
Zentrum für Asylsuchende Thurhof
Kontakt
Zentrum für Asylsuchende Thurhof
Abt-Beda-Strasse, 9245 Oberbüren
Tel. 058 229 95 55 / Fax 058 229 95 50
E-Mail: abz.thurhof@sg.ch
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Im Zentrum Thurhof finden bis zu 100 Asylsuchende während ihres Asylverfahrens Unterkunft. In dieser Zeit übernimmt das Betreuerteam Schulungs-, Beschäftigungs- und Betreuungsaufgaben und bereitet die Asylsuchenden entweder auf einen längeren Aufenthalt in der Schweiz oder auf die Rückkehr ins Herkunftsland vor. Zusätzlich werden in einem Aussenhaus bis zu 27 minderjährige, unbegleitete Asylsuchende in einem speziellen Programm betreut.
Infrastruktur Zentrum Thurhof
Das Zentrum Thurhof besteht aus mehreren Häusern. Im ehemaligen Knabenheim steht eine alte, jedoch ideale Infrastruktur zur Verfügung. Im Haupthaus befinden sich Büros, Ess- und Aufenthaltsräume sowie Schlafräume für die Bewohnenden. Einzelne Asylsuchende sind in 4- bis 6-Betten-Zimmer untergebracht. Familien sind in der Regel in einem Zimmer einquartiert. Die Möblierung im ganzen Zentrum ist sehr einfach gehalten.
Infrastruktur Jugendprogramm
Das Jugendprogramm ist in einem externen Haus in der Gemeinde Oberbüren untergebracht. Bis zu 15 Jugendliche werden dort in den Abendstunden und am Wochenende betreut.
Rahmenbedingungen der Asylsuchenden
Asylsuchende im Zentrum Thurhof erhalten folgende Leistungen:
· Ein Bett und ein Schrank in einem Mehrbettzimmer
· 3 Mahlzeiten pro Tag
· Krankenversicherung und Medizinische Grundversorgung
· Einfache, notfallmässige Zahnbehandlung
· Taschengeld; Erwachsene Fr. 3.-- pro Tag
· Taschengeld; Kinder ab 12 Jahren Fr. 1.20 pro Tag
· Kleidergeld von Fr. 30.-- pro Monat
· Abgabe von Hygieneartikel für ca. Fr. 0.50 pro Tag
Betreuung
Das Zusammenleben von Menschen aus verschiedensten Kulturen, die unsicheren Lebensperspektiven der Bewohnenden und die vielfachen individuellen Probleme der Asylsuchenden fordern das Betreuungsteam in verschiedenen Bereichen. Mit einer klaren Hausordnung und einem 24-Std.-Betrieb wird für Sicherheit und Ordnung im Zentrum gesorgt. Der Hausdienst, die Haustechnik und die Küchenverantwortlichen sorgen für die Unterbringung, Hygiene und Verpflegung.
Der Sozial- und Gesundheitsdienst kümmert sich um die spezifischen Anliegen der Bewohnenden.
Zusätzlich wird in Zusammenarbeit mit den Eltern einen Kindergarten angeboten und Informationen zu Aids, Schwangerschaftsverhütung und sonstigen Gesundheitsvorsorge angeboten. Die Asylsuchenden werden als eigenständige, selbstverantwortliche Menschen angesprochen.
Mit Informationen zu den Chancen und Möglichkeiten sowie den Anforderungen und Schwierigkeiten werden sie innerhalb des ganzen Zentrumsbetriebs auf einen Aufenthalt in der Schweiz oder eine allfällige Rückkehr in das Herkunftsland vorbereitet.
Beschäftigung
Die Asylsuchenden verfügen wegen ihren sehr knappen Ressourcen und dem eingeschränkten Zugang zum Arbeitsmarkt über sehr viel freie Zeit. Um diese schwierige Wartezeit zu überbrücken, beschäftigen wir die Asylsuchenden so weit wie möglich innerhalb des Zentrums. Alle Alltagsarbeiten, wie Kochen, Putzen, Waschen und Gartenarbeit, werden durch Asylsuchende erledigt. Renovationen und Umbauten werden selbstverständlich unter grösstmöglichen Einbezug der Bewohnenden angegangen. Eigenverantwortliche Projekte, wie ein Kioskbetrieb oder ein Internetkaffee mit Occasions-PC, werden initiiert und unterstützt. Weitere Schwerpunkte werden im Bereich Sport gesetzt.
Schule
Erwachsene erlernen in einem obligatorischen Schulblock die Grundbegriffe der deutschen Sprache und können diese in einem freiwilligen Folgekurs vertiefen.
Für schulpflichtige Kinder wird ein obligatorischer Schulunterricht angeboten. Sobald die Kinder die deutsche Sprache so beherrschen, dass sie einem Unterricht in der ordentlichen Schule folgen können, wird in Zusammenarbeit mit der Schulgemeinde Oberbüren die Einschulung angegangen.
