
Professen unter Abt Joseph von Rudolphi (Teil 2: 1728-1740)
Professen unter Abt Joseph von Rudolphi (Teil 2: 1728-1740)
34. Br. Benedikt Kuen
Br. Benedikt (Lorenz) Kuen von Radolfzell. Geboren 1699. Profess 28. Oktober 1728. Am 17. Januar 1744 erlitt er in der Buchdruckerei – offenbar arbeitete er auf diesem Gebiete – einen Schlaganfall. Dieser wiederholte sich mehrfach, bis er am 29. März 1748 an einem Schlage starb. (502)
35. Br. Magnus Fürer
Br. Magnus (Johann) Fürer (Feurer) aus Tablatt. Geboren am 16. J anuar 1702. Profess 28. Oktober 1728. Gestorben am 2. Oktober 1764. (503)
36. Honorat Peyer
P. Honorat (Karl Dominik) Peyer im Hof aus Luzern. Geboren am 6. Mai 1710 als Sohn des Josef Leopold und der Margaretha Pfiffer. Profess 8. Mai 1729. Subdiakon 7. Juni 1732; Diakon 19. Juni 1734; Priester 17. März 1736. Primiz 8. April 1736.
Wir finden P. Honorat zunächst 1738 als Unterbibliothekar. Am 14. Juni 1741 erhielt er die Aufsicht über die Buchbinderei und Buchdruckerei. Von 1741-1742 stand er auch der Bibliothek vor. Am 8. November 1741 wurde er dritter Pfarrer, oder wie derselbe auch hiess; Schattenpfarrer. Am 3. Januar 1743 aber schon erfolgte seine Ernennung zum Münsterpfarrer. Am 23. Oktober 1743 wurde er Vestiarius bis zum 29. November 1745, wo er als Kornherr und Bauherr aufgestellt wurde. Daneben wurde er am 3. Dezember 1747 als Hebräischprofessor für vier Fratres bestellt. Am 28. Februar und 8. Juni, als Thum mit seinen Rissen für die neue Kirche kam, und ebenso wieder am 30. Oktober 1750, als Bagnato seinen Riss vorlegte, zog ihn der Abt nebst Br. Gabriel zu Rate. Als am 13. September 1752 alles für einen Neubau des Schiffes, aber für Beibehalten des alten Chores war, da trat er entschieden für einen totalen Neubau, «conform dem verfertigten Modell», ein. Wegen einem neuen Pfarrhofbau finden wir ihn auch am 17. Mai 1752 in Balgach. Am 29. Januar 1755 erfolgte seine Berufung zum Statthalter nach St.Johann, wo er am 12. Juni 1758 den resignierten Abt von Rheinau, Roman Effinger, aufnahm, der dort in voller Zurückgezogenheit einige Jahre zubrachte (s. Rheinau). Am 21. Februar 1763 ernannte ihn der Abt zum Statthalter in Rorschach; doch wurde er tags darauf in St.Gallen von der «Arterithide vaga» überfallen, so dass er dieses Amt erst später antreten konnte; jedenfalls war er aber am 7. März dort. Im Oktober 1770 zeigte sich grössere Unzufriedenheit mit ihm, weil er zuviel Strassen gebaut. Am 31. November 1770 musste ihm der Abt befehlen, mit den Leuten «manirlicher» umzugehen. Seit September 1778 kränkelte er. Am 17. Mai 1785 ging ihn der Abt besuchen und am folgenden 24. Mai konnte er endgültig in das Kloster zurückkehren. Er hat als Statthalter vieles für den Bau und die Verbesserung der Strassen getan; ebenso fällt unter seine Amtsführung der Bau des Kauf- oder Susthauses. Am 23. Juni 1785 machte ein Schlagfluss seinem Leben ein Ende. «Erat bonus religiosus», bemerkt Abt Beda kurz zu seinem Tode.
