Professen unter Abt Leodegar Bürgisser (1696-1717)

Professen unter Abt Leodegar Bürgisser (1696-1717)


1. Benedikt Castorff

P. Benedikt (Sebastian Josef) Castorff von Gernsbach. Geboren am 19. Januar 1677. Er kam am 2. März 1692 nach St.Gallen. Profess 31. Mai 1696. Subdiakon 24. Mai 1698; Diakon 19. Dezember 1699; Priester 21. Mai 1701. Primiz 5. Juni 1701.

 

P. Benedikt wurde am 17. November 1701 Subkustos und zweiter Caeremoniar, am 11. Oktober 1704 dritter Pfarrer.[i] Am 15. Dezember 1704 wurde er erster Caeremoniar. Am 28. September 1706 erhielt er den Auftrag, Rhetorik zu lehren, wurde aber noch im gleichen Jahre davon befreit und am 6. November 1706 zum Katecheten bestellt. Am 12. Mai 1708 wurde er Moralprofessor. Während des Exils war er in Kempten; von dort zurückberufen, befand er sich bereits am 7. April 1718 wieder in St.Gallen. Er musste aber am 27. Juni 1718 nochmals nach Kempten, weil der dortige Fürstabt es verlangte, da er sich angeblich in Parteiungen gegen den Abt eingelassen hatte. Am 13. Juli 1718 kam er wieder zurück und wurde am 30. August «ad interim», am 15. September definitiv Statthalter in St.Gallen. Er war aber immer etwas leidend. So musste er am 13. Juli 1722 mit P. Thomas nach Appenzell, um dort «die Geißschotten Chur ex concilio medicorum zu gebrauchen.» Am 13. Juni 1723 musste er wieder nach Pfäfers ins Bad, «wegen Grieß und calculum»; er kehrte am 15. Juli zurück. Auch das folgende Jahr finden wir ihn wieder vom 20. Juni bis 27. Juli in Pfäfers. 1730 schickte ihn der Abt am 14. September nach Kempten, «theils zur Vacanz, theils et praecipue ex aliis gravibus causis.» Schon am 17. Dezember 1730 starb P. Benedikt. «Er ist anathomirt vnd in seiner blassen nebst villen kleinen ein grosser Stein als ein Hennen Ey 6 Unzen schwer gefunden worden. Vir excellentis talenti et ad maiora natus. Multum in eo perdidi.»[ii]

 

Schriften:

 

1. St.Gallischer Marken-Beschreibung Erster Theil, in welchem diejenigen Alt-St.Gallische Lande beschrieben werden, aus denen diesem fürstl. Gottshaus die alliglich und völlige Souveraine Jurisdiction und Botmässigkeit zusteht, aus Landesväterlicher Vorsorg und Nachbarlicher Friedlieb des Titl. Fürsten und Herrn Josephi, Abten des fürstl. Stift und Gottshaus St.Gallen. Durch den Tit. Herrn P. Benedikt Gastorff Capitularen und Statthalter des Gottshaus St.Gallen in Zeit 6 Jahren bereinigt, ausgemarcht und in folgende Ordnung gestellt und beschrieben. Anno 1728, Band 1203 des Stiftsarchivs St.Gallen. Dazu gehören: Plan der Marchen der alten Landschaft. 59 illuminierte Tafeln, deren je 2 auf einem Blatt. Band 1204. – Ferner: Plan der St.Gallischen Alten Landschaft gegen Toggenburg und Appenzellerland. 24 illum. Federzeichnungen, wie 1204, Band 1205.

 

2. Sankt Gallische Markhen-Beschreibung Anderter Theil, in welchem dijenigen fürstl. Alt St.Gallischen Landt beschrieben werden, aus welchen das Malefiz oder das Hochgericht in das Thurgauische Landt-Gericht nach dem Spruchbrief de anno 1501 und der Erleutherung de anno 1567 vertragnermassen gehört. Auch aus höchst ruhmwürdigst Landtsväterlicher Vorsorg etc. etc. H. Josephi etc. durch den Titl. H. P. Benedikt Castorff in Zeit 4 Jahren bereinigt, ausgemarchet Anno 1729 etc. – Findet sich alles auch in den Bänden 1201 und 1203. Band 1850 des Stiftsarchivs St.Gallen. – Auf diese Arbeiten bezieht sich die Bemerkung des Abtes Josef in seinem Tagebuch (II. 477) vom 28. Februar 1735: «Februar 1735 wurde das Markenlibell der Malefiz Orthen, so gegen dem Thurgau liegen vollkommen eingericht, sigillirt vnd authentieirt. Ist ein Werkh von grössen Kösten vnd unbeschreiblicher müehe des P. Benedicti Castorff, Statthalter sel.» (438)

 

[i] Sogen. Schattenpfarrer.

[ii] Abt Joseph, Diarium II. 200.


2. Mauritius Müller

P. Mauritius (Kaspar Josef) Müller von Wil. Geboren am 12. Februar 1677. Er kam am 7. September 1693 nach St.Gallen. Profess 31. Mai 1696. Subdiakon 24. Mai 1698; Diakon 19. Dezember 1699; Priester 21. Mai 1701. Primiz 12. Juni 1701.

 

P. Mauritius erhielt am 15. August 1701 vom Abte Leodegar den Auftrag, die Klosterchronik weiterzuführen; ebenso beauftragte ihn der Abt am 27. März 1702, für das Jubiläum der Schweiz. Benediktinerkongregation die Festschrift auszuarbeiten. Daneben war er als Lehrer tätig. So erteilte er den aus Kempten gekommenen Fratres Philosophieunterricht, womit er am 27. Juli 1703 zu Ende kam; worauf er den eigenen Fratres Unterricht in der Beredsamkeit zu erteilen hatte. Am 3. Juni 1705 wurde er Professor der spekulativen Theologie. Am 7. April 1707 bestellte ihn der Abt zum Bibliothekar. Am 3. Juni 1708 und wiederum am 15. Juli 1709 erhielt er Weisung, den Fratres den Unterricht in der Beredsamkeit zu erteilen. In der gleichen Eigenschaft als Rhetorik- und Moralprofessor kam er im Herbst 1709 nach Pfäfers. 1710, am 16. August, ging er nochmals hin, um die Rhetorik zu lehren. Am 22. September 1711 kehrte er heim und wurde Bibliothekar. Als solcher erwarb er sich die grössten Verdienste um die Rettung der Bibliothek in den Wirren des Toggenburgerkrieges. 1712, am 10. Oktober, kam er als Theologieprofessor nach Rheinau, wo er 1710 bei der Einweihung der neuen Kirche gepredigt hatte; dann am 5. Dezember 1714 nach der Einsiedeln gehörenden Residenz in Bellenz. An beiden Orten war er als Lehrer tätig. Am 7. April 1719 wieder heimgekehrt, übernahm er am 29. Mai 1719 von neuem die Sorge für die Bibliothek, die stark gelitten hatte.[i] Zugleich erhielt er und P. Anton den Auftrag, eine Lehrmethode für die untern Klassen auszuarbeiten. Am 21. Dezember 1720 verordnete der Abt, dass «die inferiores scholas nach dem Methodo, welchen P. Anton und P. Mauritius componirt haben, zu dociren seien.» Er war auch zweiter Pfarrer. Am 17. Juli 1722 schickte ihn der Abt mit Br. Abraham für fünf Wochen nach Berg, «weil die dortige Pfarrei in spiritualibus sehr abgegangen war.» Br. Abraham sollte ihm die Haushaltung führen. Er kam aber erst am 6. Februar 1723 wieder heim, worauf er am 24. Februar Pfarrer in Alt St.Johann wurde. Als der Abt ihn 1726 dort wegnehmen wollte, baten «Catholisch vnd Vncatholisch, den P. Mauritius ihnen nicht von der Pfarrei zu nehmen.»[ii] Doch wurde er am 6. Mai 1727 Pfarrer in St.Gallen. In St.Johann kam ein Weltpriester an seine Stelle. Da kamen am 23. September 1727 die von Alt·St.Johann in ziemlicher Anzahl zum Abte und baten ihn, ihnen wieder einen Religiosen als Pfarrer zu geben. Zwei Tage später musste P. Mauritius wieder als Pfarrer dorthin gehen. Am 27. Mai 1729 erfolgte seine Versetzung nach Peterzell. Wo immer er als Seelsorger tätig war, wirkte er durch sein freundliches Benehmen, seine Klugheit, besonders aber durch sein ausgezeichnetes Rednertalent mit grösstem Segen.[iii] Am 30. Januar 1732 kam er nach St.Gallen zurück, wo er am folgenden 30. Oktober Präfekt der Schüler wurde. Am 14. Januar 1734 wurde er nach Altstätten geschickt, «daß er ein Contract des Klosters und Clausur-Mauren Gebäu proiectire.» Am 1. September 1734 wurde er wieder Bibliothekar. Am 1. Mai 1735 finden wir ihn auf dem Wege nach Einsiedeln zur Benediktion des Abtes Nikolaus Imfeld und zur Konsekration der neuen Kirche. Am folgenden 5. August war er in Rheinau Prediger bei der Benediktion des Abtes Bernhard Rusconi. Zum 16. August 1736 lesen wir am Tagebuch des Abtes Joseph (II. 607): «Damit die Compositionen der Rhetoric desto geschleyniger könnte zum Druckh befördert werden, hab ich den P. Mauritium, welcher an diser arbeithet, von allem Chor bis an die Complet eximirt; soll also täglich in die Complet, vnd an Fest-Tagen in iene Tagzeiten in Chor kommen, wie es bey denen Professoribus gebräuchlich.» Am 23. Juli 1637 schickte ihn der Abt, da er gerade niemanden zur Hand hatte, als Beichtiger nach St.Maria in Wattwil, «der sich aber auf keine Weise dahin wollte schicken.» Am 4. Mai 1738 predigte er bei den Translationsfeierlichkeiten des hl. Pankratius in Wil. Im April 1740 versah er die Pfarrei Rorschach «ad interim»; war aber unpässlich und bat um Hilfe. Am 30. April 1744 hielt er die Predigt bei der Grundsteinlegung der neuen Kirche in Tübach. Um diese Zeit war er Küchenmeister in Wil; denn er kam am 19. Mai 1744 von dort her nach St.Gallen. Am 27. August 1745 treffen wir ihn krank als Küchenmeister in Rorschach, wo er am 16. September 1745 starb. Weidmann nennt ihn mit Recht einen der gelehrtesten und tätigsten Männer des Stiftes in dieser Zeit. – Ein Verwandter von ihm war P. Konrad Grüebler. Mit dem Mauriner P. Renat Massuet führte er von 1710-1714 einen Briefwechsel.[iv] Ebenso war er besonders befreundet mit Ratsherr Kaspar Wegelin, der 1712 und später manches aus Bibliothek und Kloster zu retten suchte für die rechtmässigen Eigentümer.[v]

