
Fahrgastinformation im Ostwind-Gebiet wird ausgebaut
Die Transportunternehmen des Tarifverbundes Ostwind verbessern in Zusammenarbeit mit den Ostschweizer Kantonen und der Stadt St.Gallen die Fahrgastinformation. Künftig erhalten die Fahrgäste über elektronische Anzeiger an Haltestellen und Bildschirme in Fahrzeugen Informationen in Echtzeit. Informiert wird über die nächsten Abfahrten und Anschlüsse sowie über Verspätungen im Bus und Schienennetz.
Pilotregion für das technisch anspruchsvolle Projekt ist die Stadt und Agglomeration St.Gallen. Hier verkehren mit den Verkehrsbetrieben St.Gallen (VBSG), Postauto Region Ostschweiz, Regiobus und den Verkehrsbetrieben Herisau vier verschiedene Busunternehmen. Um entsprechende Qualitätsverbesserungen in der Fahrgastinformation zu erzielen, ist eine enge Zusammenarbeit zwischen den Transportunternehmungen in Koordination mit Stadt und Kanton St.Gallen wichtig. Da die VBSG im Raum St.Gallen das dichteste Fahrplanangebot und Haltestellennetz betreiben, liegt der Lead für das Pilotprojekt bei den VBSG.
Die Kundeninformation im öffentlichen Verkehr ist ein wichtiger Qualitätsfaktor. Diese Aussage wird durch die Ostwind-Kundenzufriedenheitsumfragen 2005 und 2008 sowie durch Kundenreaktionen bei den Transportunternehmen bestätigt.
Technisch anspruchsvolles Projekt
Grundvoraussetzungen für das Funktionieren einer dynamischen Fahrgastinformation sind die Ausrüstung der Fahrzeuge mit Bordrechnern und der Aufbau einer rechnergestützten Betriebsleitzentrale. Ausserdem sind die Busse mit Doppelbildschirmen auszustatten. Auf dem linken Bildschirm werden Fahrziel und Unterwegshaltestellen sowie die Uhrzeit angezeigt. Der rechte Bildschirm versorgt die Fahrgäste mit Wetter, News und Werbung. Die VBSG haben im Rahmen der Erneuerung ihrer Fahrzeugflotte bereits alle Busse mit Doppelbildschirmen ausgerüstet. Postauto Region Ostschweiz ist sukzessive daran, ihre Flotte bis Ende Jahr auszustatten.
Das Projekt ist technisch anspruchsvoll und bedarf noch einiger Aufbauarbeit für den flächendeckenden Betrieb. So ist es aus Kundensicht zwingend, dass auf den elektronischen Anzeigen die Abfahrten aller Transportunternehmen aufgeführt sind, die eine Haltestelle bedienen. Zu diesem Zweck wird unter Federführung der VBSG ein zentrales Hintergrundsystem für das Ostwind-Gebiet aufgebaut, das die Haltestellenanzeigen mit Echtzeitinformationen versorgt. Ziel ist es, den Aufbau bis im Frühling 2011 abzuschliessen. Postauto und VBSG nutzen diese Zeit, um auf zwei ausgewählten Linien Testbetriebe durchzuführen. Die VBSG werden an einigen Haltestellen an der Linie 3 nach Heiligkreuz elektronische Anzeigen in Echtzeit betreiben, während Postauto als Strecke für den Testbetrieb die Linie 120 von Engelburg nach Heiden ausgewählt hat. Im Endausbau werden in der Stadt und Region St.Gallen rund 70 frequenzstarke Haltestellen mit Anzeiger ausgerüstet. Die Bauarbeiten beginnen aber erst nach Abschluss der Testphase im Frühling/Sommer 2011.
Das gesamte Investitionsvolumen für das Pilotprojekt in Stadt und Agglomeration St.Gallen beträgt rund 8,4 Mio. Franken. Investiert werden diese Beiträge durch die Transportunternehmen. Bund, Kantone und Gemeinden beteiligen sich über die jährlich wiederkehrende Abgeltung (Abschreibung, Zins- und Betriebskosten) an den Kosten.
Anschlusssicherung in den Bussen
Ebenfalls von grosser Bedeutung ist die Sicherung der Anschlüsse zwischen Bus und Bahn. Ziel ist der Austausch von Echtzeitdaten für die Information der Fahrgäste und des Fahrpersonals. Um dieses Ziel zu erreichen, betreibt die Postauto Schweiz AG im Auftrag der Ostwind-Kantone für den Raum Ostschweiz eine gemeinsame Schnittstelle zwischen den Betriebsleitsystemen der Bahnen und der Busunternehmen. Im Rahmen des Pilotbetriebs für den Raum St.Gallen funktioniert bereits die Datenübertragung Bahn – Postauto für den Bahnhof St.Gallen. Seit wenigen Tagen erhalten die Chauffeure auf dem Bildschirm ihres Billettverkaufsgerätes aktuelle Informationen. Aufgrund von vordefinierten Wartezeiten können so Anschlüsse sichergestellt werden. Die Transportkette Bahn – Bus wird noch zuverlässiger. Die Einführung dieser Verbesserung ist für alle Schnittstellen Bahn – Bus im Raum Ostschweiz geplant und an den erfolgreichen Pilotbetrieb sowie die Sicherstellung der Finanzierung gekoppelt.
Zeitplan für weitere Ausbauschritte
Für den weiteren Ausbau der dynamischen Fahrgastinformation spielt die Einführung der S-Bahn St.Gallen 2013 eine wichtige Rolle. Parallel mit den verschiedenen Ausbauten der Schieneninfrastruktur und dem Bau von weiteren Bushöfen soll in den Jahren 2011 bis 2013 auch das Fahrgastinformationssystem schrittweise hochgefahren werden. Ziel ist, bis Ende 2013 die Busflotte und frequenzstarke Haltstellen im Gebiet des Tarifverbundes Ostwind sowie einen Teil des Rollmaterials der Bahnen sukzessive mit der entsprechenden Technik auszurüsten. öV-Kundinnen und Kunden sollen damit nicht nur von mehr Fahrplanangebot und neuem Rollmaterial, sondern auch von einer durchgehenden und stets aktuellen Information profitieren. Den Transportunternehmen hilft das System, die eng vernetzten Transportketten mit Bahn und Bus noch zuverlässiger zu betreiben.
Allgemein - Fahrgastinformation im Ostwind-Gebiet wird ausgebaut (02.09.2010 10:50)