
Erweiterung Spital Grabs: Projektwettbewerb ist entschieden
Der Projektwettbewerb für die Erweiterung des Spitals Grabs ist entschieden. Das Preisgericht hat seinen Abschlussbericht verfasst und von den eingereichten Wettbewerbsprojekten sechs rangiert. Das Projekt "Volltanken bitte" der Beat Consoni AG St.Gallen wurde mit dem ersten Rang ausgezeichnet.
Die Regierung nahm bereits vor einigen Jahren von den zunehmenden Investitions-bedürfnissen im Spital Grabs Kenntnis. Ende des vergangenen Jahres wurde der Wettbewerb für die Erweiterung des Spitals Grabs im selektiven Verfahren eröffnet. Nach diversen Vorprüfungen durch eine Fachjury hat sich das Projekt "Volltanken bitte" der Beat Consoni AG St.Gallen gegen die elf anderen eingereichten Projekte durchgesetzt.
Siegerprojekt schafft starken Gesamtauftritt
Das Siegerprojekt geht von einer radikalen Klärung der Gesamtanlage mit einem Erweiterungsbau auf der Ostseite und einer neuen Erschliessung aus. Der Erweiterungsbau lässt sich zuerst als freistehender Baukörper realisieren. Die weitere bauliche Entwicklung erfolgt über mehrere Etappen. Mit dieser Komposition der Anlage ist ein starker Gesamtauftritt des Spitals Grabs gewährleistet. Über die Weiterbearbeitung des Siegerprojekts entscheidet die Regierung, wenn der Kantonsrat das Postulat "Rechtzeitige Spital- und Neubauplanung im Rheintal" beraten hat.
Zwei Phasen als Wettbewerbsanforderung
Im Projektwettbewerb mussten die Teilnehmer aufzeigen, wie die Pflegebereiche und weitere stationäre Bereiche in einer ersten Phase in einem neu erstellten Trakt untergebracht werden können. Zudem galt es zu prüfen, ob die bestehenden Bauten betrieblich, räumlich und gestalterisch in die neue Gesamtanlage eingebunden und mit neuen Nutzungen versehen werden können. In einer zweiten Phase sollte aufgezeigt werden, wie sich der Endausbau des Spitals, mit oder ohne Einbezug des heutigen Gebäudebestandes, entwickeln kann.
Bedarf einer Erweiterung ist ausgewiesen
Damit die gesamte Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland ihren Leistungsauftrag weiterhin erfüllen kann, sind zusätzliche Neubauten, Erneuerungen sowie bauliche Anpassungen notwendig. Dem Spital Grabs mangelt es aufgrund von gestiegenen Patientenzahlen und neuen medizinischen Standards an Flächen in den Bereichen Untersuch, Behandlung und Pflege. Der Mehrflächenbedarf beträgt für das gesamte Spital rund 2000 m2 Nutzfläche. Nachdem in den letzten zehn Jahren keine Spitalbauten realisiert wurden, ist der Nachholbedarf gross. Dabei werden keine Maximallösungen angestrebt. Ziel ist es einzig, die Forderungen der Patientinnen und Patienten, der Mitarbeitenden und der medizinischen Standards zu erfüllen. Auch vor dem Hintergrund der freien Spitalwahl, welche ab dem Jahr 2012 Realität wird, ist es wichtig, in den Spitälern zu investieren, um wettbewerbsfähig und attraktiv zu bleiben. Der Kanton St.Gallen weist im Vergleich zu anderen Kantonen eine gute Kostenstruktur auf. Diese soll erhalten bleiben, denn eine Abwanderung in andere Kantone wäre für den Kanton St.Gallen mit erheblichen Kosten verbunden. Für die Erweiterung des Spitals Grabs sind im kantonalen Investitionsprogramm knapp 110 Millionen Franken vorgesehen.
Wettbewerbsarbeiten werden ausgestellt
Die Wettbewerbsarbeiten sind ab Dienstag, 20. Oktober 2009, im Berufs- und Weiterbildungszentrum bzb in Buchs öffentlich ausgestellt.
Öffnungszeiten:
20. bis 22. Oktober 2009: 09.00 bis 20.00 Uhr; 24. Oktober 2009: 10.00 bis 16.00 Uhr; 26. bis 30 Oktober 2009: 09.00 bis 20.00 Uhr.
Weitere Informationen zum Projektwettbewerb unter: http://www.hochbau.sg.ch/home/wettbewerbe/spital_grabs.html neues Fenster
Wissenswertes zum Spital Grabs
Zusammen mit den Spitälern Altstätten und Walenstadt bildet das Spital Grabs die Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland (SR RWS). Das Spital Grabs ist ein Spital für die erweiterte Grundversorgung der Region mit den Fachbereichen Innere Medizin, Chirurgie/Orthopädie und Frauenklinik. Zusätzlich hat das Spital Grabs mit Konsiliarärzten der Disziplinen Urologie, Pädiatrie, Augenheilkunde, Hals-Nasen-Ohren, Kieferchirurgie, Gefässchirurgie, Plastische und Wiederkehrstellungschirurgie sowie Neurologie Zusammenarbeitsverträge abgeschlossen. Über 450 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie 50 Auszubildende gewährleisten den Betrieb rund um die Uhr und sichern für die Bevölkerung der Umgebung die medizinische Grundversorgung. Das Spital Grabs wurde aus Mitteln des Paravizin-Hiltyschen Krankenhausfonds und Beiträgen von Bund und Kanton nach den Plänen des damaligen Kantonsbaumeisters gebaut. Im Jahr 1907 wurde das Hauptgebäude mit einem Absonderungshaus und einem Ökonomiegebäude als Stiftungseinrichtung in Betrieb genommen. Ende der Dreissiger Jahre wurde ein weiteres Gebäude als Ergebnis eines Wettbewerbs in einer schlichten Formensprache erstellt. Es beherbergte bis ins Jahr 1974 die Verwaltung, verschiedene Behandlungsräume, das Röntgen sowie Arzt- und Bettenzimmer. Die Personalhäuser wurden in den Sechziger- und Siebzigerjahren in Betrieb genommen und im Jahr 1992 erneuert. In den Siebzigerjahren entstand nach den Plänen des kantonalen Hochbauamtes ein neues Bettenhaus mit vorgelagertem eingeschossigem Behandlungstrakt. Zeitgleich wurde die geschützte Operationsstelle mit Ortskommandoposten im Hof der Spitalanlage gebaut. Seit dem Jahr 1976 wurden einige Provisorien geschaffen.
Allgemein - Erweiterung Spital Grabs: Projektwettbewerb ist entschieden (19.10.2009 14:03)