Umbaupläne für Lokremise konkretisiert

Der Kanton St.Gallen und die Genossenschaft Konzert und Theater St.Gallen errichten in der Lokremise St.Gallen ein Kulturzentrum für Tanz, Theater, Film und Medienkunst. Die SBB renovieren die Lokremise so, dass sie ganzjährig genutzt werden kann, und vermieten sie langfristig an die beiden Projektträger. Der Kanton hat für den Innenausbau Studienaufträge an vier Architekturbüros erteilt. Am vergangenen Dienstag wurden die Eingaben juriert.


Die beiden Projektträger, der Kanton St.Gallen und die Genossenschaft Konzert und Theater St.Gallen, mieten die Lokremise je zur Hälfte. Die Genossenschaft Konzert und Theater St.Gallen richtet zwei Säle für Tanz und Theater ein. Der Kanton baut eine Plattform für Film und Medienkunst auf. Ein Teil der Mietfläche des Kantons ist für die Gastronomie reserviert. Nachdem schon früh festgelegt worden war, wie die SBB die Gebäudehülle sanieren und wie die beiden Säle für Tanz und Theater eingebaut werden sollen, hat der Kanton sich entschieden, für den Innenausbau des von ihm gemieteten Gebäudeteils vier Studien in Auftrag zu geben. Ziel ist eine optimale Erfüllung der Raumnutzungsbedürfnisse unter weitestmöglicher Wahrung des Charakters des einzigartigen Bauwerkes. Daraus ergibt sich die Vorgabe, dass die Remise nicht übermässig mit Einbauten verstellt werden darf.

 

Projektentwicklung aus ganzheitlicher Sicht

 

Am vergangenen Dienstag wurden die vier Studien von den Verfassern präsentiert und durch eine Fachjury unter dem Vorsitz von Regierungsrätin Kathrin Hilber beurteilt. Zwei der vier Studien haben in überzeugender Weise aufgezeigt, dass die Vorgaben nur zweckmässig erfüllt werden können, wenn der Perimeter der Lösungsentwicklung auf die ganze Anlage erweitert wird. Potenzial für die ganzheitliche Weiterentwicklung besteht einerseits in der Verzahnung der Innenausbauten beider Mieter und anderseits an der Schnittstelle der Gebäudehülle und des Innenausbaus. Die beiden Mieter und die SBB haben sich deshalb darauf verständigt, auf der Basis des SBB-Projekts und der beiden Studien den Um- und Innenausbau der Lokremise aus ganzheitlicher Sicht weiter zu entwickeln. In einer zweiten Runde des Wettbewerbs werden die beiden Verfasser ihre Projekte im Rahmen der erweiterten Vorgaben überarbeiten.

 

Spielraum für einen Kinosaal

 

Als zentrales Element soll auch das Kinok in die Plattform für Film und Medienkunst integriert werden. Als besondere Herausforderung stellte sich den Architekten die Frage, wie neben den beiden Sälen für Tanz und Theater und neben dem Gastronomietrakt auch noch ein Saal für Filmvorführungen eingebaut werden kann, ohne dass die Remise gänzlich mit Einbauten verstellt wird. Die ganzheitliche Weiterentwicklung des Projekts schafft nun zusätzlichen Spielraum für eine betrieblich und architektonisch überzeugende Lösung.

 

Schrittweiser Ausbau und Bezug

 

Der Zeitplan gestaltet sich wie folgt. Noch in diesem Sommer realisieren die SBB jenen Teil der Gebäudeisolation, der von den noch offenen Fragen des Innenausbaus nicht tangiert ist. Anschliessend wird der Innenausbau schrittweise umgesetzt und im Laufe des Jahres 2007 abgeschlossen. Sobald die Gebäudeisolation realisiert ist, werden auch erste Nutzungen mit provisorischer Infrastruktur möglich sein. Das Theater St.Gallen plant die ersten Produktionen für den Herbst 2006. Auch die Plattform für Film und Medienkunst soll die Aktivitäten schrittweise aufnehmen.

 

Im Mai werden die Projektträger über Einzelheiten der Programmentwicklung, des Einbezugs der Gastronomie und des ganzheitlichen Konzepts für den Innenausbau informieren.


Allgemein - Umbaupläne für Lokremise konkretisiert (17.03.2006 00:00)