Kantonale Energieförderung – erfolgreich auch bei Wärmenetzen

Wärmezentrale

Seit der Einführung des kantonalen Energieförderungsprogramms im Jahr 2008 sind bis zum Jahr 2010 58 Gesuche für die finanzielle Förderung von Wärmenetzen eingereicht worden. 13 neue Wärmenetze wurden erstellt und 45 bestehende Netze ausgebaut. Dank dieser Anlagen können jedes Jahr 35 Gigawattstunden Abwärme und erneuerbare Energien genutzt werden. Dies entspricht dem Energieinhalt von rund 3,5 Millionen Litern Heizöl.


Die meisten Vorhaben, die das Energieförderungsprogramm im Bereich Wärmenetze unterstützt, betrafen Wärmeverbunde, die mit Holz beheizt werden oder die Abwärme aus Kehrichtverbrennungsanlagen und Industriebetrieben nutzen. Die Förderbeiträge richten sich nach der Grösse des Projekts und liegen zwischen Fr. 10'000.– und Fr. 100'000.–. Einzelne grosse Anlagen wurden mit bis zu Fr. 180'000.– unterstützt. Grosse Projekte sind erwünscht und von hohem energetischen Nutzen. Sie können allerdings rasch einen zusätzlichen Bedarf an Fördermitteln hervorrufen.

 

Anbieter und Kunden sind zufrieden

 

Im Auftrag des Amts für Umwelt und Energie (AFU), das die Energieförderung im Kanton St.Gallen abwickelt, führte ein externes Forschungs‑ und Beratungsunternehmen eine Umfrage bei den Gesuchstellern durch, wertete alle Gesuche aus und analysierte detailliert neun ausgewählte Wärmenetze. Die Untersuchungen zeigten: Die Gesuchsteller beurteilen die Förderung durch den Kanton als gut und zwar hinsichtlich der Förderbedingungen, des Gesuchverfahrens und der Zusammenarbeit mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des AFU.

 

Die Fernwärmenetze sind für die Zukunft gut gerüstet: Wärmeangebot und Wärmenachfrage sowie die Kunden für das Produkt Fernwärme sind weitgehend gesichert. Die meisten der untersuchten Wärmenetze bieten Wärme zu konkurrenzfähigen Preisen an.

 

Gesuchsabwicklung beschleunigen

 

Die befragten Kunden nennen Bereiche, in denen das Förderungsprogramm verbessert werden kann: Die Verfahren bei Anschlüssen an bestehende Netze seien zu vereinfachen und der technische Teil des Förderungsgesuchs sei anzupassen. Damit könne der Aufwand für die Gesuchsteller verringert und das Gesuchverfahren beschleunigt werden.

 

Mit der Wärme aus Abwasserkanälen und dem gereinigten Abwasser der Abwasseranlagen lässt sich im Kanton St.Gallen noch ein grosses Wärmepotenzial nutzen. Bisher sind jedoch noch keine Gesuche für die Förderung entsprechender Wärmenetze eingegangen. Zusammen mit einer Vereinfachung der Gesuchabwicklung wird das AFU die verstärkte Nutzung solcher Wärmequellen vorantreiben sowie die weiteren Empfehlungen aus der Untersuchung noch dieses Jahr bearbeiten.

Ausführlichere Informationen zur Kundenumfrage und Auswertung der Gesuche
PDF-Datei Studie Forschungs und Beratungsunternehmen econcept (189 kb, PDF)   31.05.2011

Allgemein - Kantonale Energieförderung – erfolgreich auch bei Wärmenetzen (31.05.2011 08:42)