Weidmann (p. 161) berichtet über ihn: «Er besass nicht geringe Kenntnisse in den orientalischen Sprachen, lehrte dieselben mehrere Jahre mit gutem Erfolge und schrieb vier hebräische Werke, welche auch durch kalligraphische Kunstfertigkeit sich empfehlen und von dem berühmten Abt Calmet im «Diarium helveticum» mit gebührendem Lobe des Verfassers angeführt werden. Von diesen Handschriften geschieht auch Meldung in der Lebensgeschichte Calmets, S. 119 u. 120, welche in französischer Sprache zu Senon 1762 herausgegeben worden. Als Unterbibliothekar besorgte er 1738 eine Abschrift der Schweizergeschichte aus den Manuscripten Gilg Tschudis und entwickelte auch nachher eine große Tätigkeit, der Bibliothek noch andere literarische Schätze zu erwerben . . . ».
Von seinem etwas hitzigen Temperament haben wir oben schon gehört; Weidmann belegt dies noch mit einer andern Probe aus dem Diarium Cölestins:«P. Statthalter ist sehr hitzig, wie wider ihn geklagt worden; muß alle Hitze fahren lassen und nichts sine meo praescitu unternehmen, hat sonst optimam intentionem et voluntatem und kann nützlich dienen.» – Ein Bruder, Leonz, war Kanoniker in St.Leodegar in Luzern.
Schriften:
1. Officium b. Virginis hebr. lat. Geschrieben von Fr. Honorat Peyer und F. Joseph de Gondola. Mscr.1507, Papier 2°, 261 Bll. (Sch., p. 491).
2. Officium b. Virginis hebr. lat. Geschrieben 1737 von P. Honorat Peyer. Mscr. 1508, Papier quer 2° (Sch., p. 491).
3. Corona sanctitatis et scientiae domus S. Galli. Hebräisch-lateinische kurze Lebensbeschreibung der St.Galler Heiligen von P. Honorat Peyer. Mscr. 1517, Papier 2° (Haller III. 1331).
4. Hebdomas Mariae. Aus dem Lateinischen ins Hebräische übersetzt von P. Honorat Peyer. 1734. Mscr. 1521, Papier 2° min., 116 Bll. (Sch., p. 492).
5. Ex libro de immitatione Christi. Hebräische Übersetzung von P. Honorat Peyer von 1735. Mscr. 1522, Papier 2°, 143 Bll. (Sch., p. 492).
Unter dem Einfluss von P. Honorat Peyer, der 1747 Hebräisch lehrte, entstanden wohl die Arbeiten der Fratres: Vita S. Cölestini Papae V. Hebräisch-latein. Von den Fratres 1749 dem Abte Cölestin dediziert. Mscr. 1520, 90 Bll. (Sch., p. 493). Liber I. de imitatione Christi. Aus dem Lateinischen ins Hebräische übertragen von den Fratres juniores 1750. Mscr. 1523: Liber II. imitationis von 1751. Mscr. 1524: Liber IV. de imitatione Chr. von 1752. Mscr. 1526.
6. Diaria RR. PP. Innocentii Herter ab Hertler et Honorati Peyer im Hof Oeconomorum Rosacensium etc. Band 1277 (idem 1278 u. 1279) des Stiftsarchivs St.Gallen.
