Städtische Verkehrsachsen gezielt entlasten

Die Analyse der bestehenden Verkehrssituation im städtischen Autobahn- und Hauptstrassennetz hat gezeigt, dass die Leistungsgrenze nahezu erreicht ist. Im Sinne einer vorausschauenden Verkehrsplanung wurden durch das Tiefbauamt des Kantons St.Gallen Strategien entwickelt um die Funktionalität des übergeordneten Netzes zu erhalten. Mit dem Konzept einer zusätzlichen "Spange" sollen auch künftige Verkehrsaufkommen bewältigt und gezielt städtische Achsen entlastet werden.


Die Analyse der bestehenden Verkehrssituation auf dem städtischen Autobahn- und Hauptstrassennetz hat gezeigt, dass die zentralen Abschnitte der Autobahn sowie verschiedene Knoten und Strecken im städtischen Hauptstrassennetz ihre Leistungsfähigkeit erreicht haben. Auffallend ist, dass der reine Transitverkehr auf der städtischen Autobahn nur gerade 15 Prozent beträgt. Die hauptsächlichen Verkehrsbelastungen sind somit "hausgemachter" Agglomerationsverkehr. Die mit der Auslastung einhergehenden Behinderungen auf dem Strassennetz betreffen auch den Betrieb des strassengebundenen Öffentlichen Verkehrs und führen zeitweise zu Rückstaus durch den Schorentunnel bis auf die Autobahn.

 

Verschiedene Prognosen rechnen für die nächsten 20 Jahre mit einer weiteren Zunahme des Verkehrsaufkommens in der Agglomeration St.Gallen. Werden keine geeigneten Massnahmen getroffen, ist damit zu rechnen, dass Staus in ihrer Intensität, Häufigkeit und Dauer markant zunehmen.

 

Das Ziel einer vorausschauenden Verkehrsplanung muss es sein, die wesentlichen Funktionen des übergeordneten Strassennetzes zu erhalten. Damit soll nicht nur die Erreichbarkeit mit dem motorisierten Individualverkehr gesteigert werden, sondern auch der Betrieb des öffentlichen Busverkehrs verbessert und unerwünschte Immissionen im Siedlungsgebiet reduziert werden.

 

Um geeignete Strategien zur gezielten Kapazitätserhöhung zu ermitteln, wurden durch das kantonale Tiefbauamt verschiedene Strategien entwickelt und verglichen. Dabei zeigte sich, dass der Ausbau der Stadtautobahn zwar technisch realisierbar ist, durch den geringen Anteil des Transitverkehrs am Gesamtverkehr insgesamt aber wenig zweckmässig ist. Die Kosten sind im Verhältnis zum erreichbaren Nutzen hoch. Erschwerend kommt die starke Behinderung durch die Verkehrsführung während der jahrelangen Bauzeit hinzu. Auch die Strategie einer zweiten Achse von St.Gallen West bis St.Gallen Ost ist in Folge der vorhandenen Verkehrsströme nicht sinnvoll. Durch den Ansatz "Bypass", eine Lösung mit gezielten Entlastungstunnels, z.B. zwischen der Verzweigung Schoren und St.Gallen Ost, kann die Stadtautobahn entlastet werden. Die Überlastung des städtischen Hauptstrassennetzes würde dadurch aber tendenziell eher zunehmen, was in direktem Widerspruch zu den definierten Entlastungszielen steht.

 

Als zielführende Strategie zeichnet sich die Strategie "Spange" aus. Eine relativ kurze, parallel zur Stadtautobahn verlaufende "Spange" wird an geeigneten Stellen sowohl mit dem städtischen, übergeordneten Strassennetz als auch mit der Stadtautobahn verbunden. Die Grundidee dabei ist, dass genau dort gezielt bemessene Kapazitätserhöhungen vorgenommen werden, wo dies aus Gründen einer vorhandenen oder absehbaren Überlastung notwendig ist. Auch sollen mit optimalen Anbindungen punktuell städtische Hauptstrassen entlastet werden, um damit den Betrieb des öffentlichen Busverkehrs zu verbessern.

 

Die Verkehrsanalyse hat ergeben, dass die Spange im engeren Perimeter sinnvollerweise zweistreifig je Fahrtrichtung, die peripheren westlichen und östlichen Abschnitte einstreifig ausgeführt wird. Im Westen und Osten der Stadt soll der zweistreifige Teil der Spange mit je einem Anschlusspunkt an das städtische Hauptstrassenetz, respektive an den einstreifigen Abschnitt der Spange angebunden werden. Im Raum Teufenerstrasse/Neumarkt ist eine Anbindung des lokalen Netzes in beide Fahrtrichtungen vorgesehen. Aufgrund der dichten Überbauung und der topografischen Lage kommt die Spange grösstenteils in einen Tunnel zu liegen.

 

Das vorliegende Konzept zeigt den grundsätzlichen Lösungsansatz auf. Im weiteren Verlauf des Projektes sind zusätzliche technische Abklärungen vorzunehmen. Ebenfalls ist das verfahrensmässige Vorgehen zu definieren, insbesondere welche weiteren Planungsschritte durchzuführen sind und in welcher Verantwortung diese liegen. Die Arbeiten sind im Rahmen des Agglomerationsprogramms St.Gallen/Arbon-Rorschach, der städtischen Planung und insbesondere in den Sachplan Verkehr des Bundes einzubetten.


Allgemein - Städtische Verkehrsachsen gezielt entlasten (02.10.2007 10:27)