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Rechnungsabschlüsse der Gemeinden erneut besser als im Vorjahr

Der Ertragsüberschuss der St.Galler Gemeinden aus dem Rechnungsabschluss 2015 liegt mit 126,0 Mio. Franken deutlich über dem Vorjahreswert von 88,5 Mio. Franken und erreicht den höchsten Wert seit dem Jahr 2009. Die Verschuldung pro Einwohnerin und Einwohner liegt mit 787 Franken erstmals seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1988 unter 1'000 Franken.


Im Jahr 2015 schlossen 69 von 77 politischen Gemeinden im Kanton St.Gallen ihre Rechnungen mit einem Ertragsüberschuss ab. Insgesamt lag er bei 126,0 Mio. Franken. Verwendet wurde der aktuelle Ertragsüberschuss für zusätzliche Abschreibungen im Umfang von 47,9 Mio. Franken, Einlagen in Vorfinanzierungen in Höhe von 37,9 Mio. Franken und Erhöhungen der Eigenkapitalreserven um 45,1 Mio. Franken. In acht politischen Gemeinden musste ein Aufwandüberschuss mit Entnahmen von 4,9 Mio. Franken aus dem Eigenkapital gedeckt werden. Den höchsten Reingewinn erzielte die Gemeinde Tübach mit 1'838 Franken pro Kopf, wogegen die Gemeinde Buchs mit 204 Franken den höchsten Aufwandüberschuss pro Einwohnerin und Einwohner decken musste.

 

*** Grafiken zum Ertrags- oder Aufwandüberschuss finden sich in der angehängten Mitteilung ***

 

Pro-Kopf-Verschuldung auf dem tiefsten Stand seit Beginn der Aufzeichnung

 

Erstmals überhaupt liegt die Pro-Kopf-Verschuldung mit 787 Franken pro Einwohnerin und Einwohner unter der 1'000-Franken-Marke. Mit lediglich noch 39,4 Steuerprozent hat die Verschuldung auch in dieser Sparte einen neuen Tiefstwert erreicht. Nur zwei Gemeinden weisen weiterhin hohe Werte von über 5'000 Franken Schulden pro Einwohnerin und Einwohner aus. Bereits 23 Gemeinden (Vorjahr 20) verfügen über ein Nettovermögen, das in Oberuzwil mit 4'087 Franken pro Einwohnerin und Einwohner erstmals im Kanton über 4'000 Franken pro Einwohnerin und Einwohner liegt.

 

Als Folge der anhaltend hohen zusätzlichen Abschreibungen sowie der tiefen Zinssätze und Verschuldung nahm auch der Kapitaldienstanteil der Gemeinden weiter ab und liegt aktuell bei 5,1 Prozent (Vorjahr: 6,2 Prozent). Der Kapitaldienstanteil zeigt den Anteil des Finanzertrags, der für die Schuldzinsen und Abschreibungen benötigt wird. Mehr als die Hälfte der Gemeinden weisen dabei einen tiefen Wert von unter 5,0 Prozent aus und nur bei einer Gemeinde liegt der Kapitaldienstanteil mit über 15 Prozent im Bereich einer hohen Belastung.

 

Moderate Steigerung des Nettoaufwands

 

Der Nettoaufwand über alle Gemeinden stieg im Jahr 2015 um 39 Franken auf 3'558 Franken pro Einwohnerin und Einwohner an. Dieser moderate Anstieg um 1,1 Prozent bewegt sich im Rahmen der Vorjahre. Insgesamt wendeten die Gemeinden netto 1,78 Mrd. Franken für die Erbringung ihrer Leistungen auf. Der höchste Nettoaufwand entstand im Bereich der Bildung mit 982 Mio. Franken (55,3 Prozent), gefolgt von der Sozialen Wohlfahrt mit 192 Mio. Franken und den Aufwendungen für Bürgerschaft, Behörden und Verwaltung mit 182 Mio. Franken, die aber gegenüber dem Vorjahr um 9,3 Mio. Franken abgenommen haben. Der Nettoaufwand umfasst sämtliche Ausgaben, die mit den Einnahmen aus Steuern und Finanzausgleich zu decken sind.

 

*** Eine Übersichtstabelle zum Nettoaufwand nach Aufgabengebieten finden sich in der angehängten Mitteilung ***


Allgemein - Rechnungsabschlüsse der Gemeinden erneut besser als im Vorjahr (11.01.2017 08:38)


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