Professen unter Abt Pankraz Vorster (1796-1829)

Professen unter Abt Pankraz Vorster (1796-1829)


1. Aegidius Hartung

P. Aegidius Hartung von Görisried bei Kempten. Geboren am 13. Oktober 1776. Profess 11. Juni 1797. Mit P. Konrad und den übrigen Fratres kam er 1799 nach Salem, wo er in der Fastenzeit 1802 die Priesterweihe empfing und am Weissen Sonntag, 25. April seine Primiz feierte.

 

Seit 1802 war er in Fussach; 1805 treffen wir ihn in St.Gallen;[i] doch war er im November 1805 wieder Frühmesser in Fussach. Seit dem 1. Oktober 1808 war er Kaplan in Sargans; doch schon 1810 weilte er als Beichtiger auf Berg Sion. Später kam er als Vikar nach Roggenzell. Seit 1819 hielt er sich im Kloster Fischingen auf, wo er Rhetorik lehrte und zugleich im Chor und in der Seelsorge aushalf. Hier starb er am 28. Dezember 1826. (655)

 

[i] Wohl nur vorübergehend.


2. Franz Xaver Pfister

P. Franz Xaver Pfister von Goldach. Geboren am 2. Januar 1778. Eltern (?). Profess 11. Juni 1797. Auch er vollendete seine theologischen Studien im Stifte Salem, wo er am 25. April 1802 primizierte.

Ende April 1803 war er noch in Salem, wünschte aber in die Schweiz zu gehen. Er war denn auch bereits anfangs Juli in der Schweiz, ohne dass seine Obern es ihm erlaubt hatten. Zunächst kam er nach Neu St.Johann und von dort am 31. August 1803 als Pfarrer nach Hemberg, wo er der letzte Regularpfarrer war. Am 18. November 1815 ging er als Pfarrer nach Berneck. Als solcher resignierte er 1831, worauf er vom 21. April 1831 bis 3. Dezember 1835 Beichtiger in Grimmenstein war, dann zog er sich nach Balgach zurück. Dort starb er am 2. Mai 1837. Seine beständigen Geldnöte trieben ihn öfters, sowohl die Regierung, als auch den Abt um Hilfe anzugehen. (656)


3. Karl Cyprian

P. Karl Cyprian von Gossau. Geboren am 13. März 1775. Eltern (?). Profess 11. Juni 1797. Mit den beiden Vorgenannten weilte er in Salem, feierte dort ebenfalls am 25. April 1802 seine Primiz und wünschte mit P. Franz Xaver 1803 in die Schweiz zu kommen. Wahrscheinlich kam er mit diesem in die Schweiz, versah zuerst eine Stelle in Grub und war im April 1804 sogen. «Mittelherr» in Altstätten. 1806 war er daselbst Pfarrvikar. Als ein schöner Zug von ihm sei bemerkt, dass er am 21. Juni 1807 seinem Abte einen Louisdor als Hilfsgeld sandte;[i] ebenso kam er am 21. September 1811 eigens von St.Gallen nach Wien, um den Abt zu besuchen und brachte diesem von P. Innozenz 12 Kreuzthaler mit, «ein Beweis eines guten Herzens».[ii] Später (1814?) war er Beichtiger im Frauenkloster zu Wil, wo er am 28. Oktober 1818 starb und seine letzte Ruhestätte fand. (657)

 

[i] A. P., Nr. 1766.

[ii] Abt Pankraz, Diarium III, 35.


4. Aloys Abt

P. Aloys Abt von Bünzen. Geboren am 19. September 1777. Eltern (?). Profess 11. Juni 1797. Auch er studierte in Salem und empfing dort 1802 die Priesterweihe, erhielt dann aber die Erlaubnis, im Kloster Muri zu primizieren.

 

Er war offenbar nach Muri gewiesen worden, als er sich in Bern um eine Pension bewarb. Er war jedoch in St.Gallen, als ihm am 12. September 1803 die Aufforderung zuging, als Pensionär nach Sankt Johann zu gehen. Im April 1804 vikarisierte er für P. Karl in Grub. Im Oktober 1805 war er in seiner Heimat Bünzen. Am 23. Juli 1806 ging er mit der Regierung einen Vertrag ein, wonach ihm diese bis und mit 1813 eine Pension von je 500 fl. jährlich, dann aber nichts mehr ausbezahlen sollte.[i] Er wurde später Pfarrer in Schupfart (Kt. Aargau). 1821 trug er sich mit dem Gedanken, nach Amerika zu gehen, wovon ihm der Abt (21. Juni) abriet.[ii] Zum 29. Juni 1823 bemerkt jedoch der Abt: «Erhielt die traurige Nachricht, daß mein P. Aloys Abt in America zwar angekommen, aber seiner Gelübde uneingedenk sich verehlicht habe. Der Herr wolle sich seiner erbarmen und zu wahrer Buße führen. Das Lesen schlechter Bücher et spiritus superbiae mögen zu seinem Falle vieles beigetragen haben.»[iii] So endigte der jüngste Sohn der Stiftung des hl. Gallus auf traurige Weise. (658)

 

[i] K.A. 147, 8.

[ii] Diarium III, 190.

[iii] Diarium III, 217.


5. Br. Andreas Gschwend

Br. Andreas Gschwend von St.Georgen. Geboren am 5. Februar 1770. Profess 29. September 1797.

Er wurde am 4. Januar 1799 aus St.Gallen deportiert, kam nach Mehrerau und wurde vom Abte nach dem Koster St.Peter im Schwarzwalde geschickt, wo er noch 1803 war. Am 13. September 1805 meldete er dem Regierungsrat, dass die Gemeinde Schänis ihn als Lehrer anstellen möchte. Die Erlaubnis hierzu ward ihm gegeben, zugleich mit der Zusicherung, dass er die volle Pension von 300 fl. beziehen könne.Schon am 30. Dezember 1807 bat er bei der Regierung um Entlassung aus dem Schuldienste, da er s. Z. die Stelle nur aus Entgegenkommen für die Gemeinde angenommen hätte und jetzt sich überflüssig fühle. Er bat um die Erlaubnis, seine Pension im Kloster Pfäfers oder dann bei seinen Eltern in St.Georgen verzehren zu dürfen. Die Regierung gewährte ihm am 4. Januar seine Bitte. Er zog wohl zu seinen Eltern und starb am 9. Dezember 1817. (659)


6. Br. Jakob Eberle

Br. Jakob Eberle von Mörschwil. Geboren am 24. Dezember 1774. Profess 29. September 1797.

Am 4. Januar 1799 aus der Schweiz deportiert, kam er nach dem Kloster Füessen, wo er bis im Frühjahr 1803 blieb. Dann kam er als Küster nach Neu St.Johann; ca. 1810 war er in Mörschwil. Er starb am ?. (660)


7. Br. Otmar Stähele

Br. Otmar Stähele von Sommeri. Geboren 1767. Profess 29. September 1797.

 

Am 4. Januar 1799 aus St.Gallen deportiert, kam er nach dem Kloster St.Trudpert. 1803 war er in Ebringen. Später lebte er in seiner Heimat. Er starb am 5. Mai 1812 und zwar war er, wie aus einem Briefe P. Aemilians an den Abt vom 18. Juli 1812 zu entnehmen ist, «auf einer Reise von St.Gallen nach Fischingen elend in der Thur ertrunken.»[i] (661)

 

[i] A. P. 1900.