
Mit Blick in die Zukunft Lehrstellen und Strukturen schaffen
Trouvaillen der letzten zwölf Monate und bevorstehende Herausforderungen und Projekte präsentierte Regierungsrätin Heidi Hanselmann an ihrem Rück- und Ausblick. Neben der erfolgreichen Umsetzung der ethischen Beratung und der Schaffung von zusätzlichen 50 Lehrstellen konnte das Gesundheitsdepartement auch auf zwei erfolgreiche Abstimmungen "Schutz vor Passivrauchen" und "Erweiterung Haus 24" zurückblicken. Die angespannte Wirtschaftslage hinterlässt auch im Staatshaushalt Spuren. Es ist wichtig, in den Spitälern und Kliniken weitsichtig Strukturen und Netzwerke für die Zukunft zu schaffen.
Regierungsrätin Heidi Hanselmann, Vorsteherin des Gesundheitsdepartementes, präsentierte beim traditionellen Rück- und Ausblick im Botanischen Garten zusammen mit ihrem Team wichtige Geschäfte des Gesundheitsdepartementes. Erfolgreich umgesetzt und in den Spitälern implementiert sind nun die ethische Beratung und das kantonale Geriatriekonzept. In den letzten Wochen konnte nach einer intensiven Vorbereitungsphase das Brustkrebs-Früherkennungsprogramm "donna" im Kanton eingeführt und somit ein Meilenstein in der Brustkrebsfrüherkennung erreicht werden. Einen guten Start verzeichnete auch das Weiterbildungscurriculum in Hausarztmedizin. Im 2008 wurden die Strukturen in den Spitälern dazu geschaffen. Nun können pro Jahr vier Assistenzärztinnen und -ärzte die spezielle Weiterbildung für Hausarztmedizin belegen. Damit künftig auch genügend Pflegefachfrauen und -männer ausgebildet werden können, wurden letztes Jahr in den Spitälern und Kliniken nochmals zusätzlich 50 Lehrstellen für Fachfrau/Fachmann Gesundheit geschaffen. Die Spitalverbunde nehmen ihre Rolle als vorbildlicher Arbeitgeber wahr.
Die Spitäler des Kantons St.Gallen arbeiten kostengünstig. Das zeigt der schweizweite Vergleich. Bei den Bruttokosten Spital ambulant weist er die zweitgünstigsten Kosten und bei den Bruttokosten Spital stationär die siebtgünstigsten Kosten aus. Vor ihm liegen nur kleine Kantone wie Obwalden, Nidwalden, Glarus, Appenzell Ausserrhoden und Innerrhoden sowie Uri. Die Netzwerkstrategie mit Schwerpunktbildungen greift. Die Spitäler sind nicht nur kostengünstig positioniert, sie sind für die neue Spitalfinanzierung auch fit und gut aufgestellt. Um diesen Vorteil nicht zu verlieren sind Investitionen in die Bauten dringend notwendig. Das mehr als zehnjährige Baumoratorium macht den Spitalverbunden zu schaffen. Mit der neuen Spitalfinanzierung und der Einführung der freien Spitalwahl wird die Spitalinfrastruktur zu einem wichtigen Wettbewerbsfaktor. Als kostengünstiger Kanton ist es aus gesundheitspolitischer und volkswirtschaftlicher Sicht das Ziel, die Patientinnen und Patienten im eigenen Kanton behandeln zu können. Jede ausserkantonale Hospitalisation führt nämlich zu einem Mittelabfluss zu Ungunsten des Kantons St.Gallen.
Zwei im vergangenen Jahr durchgeführte Volksabstimmungen betrafen Anliegen des Gesundheitsdepartementes. Zum einen stimmte die Bevölkerung der Erweiterung des Hauses 24 am Kantonsspital zu. So kann eine Zentralsterilisation für die Gesundheitsinstitutionen des ganzen Kantons geschaffen werden. Im Herbst 2009 wurde die Initiative "Schutz vor Passivrauchen" angenommen, die auf den 1. Juli 2010 die Umsetzung einer einheitlichen Regelung des Rauchverbots über den ganzen Kanton ermöglicht.
In der Septembersession wird der Kantonsrat die Vorlage zu einem Gesetz über die Psychiatrieverbunde beraten. Die Psychiatrischen Dienste sollen das Rechtskleid einer selbständigen öffentlich-rechtlichen Anstalt erhalten. Es sollen zwei Verbunde entstehen, denen ein Verwaltungsrat vorsteht.
Für 20 Prozent der Schweizer Bevölkerung ist der Alkoholkonsum ein Problem: Sie belasten sich, ihre Familien und die Gesellschaft. Übermässiger Alkoholkonsum ist nicht nur ein Problem der Erwachsenen, sondern leider auch vermehrt von Kindern und Jugendlichen. Vor diesem Hintergrund hat die St.Galler Regierung ein durch das Gesundheitsdepartement erarbeitetes Massnahmenpaket für den Zeitraum 2010 bis 2014 verabschiedet. Der kantonale Alkohol-Aktionsplan setzt zum einen auf die Stärkung der individuellen Gesundheitskompetenz, zum andern sollen auch gezielte Vorschriften beim Jugendschutz oder Marktregulierung zum Tragen kommen. Die im kantonalen Alkohol-Aktionsplan vorgeschlagenen Massnahmen werden nun konkretisiert und im Rahmen der dafür vorgesehenen politischen Entscheidungs- und Gesetzgebungsprozesse durch die Regierung und den Kantonsrat beraten.
Allgemein - Mit Blick in die Zukunft Lehrstellen und Strukturen schaffen (30.06.2010 10:13)