St.Galler Lotteriefond/Swisslos unterstützt Erhaltung alter Kulturpflanzen

Die Hauptsonderschau an der OLMA 2007 "Blaue St.Galler und Roter Jakober – Geheimnisse alter Kulturpflanzen" bringt alte einheimische Kulturpflanzen wieder ins Bewusstsein. Gleichzeitig weist sie auf deren Bedeutung als Volkskultur wie auch als Investition in die Nahrungsmittelsicherheit hin.


Im Rahmen der Industrialisierung, Rationalisierung und der Liberalisierung der Märkte gingen in den letzten Jahrzehnten viele alte Kulturpflanzensorten verloren. Die alten Pflanzensorten haben sich über Jahrhunderte den lokalen Gegebenheiten angepasst. Die genetischen Grundlagen moderner Sorten laufen Gefahr immer eintöniger zu werden. In vielen modernen Apfelsorten finden sich etwa die Gene der Sorte Golden Delicious. Die Feuerbrandepidemie dieses Jahres zeigte deutlich, dass nicht nur Ertrag und Lagerfähigkeit wichtig sind. Auch zum Zeitpunkt der Züchtung noch unbekannte Faktoren wie der Feuerbrand können auf einmal wichtig werden. Die Erhaltungsarbeit bei den alten Sorten ist deshalb auch eine Investition in die Nahrungsmittelsicherheit. Daneben sind die alten Sorten Teil der Volkskultur wie der Rheintaler Ribelmais, alte Dörrobstsorten oder lokale Bohnensorten, die über Generation hinaus im eigenen Garten vermehrt worden sind.

 

Erfreuliche Wiederentdeckung alter Kulturpflanzensorten

 

Schon früh haben Pionierorganisationen wie Pro Specie Rara sich bei der Erhaltung alter Sorten engagiert. Heute gibt es eine Vielfalt von Organisationen wie Fructus, die Obstsortensammlung in Roggwil, den Verein Ribelmais, das Emmer/Einkornprojekt im Klettgau, die Rebsortensammlung des Landwirtschaftlichen Zentrums St.Gallen in Salez und viele andere mehr. Die Schweizerische Kommission für die Erhaltung alter Kulturpflanzen ist das Dach aller in der Erhaltungsarbeit beteiligten Organisationen. Sie wird massgeblich vom Bundesamt für Landwirtschaft unterstützt. Sehr erfreulich ist, dass einige alte Kulturpflanzensorten wieder für am Markt erfolgreiche Produkte für moderne Menschen gebraucht werden. Beispiele sind die namengebende Kartoffelsorte Blaue St.Galler und der Ribelmais.

 

Vielseitige Sonderschau

 

Die Hauptsonderschau an der OLMA 2007 "Blaue St.Galler und Roter Jakober – Geheimnisse alter Kulturpflanzen" zeigt alle Facetten der Erhaltungsarbeit bei Obst, Gemüse, Beeren, Ackerpflanzen, Reben, Heil- und Aromapflanzen sowie Kartoffeln. Die Besucher können mit all Ihren Sinnen die alten Kulturpflanzesorten erfahren: Ein Dörrofen verströmt den feinen Geruch von Dörrobst. Man kann in Gemüsesamen wühlen, die verschiedenen Formen der Kartoffeln betasten, unscheinbare Beerenfrüchte aus einer neuen Perspektive sehen, Wein gekeltert aus der verschollen geglaubten Tessiner Rebe Bondoletta degustieren, an Heilpflanzen riechen oder Brötchen aus Urgetreidemehl backen. Die Sonderschau will ein möglichst grosses Publikum, interessierte Landwirte und Entscheidungsträger aus Politik und Wirtschaft von der Bedeutung der Erhaltungsarbeit bei den alten Kulturpflanzen überzeugen. Eine nationale Fachtagung zum Welternährungstag vom 16. Oktober 2007 soll den Erfahrungsaustausch unter Fachleuten ermöglichen. Der Lotteriefond des Kantons St.Gallen/Swisslos unterstützt die Sonderschau mit einem massgeblichen Beitrag.

 


Allgemein - St.Galler Lotteriefond/Swisslos unterstützt Erhaltung alter Kulturpflanzen (05.10.2007 08:57)