In jeder Lage die richtige Sozialberatung

Beratungsangebot wird optimiert

Beratungsangebot wird optimiert

Mit dem mehrjährigen Projekt "Sozialberatung" wollen Kanton und Gemeinden die Sozialberatung im Kanton St.Gallen optimieren. Dazu starten die Gemeinden und das Departement des Innern nun die Pilotphase im Projekt. Sozialberatung bietet Begleitung und Unterstützung in verschiedensten Lebenssituationen beispielsweise bei Fragen zu Existenzsicherung, Elternschaft, Gesundheit und ähnlichem.


Ziel des Projektes ist es, so erläuterten Regierungsrätin Kathrin Hilber und Beat Tinner, Präsident der Vereinigung St.Galler Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten vor den Medien, den Zugang zu professioneller Beratung zu verbessern. Denn der gesellschaftliche Wandel bringt eine Vielfalt an neuen Möglichkeiten, aber auch an Fragen und Herausforderungen. Beispiele dafür sind die demographische Entwicklung, der Strukturwandel in der Arbeitswelt, die Veränderungen im Bildungssystem oder das gewandelte Verständnis der Geschlechterrollen. Einzelpersonen wie auch Familien sind gefordert, ihr Leben zu meistern. Mitunter sind schwierige Entscheidungen für die Familie beziehungsweise für sich selber zu treffen. Rechtzeitige und professionelle Sozialberatung hilft, Fähigkeiten und bestehende Netzwerke der Betroffenen zu mobilisieren. Schwierige Lebenssituationen werden mit rechtzeitiger Beratung besser bewältigt und weitere gravierende Folgen, wie beispielsweise dauernde Sozialhilfeabhängigkeit oder eine andauernde Suchtabhängigkeit, werden vermieden.

 

Projekt optimiert Beratungsangebot

 

Im Kanton St.Gallen besteht bereits ein beachtliches und gutes Angebot an Beratungsleistungen öffentlicher und privater Organisationen. Das vom Departement des Innern und der Vereinigung St.Galler Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten (VSGP) getragene Projekt "Sozialberatung" verfolgt das Ziel, das bestehende Beratungsangebot zu optimieren. Nun haben die Projektverantwortlichen Regierungsrätin Kathrin Hilber und Gemeindepräsident Beat Tinner den Startschuss für die Pilotphase gegeben und die Öffentlichkeit an einer Medienkonferenz informiert.

 

Zugang zum Grundangebot für alle

 

Alle Bewohnerinnen und Bewohner des Kantons sollen unabhängig von ihrem Wohnort Zugang zu Beratungsleistungen haben. Ein Projektteam erarbeitete dazu in Zusammenarbeit mit Fachpersonen einen Leistungskatalog. Dieser listet das Grundangebot an Beratung, das überall sicherzustellen ist, detailliert auf. Dieses Hilfsmittel steht nun allen Gemeinden zur Verfügung. Es unterstützt sie dabei, ihr Beratungsangebot zu überprüfen und allfälligen Bedarf für Ergänzung ihrer Angebote zu erkennen. Den Gemeinden steht es dabei frei, das Leistungsangebot selber oder mittels Leistungsvereinbarungen mit anderen Gemeinden oder privaten Anbietern sicherzustellen. Der Kanton wird im Rahmen des Projekts ein internetbasiertes und einfach zugängliches Verzeichnis der bestehenden Sozialberatungsstellen aufschalten und periodisch aktualisieren.

 

Beratung bei komplexen Fragestellungen

 

Eine schnelle und wirksame Hilfe ist bei den gegebenen arbeitsteiligen Strukturen in der Sozialberatung für komplexe Lebenssituationen schwierig. Für solche Situationen wird in den nächsten rund zweieinhalb Jahren unter der Leitung von Reto Eugster von der Fachhochschule St.Gallen in drei bis fünf Pilotregionen ein jeweils auf die lokalen Gegebenheiten angepasstes "Case Management" erprobt. Das "Case Management" stellt den Beratungsverlauf in den Mittelpunkt. Die Leistungen der Einzelorganisation rücken in den Hintergrund. Doppel- oder Mehrfachberatungen sollen ausgeschlossen sein. Mit einem koordinierten Prozess über die Organisationsgrenzen hinweg wird für Ratsuchende eine individuelle Unterstützung sichergestellt. Auf diese Weise profitiert die betroffene Person von einer wirksamen Einzelfallhilfe, welche alle ihre Lebenssituation bestimmenden Aspekte berücksichtigt.

 

Gemeinsame Pilotphase

 

Das Projekt gelangt mit dem Start der Pilotprojekte in eine entscheidende Phase. In dieser werden die Gemeinden, Fachstellen und der Kanton eng miteinander zusammenarbeiten. In einem ersten Schritt aktualisiert der Kanton in Zusammenarbeit mit den bestehenden Fachstellen das Sozialberatungsverzeichnis, damit dieses bald aufgeschaltet werden kann. Anschliessend starten die Pilotprojekte in den Regionen. Um ausreichend Erfahrungen zu sammeln, werden diese rund zwei Jahre andauern.

  

Was ist unter Sozialberatung zu verstehen?

 

Die "Sozialberatung" entspringt dem Bestreben, Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen ein einfach zugängliches Angebot der Beratung und Begleitung, Hilfe und Unterstützung anzubieten. Die Sozialberatung umfasst das Beratungsangebot für Menschen mit verschiedenen sozialen Fragen und Problemstellungen, Konfliktsituationen und Entscheidungsschwierigkeiten. Sie hilft Ressourcen und Netze zu aktivieren. Die Beratung erfolgt meist kostenlos und wird häufig von Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern erbracht. Im Projekt "Sozialberatung" wird der Begriff Sozialberatung in einem weiten Sinn verstanden und umfasst auch spezialisierte Fachstellen wie beispielsweise die Suchtberatung.


Allgemein - In jeder Lage die richtige Sozialberatung (12.01.2009 11:23)