Agglomeration Wil: Für eine gemeinsame Zukunft

Informationskonferenz des Agglomerationsprogrammes Wil

Am Donnerstagabend hat in Niederuzwil die erste Informationskonferenz zum Agglomerationsprogramm Wil stattgefunden. Die Gemeinden der Region Wil wurden von den Promotoren des Agglomerationsprogrammes über den Stand der Planungsarbeiten informiert. Nebst dem Ist-Zustand und den Entwicklungstrends wurden die Ziele und ein Zukunftsbild der Agglomeration Wil präsentiert. Die anschliessende Diskussion war für die Veranstalter eine wichtige Standortbestimmung.


Ende 2008 wies der Bund das Agglomerationsprogramm Wil aufgrund ungenügender Programmwirkung zurück. Ein halbes Jahr später entschied sich die Interkantonale Regionalplanung Wil (IRPG) für einen Neustart und erteilte der Metron AG, Brugg, den Auftrag zur Neuerarbeitung. Seither fanden mehrere Behörden- und Fachausschüsse statt. Die Planungsarbeiten sind mittlerweile stark fortgeschritten. Die Stärken und Schwächen der regionalen Struktur sind ermittelt. Die Raumwirksamkeit eines Autobahnanschlusses Wil-West im Sinne einer Entlastung des Zentrums Wil ist analysiert und das Optimierungs- und Synergiepotential im Bereich des öffentlichen Verkehrs untersucht. Eine Schwachstellenanalyse des Langsamverkehrs wird bis Mitte 2010 aufzeigen, wie die Netzqualität gehoben und die Zugänglichkeit zum öffentlichen Verkehr verbessert werden kann.

 

Zersiedelung entgegenwirken

 

Auf diesen Untersuchungen baut das schon weit vorangetriebene Zukunftsbild der Agglomeration auf. Ausgehend von den landschaftlichen Qualitäten der Region bestimmt es den Rahmen und die Gebiete, in denen weiter Siedlungsentwicklung stattfinden kann oder soll, und welche Landschaften geschont werden müssen. Die Region wird bereits heute ausgehend von den zwei Zentren Wil und Uzwil schwerpunktmässig erschlossen. Künftig soll die über- und innerregionale Erreichbarkeit weiter verbessert und die Zentrumsfunktion und Lebensqualität durch Aufwertungskonzepte gehoben werden. Innere Verdichtungen sind an gut vom öffentlichen Verkehr erschlossenen Gebieten anzustreben. Einer Zersplitterung der Zentrenstruktur der Region und einer weiteren Zersiedlung soll dezidiert entgegengewirkt werden.

 

Herausforderungen stehen noch an

 

Herausforderungen stellen sich auf der Ebene der Kooperation mit Gemeinden und Bevölkerung und der fachtechnischen Erarbeitung und Umsetzung. Bei der Kooperation ist entscheidend, dass sich alle Gemeinden repräsentiert fühlen und dass die Notwendigkeit des Agierens auf regionaler Ebene erkannt und auch gelebt wird. Soll die Region Wil als Ganzes vorwärts gebracht werden, müssen einzelne Interessen zurücksteckt werden.

Bei der fachtechnischen Umsetzung gibt es drei grosse Herausforderungen. Erstens der hohe Anteil an Einfamilienhäusern (78 Prozent der Baumasse der Region ist zweigeschossig), die daraus resultierende geringe Einwohnerdichte und damit erschwerte Erschliessung durch den öffentlichen Verkehr. Zweitens der Umgang mit der angedachten Entwicklung und Erschliessung des strategisch zentralen Gebietes zwischen dem Wiler Stadtzentrum-Gloten/Sirnach-Fachmarkt Ebnet/Sirnach-Münchwilen Ost/Bild in Verbindung mit dem von der Region gewünschten Autobahnanschluss Wil West und einer Verbindungsstrasse Richtung Bronschhofen.

 

Als dritte Herausforderung bleibt die Koordination zwischen dem Zukunftsbild der Agglomeration, den Verkehrskonzepten, der Siedlungsentwicklung und den Vorstellungen der wirtschaftlichen Akteure.

 

Entscheidende Schritte stehen noch an

 

In den nächsten Monaten sollen das Zukunftsbild der Agglomeration, die Strategien und Massnahmen weiter ausgearbeitet werden. Mehrere Behörden- und Fachdelegationen werden sich in dieser Zeit mit dem Agglomerationsprogramm befassen. Ein erster vollständiger Entwurf des Agglomerationsprogramms soll im August 2010 vorliegen. Anschliessend findet wiederum eine Informationskonferenz statt, an der –vorgängig zur offiziellen Vernehmlassung – das vollständige Agglomerationsprogramm vorgestellt wird. Beim Bund eingereicht wird das Programm Ende 2011.

 

Ziel der Agglomerationsprogramme

 

Agglomerationsprogramme haben zum Ziel, Siedlung und Verkehr gemeinde- und kantonsübergreifend zu koordinieren und die regionale Entwicklung zu optimieren und nachhaltiger zu gestalten. Agglomerationsprogramme werden in enger Zusammenarbeit zwischen Partnern innerhalb der Agglomeration als Verbundaufgabe Bund – Kanton – Gemeinden erstellt. Neben der eigentlichen Ausarbeitung des Programms verlangt der Bund die Bildung einer Trägerschaft, die das Agglomerationsprogramm weiterentwickelt und bis 2027 betreibt. Dafür beteiligt er sich mit einer Teilfinanzierung von über 6 Milliarden Franken an den Infrastrukturprojekten der Agglomerationen. 43 Agglomerationen bewerben sich um diese Bundesmittel.


Allgemein - Agglomeration Wil: Für eine gemeinsame Zukunft (15.01.2010 09:25)