Zentrum für Asylsuchende Neckermühle

Kontakt

Zentrum für Asylsuchende Neckermühle

Oberhelfenschwilerstrasse 7/9, 9126 Necker

Tel. 058 229 97 11 / Fax 058 229 97 10

E-Mail: abz.neckermuehle@sg.ch

Zentrum Neckermühle

Im Zentrum für Asylsuchende Neckermühle baut die Betreuungs-Philosophie auf die Erhaltung und Förderung von Autonomie und Selbstverantwortung. Die Asylsuchenden bereiten ihr Essen individuell und eigenständig zu, wodurch sie sich nach den eigenen Vorlieben ernähren können. Dies trägt zur persönlichen Zufriedenheit bei. Die Bewohnenden erledigen im Weiteren auch alle Aufgaben wie Einkaufen, Kochen, Reinigen, Waschen und Kinderhüten selbstständig.

Infrastruktur

Küche des Zentrums

Die ehemalige Getreidemühle dient seit 1996 als Unterkunft für Asylsuchende. Im Zentrum Neckermühle können maximal 80 Personen in 17 Zimmern (zwischen 2 und 8 Betten) aufgenommen werden. Familien sind in der Regel in einem Zimmer einquartiert. Die Möblierung im ganzen Zentrum ist sehr einfach gehalten.

 

 

Nebst den Wohnzimmern verfügt das Haus über zwei Küchen, zwei Aufenthaltsräume, ein Schulzimmer, ein Internetzimmer und eine Werkstatt für den Hausunterhalt. Hausextern stehen eine Holz-Werkstatt und zwei weitere Räume für ein Nähprogramm und Deutschunterricht zur Verfügung.

Rahmenbedingungen der Asylsuchenden

Asylsuchende im Zentrum Neckermühle erhalten folgende Leistungen:

·       Ein Bett und ein abschliessbarer Schrank in einem Mehrbettzimmer

·       Krankenversicherung und medizinische Grundversorgung

·       Einfache, notfallmässige Zahnbehandlung

·       Einfache Brillen nach Rezept

·       Fr. 8.50 pro Tag und Person für Lebensmittel (Fr. 7.- ab der 3. Person in einer Familie)

·       Taschengeld; Erwachsene Fr. 3.-- pro Tag, (Kinder ab 12 Jahren Fr. 1.20 pro Tag) 

·       Kleidergeld von Fr. 1.- pro Tag

·       Geld für Hygiene und Waschmittel Fr. 0.60 pro Tag

·       Bettzeug und Kochutensilien (Rückgabepflichtig)

Betreuung

Das Zusammenleben von Menschen aus verschiedensten Kulturen, die unsicheren Lebensperspektiven der Bewohnenden und die vielfachen individuellen Probleme der Asylsuchenden fordern das Betreuungsteam in verschiedenen Bereichen. Mit einer klaren Hausordnung und einem 24-Std.-Betrieb wird für Sicherheit und Ordnung im Zentrum gesorgt. Der Gesundheitsdienst und die Administration kümmern sich um die spezifischen Anliegen der Bewohnenden. Der Hausdienst und die Haustechnik sorgen für Sauberkeit und Infrastruktur und die Lehrkräfte leiten Deutschkurse und Beschäftigungsprogramme. Sporadische Aktivitäten sorgen für Abwechslung und Bewegung.

Zusätzlich werden Informationen zu Aids, Schwangerschaftsverhütung und sonstigen Gesundheitsvorsorgen angeboten. Die Asylsuchenden werden als eigenständige, selbstverantwortliche Menschen angesprochen. Mit Informationen zu den Chancen und Möglichkeiten sowie den Anforderungen und Schwierigkeiten werden sie innerhalb des ganzen Zentrumsbetriebs auf einen Aufenthalt in der Schweiz oder eine allfällige Rückkehr in das Herkunftsland vorbereitet (Rückkehrberatung).

Beschäftigung im Alltag

Holzprojekt

Die Asylsuchenden verfügen wegen ihren sehr knappen Ressourcen und dem eingeschränkten Zugang zum Arbeitsmarkt über sehr viel freie Zeit. Um diese schwierige Wartezeit zu überbrücken, beschäftigen wir die Asylsuchenden so weit wie möglich innerhalb des Zentrums. Alle Alltagsarbeiten, wie Kochen, Reinigen, Waschen und Gartenarbeit werden durch Asylsuchende erledigt. Renovationen und Umbauten werden unter grösstmöglichen Einbezug der Bewohnenden angegangen.

Schule

Lehrgang in Pflege und Gesundheitsförderung

Mittels einem Bonussystem (Belohnung) werden alle Erwachsenen zum Besuch des internen Deutschunterrichtes angehalten. Es werden die Grundbegriffe der deutschen Sprache vermittelt und anhand alltagsbezogenen Themen geübt.

 

Schulpflichtige Kinder besuchen den obligatorischen Schulunterricht in einer Kleinklasse der Dorfschule. Sobald die Kinder die deutsche Sprache einigermassen beherrschen, werden sie in einer Regelklasse integriert.

Beschäftigungsprogramme

Das Zentrum Neckermühle bietet Asylsuchenden die Möglichkeit, interne Beschäftigungsprogramme zu besuchen. Das Ziel dieser Kurse ist, den Teilnehmenden eine sinnvolle Tagesstruktur zu bieten und ihnen einen Inhalt zu vermitteln, den sie in ihrem Herkunftsland oder allenfalls auch in der Schweiz nutzen können. Sofern Platz vorhanden ist, können auch Asylsuchende umliegender Gemeinden daran teilnehmen. Nebst dem Fachunterricht ist auch hier Deutsch ein wesentlicher Bestandteil. Die Programme dauern 6 Wochen. An 5 Tagen pro Woche müssen die Teilnehmenden einen verbindlichen Rahmen einhalten und erhalten eine minimale Motivationszulage. Es werden die zwei folgenden Programme angeboten:

Holzbearbeitung:

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erlernen die Grundbegriffe der Holzverarbeitung mittels theoretischer und praktischer Lektionen. Der Unterricht wird mit einfachen Werkzeugen und Techniken erteilt, sodass die Absolventinnen und Absolventen das Gelernte auch in den Heimatländern anwenden können. Zusätzlich wird der Umgang mit einfachsten Maschinen vermittelt.

Nähatelier und Handarbeit:

In diesem Programm lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Grundkenntnisse des Nähens kennen, erhalten rudimentäre Materialkunde und erlernen den ersten Umgang mit Nähmaschinen. Bei Eignung der Teilnehmenden wird auch das Anfertigen von Kleidern nach sehr einfachen Schnittmustern geübt.

Öffentlichkeitsarbeit

Das Zentrum ist offen für interessierte Gruppen und die Zentrumsleitung organisiert nach vorheriger Anmeldung gerne Informationsveranstaltungen und Hausführungen. Das alljährliche Sommerfest im August ist mittlerweise nicht nur in der Zentrumsagenda ein Höhepunkt, auch viele externe Besucherinnen und Besucher kommen immer wieder und geniessen den Abend gemeinsam mit den Bewohnenden bei Essen und Musik.

 

 

Der guten und engen Zusammenarbeit mit Fachstellen, der örtlichen Polizei, der Feuerwehr und den Behörden wird ein bedeutender Stellenwert eingeräumt.