
Ereignisanalyse zum Hochwasser 2009 liegt vor
Im Sommer 2009 haben starke Niederschläge zu Hochwasserschäden im St.Galler Rheintal geführt. Die Naturgefahrenkommission und das kantonale Tiefbauamt haben eine Ereignisanalyse ausarbeiten lassen. Diese zeigt, dass die Gefahrenkarte des Kantons eine optimale Grundlage für die Prävention ist.
Ein heftiges Gewitter im Gebiet Eichberg, Eggerstanden und Oberriet liess am 8. August 2009 den Auer-, Dürren- und Kobelwiserbach in sehr kurzer Zeit ansteigen. Die Bäche traten über die Ufer und verursachten Schäden an Gebäuden, Infrastrukturanlagen und Kulturland. Die Ereignisanalyse zeigt, dass es sich je nach Gewässer um ein Hochwasser handelte, das rein statistisch alle 100 bis 200 Jahre in dieser Grösse auftritt.
Grössere Schäden verhindert
Die Gerinne hätten die Wassermengen alleine knapp aufnehmen können. Die sehr grosse Menge an Geschiebe und Schwemmholz stapelte sich im Gerinne auf und verstopfte zudem die Brücken. Dies führte zu Überschwemmungen und entsprechenden Ablagerungen von Steinen, Geröll, Schutt und Schwemmholz im Siedlungs- und Landwirtschaftsgebiet. Die Gesamtschadensumme des Hochwassers liegt zwischen 7.5 und 8 Millionen Franken. Es muss davon ausgegangen werden, dass ohne die umfassenden Schutzmassnahmen der letzten Jahre deutlich grössere Schäden entstanden wären. Ohne die Rückhaltbecken und Schwemmholzrechen beispielsweise, wäre im Schnitt vier Mal mehr Geschiebe und Holz in die Siedlung gelangt.
Gefahrenkarte als gute Grundlage
In den Jahren 2008 und 2009 erstellte das Baudepartement eine Gefahrenkarte. Sie zeigt, dass die prognostizierten Überschwemmungsflächen mit dem tatsächlich eingetretenen Hochwasser übereinstimmen. Um das Schadenrisiko weiter zu reduzieren, führt die Ereignisanalyse eine Liste von Schutzmassnahmen auf, die – unter Berücksichtigung der Gefahrenkarte – mit den Gemeinden, den Gebäudeeigentümern und den betroffenen kantonalen Fachstellen diskutiert und umgesetzt werden sollen. Dabei sollen nicht alleine Verbauungen im Zentrum stehen. Vielmehr soll die menschliche Nutzung wieder mehr den Standortgegebenheiten angepasst werden.
Allgemein - Ereignisanalyse zum Hochwasser 2009 liegt vor (03.03.2010 10:00)