Eine Festgabe seiner Schüler findet sich im Einsiedler Manuskript 63 (alt 793): Insigne Gentilitium seu Poeticum Aggratulationis Scholium In quatuor rotis symbolicis expressum, quod Pl. Revdo, Relgmo ac Clarmo Domino Domino Honorato Peyer im Hoff Principalis Monasterii S. Galli Capitulari dignissimo Priori et Oeconomo p. t. in S. Joann. meritissimo, Parenti optimo, Benefactori maximo Patrono observandissimo in amoris tesseram, gratitudinis minerval, devotionis anathema demisissime offert, et feliciter Natalizanti filialissime applaudit studiosa Juventus Joannitica Die 27. April. Anno Dni 1761. – Gr.-fol. unpag. – Darin finden sich Gedichte von Michael Pedrazzino, Lugano; Benedikt Bernhard, Wil; Adam Landtwing, Zug; Josef Swizer, Luzern; Kaspar Burger, Näfels; Michael Helbling, Rapperswil; Heinrich Moser, Altdorf; Josef Däschler, St.Gallen; Bernard Wickart, Zug; Josef Anton Natsch, Mels; Kaspar Natsch, Mels; Anton Fürer, St.Gallen; Martin Gross, St.Gallen; Josef Stadelmann, Mörschwil; Nikolaus Galley, Freiburg; Johann Dula, Beromünster; F ridolin Good, Mels; Paul Anton Stampa, Clavenensis; Joh. Bapt. Hengartner, St.Gallen; Xaver Gilli, Schänis; Franz Good, Mels.
Eine ähnliche in Mscr. 64 (alt 794): Jo Paean Apollineum seu Jubilus ter felicis scholae Joanniticae novae Delon Tripudianti suo Tutori, novo Apollini Natalizanti Pl. Rev., Rel. ac Clr. Dno Dno Honorato Peyer im hoff Illrmi Monrii S. Galli Capitulari digno nec non Coenobii Ss. Johannis Bapt. et Evang. Oeconomo meritissimo dedicatus 1762, 27. April. Gr.-fol. unpag. (ohne Autorenangaben). (504)
37. Antonin Rüttimann
P. Antonin (Josef Leonz) Rüttimann von Luzern. Geboren am 20. Oktober 1710 als Sohn des Karl Anton Rüttimann und der Maria Anna Wagner. Er kam am 23. September 1723 nach St.Gallen. Profess 8. Mai 1729. Subdiakon 7. Juni 1732; Diakon 19. Juni 1734; Priester 17. März 1736. Primiz 15. April 1736.
P. Antonin wurde am 12. Oktober 1736 Lehrer der Rhetorik. Am 30. Juni 1738 fing er mit 10 Schülern einen Kurs der Philosophie an. Am 6. Juli 1739 hielt er eine Disputation ab. Am 15. Oktober 1740 wurde er Professor der spekulativen Theologie. Am 19. Oktober 1741 beschloss Abt Cölestin, ihn mit P. Bernhard in der Konstanzer Angelegenheit nach Rom zu senden (s. d.). Am 5. Januar 1743 wurde er «Correktor mensae». Am 14. Januar 1743 geleitete er den neuen Abt von Disentis, P. Bernhard, zu seiner Benediktion nach Muri. Am 8. Februar darauf wurde er Vize-Offizial und am 28. Juni 1745 Notarius Apostol. Am 27. September 1745 wählten ihn die Äbte zum Sekretär der Schweiz. Benediktiner-Kongregation. Am 13. März 1746 wurde er Moralprofessor und Bibliothekar.[i] Er hatte als Bibliothekar den Kardinal Quirini, als dieser vom 23. bis 27. September 1747 in St.Gallen weilte, zu bedienen, den er auch bei seiner Wegreise bis nach Altstätten begleitete.[ii]