 

Schriften:

 

a) Gedruckte:

 

1. Idea sacrae Congregationis helveto-benedictinae anno illius jubilaeo saeculari expressa et orbi exposita a musis Sanctgallensibus. Typis ejusd. pr. mon. S. Galli per Jacob. Müller. MDCCII. – Fol. 4 Bll. 72 S. 20 Kupfer und Titelkupfer (P. Gabriel Hecht del. Jac. Müller Aug. Vindel. sc.). Beigedruckt: Oratio pro adventu . . . Abbatum Congreg. Helvet. Benedictinae anno eiusdem congregationis jubilaeo in couventu S. Galli dicta (ohne Druckvermerk). Fol. 4 Bll. und Oratio in discessu . . . Abbatum pro supremo congregationis Helveto-Benedictinae ac saeculari anni coronide dicta in conventu S. Galli Anno 1702 (ohne Druckvermerk). Fol. 4 Bll. – Stiftsbibliothek St.Gallen S. III, 1. – Vadiana S.51 und 51a. – Zürich. Staatsarchiv IX, 33, 1. – Kantonsbibliothek Solothurn. – Stiftsarchiv Einsiedeln (Grolig).

 

2. Disputatio theologica de ipsa Ss. Theologia, ejusdem objecto primario Deo uno et trino . . . quam defendendam suscipiunt (Praeside P. Mauritio) . . . Nicol. Schmier, August. Hauser a Gleichenstorff, Anselm Boohl, Joachim Leyenmüller. In St. Gallo typis Jac. Müller Anno MDCCVI., 12°, 107 Bll. – Stiftsbibliothek St.Gallen (ohne Sign.) (Grolig).

 

3. Coelum novum et terram novam d. i. Neu-eröffneter irdsche(r) Himmel Und Himmlische Erden D. i. Einfältige Kirchenweyhungs Predig. In dem neu aufferbaunen den 12. October 1710 feyerlichstens Neueingeweyhten Tempels u. Kirchen vorgetragen (in Rheinau). St.Gallen 1711. Getr. b. Jac. Müller, 4°, 52 S. – Zürich. Zentralbibliothek RRa103 und Rheinauer Archiv Einsiedeln R 91 Misc. Van der Meer XVIII.

 

4. Leich- und Lobpredig bey feyerl. Jahrgedächtnis des Hochsel. u. tödtlichen Hintritts Geroldi Weyland Abbten zu Rheinau, Constanz 1736, 4°.

 

5. Des alten, neu vom Himmel herabsteigenden Jerusalem – bey Einweihung des neu und prächtigest erbauten Einsidlischen Gnadentempels. Einsiedeln 1736, 4°. (Nach einem Verzeichnis im Staatsarchiv St.Gallen, Nr. 2).

 

6. Ehren-Predig, gehalten zu Einsiedeln an dem Festtag der H.H. Aposteln Philippi u. Jacobi, Anno 1711. – 8°, 29 S. – Anhang zu den 1711 in Einsiedeln erschienenen Engelweihpredigten: Laus et Jubilatio Christo etc. – Stiftsbibliothek Einsiedeln X 326.

 

b) Ungedruckte:

 

1. Chronicon Monasterii S. Galli. Tomus IV. concinnatum a R. P. Mauritio Müller. Die Regierungszeit des Abtes Pius (1630-1654) umfassend. Die Handschrift 1241 der Stiftsbibliothek St.Gallen (Sch., p. 432). – Ein kürzeres Konzept, das aber nur bis 1652 reicht (XIX Cap.) befindet sich im Zürcher Staatsarchiv (Haller III. 1325).

 

2. Notae historicae in Necrologium s. Tabulas defunct. S. Galli cum Indice alphabetico. Geschrieben 1718, Mscr. 1445, Papier 8°, 383 beschriebene Seiten und 39 Bll. Register (Sch., p. 482). Das gleiche wohl befindet sich in Band 232 des Stiftsarchivs St.Gallen; wenigstens lautet der Titel gleich. – Ähnlich dürfte folgende Arbeit sein:

 

3. Notae in Necrologium seu Tabulas Defunctorum Monasterii S. Galli tum ex authenticis et antiquissimis Archivij Chartis, tum ex probatissimis et publicis Chronicis Mss. ac Rerum Sangallensium scriptoribus excerptae et compilatae ad Eruditionem cum Antiquitatis tum Jurium Monasterii S. Galli abs RR. PP. Jodoco Metzlero primum, deinde Mauritio Müller, Conventualibus S. Galli. Band 215 (b) des Stiftsarchivs St.Gallen.

 

4. Continuatio Historiae et de rebus S. Galli Liber XIII. Chronici nostri in Bernardo II. (Entwurf; Bruchstück p. 485 bis 585). – Staatsarchiv Zürich (Abteil. St.Gallen) X 81.

 

Von den bei Weidmann p. 150ff. erwähnten Arbeiten Müllers (s. auch oben) ist seine Anleitung zur Beredsamkeit, sowie seine Abhandlung De viris illustribus monasterii S. Galli, die als Fortsetzung zu Metzlers Arbeiten gedacht war, nicht mehr erhalten. In der Bibliothek befindet sich hingegen noch jenes chinesische Buch mit Abbildungen (Mscr. 1144; Sch., p. 415), von dem uns Weidmann (p. 150) berichtet, wonach P. Mauritius 1714 von Rheinau weg nach Italien ging, von wo er «mehrere gute Bücher brachte, wie auch eine sehr lange Streife von chinesischem feinsten Papier mit Buchstaben oder Schriftzügen der Bewohner von China. Einige halten die Schriftgebilde für ein Alphabet der Chinesen, andere für ein liturgisches Stück oder Gebet derselben.» (439)

 

[i] Cfr. Weidmann, p. 150ff.

[ii] 22. Oktober.

[iii] Weidmann, p. 151.

[iv] In Bd. 29 Actorum Mon. S. Galli; Weidmann, p. 150.

[v] Cfr. Weidmann, p. 151f. – Leu, Lexikon VI, 338.


3. Martin Helfenberger

P. Martin (Rudolf) Helfenberger von Gossau. Geboren am 20. Oktober 1675. Eltern: Jakob und Barbara Zwicker. Er kam am 1. November 1694 nach St.Gallen. Profess 31. Mai 1696. Subdiakon 24. Mai 1698; Diakon 19. Dezember 1699; Priester 21. Mai 1701. Primiz 12. Juni 1701.

 

P. Martin wurde am 3. September 1705 nach St.Johann geschickt, von wo er am 22. April 1709 nach St.Gallen zurückkehrte. Hier wurde er am 21. Juli 1710 Münsterpfarrer, welchen Posten er nach der Rückkehr aus dem Exil wiederum bekleidete, bis er am 9. März 1720 Pfarrer in Alt St.Johann wurde. Von dort kam er am 27. Oktober 1721 als Subprior nach Neu St.Johann. Am 18. November 1722 wurde er Pfarrer und Propst in Peterzell und am 12. Oktober 1729 Münsterpfarrer in St.Gallen. Im Januar 1732 kam er wieder nach Peterzell. Er starb am 14. Mai 1737 an einem Schlaganfall in Neu St.Johann. (440)


4. Cölestin Teschler

P. Cölestin (Anton) Teschler v. Teschlihusen (Lömmenschwil). Geboren am 28. Dezember 1681. Er kam am 23. August 1693 nach St.Gallen. Profess 10. August 1698. Subdiakon 22. September 1703; Diakon 10. August 1704, durch den Nuntius; Priester 29. Mai 1706. Primiz 13. Juni 1706.

 

Als Frater war er schon Subcaeremoniar und erhielt am 2. Dezember 1705 den Auftrag, Philosophie zu lesen; diese Tätigkeit setzte er auch als Pater fort. Nachdem er einen philosophischen Kurs absolviert hatte, begann er am 12. Mai 1708 seine Vorlesungen über spekulative Theologie, und am 29. Juli 1711, nachdem diese zum Abschluss gekommen, jene über Kirchenrecht. Zugleich wurde er für P. Innozenz Bibliothekar; als solcher bemühte er sich 1711 und 1712 sehr um die Rettung und Erhaltung der Bibliothek.[i] Im April 1712 wurde er Brüderinstruktor. Nach dem Exil half er nach Kräften mit zum Wiederaufbau der Bibliothek. Am 30. Januar 1718 wurde er P. Rapert als Adjunkt im Archiv beigegeben. Schon am 12. September 1718 aber starb er in Wasserburg «ex dissenteria accedente gangrena et febri maligna». «Durch dessen Tod dem Gotteshaus ein unermeßlicher Schaden geschehen.»[ii] – P. Cölestin war ein sehr geschätzter Theologe und praktischer Seelsorger.[iii]

 

Schriften:

 

1. Geheime Raths-Protocolla. In welchem sich befinden die Geheimen Conferentien, so von dem Hochw. Fürsten u. Herrn, Herrn Josepho gleich nach dessen Election de anno 1717 bis auf 1723, anfänglich noch in Exilio zu Neu-Ravensburg und Lindau, hernach aber post restitutionem zu St.Gallen, Wyl und Rorschach gehalten worden. Beschrieben theils durch R. P. Cölestinum Teschler bis auf seinen frühzeitigen Tod im September Anno 1718, theils alsdann durch andere unterschiedliche Geistliche und Weltliche. – Band 852 des Stiftsarchivs St.Gallen.

