
Das Gebäudeprogramm – ein Erfolgsmodell
Der Erfolg des Gebäudeprogramms hat alle Erwartungen übertroffen. Seit dem Start des Programms zur Unterstützung energetischer Gebäudemodernisierungen im Januar 2010 wurden im Kanton St.Gallen rund 3'400 Gesuche eingereicht. Davon wurden über 1'100 Modernisierungen ausgeführt und Förderungsbeiträge von über 5,5 Mio. Franken ausbezahlt.
Über 40 Prozent des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen fallen im Gebäudebereich an. Bund und Kantone wollen mit dem Gebäudeprogramm den Energieverbrauch des Schweizer Gebäudeparks erheblich verringern. Das Gebäudeprogramm unterstützt den Ersatz von Fenstern und die Dämmung von Wand, Dach und Boden gegen aussen und gegen unbeheizte Räume. Damit kann viel erreicht werden: Mit einer umfassenden Modernisierung sinkt der Wärmebedarf teilweise um mehr als die Hälfte.
Zahlreiche Modernisierungen umgesetzt
Im Kanton St.Gallen wurden seit Januar 2010 im Rahmen des Gebäudeprogramms hauptsächlich Fenster, Dächer und Aussenwände erneuert und gedämmt. Gesamthaft wurde eine Fläche von über 110'000 m2 modernisiert. Dies entspricht rund 16 Fussballfeldern oder beinahe sechsmal der Oberfläche des Prime Towers in Zürich, dem zurzeit höchsten Gebäude der Schweiz.
Sanieren und profitieren
Dank der energetisch modernisierten Gebäude werden im Kanton St.Gallen umgerechnet jedes Jahr über 870'000 Liter Öl weniger verbraucht, was dem Inhalt von über 50 Tanklastwagen entspricht. Mit der eingesparten Menge Energie können jährlich über 700 nach heutigem Standard erstellte Einfamilienhäuser versorgt werden. Konkret wird die Umwelt jedes Jahr mit rund 2'100 Tonnen weniger CO2 belastet. Hinzu kommt, dass energetisch modernisierte Gebäude nicht nur weniger Energiekosten verursachen, sondern in der Regel auch einen höheren Marktwert als ungenügend gedämmte Gebäude haben.
Wirtschaft in den Regionen gewinnt
Die umgesetzten Modernisierungsmassnahmen wurden mit rund 5,5 Mio. Franken gefördert und lösten im Kanton St.Gallen Investitionen von über 70 Mio. Franken aus. Vor allem das regionale Gewerbe, wie Bauunternehmen, Fensterbauer, holzverarbeitende Betriebe oder Dackdeckerfirmen und mit ihnen zahlreiche Arbeitnehmende profitieren im Kanton St.Gallen von diesen Aufträgen.
Es hat noch viel Potenzial
Trotz der über 3'000 Hauseigentümer, die ihr Gebäude modernisieren ‑ hauptsächlich Einfamilienhäuser ‑ kann noch nicht von einer umfassenden Modernisierungswelle im Kanton St.Gallen gesprochen werden. Jährlich wird derzeit erst etwa ein Prozent der bestehenden Gebäude erneuert. Es werden unterdurchschnittlich wenige Mehrfamilienhäuser modernisiert, obwohl bei solchen Gebäuden im Verhältnis zu den Modernisierungskosten sehr viel Energie gespart werden kann. Auch für grössere Gebäude wie beispielsweise industrielle Bauten wurden nur wenige Förderungsgesuche eingereicht; hier liegt ebenfalls noch ein sehr grosses Potenzial brach.
Kontinuität ist wichtig
Das Gebäudeprogramm wird bis Ende 2019 weitergeführt. Der Start ist gelungen und die Zahl der eingehenden Gesuche hat sich auf einem hohen Niveau eingependelt. Die Energiefachstelle des Kantons St.Gallen hat den anfänglichen Pendenzenberg abgearbeitet und Gesuche beziehungsweise Projektabschlüsse werden innerhalb von etwa drei Wochen abgewickelt. Damit das Gebäudeprogramm ein Erfolgsmodell bleibt, ist es unerlässlich, dass energetische Gebäudemodernisierungen ebenso wie der sparsame Umgang mit Energie und die Förderung erneuerbarer Energien bei der Bevölkerung, der Wirtschaft und der Politik weiterhin einen hohen Stellenwert einnehmen.
Allgemein - Das Gebäudeprogramm – ein Erfolgsmodell (06.07.2011 08:41)