
Industrie und Gewerbe scheinen Talsohle erreicht zu haben
Der von der Fachstelle für Statistik des Kantons St.Gallen aufbereitete Beschäftigungsbarometer zeigt einerseits die Folgen der wirtschaftlichen Rezession auf das Beschäftigungsangebot im Kanton St.Gallen per Ende Dezember 2009. Im exportgeprägten zweiten Sektor (Industrie und Gewerbe) ging das Beschäftigungsvolumen gegenüber dem Vorjahr deutlich zurück. Andererseits weist der Beschäftigungsbarometer für den zweiten Sektor gleichzeitig deutlich verbesserte Beschäftigungsaussichten für die nahe Zukunft aus.
Am Ende des 4. Quartals 2009 lag die Zahl der Arbeitsplätze im Kanton St.Gallen leicht tiefer (‑0.6% oder 1400 Arbeitsplätze) als ein Jahr zuvor. Werden die Beschäftigungsverhältnisse auf Vollzeitstellen umgerechnet, ergibt sich im Jahresvergleich ein Rückgang um 1.2 Prozent (‑2400 Vollzeitäquivalente). Damit ging die Zahl der Vollzeitäquivalente im Kanton St.Gallen stärker zurück als in der Gesamtschweiz (-0.5%). Die Zahl der Arbeitsplätze nahm im Kanton St.Gallen weniger ab als die Zahl der Vollzeitäquivalente. Dies ist auf die gegenüber dem Vorjahr angewachsene Zahl an Teilzeitstellen (+2.5%) zurückzuführen, die den Rückgang bei den Vollzeitstellen (-1.9%) teilweise kompensieren konnten.
Dienstleistungssektor mit Beschäftigungswachstum
Im Dienstleistungssektor nahm im Vorjahresvergleich sowohl die Zahl der Arbeitsplätze zu (+1.4%), wie auch die Zahl der Vollzeitäquivalente (+1.0%).
Der Rückgang des Beschäftigungsvolumens ist auf die Entwicklung im 2. Sektor (Industrie und Gewerbe) zurückzuführen, der gegenüber dem Vorjahr 3600 rechnerische Vollzeitstellen weniger aufweist. Allerdings haben sich die Beschäftigungsaussichten in Industrie und Gewerbe für das nächste Quartal gegenüber dem Vorjahr markant verbessert und befinden sich nun wieder im grünen Bereich, gleichauf mit dem Dienstleistungssektor. Der Index der offenen Stellen ging gegenüber dem Vorjahr zwar nochmals zurück (-7%) jedoch deutlich weniger als im 3. Quartal 2009 (-53%).
Frauen erstmals im gleichen Mass betroffen
Nachdem sich das Beschäftigungsangebot für die Frauen im bisherigen Verlauf der Wirtschaftskrise stets vorteilhafter entwickelt hatte als dasjenige der Männer, ist im 4. Quartal 2009 erstmals ein Gleichstand zu beobachten. Beide Geschlechter verloren insgesamt 1.2 Prozent ihres Beschäftigungskuchens. Im zweiten Sektor, in welchem die Männer mit einem Beschäftigungsanteil von 80 Prozent dominieren, verloren die Frauen im Vorjahresvergleich anteilsmässig mehr an Stellen als die Männer. Das Beschäftigungsvolumen der Frauen im dritten Sektor, dessen Beschäftigung je hälftig auf die Geschlechter entfällt, nahm weniger stark zu als dasjenige der Männer. Bei beiden Geschlechtern stieg die Zahl der Teilzeitanstellungen.
Weniger Schwierigkeiten bei der Personalrekrutierung
Der Anteil der Betriebe, welche Schwierigkeiten haben, Personal zu finden, ging gegenüber dem Vorjahr deutlich zurück. Dieser Rückgang betrifft alle Qualifikationsniveaus mit formaler Ausbildung und ist die Folge des allgemeinen Nachfragerückgangs nach Arbeitskräften.
Weitere Informationen zum Beschäftigungsbarometer
Allgemein - Industrie und Gewerbe scheinen Talsohle erreicht zu haben (26.02.2010 09:23)