 

2. Register zu den «Original Acta und Protokolle der zu Rorschach Anno 1713 ad 1714 zu Baden Anno 1718 und zu Frauenfeld Anno 1719 in Angelegenheit Toggenburgs gepflogenen Conferenzen und Friedens Handlungen.» – Band 169 des Stiftsarchivs St.Gallen.

 

3. Instructio practica Confessarij ad usum Territorij S. Galli accommodata. Composita abs Rev. P. Coel. T. – Band 380 des Stiftsarchivs St.Gallen. (441)

 

[i] Weidmann, p. 86.

[ii] Abt Joseph, Diarium I. 148.

[iii] Weidmann, p. 86.


5. Hyazinth Steinegger

P. Hyazinth (Johann Franz) Steinegger von Lachen. Geboren am 13. Mai 1681. Er kam am 26. Oktober 1695 nach St.Gallen. Profess 10. August 1698. Subdiakon 23. Dezember 1702; Diakon 22. September 1703; Priester 6. Juni 1705. Primiz 24. Juni 1705.

 

Vor dem Exil war er seit 1703 als Cantor und Lehrer der Syntax[i] in St.Gallen tätig. 1706, 28. September, wurde er Pädagoge, kam dann am 24. Mai 1709 nach St.Johann; dort treffen wir ihn nach dem Exil, am 12. November 1720 als Pädagog für die 12 Knaben, die damals an der Schule waren. Am 4. Juli 1724 wurde er zum ersten Pfarrer nach dem Exil in Hemberg ernannt. Von dort kam er am 28. Juli 1727 nach St.Johann zurück und wurde am 20. Oktober 1728 Küchenmeister in Rorschach, bis er am 13. Februar 1734 wieder nach St.Johann kam, wo er Schulpräfekt und Küchenmeister wurde. Von 1735-1740 (Rothenflue) versah er die Pfarrei Alt St.Johann, von wo er Mitte Januar 1740 heimberufen wurde. Doch ging er im gleichen Jahre noch nach St.Johann, von wo er am 22. Februar 1741 heimkam, da er an einem Arm stark leidend war. Er ging zur Erholung für einige Zeit nach Rorschach, von wo ihn der Abt am 6. Juni in der Sänfte heimholen liess. Hier starb er am 28. August 1741. (442)

 

[i] 24. Oktober 1703.


6. Br. Jakob Dürrig

Br. Jakob Dürrig von Wil. Profess 10. August 1698. Gestorben am 16.[i] Juli 1699. (443)

 

[i] Alias 17.


7. Br. Johann Bossart

Br. Johann Bossart von Goßau. Geboren am 21. März 1670. Profess 10. August 1698. Während dem Exil war er in Mariastein, von wo er im April 1718 nach Gengenbach ging. Gestorben am 16. September 1720. (444)


8. Nikolaus Schmier

P. Nikolaus (Alexander) Schmier v. Grünenbach im Allgäu. Geboren am 10. Dezember 1683. Er kam am 10. Oktober 1695 nach St.Gallen. Profess 5. Mai 1701. Subdiakon 10. August 1704 durch den Nuntius; Diakon 29. Mai 1706; Priester 2. Juni 1708. Primiz 17. Juni 1708.

 

Wir finden P. Nikolaus vor dem Exil, seit dem 4. Dezember 1709 als Professor der Philosophie tätig. Während dem Exil hielt er sich zuerst in Zwiefalten auf; am 6. Februar 1713 kam er nach Rheinau. Allem Anschein nach war er längere Zeit auch in Engelberg, von wo er am 16. April 1718 zu seinem Abte nach Neu-Ravensburg kam. Krankheitshalber ging er am 21. April 1718 wieder nach Engelberg zurück; war aber später in Rheinau, denn am 7. Dezember 1718 rief ihn der Abt von dort nach Hause zurück.[i] Hier wirkte er zunächst als Professor der Theologie. Am 19. Juni 1719 wurde er Notarius Apost. 1720 erteilte er Unterricht in Musik; zugleich war er zweiter Vorsänger im Chor. Am 22. Januar 1722 wurde er Unteroffizial. 1723 war er Brüderinstruktor und Rechtsprofessor; er hielt am 8. Mai 1724 «Thesen ex utroque jure». Am 6. Oktober 1724 wurde er zum Küchenmeister ernannt. Für kurze Zeit versah er im März 1727 die Statthalterei Wil. Vom 5. Juli 1727 bis zum 14. Juli 1731 war er Offizial; krankheitshalber wurde er dieses Postens enthoben. Alsdann war er wieder als Lehrer tätig. Wie Abt Joseph zum 19. November 1733 bemerkt, hat er «die Philosophiam Cardinalis nostri in formam scholasticam gebracht, vnd solle verbotenus excepta forma des Cardinalis philosophia sein.» Am 1. April 1734 wurde er zum Lehenpropst ernannt. Daneben wirkte er immer als Lehrer; denn am 25. Mai 1739 hielt er mit seinen Fratres Thesen aus der Controverse ab. Er war auch Consistorialrat. Altershalber wurde er am 19. Dezember 1753 als Lehenpropst entlassen. Er starb am 29. März 1754, nachts ein Uhr, «an einem starken Brustcatarr, so Ihne ersteckhet.»[ii]

 

Schriften:

 

Gedruckte:

 

Deo T. O. M. judici universorum sub praesidio D. monachorum patriarchae Benedicti . . . hanc consummati studij coronidem ex Ss. canonibus et D. D. principium constitutionibus selectam de processu judiciali d. d. d. Nicolaus Schmier, Hermannus Bauz, Eusebius Degen, Victor a Salomonsegg. – Typis mon. S. Galli (1724). 4°, 2 Bll., 31 S. – Staatsarchiv St.Gallen. Sammlung Wegelin 23, 20. – Zürich. Zentralbibliothek RRi 221, Adl. 15 (Grolig). (445)


 

[i] Nach einer Rheinauer Notiz, die aber kaum richtig, wäre er am 7. April 1718 nach St.Gallen zurückgekehrt.

[ii] Abt Cölestin II., Diarium V. 163.


9. Augustin Hauser

P. Augustin (Ferdinand Franz) Hauser von Gleichenstorf aus Konstanz. Geboren am 25. November 1683. Er kam am 25. Oktober 1695 nach St.Gallen. Profess 5. Mai 1701. Subdiakon 18. August 1704; Diakon 29. Mai 1706; Priester 2. Juni 1708. Primiz 24. Juni 1708.

 

Im September 1709 wurde er Lehrer für Latein und Griechisch; am 23. November 1711 zweiter Caeremoniar. Nach dem Exil wurde er am 10. Februar 1719 Lehenpropst und am folgenden 23. Februar Unterküchenmeister; 19. Juni 1719 Notarius Apost. 1719 war er auch Rhetoriklehrer. 1722 wurde er Küchenmeister und am 12. November dieses Jahres Lehrer der praktischen Theologie. Am 23. Oktober 1723 wurde er Gastpater; am 21. Februar 1725 Inspektor der Apotheke. Am 2. Dezember 1626 war er bereits Bursarius. Am 15. März 1727 kam er als Unterstatthalter nach Wil, wurde aber bald darauf Statthalter. In der gleichen Eigenschaft ging er am 28. Januar 1731 nach Ebringen, wo er nach kurzer Krankheit am 18. Dezember 1742 starb.

 

Schriften:

 

Disputatio juridico-theologica de contractibus in genere et nonnullis in specie . . . quas in exempto S. Galli monasterio publicae disputationi discussioni subiiciunt sub directione P. Augustini Hauser . . . Placidus Lieber, Anselmus Muos, Coelestinus Gugger a Staudach. Anno MDCCXXIV. Kalendis Septembris. Typis Monasterii S. Galli. 12°, 5 Bll., 182 S., 6 Bll. – Stiftsarchiv R 29 F. 4/5. (Grolig). (446)


10. Remaclus Rothruff

P.Remaclus (Johann Jakob) Rothruff von Ruffach im Elsass. Geboren am 6. November 1679. Er kam am 29. August 1696 nach St.Gallen. Profess 5. Mai 1701. Subdiakon 23. Dezember 1702; Diakon 22. September 1703; Priester 2. Juni 1708. Primiz 29. Juni 1708.

 

Am 24. Mai 1709 wurde P. Remaclus Paedagogus uud Syntaxlehrer. Im Januar 1718 wurde ihm die Verwaltung des Hauswesens in Neu-Ravensburg übertragen. Heimgekehrt, wurde er am 9. September 1718 Küchenmeister in Wil und am folgenden 23. Dezember Subprior in St.Johann. Von dort kam er am 26. November 1720 nach St.Gallen zurück. Hier wurde er am 21. Dezember 1720 dem Archivar P. Aegidius als Gehilfen beigegeben. Am 12. Dezember 1721 wurde er nach Ebringen geschickt, von wo er im Mai 1722 zurückkehrte. Am 28. Mai 1722 wurde er Registrator im Offizialat und Pfalzrat. Am 12. November 1722 wurde er Küchenmeister; wurde aber schon am 12. März 1723 «wegen seinem bösen pedal und üblen augen» entlassen. Am 14. Oktober 1723 wurde er dafür Unterstatthalter in St.Gallen. Schon am 13. September 1724 kam er als Statthalter nach Rorschach, von wo er am 26. Januar 1731 als Statthalter nach Wil übersiedelte. Da er zu Beginn 1738 kränkelte, sandte ihm der Abt am 4. Januar 1738 P. Eusebius als Gehilfen. Schon am 11. Januar dieses Jahres starb P. Remaclus in Wil. «Pulcherrimum sibi modum ispi conscripsit ad vitam religiosam instituendam. Pro lectione spirituali inter caetera libellum R. P. Geraldi de arte sancte moriendi, item meditationes R. P. Geraldi Wielandt ex Recessu annualis recollectionis Anno 1697 in S. Joanne facto commendat.» Besonders erwähnt wird noch, dass Pater Remaclus, als am 6. November 1721 in St.Gallen eine Visitation abgehalten wurde, er allein volle acht Stunden beim Visitator blieb.