Ausbildungsprogramm
Das Zentrum Thurhof bietet Asylsuchenden die Möglichkeit, halbjährige interne Ausbildungsprogramme zu besuchen. Absicht dieser nicht anerkannten Kurse ist es, den Teilnehmenden eine sinnvolle Tagesstruktur zu bieten und ihnen einen Inhalt zu vermitteln, den sie in ihrem Herkunftsland oder allenfalls auch in der Schweiz nutzen können. Die Kurse werden von Jugendlichen der 2. Phase des Jugendprogramms, von Asylsuchenden des Zentrums, von internen und externen Teilnehmenden des F-Integrationsprojektes für Vorläufige Aufgenommenen und von Asylsuchenden der umliegenden Gemeinden besucht. Neben Fachunterricht wird auch ein Deutschkurs innerhalb des Programms angeboten. Die Teilnehmenden müssen während 5 Tage pro Woche einen verbindlichen Rahmen einhalten und erhalten eine minimale Motivationszulage. Es werden folgende Programme angeboten:
Fahrradmechanik:
Das Zentrum Thurhof bekommt von mehreren Polizeiposten aufgefundene, nicht mehr abgeholte Fahrräder. Einen Teil dieser Velos werden ausgeschlachtet und unbrauchbare Teile umweltgerecht entsorgt. Einen Teil der Fahrräder werden repariert und verkauft. Die Kursteilnehmenden können den Aufbau der Velos, die fachgerechte Reparatur und den Umgang mit Maschinen erlernen.
Metallbearbeitung:
Die Teilnehmenden erlernen die Grundbegriffe der Metallbearbeitung mittels theoretischer und praktischer Unterrichtssequenzen. Nach einem Basisteil wird die Warmbehandlung von Metall und der Umgang mit diversen Maschinen vermittelt.
Kleinere Produkte aus der Metallwerkstatt verkauft das Zentrum an verschiednen Märkten.
Schneiderei:
In der Schneiderei werden die Grundkenntnisse des Nähens, Materialkunde, der Umgang mit der Nähmaschine bis zu Anfertigung von Kleidern nach Schnittmustern erlernt. Mittels eines fixen Programmablaufs können auch die unterschiedlichen Vorkenntnisse der Teilnehmenden eingegangen werden. Kleinere Flick- und Fertigungsauftrage des Zentrums und der Asylsuchenden werden ebenfall im Programm bearbeitet.
Gastro / Küchenbereich:
In unserer Zentrumsküche erhalten Teilnehmende die Möglichkeit, das Zubereiten von Speisen, die Abläufe in einer Küche, den Umgang mit den Geräten, Materialkunde und den Umgang mit der Hygiene zu erlernen.
Das Kochen für viele verschiedene Nationen, mit Anlehrlingen, an 7 Tagen in der Woche und einem beschränkten Budget stellt für alle Beteiligten eine wiederkehrende Herausforderung dar.
Jugendprogramm
Während einer ersten Phase von ca. sechs Monaten werden die dem Kanton St.Gallen zugeteilten minderjährigen Asylsuchenden in einer verbindlichen Tagesstruktur betreut. Im täglichen Schulunterricht werden die Jugendlichen nebst allgemein bildenden Fächern vor allem in deutscher Sprache unterrichtet. Auch wird Alltagswissen wie Kochen, Waschen, Putzen, Einkaufen und Körperpflege vermittelt.
Nach Erreichen von vorgegebenen Kriterien wird von den Jugendlichen in der zweiten Phase mehr Eigenverantwortung verlangt. Sie werden in ein Ausbildungsprogramm des Zentrums Thurhof integriert, setzten sich mit den Themen Arbeit und Beschäftigung auseinander und können bei guten Leistungen Deutschintegrationsklasse in der Gewerbeschule besuchen.
Nach Erreichen der Volljährigkeit müssen die Jugendlichen das Programm verlassen.
Öffentlichkeitsarbeit
Die Anliegen der Umgebung aufzunehmen und allfällige Probleme mit dem Umfeld anzugehen, ist für das Zentrum wichtig. Ebenfalls wird der guten und engen Zusammenarbeit mit Fachstellen, der örtlichen Polizei, der Feuerwehr und den Behörden einen grossen Stellenwert eingeräumt. Das Zentrum ist auch offen für interessierte Gruppen und organisiert gerne Informationsveranstaltungen und Hausführungen.
Verantwortlich für den Inhalt
Migrationsamt
| Adresse: | St.Leonhard-Strasse 40 |
|---|---|
| PLZ/Ort: | CH-9001 St.Gallen |
| Telefon/Fax: | +41 58 229 31 11 / +41 58 229 46 08 |