Höchststand der Stellensuchendenzahlen zum Jahresende

Im Dezember 2009 sind die Stellensuchendenzahlen im Kanton St.Gallen um 3,2 Prozent oder 430 Personen gewachsen. Sie erreichen damit am Jahresende den Höchststand von 13'768 Personen. Im Vorjahresvergleich beträgt die Zunahme 52,2 Prozent. Besonders stark betroffen waren über die vergangenen zwölf Monate die Fachkräfte und die Industrie. Positiv zu vermelden ist immerhin, dass die Arbeitslosigkeit im Kanton St.Gallen nach wie vor unter dem schweizerischen Durchschnitt liegt.


Ende Dezember 2009 waren im Kanton St.Gallen 13'768 Personen als stellensuchend gemeldet (+430), davon 9'572 (+593) als arbeitslos. Das ergibt eine Stellensuchendenquote von 5,7 Prozent und eine Arbeitslosenquote von 3,9 Prozent. Die Stellensuchendenzahlen haben um 3,2, die Arbeitslosenzahlen um 6,6 Prozent zugenommen. Überdurchschnittlich ist der Anstieg in den RAV-Regionen Sargans (+5,7 Prozent) und Oberuzwil (+4,3 Prozent). In den übrigen Regionen liegt sie im Mittel oder darunter. Der Anstieg liegt im Baugewerbe und in den wirtschaftlichen Dienstleistungen (darunter auch das Temporärgewerbe) am höchsten. Bemerkenswert ist auch die Zunahme der Langzeitarbeitslosen unter den Stellensuchenden, die sich in Monatsfrist um 151 oder 15,5 Prozent auf 1'123 erhöht hat.

 

Auf der strukturellen Seite fällt auf, dass Fachkräfte im verflossenen Jahr mit +77 Prozent viel stärker betroffen waren als Personen aus Hilfsfunktionen (+28,0 Prozent). Weiter war die Zunahme in der Industrie (+74,8 Prozent) deutlich stärker als bei den Dienstleistungen (+41,2 Prozent). Im produzierenden Sektor waren die Metall- (+143,5 Prozent), die Maschinen- (+100,0 Prozent) und die Textilbranchen (+159,8 Prozent) viel mehr betroffen als etwa der Bau (+27,7 Prozent). Bei den Dienstleistungen schwingen der Personalverleih (+115,0 Prozent) sowie die Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (+69,3 Prozent) obenaus, während das Gastgewerbe fast stagnierte (+7,3 Prozent).

 

Bei der Arbeitslosigkeit zeigt sich das klassische Nord-Süd-Gefälle im Kanton: Die höchsten Arbeitslosenquoten verzeichnen die RAV-Regionen Heerbrugg (4,7 Prozent), Oberuzwil (4,5 Prozent) und St.Gallen (4 Prozent), während die südlichen RAV-Regionen Sargans (3,5 Prozent), Rapperswil-Jona (3,3 Prozent) und als Spitzenreiter die RAV-Region Wattwil (2,7 Prozent) wesentlich geringere Werte aufweisen. Von der Altersstruktur her sind die 20-24-Jährigen mit 8,9 Prozent besonders stark betroffen, die 15-19-Jährigen jedoch nur unterdurchschnittlich mit 3,1 Prozent. Erfreulich ist, dass bei der stellensuchenden Schülern und Lehrabgängern erneut ein leichter Rückgang zu verzeichnen ist.

 

Ende Monat befanden sich 1'460 Personen (10,6 Prozent) in einem Kurs oder einem Einsatzprogramm, 1'797 (13,1 Prozent) gingen einem Zwischenverdienst nach. Die Zahl der gemeldeten offenen Stellen beträgt 645, dies sind 163 weniger als im Vormonat. Klar am meisten Stellen stammen nach wie vor aus dem Bau- und aus dem Gastgewerbe. Rund 400 Betriebe haben für über 12'000 Mitarbeitende Kurzarbeit vorangemeldet.


Allgemein - Höchststand der Stellensuchendenzahlen zum Jahresende (08.01.2010 08:18)