 

Schriften:

 

1. Psautier de la S. V. Marie traduit du latin en français per les revérends Pères Remacle Rottruff et Pius Knobel 1705, 8°. Der nämliche Psalter wurde von andern Konventualen 1661 ins Lateinische übersetzt. (Nach Weidmann: Verzeichnis der im Jahre 1712 nach Zürich entführten Handschriften etc. p. 424).

 

2. Diarium P. Remacli Rothruff Oeconomi Rosac. ab anno 1724 usque ad annum 1731, 4°. Band 1275 des Stiftsarchivs St.Gallen. Band 1276 enthält eine gekürzte Kopie. (447)


11. Bonaventura Kleber

P. Bonaventura (Franz Karl) Kleber von Bregenz. Geboren am 1. September 1682. Er kam am 1. Oktober 1698 nach St.Gallen. Profess 5. Mai 1701. Subdiakon 22. September 1703; Diakon 10. August 1704; Priester 2. Juni 1708. Primiz 1. Juli 1708.

 

Noch als Frater wurde er am 1. Januar 1706 zweiter Caeremoniar. 1711, am 19. November, wurde er als Pfarrer nach Hemberg bestimmt. Vom 18. Mai 1718 bis zum 22. März 1720 finden wir Pater Bonaventura als Küchenmeister in St.Johann. Am 22. April 1720 wurde er Münsterpfarrer in St.Gallen und Brüderinstruktor. Am 2. Oktober 1724 wurde ihm die Obsorge über den Keller anvertraut. Am 15. April 1727 kam er als Statthalter nach St.Johann, bis zum 14. März 1735, «da er dem Publico nicht nuz zu sein geschunen.» Trotzdem wurde er am 27. März 1735 Statthalter in Rorschach, bis zum Mai 1754. Schon längere Zeit vorher war er an den Augen erkrankt. So liess ihn Abt Cölestin am 24. Oktober 1749 nach St.Gallen kommen, da damals ein trefflicher Oculist in der Stadt angelangt war; dieser fand, er habe den weissen Star, der aber noch nicht reif sei, so dass vor 2 – 3 Jahren keine Operation möglich sei. Schliesslich erblindete er fast ganz, so dass er seines Amtes enthoben werden musste; er blieb aber in Rorschach. Am 2. Juli 1758 hielt er seine Sekundiz «doch ob defectum visus und grosser schwachheit nur mit stiller hl. Messe.» Er starb am 21. Januar 1759. «War ein eifriger und resoluter Religiosus, und in Spiritualibus Exercitiis usque ad ultimum diem accuratissimus. Da er vor 6 Jahren das Gesicht verlohren, hat man Ihme täglich S. Meditationem müssen vorlesen, wie auch per mediam horam Lectionem spiritualem.»[i] (448)

 

[i] Abt Cölestin, Diarium VI. 1399/400.


12. Br. Peter Bauhoffer

Br. Peter (Jakob) Bauhoffer von Rorschach. Geboren am 14. Februar 1674. Profess 5. Mai 1701. Von Beruf war er Glaser. Am 29. Oktober 1718 wurde er in den Speisgaden verordnet. Er starb am 21. September 1735. (449)


13. Br. Paul Schwartz

Br. Paul (Matthäus) Schwartz von Lugnez, Graubünden. Geboren am 16. Januar 1671. Profess 5. Mai 1701. Er war von Beruf Schuhmacher. Er starb am 29. August 1721 in Neu St.Johann. (450)


14. Desiderius Wetter

P. Desiderius (Johann Bapt. Jakob) Wetter von Appenzell. Geboren am 18. August 1683 als Sohn des Johann Bapt. Jakob Wetter, Zeugherrn, und der Anna Maria Büehler. Er kam am 30. Juni 1696 nach St.Gallen. Subdiakon 10. August 1704; Diakon 24. September 1707; Priester 22. September 1708. Primiz 7. Oktober 1708.

 

Am 17. Dezember 1709 kam er nach St.Johann; dorthin wurde er am 14. Mai 1718 wieder geschickt, aber schon am 14. November 1718 wieder zurückberufen, um sich an der Schule zu betätigen. Am 9. März 1722 kam er wieder nach St.Johann. Später musste er offenbar in der Seelsorge aushelfen; denn Abt Joseph bemerkt zum 27. November 1727 in seinem Tagebuch: «weil man an des P. Desideri sufficienti pro Confessionali et cathedra scientia et prudentia zweifelte, habe Ihne ex Theologia examiniren lassen, der in prudentia et scientia ganz genugsam erfunden worden.» Am 8. März 1729 wurde er Pfarrer in Stein; am 28. Januar 1735 Konventkellermeister. 1745 war er in St.Johann, denn der Abt schickte ihn am 31. Mai wegen einem kranken Fuss nach St.Gallen. Er ging aber wieder nach St.Johann zurück; musste aber seines Fusses wegen am 29. Oktober 1747 wieder nach St.Gallen. Nochmals finden wir ihn in St.Johann, von wo ihn Abt Cölestin, auf die Kunde hin, dass er beständig abnehme, am 7. Juni 1751 nach St.Gallen holen liess. Hier starb er am 3. November 1751. (451)


15. Laurentius Gresser

P. Laurentius (Johann Georg) Gresser von Wil. Geboren am 25. September 1682. Eltern: Johann Jakob Gresser und Verena Wirt. Er kam am 14. März 1696 nach St.Gallen. Profess 24. Juni 1702. Subdiakon 10. August 1704; Diakon 24. September 1707; Priester 22. September 1708. Primiz 14. Oktober 1708.

 

Vor dem Exil wirkte er in St.Johann, wo er auch Kustos war. Von 1718-1719 war er Pfarrer in Wildhaus.[i] 1720 finden wir ihn in St.Johann. Von 1729-1733[ii] war er Pfarrer in Hemberg und vom 24. Oktober 1733 bis zum 14. Mai 1741 in Stein. Er wurde darauf nach Neu St.Johann in den Chor verordnet. Seit dem 18. Dezember 1743 versah er die Beichtigerei in St.Maria in Wattwil, wie Rothenflue sagt, bis 1758. Er starb am 11. Februar 1758 in Neu·St.Johann, «seelig, ja heilig», wie Abt Cölestin[iii] bemerkt, der beifügt: «Erat vir simplex et verus Israelita.» (452)

 

[i] Nach Rothenflue, der ihn Gerster nennt.

[ii] Nicht 1738, wie Rothenflue hat.

[iii] Diarium VI. 220.


16. Constantius Sidler

P. Constantius (Franz Michael) Sidler von Zug. Geboren am 21. August 1683. Eltern: Melchior Sidler und Helena Vogt. Er kam am 16. Oktober 1698 nach St.Gallen. Profess 24. Juni 1702. Subdiakon 10. August 1704; Diakon 24. September 1707; Priester 22. September 1708. Primiz 21. Oktober 1708.

Wir finden P. Constantius zuerst am 23. April 1718 in Engelberg. Dann kam er am 18. November 1718 nach Wasserburg zur Aushilfe in der Seelsorge. Am 3. März 1720 wurde er Lehrer der höhern Syntax und am 23. März Beichtiger in Notkersegg. Von der Schule befreit, wurde ihm am 7. März 1721 die Sorge für das Vestiarium anvertraut. Am 7. März 1722 gab ihm der Abt den Auftrag, alle «consuetudines laudabiles hujus monasterii» zu notieren. Vom 20. November 1722 an wurde er wieder Lehrer der höhern Syntax, bis zum 26. Oktober 1724. Am 26. Mai 1727 wurde er nach Pfäfers ins Bad geschickt. Am 21. April 1729 nahm man auf sein Begehren eine Bruchoperation vor, die zwar gelang; «weil er aber innerlich nicht gesund war, ist er nach etlichen Tagen daran gestorben,» am 12. Mai 1729.[i] Zwei Brüder, Pater Chrysostomus und P. Damian, waren Kapuziner.[ii] (453)

 

[i] Abt Josef, Diarium II. 117.

[ii] Gütige Mitteilung von Herrn a.Lehrer A. Aschwanden, Zug.


17. Leodegar Jütz

P. Leodegar (Johann Rochus) Jütz von Einsiedeln resp. Schwyz. Geboren am 6. Dezember 1683. Eltern: Konrad Heinrich Jütz und Maria Margaretha Lindauer. Er kam am 16. September 1699 nach St.Gallen. Profess 24. Juni 1702. Subdiakon 10. August 1704; Diakon 24. September 1707; Priester 22. September 1708. Primiz 28. Oktober 1708.

 

Während des Exils wirkte er als Lehrer der Humaniora an dem Gymnasium der Einsiedler Benediktiner in Bellenz, wohin er schon am 27. Oktober 1711 auf Bitten des Abtes von Einsiedeln gekommen war. 1718 war er in St.Johann als Lehrer der Syntax tätig. Am 16. April 1722 «wird bericht, dass die Chur bey P. Leodegario zeige, er habe ein Malefiz in sich, in deme von einer materi, die einem schwarzen froschleich gleichet, schon über ein Eymer von Ihme gangen, und er dannach kein schwachheit gesphiere und andere mehr wunderliche effectus zeigen sich bei ihm.» Darum wurde er am 7. August 1724 «nacher Stanz geschickht, alda bey Capuccinern ein Chur wider Malefiz zu brauchen.» Am 18. Dezember 1725 kam er wieder nach St.Johann, von wo er am 22. Juni 1726 zurückkehrte. Am 17. Oktober 1732 wurde er Lehrer der untern Syntax. Am 3. September 1737 kam er als Gehilfe des Statthalters nach Ebringen. Später war er offenbar wieder daheim, denn als am 14. Mai 1743 durch die Äbte von Einsiedeln und Engelberg eine Visitation gehalten wurde, schreibt der Abt:[i] «es wäre in einer Stund geendet gewesen, wan nit P. Leodegarius in vile stund selbe protrahiert hette mit seinen phantastischen Klägeten von 20 Jahr her.» P. Leodegar starb am 23. Mai 1753. (454)

 

[i] Diarium Cölestini II. 66.


