Nummer 58 in der Reihe "Statistik aktuell". Sie vertieft und erweitert das bestehende statistische Informationsangebot zu Wahlen und Abstimmungen. Im Zentrum des Berichts steht der Vergleich der Kantonsratswahl von 2016 mit den drei Wahlen der Jahre 2004, 2008 und 2012, also seit Bestehen der heutigen acht Wahlkreise.

 

Parteistärken: kleinere Gruppierungen haben es schwer

 

Im Wahljahr 2016 hat eine Konzentration der politischen Verhältnisse im Kantonsrat stattgefunden. Die BDP und die EVP sind nicht mehr im Parlament vertreten. Im Falle der EVP ist dies bemerkenswert. Sie war seit 1972 ununterbrochen im Kantonsrat vertreten und hatte auch dessen Verkleinerung im Jahr 2008 überstanden. Bei den grossen Parteien erreichte die SVP wieder ihre Wählerstärke von 2008, FDP und CVP haben sich bei rund 20 Prozent angeglichen. Die SP bleibt unangefochten die vierte Kraft im Kanton St.Gallen. In den einzelnen Wahlkreisen widerspiegelt sich das Gesamtbild, allerdings mit unterschiedlichen Akzenten. Die vormals dominante CVP ist nun in keinem Wahlkreis mehr die wählerstärkste Partei.

 

Neu wurde untersucht, wie hoch der Anteil Stimmen in jedem Wahlkreis war, der an Listen ging, die keinen Sitz gewonnen haben. Der Anteil dieser „verlorenen“ Stimmen ist von 2 Prozent 2004 auf über 6 Prozent 2016 gestiegen. Mehr als 10 Prozent verlorener Stimmen gab es 2012 im Toggenburg und 2016 im Werdenberg. Anders liegt der Fall im Sarganserland, wo jeweils alle angetretenen Listen Sitze gewonnen haben. Hier haben sich mehrmals Parteien, die sich alleine keine Chance auf einen Sitzgewinn ausrechneten, zu sogenannten „Mischlisten“ zusammengeschlossen.

 

Panaschierverhalten

 

Die Wählerinnen und Wähler des Kantons St.Gallen machen rege vom Recht Gebrauch, Kandidierende anderer Parteien auf die Wahlzettel ihrer bevorzugten Partei zu schreiben. Das Panaschierverhalten der Parteien wurde herangezogen, um die gegenseitige Affinität der Parteien im Zeitverlauf zu untersuchen. Diese Affinität gilt als besonders hoch, je grösser der Anteil der Panaschierstimmen für die jeweils andere Partei ist. Generell lässt sich beobachten, dass das Panaschierverhalten der Wählerinnen und Wähler von FDP, CVP und SVP auf eine hohe Affinität füreinander hinweist. Ebenfalls gross ist die gegenseitige Präferenz bei SP und Grünen, sowie – in abnehmendem Mass – bei SP und CVP. Auffällig ist die grosse Stabilität der Panaschierpräferenzen von 2004 bis 2016. Eine Ausnahme davon bilden die Grünliberalen.

 

Wahlbeteiligung

 

Die Wahlbeteiligung ist im Kanton St.Gallen in den Kantonsratswahlen 2004 bis 2012 nur leicht angestiegen, von 34,5 auf 37,6 Prozent. 2016 gab es einen Sprung auf über 45 Prozent, was auf den mobilisierenden Effekt der gleichzeitig zur Abstimmung unterbreiteten „Durchsetzungsinitiative“ zurückzuführen sein dürfte. Nicht verändert hat sich aber die Tatsache, dass bei allen Wahlgängen das Toggenburg die höchste Wahlbeteiligung aller Wahlkreise aufweist. Unverändert nahmen Wählende kleinerer Gemeinden etwas häufiger an kantonalen Wahlen teil als solche aus Gemeinden mit mehr Einwohnerinnen und Einwohnern.

 

Kandidierende und Gewählte

 

In allen Wahlgängen seit 2000 hatten diejenigen Kandidierenden die grösste Chance gewählt zu werden, die in der vorhergehenden Periode bereits einen Sitz im Parlament innehatten. Ebenfalls erhöhte Wahlchancen hatten männliche und ältere Kandidierende sowie solche aus Gemeinden bis 10'000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Für Personen unter 30 Jahren ist es nach wie vor schwierig, in den Kantonsrat gewählt zu werden

 

Analysebericht verfügbar

 

Die Publikation "Kantonale Wahlen im Kanton St.Gallen, Kantonsratswahlen 2004-2016" steht zum kostenlosen Download unter www.statistik.sg.ch zur Verfügung. Die Druckversion kostet 15 Franken (Tel. 058 229 34 86).

 

Link zu weiterem Zahlenmaterial der Fachstelle für Statistik zur Wahl- und Abstimmungsstatistik auf dem kantonalen Statistikportal: http://www.statistik.sg.ch/home/themen/b17.html.

 

Die hier von der Fachstelle für Statistik publizierten statistischen Informationen unterstehen dem Statistikgesetz des Kantons St.Gallen (sGS 146.1) und dessen Qualitätskriterien.


Allgemein - Kantonsratswahlen 2004-2016 statistisch aufbereitet (24.02.2017 08:22)


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