18. Fintan Ledergerber

P. Fintan (Franz Michael) Ledergerber von Diessenhofen. Geboren am 28. September 1685 als Sohn des Stiftsammanns zu St.Katharinathal Balthasar Ledergerber und der Anna Maria Vorster. Er kam am 18. September 1700 nach St.Gallen. Profess 30. Mai 1706. Subdiakon 22. September 1708; Diakon 14. Juni 1710; Priester 23. September 1713[i] in Zwiefalten, wo er am 16. Oktober seine Primiz feierte.

P. Fintan wurde am 24. November 1718 Consistorialrat, zwei Tage später Brüderinstruktor, kam aber schon am 13. Dezember des gleichen Jahres als Pfarrer nach Alt·St.Johann, von wo er am 14. März 1720 zurückkehrte. Hier wurde er am 10. April 1720 Vorsteher der Schule. Am 16. Januar 1722 erfolgte seine Ernennung zum Kustos, und am 12. März 1723 zum Küchenmeister. Am 6. Oktober 1724 kam er als Küchenmeister nach Wil. Von dort kehrte er am 14. Oktober 1729 als Novizenmeister zurück und wurde am 24. Februar 1730 Subprior. Am 18. Oktober 1733 schickte ihn der Abt mit P. Notker auf eine Wallfahrt nach Einsiedeln, weil er wegen dem Wiler Handel eine solche versprochen hatte. Schon am 17. März 1734 wurde er Dekan. Ende Juni 1747 musste er mit P. Meinrad, da sehr schwach, nach Pfäfers ins Bad. Von dort kam am 19. Juli Bericht, dass es sehr schlimm mit ihm stehe; man habe ihn ins Kloster Pfäfers bringen wollen, damit er nicht im Bade sterbe; aber P. Dekan glaube immer, es stehe nicht so schlimm mit ihm. Am 24. Juli kam Bericht, es sei höchste Zeit, wenn man P. Dekan noch lebend nach Rorschach bringen wolle. Halbtot brachte man ihn wirklich am 28. Juli zu Wasser nach Rorschach, wo er am folgenden Tage[ii] starb. «Dieser Todtfahl hat mich sehr betrübt, hätte wohl gewünscht, nur ein viertel stündlein mit Defuncto annoch reden zu können,» bemerkt Abt Cölestin in seinem Tagebuch.[iii] Und das Kapitelprotokoll, das sonst so mit jedem Lobe kargt, bemerkt, dass der Abt in der Kapitelsversammlung vom 28. August 1747 von dem Verstorbenen gesprochen hätte, als einem Mann «tenerrimae conscientiae ac vitae innocentissimae, in choro religiosissimum, patientissimum in doloribus, oboedientiae in minimis etiam exactissimae, mortificationis stupendae, ut integra cilicina vestis testatur. Decanatum cum laude administrasse, fuisse zelosum, summae humilitatis, de minimis etiam defectibus culpam dixisse, ac saepe inter lacrymas deprecatum esse, Vigilias maximas egisse, et plane austeritate vitam abbreviasse.» – Ein Bruder des Verstorbenen war Abt Benedikt Ledergerber in Rheinau, zu dessen Benediktion P. Fintan 1735 gegangen war.

 

Schriften:

 

Eine ihm 1735 von den Fratres zum Namensfest gewidmete Schrift: «Vita et miracula S. Fintani» findet sich in Van der Meers Miscel. XXVII, Nr. 13. – Rheinauer Archiv Einsiedeln R 93. (455)

 

[i] Alias 24. September 1712.

[ii] 29. Juni 1747.

[iii] III. 239.


19. Pirmin Widle

P. Pirmin (Franz Anton) Widle v. Wangen. Geboren am 2. Oktober 1686. Er kam am 8. November 1704 nach St.Gallen. Profess 30. Mai 1706. Subdiakon 22. September 1708; Diakon 14. Juni 1710; Priester 23. September 1713.[i] Primiz am 23. Oktober 1713 im Kloster Zwiefalten.

 

P. Pirmin kehrte am 10. Mai 1718 von Zwiefalten aus dem Exil heim. Er kam vorübergehend als Pfarrer nach Hemberg, wurde aber noch im Herbste desselben Jahres Pfarrer von Peterzell. Von dort wurde er am 15. April 1720 abberufen und am folgenden 19. Mai als Pfarrer nach Ebringen geschickt. Bis 1733 blieb er auf diesem Posten, dann wurde er am 11. September 1733 Kellermeister, am 22. Oktober aber Bursarius und daneben am 20. März 1734 Beichtiger in Notkersegg. Schon 1733 erhielt er den Auftrag, im ganzen Gebiete der Abtei die Anniversarien und Urbarien der Pfarreien neu zu ordnen. «Ist ein großes und arbeitsames, aber auch zugleich höchst nothwendig Werkh.»[ii] In dieser Angelegenheit kam er am 15. Juni 1635 nach Wil, am folgenden 15. September ins Rheintal. Im Febr. 1738 liess der Abt durch ihn und einige Weltgeistliche die neue Kaplanei Gossau, sowie die neuen Pfarreien in Andwil und Niederwil einrichten. Am 6. August 1739 erfolgte seine Ernennung zum Vize-Offizial; doch sollte er alle Offizialatsgeschäfte bis an die «causas maiores» versehen. Am 14. Juni 1741 hatte ihm der Abt «allhier die Cameralia zu versorgen übergeben, auch Hospitum exceptorem gemacht, und geordnet, daß er under Tagens bey Hoof neben dem Fiscalat wohne, doch die Prim, Complet und Metten frequentiere.»[iii] Am 28. Juli 1742 wurde er zum Notarius Apostolicus ernannt. Am 27. Dez. 1742 erfolgte seine Ernennung zum Statthalter in Ebringen, wohin er am 2. Januar 1743 verreiste. Am 10. Oktober 1744 erbat er sich einen französisch sprechenden Gehilfen, da die Franzosen sich in Ebringen einquartiert hatten. Als Abt Cölestin am 4. Juli 1745 zu einer Abtwahl nach Mariastein ging, suchte ihn P. Pirmin daselbst auf und ersuchte ihn persönlich, einmal nach Ebringen zu kommen. Der Abt willfahrte auch seiner Bitte und blieb bis am 12. Juli in Ebringen, reiste dann wieder nach Sankt Gallen zurück, wo er am 17. ankam. Zur Feier seiner Sekundiz, am 22. August 1762, kam P. Pirmin nach St.Gallen, ging dann aber wieder nach Ebringen, um am 29. Januar 1763 endgültig heimzukehren. «Nachmittags nach 3 Uhr ist R. P. Pirminius, gewester Statthalter von Ebringen, allhier frisch und gesund angelanget. Ich hab Ihne bey diser ausserordentlichen Kälte gar nit erwarthet, als einen 77jährigen Liebsten Confratrem. Er aber als optimus et obedientissimus Religiosus, so bald er nur vernohmen, dass Ich gern schete, wan er in seinem hohen Alter a saecularibus negotiis abstractus in dilecta S. Galli solitudine die übrige Zeit des Lebens zuebringen würde, hat er sich alsobald bey härtester Winterzeit aufgemacht, und ad locum S. Professionis mit Freuden geeilet und mir kindtlichen Dankh gesagt pro Paterna mea dispositione. Hac ad nutum obedientia maximo mihi solatio et toti Conventui summae aedificationi fuit.»[iv] Auch die Kapitelsakten erwähnen das vorzügliche Beispiel dieses Mannes; denn am 21. Februar 1763 erging sich Abt Cölestin im Kapitel über die klösterliche Disziplin: «quod encomium collimavit maxime ad laudem R. P. Pirminii Widle, senioris Jubilati, Oeconomi Ebringensis emeriti, qui a Celmo ad Sssmi Patris nostri requiem non constituto tempore evocatus, praeter expectationem frigido hyemis tempore, post duos ab evocatione menses, in S. Gallo inopinato apparuit, obediens filius, ad pedes Clmi provolutus, benedictionem Patris amantissimi accepturus. Haec velox obedientia Patri gratissimo lacrymas expressit, quae Junioribus pro exemplo commendata fuit.»[v] – Am 24. Februar 1765, am ersten Fastensonntag, wurde P. Pirmin von einem Schlage getroffen. Er starb am 6. März 1765. «Exemplar optimi Religiosi Sanct-Gallensis usque ad ultimum vitae suae.»[vi] (456)

 

[i] Alias 22. September 1712.

[ii] Abt Joseph, Diarium.

[iii] Abt Cölestin, Diarium.

[iv] Abt Cölestin, Diarium VII, 337/8.

[v] Band 368, fol. 366b.

[vi] Abt Cölestin, Diarium VIII, 135.


20. Br. Jakob Henseler

Br. Jakob (Johann) Henseler von Goßau. Geboren am 29. April 1685. Profess 30. Mai 1706. Senior der Brüder. Gestorben am 5. Dez. 1747. (457)


21. Br. Thomas Speck

Br. Thomas (Beat Paul) Speck von Zug. Geboren am 21. Dezember 1682 als Sohn des Franz Speck und der Agnes Schell. Profess 30. Mai 1706. Am 10. Mai 1718 kam er mit P. Pirmin von Zwiefalten aus dem Exil zunächst nach Neu-Ravensburg. Am 13. Juli 1722 wurde er mit P. Statthalter Benedikt nach Appenzell geschickt, dort «die Geissschotten-Chur ex consilio medicorum» zu gebrauchen.[i] Er starb am 8. Mai 1726. (458)

 

[i] Abt Joseph, Diarium.


22. Br. Mathias Burkhard

Br. Mathias (Sebastian Josef) Burkhard von Baden. Geboren am 3. August 1671. Profess 30. Mai 1706. Gestorben am 10. März 1719. (459)


23. Br. Markus Weishaupt

Br. Markus (Johann) Weishaupt von Neu-Ravensburg. Geboren am 7. Dezember 1685. Profess 16. November 1706. Am 23. April 1743 wurde er mit Br. Jodoc nach Disentis geschickt, um dort «die Kirchenzierden» einzurichten. Gestorben am 28. Mai 1754. (460)


24. Meinrad Gugelberg

P. Meinrad (Franz Anton) Gugelberg von Lachen. Geboren am 12. November 1688. Er kam am 15. Juni 1705 nach St.Gallen. Profess 29. Mai 1710. Subdiakon 10. Juni 1713 in Konstanz; Diakon 21. September 1715 in Chur; ebendaselbst Priester am 21. Dezember 1715. Primiz 6. Januar 1716.

 

Nach dem Exil wurde er am 21. Oktober 1718 Unterküchenmeister, am 26. November Gastpater und am folgenden 2. Dezember Küchenmeister. Am 25. September 1720 bestellte ihn der Abt zum Kustos. 1722 wurde er Lehrer der Grammatik und Syntax. Schon am 25. Juni 1723 starb er in Rorschach. (461)


25. Br. Robert Steiner

Br. Robert (Jakob Josef) Steiner von Luzern. Geboren am 5. Januar 1692. Eltern: Johann Jost Steiner und Maria Jakobe Müller. Er kam am 9. Oktober 1705 nach St.Gallen. Profess 29. Mai 1710. Subdiakon 10. Juni 1713. Schon am 21. Juni 1714 starb er im Kloster Mehrerau. (462)


26. Aegidius Hartmann

P. Aegidius (Franz Melchior) Hartmann von Luzern. Geboren am 15. November 1691. Eltern: Anton Hartmann und Magdalena Weber. Er kam am 21. September 1706 nach St.Gallen. Seiner Aufnahme stand etwelche Schwierigkeit entgegen, da er «brevioris staturae esset et videretur defectuosus mit einem Sattelhals, ex Medici tamen attestatione nihil hoc obfuturum, sed facili remedio curandum.»[i] Profess 29. Mai 1710. Subdiakon 10. Juni 1713; Diakon 22. Dezember 1714; Priester 19. September 1716. Primiz 11. Oktober 1716.

 

Am 10. November 1718 wurde er Unterarchivar, am 19. Juni 1719 Notarius Apost. 1720 wirkte er auch als Katechet. Am 21. Dezember 1720 ernannte ihn Abt Josef zum Archivar, welches Amt er mit dem folgenden Neujahr antrat. Von diesem Tage an bis 1728 war er auch Kapitelssekretär. Unter ihm begann die von Abt Josef angeordnete Reorganisation des Archivs, zu welchem Zweck er eigens am 6. Januar 1722 nach Fischingen ging, um die dortige Archiveinrichtung zu studieren.[ii] Von seinem Vater erhielt er am 12. November 1723 ein Messgewand zum Geschenk. Am 2. September 1726 wurde er Moralprofessor. Am 25. September 1727 erfolgte seine Ernennung zum Münsterpfarrer. Am 17. Oktober gleichen Jahres wurde er Brüderinstruktor. Schon am 18. September 1728 kam er als Pfarrer nach Rorschach, wo er bis im April 1740 blieb. Am 30. März 1740 wurde er Subprior und Brüderinstruktor; dazu wurde er noch am 8. November 1741 Münsterpfarrer und Kinderlehrer. Als Abt Cölestin am 8. August 1742 sich entschloss, persönlich alle Pfarreien zu visitieren, bestimmte er P. Aegidius zu seinem Begleiter. Am 20. Mai 1744 kam P. Aegidius als Pfarrer nach Gossau; blieb aber kaum ein Jahr dort, denn schon am 19. Februar 1745 erfolgte seine Ernennung zum Offizialen. In dieser Stellung blieb er bis zu seiner Erhebung zum Stiftsdekan, am 28. August 1747. Zugleich war er auch Mitglied des Regierungs- und Pfalzrates, Präsident des Appellationsgerichtes. Volle 20 Jahre versah er in ausgezeichneter Weise den Posten. Als Dekan war er 1755 und wiederum 1759 Vertreter des Abtes bei den mit Zürich und Bern in Baden und Frauenfeld gehaltenen Konferenzen, wo unter seiner tätigen Mitwirkung die Beilegung des langwierigen Toggenburgergeschäftes endlich zustande kam. Am 9. Juni 1767 kam er zu Abt Beda und bat ihn, da er nichts mehr lesen könne und kaum mehr etwas sehe, um Enthebung von seinem Amte. Der Abt sicherte ihm dies zu: «quamvis invitus hoc faciam et hunc virum vere pium, religiosissimum et disciplinae observantissimum per plures adhuc annos Decanum optassem, sed Deus ita disposuit, cujus Ssmae Voluntati me demisissime submitto et judicia ejus adoro.»[iii] Am 31. Juli gewährte ihm der Abt die erbetene Entlassung, nachdem er «20 Jahr einen Monath weniger mit höchstem Ruhm, Sorgfalt und Erhaltung der Disciplin» das Amt versehen hatte. Am 20. August gab P. Aegidius sodann, nunmehr Senior des Konvents, «den Ausstand wegen dem Decanat», wozu auch der Abt im Konvent erschien. Am 11. Dezember 1767 erhielt er von Rom aus das Privilegium, stets die «Messe de Beata oder de Requiem» zu lesen. Der Abt zog ihn noch öfters zu Rate. Er starb am 7. Dezember 1776. «Fuit vir undequaque egregius, Disciplinae monasticae observantissimus, insignis Concionator, vere pius et rectus.»[iv] Ein Zeitgenosse schreibt von ihm: «Vir licet statura brevis, gravis tamen, eximius antiquae Disciplinae Zelator, in Parochialibus praestans et praecipue insignis Practicus; populi simplicis amator, veteri scilicet simplicitate et ipse ornatus.»[v] Ruggle, in seiner Geschichte der Pfarrgemeinde Gossau,[vi] sagt von ihm (p. 431): «Es muß dieser Priester ganz vortreffliche Eigenschaften gehabt haben. Iso Walser lobt ihn sehr. Hartmann war ein vortrefflicher Prediger, wie ein Engel stund er auf der Kanzel, und alles war voll Verwunderung und Staunen, wenn er predigte.»

 

Eine Festschrift auf sein Jubiläum: «In Jubiläum P. Aegidii Decani S. Galli», von 1766, kalligraphisch schön mit gemalten Emblemen geschmückt, hat sich in der Handschrift 1436 erhalten.[vii] Ebenso befindet sich eine weitere Festgabe: «Jubilus Cordis, Chordis, Voce et Organo ad anni jubilaei exordia Decantatus et Dedicatus PI. R. R. D. D. Aegidio Hartmann Pr. Monasterii S. Galli Decano meritissimo, Seniori venerandissimo sacerdoti jubilaeo a devoto Conventu ejusdem Monasterii Anno 1766 Die 8. Januarii» im Stiftsarchiv St.Gallen R 29 F 4/5. (463)

 

[i] Zitiert bei Wegelin, Denkschrift, p. 63.

[ii] Wegelin, Denkschrift, p. 48 und 63.

[iii] Abt Beda, Diarium I, 51.

[iv] Abt Beda, Diarium II, 223.

[v] Zitiert bei Wegelin, Denkschrift, p. 63.

[vi] Gossau, Kellenberger, 1878.

[vii] Sch., p. 481.


27. Deicola Eliner

P. Deicola (Johann Jakob) Eliner von Bregenz. Geboren am 11. Juli 1691. Eltern: Georg Eliner und Barbara Siber. Er kam am 16. Oktober 1706 nach St.Gallen. Profess 29. Mai 1710. Subdiakon 10. Juni 1713; Diakon 22. Dezember 1714; Priester 21. September 1715. Seine Primiz feierte er am 12. Oktober 1715 in Neu St.Johann.

 

Zunächst wurde P. Deicola 1718 Lehrer und Pädagoge in St.Johann. Von dort kam er 1721 als Lehrer der Humaniora nach St.Gallen, wo er am 17. Januar 1722 Pädagoge wurde. 1723 übernahm er die Rhetorik. Am 26. November 1723 hatte P. Deicola «mit seinen Scholaribus Rhetoricis pro exercitio scholastico» ein feines Drama.[i] Da er erkrankte, musste P. Gallus für ihn als Moderator (oder Pädagoge) eintreten. Am 8. Juni 1724 beauftragte ihn Abt Joseph, die Geschichte des Klosters unter Abt Cölestin Sfondrati zu schreiben, da noch einige am Leben seien, die genauere Kenntnis davon haben. Am 1. März 1725 wurde er Beichtiger in St.Georgen und am 13. November 1725 Kustos und Gastpater. Am 26. Januar 1727 finden wir ihn als Beichtiger in St.Maria bei Wattwil; er übergab an diesem Tage dem Abte ein Projekt, wie die Güter dieses Gotteshauses arrondiert werden könnten, was die Billigung des Abtes fand. Am 8. November 1729 kam er als Küchenmeister heim. Am 26. Oktober 1730 trug ihm der Abt von neuem auf, die Chronik des Gotteshauses zu «componieren»; «hat aber schwacher Leibesconstitution halber nicht können prosequieren», wird beigefügt. Um diese Zeit muss er in St.Johann gewesen sein, denn von dort wurde er am 18. Januar 1731 als Statthalter nach Rorschach berufen. Der damalige Statthalter in St.Johann, P. Bonaventura, schreibt darüber dem Abte: «Die Abenderung mit R. P. Deicola ist mir sehr schwär und bedenkhlich vorkommen, weilen er dem allhiesigen Gottshaus gar wohl angestanden, mir auch absonderlich mit rath und That sehr wohl verhilflich gewesen. Allein, verhoffe, seine Hochfürstl. Gnaden, denen die Beschaffenheit allhiesigen Gotteshaus bestens bekannt ist, werden dessen abgang mit einem andern capablen subjecto ersetzen, für welches gehorsamst und unterthänigst bittet P. Bonaventura.» Wirklich kehrte P. Deicola später, am 14. März 1735, wieder nach St.Johann·zurück, und zwar als Statthalter. Am 18. Januar 1738 wurde er indessen Statthalter in Wil. Hier erkrankte er Ende Januar 1745 sehr stark an einem Katarrh. Er bat darum den Abt, der ihm am 3. Februar 1745 den Dekan schickte, zum Sterben nach St.Gallen heimkehren zu dürfen. Man brachte ihn bereits am 6. Februar nach St.Gallen, wo er das Krankenhaus bezog. Hier erwartete er seine Auflösung, die am 22. Januar 1747 erfolgte, «ganz sanft in corona fratrum und piissime in Gott. Exemplum optimi Religiosi in vita et in morte, zue welchem er sich lange Zeit mit grösstem Eifer praeparirt.»[ii]

 

Schriften:

 

1. Historia Belli Doggici, controversiarum ab anno 1698 usque ad obitum Leodegarii; reicht aber nur bis Ende 1701 und stammt der Handschrift nach von P. Deicola. Band 137 des Stiftsarchivs St.Gallen.

 

2.Viri illustres Monasterii Sancti Galli sub Abbate Josepho. Entwurf dazu, teils von seiner Hand, teils von ihm korrigiert. Band 236 des Stiftsarchivs St.Gallen; das gleiche auch in Band 215 und 237. (Enthält Lebensbeschreibungen der Äbte bis auf Abt Josef, sowie die Leben einzelner hervorragender Konventualen.) (464)

 

[i] Abt Joseph, Diarium I, 625.

[ii] Abt Cölestin, Diarium III, 150.


28. Bernhard Frank

P. Bernhard (Johann Georg Anton) Frank von Frankenberg aus Innsbruck. Geboren am 7. April 1692 als Sohn des Josef Frank und der Maria Cäcilia Hefterin von Hockenburg. Er besuchte zuerst eine Jesuitenschule, kam sodann am 21. April 1707 nach St.Gallen. Profess 29. Mai 1710. Subdiakon 10. Juni 1713; Diakon 22. Dezember 1714; Priester 19. September 1716. Primiz 16. Oktober 1716 in Mehrerau.

 

Im Mai 1718 finden wir ihn in Neu-Ravensburg zur Erholung. Am 15. September 1719 wurde er Lehrer der Syntax, am 5. März 1720 Professor der Philosophie und 1722 der spekulativen Theologie, nachdem er den philosophischen Cursus am 25. September mit einer öffentlichen Disputation beendet hatte. Daneben war er seit dem 19. Juni 1719 Notarius Apost. und seit dem folgenden 15. September Caeremoniar. Am 21. Februar 1721 wurde er Consistorialrat, am 11. März 1722 Unterküchenmeister. Am 18. Dezember 1724 bestellte ihn Abt Josef zum Sekretär in Angelegenheit der Kongregation. Daneben setzte P. Bernhard seine Tätigkeit als Lehrer fort. Am 16. August 1725 begann er 15 Schülern die Institutiones zu lesen; zum Abschluss dieser Studien hielt er am 4. September 1726 eine Disputation ex utroque jure, wobei zwei Fratres aus Fulda und zwei von St.Gallen Defendentes waren. Von 1722-1729 stand er auch, wie Weidmann (p. 153) berichtet, der Bibliothek vor.

 

Mit P. Cölestin verreiste P. Bernhard am 18. Oktober 1729 nach Rom, um sich dort im Recht auszubilden. Als Doktor[i] desselben kehrte er am 16. November 1730 wieder zurück. Am 11. Dezember 1730 wurde er Lehenpropst. 1731 wurde er am 26. Januar als Exegesprofessor bestellt. Im gleichen Jahre musste er auch am 8. April in dem Jurisdiktionsstreit nach Konstanz. In dieser Angelegenheit hatte er umso mehr zu schaffen, als er am 13. Juli des nämlichen Jahres zum Offizial befördert wurde. Auch sonst verwandte ihn Abt Josef viel zu Geschäften; so schickte er ihn am 15. Mai 1734 als Stellvertreter auf die Äbteversammlung in Einsiedeln. 1741 musste er sogar ein zweites Mal nach Rom, um dort den Konstanzerhandel zu betreiben. Er verreiste am 7. November und kam am 5. Dezember nach Rom. Hier erreichte er zunächst, dass die Angelegenheit vor die Rota kam, was Konstanz zu verhindern gesucht hatte. Er erwirkte in der Folge auch einen günstigen Entscheid in dieser Angelegenheit.[ii] Unterdessen hatten sich aber in der Heimat entscheidende Dinge abgespielt. Im Stifte Disentis hatten sich die Verhältnisse unter Abt Martin von Castelberg (1724-1742) derart gestaltet, dass der Nuntius Durini und die Äbte eingreifen mussten. Unter dem Vorsitze des Nuntius fand dort am 24. September 1742 eine Konferenz statt, in der an Stelle des regierenden Abtes ein Administrator mit dem Rechte der Nachfolge erkoren werden sollte. Drei Viertel der Kapitularen hatte den Äbten von St.Gallen und Einsiedeln die Wahl desselben übertragen. Unter den Kandidaten, die in Frage kamen, befand sich auch Pater Bernhard. Der Nuntius entschied sich schliesslich für P. Bernhard, wie Abt Cölestin[iii] schreibt: «1. weilen er bekannt optimus religiosus et zelosus, 2. in politicis et Ecclesiasticis sehr erfahren, 3. linguae italicae peritus, 4. ein Tyroler, consequenter Österreicher a nascita, mithin den Püntnern weit lieber als ein Roll[iv] so factionis Gallicae, welche in Pünten höchst verhasst, 5. könne St.Gallen viel helfen wegen seiner Macht, sonderlich wan etwan Religionsstreit entstehen sollte, 6. habe St.Gallen mehr gelehrte und eifrige Religiosen, könne also leichter einen solchen Mann carieren, als andere Klöster.» Trotz seinem Widerstreben musste Abt Cölestin nachgeben. Als er auf der Heimreise am 4. Oktober in Rorschach ankam, fand er dort einen Brief von P. Bernhard aus Rom, der um die Erlaubnis zur Heimkehr bat. Sogleich teilte ihm Abt Cölestin die Vorgänge in Disentis mit und überliess es ihm, zu tun «quod melius in Domino invenerit». P. Bernhard brach mit seinem Gefährten am 4. November von Rom auf, nachdem tags zuvor ihr Diener, Kaspar Buechtruker, an einem hitzigen Fieber gestorben war. Am 11. Dezember kamen sie nach St.Gallen. P. Bernhard entschloss sich, dem an ihn ergangenen Ruf Folge zu leisten. Am 20. Januar 1743 fand in Muri, unter Assistenz der Äbte von Muri und Engelberg, durch den Nuntius die Abtweihe statt. Vom Kapitel in St.Gallen, das ihm für den Fall einer Resignation in Disentis gewisse Zusicherungen gab, nahm er in einem Schreiben vom 30. Januar Abschied. Am 14. Februar 1743 hielt er in Disentis seinen Einzug, wo sein Vorgänger bereits am 28. Dezember 1742 gestorben war, so dass er eine klare Rechtslage vorfand.

 

Über seine Tätigkeit in St.Gallen lesen wir bei Weidmann (p. 153): «Frühe trat er als Lehrer der Theologie und Bibliothekar zugleich auf und entwickelte an beiden Stellen ein seltenes Talent und große Einsichten. Während seiner hierauf gefolgten Vorlesungen über beide Rechte scheint er den Grund zu jenen Kenntnissen gelegt zu haben, durch welche er einer der tüchtigsten Geschäftsmänner jenes Stiftes geworden ist . . . Der betagte Fürstabt (Josef) schenkte ihm in einem solchen Grade das Vertrauen, daß P. Frank alle Geschäfte mit Milde und Kraft zugleich leitete, bis jener 1740 dem Zeitlichen entrissen wurde. Allgemein war die Erwartung, P. Bernhard werde die St.Galler Inful erhalten; jedoch diese entging ihm, vermuthlich nur deshalb, weil sein Antheil an der vorigen Regierung mehreren Stiftsherren missfallen hatte.»[v]

 

Über die Tätigkeit des Abtes in Disentis berichtet P. Adalgott Schuhmacher, Album Desertinense etc.:[vi] «Im allgemeinen rechtfertigte Fürstabt Bernhard die hohen Erwartungen seiner neuen Untergebenen. Da er aber als Fremder sich nicht gut in die Eigenart von Land und Leuten zu schicken verstand, wie dies P. Plazidus Spescha etwas humoristisch schreibt, und da er in der Ökonomie keine Erfahrung hatte, blieben ihm Mißgriffe nicht erspart. Zudem war er genötigt, viele Prozesse zu führen, um die von seinem Vorgänger vernachlässigten Rechtsame des Stiftes zu wahren. Reiche finanzielle Unterstützung fand er bei seinem Mutterkloster St.Gallen, welches ihm auch den trefflichen P. Beat Keller fünfzehn Jahre lang als Dekan an die Seite gab. Im September 1747 hatte Bernhard die Freude, den gelehrten Benediktinerkardinal Querini, Bischof von Brescia, im Kloster zu beherbergen und nachher auf seiner Reise durch die Schweiz zu begleiten. Um den Bewohnern des Veltlins Gelegenheit zu geben, ihre Söhne im eigenen Lande studieren zu lassen und zugleich seinen dort stationierten Patres zu einer angemessenen Beschäftigung zu verhelfen, eröffnete er mit November 1750 zu Sondrio ein Kollegium. Dasselbe wurde aber von den protestantisch-bündnerischen Machthabern nicht gerne gesehen und ging deshalb schon nach wenigen Jahren ein. Am Pfingstmontag 1760 konnte Abt Bernhard seine goldene Jubelprofeß feiern und dabei die Ordensgelübde von vier jungen, tüchtigen Klerikern entgegennehmen. Nach ganz kurzer Krankheit starb Bernhard am 11. Februar 1763 und wurde vor dem St.Plazidusaltar neben Abt Gallus begraben.» Abt Cölestin II. bemerkt dazu in seinem Tagebuch (VII. 342): «Es ist dem Gotteshaus Disentis, welchem er 20 Jahre als Princeps et Abbas löblich vorgestanden, viles mit abgestorben. Ich ware ihm sehr verbunden, indem Er mein Professor in Philosophia, Theologia und Jura gewesen, auch hab ich die Ehr gehabt, mit Ihme ein Jahr lang in Rom zu stehen. Vir erat solide piissimus auch in Publicis et Politicis consultissimus und in omni scientia excultissimus.» – Ein Bruder war als P. Anton in das Benediktinerstift Ettal eingetreten, ein anderer, Johann Benedikt, war Weltgeistlicher geworden, Dr. theologiae, Kanoniker in Inichen und Dekan in Kaltern; gestorben am 16. Mai 1762.

 

Schriften:

 

a) Gedruckte:

 

1. Veteris theologiae benedictinae specimen. Sive selectae aliquot quaestiones theologicae de incarnato verbo divino Christo redemptore nostro (Praeside P. Bernardo) . . . quas propugnandas susceperunt Bonifacius Imfeld, Cölestinus Gugger aStaudach, Beda Waldmann et E(d)mundus Weidner die (16.) Julij 1725. Typis mon. S. Galli 12°, 17 Bll., 56 S. – Stiftsbibliothek St.Gallen (ohne Sign.). – Stiftsbibliothek Einsiedeln Db 708. (Grolig).

 

2. Templum honoris canonica intrantibus apertum in solemni benedictione electi principis D. D. Adolphi Fuldensis abbatis . . . sive de lectione canonica publicae disputationi exposuerunt (Praeside P. Bernardo) . . . Vinc. L. B. a Bonseck de Brandt et Loth. L. B. de Hohenfeldt, Anselmus Muos et Beatus Keller die (4) Septb. Anno MDCCXXVI. Typis mon. S. Galli, fol. 3 Bll., 29 S. Mit Kupfertitel von J. B. Probst fec. – Stiftsarchiv St.Gallen R 29 F 4/5. (Grolig).

 

3. All'Emmo et Rmo Signor Cardinale Querini, Della S. R. E. Bibliotecario, Vescovo di Brescia ecc. Lettera dell'Illmo e Rmo Monsignor Bernardo di Franckenberg, Abate del Monro di Disentis e Principe del S. R. I. ecc. 23. Marzo 1749. Disentis, 4°, 12 S. (Nach Schuhmacher, Album Desertinense p. 50; ebenso die folgenden.)

 

4. Lettera de Illmo et Rmo Msgr. Bernardo di Franckenberg, Abate del Monro di Disentis e Principe del S. R. I. ecc. Ad un nobile Cittadino di Sondrio, 28. Agosto 1749. Disentis, 4°, 4 S. – Behandelt die Idee eines in Sondrio zu gründenden Kollegiums. – Lettera II. die 4. Novembre 1749, 8 S. – Lettera III. die 12. Giugno 1750, 4 S. (Behandeln die gleiche Idee.)

 

5. Principia Christiana per singulos mensis dies menti, et per singulos vitae (dies) operi commendanda. Typis Desertinensibus, 1751. (Lateinisch-italienisches Betrachtungsbuch).

 

6. Bernardi Dei et Ap. Sedis gratia Abbatis antiquissimi exempti et eidem S. Sedi immediate subjecti Monrii Disertinensis O. S. B. in Superiore Rhaetia Epistola ex meris verbis Ss. Patrum contexta ad Illmum ac Rmum Cathedrale Capitulum autiquissimae Curiensis Ecclesiae pro canonica novi Episcopi electione congregatum. A. salutis 1755. Die 29. Januarii 1755. Typis Disertinen, 4°, 8 S.

 

b) Ungedruckte:

 

1. Fragmente über st.gallische Schriftsteller und Handschriften. Band 233 des Stiftsarchivs St.Gallen. Es mag dies wohl jene Arbeit sein, deren er, wie Weidmann, pag.155, Anm. 397, bemerkt, in einem Briefe an P. Pius Kolb am 20. Novemher 1748 gedenkt.

 

2. Das Tagebuch der Römerreise s. bei Cölestin Gugger.

 

3. Catalogus Bibliothecae S. Gallensis. Mss. (nach Haller II. 71. Ziegelbauer IV. 609). P. Plazidus Spescha von Disentis bemerkt, dass dieser Abt mehrere Lehrbücher für den klassischen Unterricht verfasst habe, die aber nicht mehr vorhanden sind. Auch wird nicht gesagt, ob sie gedruckt wurden oder nicht. Nach Weidmann veröffentlichte er in Schilters Thesauro Antiquitatum teutonicarum, I. Band, eine kritische Abhandlung über den Verfasser der altdeutschen Erklärung des Psalters, die ihn in der literarischen Welt rühmlichst bekannt machte. (Weidmann, p. 154).

 

Kopien der von Nuntius Durini über seine Ernennung und Weihe ausgestellten Schreiben, sowie seine Entlassung aus dem Kapitelsverband in St.Gallen finden sich in Fasz. XXIX, 12 des Stiftsarchivs; ebendort liegt ein Protokoll über die am 24. September 1742 in Disentis vorgenommene Visitation. (465)

 

[i] 7. Dezember 1729.

[ii] Vgl. Steiger.

[iii] Diarium I, 481.

[iv] Das ist P. Joseph von Roll aus Einsiedeln.

[v] Vergleich auch daselbst über seine Tätigkeit in Disentis.

[vi] Disentis 1914, p. 49.


29. Aemilian Zeller

P. Aemilian (Josef Ignaz) Zeller von Innsbruck. Geboren am 16. Oktober 1691. Er kam am 21. April 1707 nach St.Gallen. Profess 29. Mai 1710, Subdiakon 10. April 1713; Diakon 22. Dezember 1714; Priester 19. September 1716. Primiz 11. Oktober 1716.

 

Er war 1718 in St.Johann, wo er aber «aus gewisser Vrsach nit hat bleiben sollen», weshalb er den 4. Februar 1713 nach Weingarten geschickt wurde. Den 21. Oktober 1713 wurde er Subvestiar, zugleich war er Subkustos, Subcaeremoniar, Lehrer der Grammatik und des Griechischen. 1719 wurde er Vestiar und Lehrer der Syntax. 1721 vom Vestiariat befreit, wurde er Lehrer der höhern Syntax, 1725 der Rhetorik. Am 13. Juni 1724 bemerkt der Abt: «P. Antonius und Aemilianus offerieren mir heut von ihrer Composition das fünffte Opus, ist die Poesis, diese besteht in zwey theilen: 1. pars de Poesi in genere, 2. pars de singulis speciebus carminum». Am 18. November 1726 wurde er Unterbibliothekar, am 5. Juli 1727 Bursarius. 1728 wurde er wieder Subvestiar, 1729 Bibliothekar,[i] 1732, 27. September, Lehenpropst. Am 3. November 1733 entliess ihn der Abt auf Verwenden der Visitatoren nach Pfäfers. «Ihme aber bevor in Gegenwarth PP. Decani et Subprioris sehr scharpf zue gesprochen und sein dem Gottshaus St.Gallen sehr despectuoses Verfahren zu Sinn gelegt. Doch hab Ihne nur auf ein Zeit lang dimittirt.» In Pfäfers lehrte er Rhetorik und kanonisches Recht. 1735 war P. Aemilian indessen wieder daheim; denn am 5. Dezember begann er mit seinen Vorlesungen über die Hl. Schrift. Am 6. Juni 1737 wurde er Küchenmeister. Am 9. März 1745 bestellte ihn Abt Cölestin zum Unterstatthalter in St.Gallen, Bursarius und Kellermeister. Am 14. Dezember 1753 wurde ihm das Kornamt abgenommen. Zugleich war er Regierungs- und Pfalzrat. Am 21. April 1760 klagte er, dass ihm nicht recht wohl sei. Am folgenden 27. April «ist P. Aemilianus in seinem Zimmer zwar herumgegangen, hat seine Beicht abgeleget, und nach 8 Uhr in der Früh knieend das Viaticum empfangen; gleich darauf aber, da er kaum in den Sessel sich gesetzt, eine Blöde bekommen, die extremam Unctionem empfangen und annoch vor 9 Uhr in Gott verschieden».[ii]

 

Schriften:

 

Catalogus Manuscriptorum Bibl. Monrii S. Galli. Alphabetisch nach Autoren, ohne Anmerkungen. Valde jejunus. Mscr. 1279, Papier fol. unpag. (Sch., p. 441). (466)

 

[i] Weidmann, p. 156.

[ii] Abt Cölestin II., Diarium VII, 32.


30. Br. Abraham Eberli

Br. Abraham (Johann) Eberli von Wittenbach. Geboren am 18. Juni 1685. Profess 29. Mai 1710. 1722, 17. Juli, wurde er P. Mauritius, der «ad interim» Pfarrer in Berg wurde, als Haushälter mitgegeben; ebenso im Mai 1744 P. Aegidius, der Pfarrer in Gossau wurde. Von da begab er sich am 9. Dezember 1744 nach Disentis, da der dortige Abt, Bernhard Frank, einen oder mehrere Brüder für den Haushalt wünschte. Er blieb aber nur bis zum 15. November 1745 daselbst. Br. Abraham starb am 30. April 1756.[i] (467)

 

[i] Nicht 1766, wie Scherer hat.


31. Br. Simon Meyer

Br. Simon (Jakob Leonz) Meyer von Muri. Geboren am 5. Februar 1684. Profess 29. Mai 1710. Am 6. Juni 1724 schickte ihn der Abt auf Staringen. Zum 19. Januar 1725 bemerkt Abt Joseph in seinem Tagebuch (I. 729): «Bruder Simon ist elendlich vmbs leben kommen. Ist gar gottselig gestorben.» Er starb in St.Johann.[i] (468)

 

[i] Das Nekrol. 1442 gibt als Todestag den 21. Januar an.