Am 23. April 1748 wurde P. Antonin für eine neue Sendung in der Konstanzer Angelegenheit bestimmt. Als Begleiter wurde ihm P. Iso Walser mitgegeben. Die Beiden verreisten am 3. Mai, kamen am 30. Mai nach Rom. Dort wurden sie vorerst an den 1742 ergangenen Entscheid gewiesen; am 16. Dezember erfolgte indessen vom Papste die Bestätigung eines neuen Konkordates. Die längst erwünschte Bulle kam am 14. März 1749 von Rom an, während P. Antonin und sein Begleiter erst am 18. Mai die Rückreise antraten und am 17. Juni wieder nach St.Gallen kamen. «Habe mit sonderbahrer Freud sie aufgenohmen und mit Ihnen zue nacht gespisen,» berichtet Abt Cölestin. Am 20. Oktober 1749 wurde er als Beichtiger für Notkersegg bestimmt. Am 18. September 1751 begleitete er den Abt zur Äbteversammlung nach Pfäfers. Am 19. Februar 1752 wurde er Offizial. Am 11. April 1754 berichtete der Arzt dem Abt, dass P. Antonin sich nicht gut befinde, Seitenstechen und hitziges Fieber habe. Am folgenden Tage wurde Dr. Wegelin aus der Stadt beigezogen, der wenig Hoffnung gab. Am 12. April 1754, als am Karfreitag, starb P. Antonin mit den Worten: «Moriar cum Christo, ut cum ipso resurgam,» erst 44 Jahre alt. «Das Gotteshaus hat optimum ac doctissimum Religiosum, der vile Dienst Ihme und forderst Deo Altissimo praestieren hätte annoch können, an Ihme verlohren. Es hat mich diser gählige casus nit wenig betrüebt, interim Dominus dedit, Dominus abstulit, sit nomen Domini benedictum.»[iii] Weidmann (p. 163) sagt von ihm: «Er war ein an Geistesgaben, sowie an Charakter und in Leitung der Geschäfte ausgezeichneter Mann, auf welchem schöne Hoffnungen seines Stiftes ruhten.» Abt Cölestin verwandte ihn vielfach zu verschiedenen Geschäften und Sendungen.
Schriften:
Propugnatae verae Dei ecclesiae et sanctae Apostolicae sedis Cölestinus . . . Sfondrati, S. R. E. Cardinalis olim S. R. I. Princeps, Monasterii S. Galli S. Sedi Apostolicae immediate subiecti Abbas, dignitate et virtute humanis divinisque scientiis eminentissimus. Defendens Iso Walser. Praeses P. Antonin. 12. IX. 1741. Typis monast. S. Galli 1741. Fol. 4 Bll., 24 S. – Stiftsbibliothek St.Gallen (ohne Sign.). – Stiftsarchiv R 29 F 4/5. (505)
[i] Weidmann, p. 163.
[ii] Über den Kardinal bemerkt Abt Cölestin (Diar. III, 270): "Eminentissimus Quirini est eruditissimus dahero, wo er ware, sein bestendige occupation ware in libris aut in Bibliotheca, wohin er täglich allein mit P. Bibliothecario geloffen; Caeremonias liebete er nit, doch publicas nimmet er gern an, wan sie nichts kosten. Isset wenig, trinckhet noch weniger, schlaffet kurz. Respectum humanum nullum prorsus habet. Habitum vilissimum portat. Expensas nullas vel parvas facit."
[iii] Abt Cölestin, Diarium V, 169.
38. Valentin Müller
P. Valentin (Wolfgang) Müller v. Waldkirch. Geboren am 28. März 1708. Eltern: Johann Müller und Elisabeth Häuselin.[i] Er wurde am 20. Oktober 1724 in St.Gallen in die Schule aufgenommen, nachdem er vorher als Sänger an der Domkirche in Konstanz gewesen war; es setzte deswegen mit den Domherren einige Misshelligkeiten ab. Profess 8. Mai 1729. Subdiakon 7. Juni 1732; Diakon 19. Juni 1734; Priester 17. März 1736. Primiz 22. April 1736.
P. Valentin wirkte zuerst als Lehrer in St.Johann, von wo er am 25. November 1741 heimberufen wurde. Hier wurde er am folgenden 7. Dezember Zuchtmeister der Knaben, kam aber am 22. Oktober 1743 wieder nach St.Johann, wo er am 22. Oktober 1744 Präfekt und Lehrer der höhern Syntax wurde. Am 26. Oktober 1746 kam er als Pfarrer nach Hemberg, von wo er am 7. Dezember 1753 nach St.Gallen zurückkehrte, um hier am 14. Dezember das Amt eines Kornherrn zu übernehmen. 1759 finden wir ihn wieder in St.Johann als Küchenmeister. Er starb am 16. Januar 1771, nachdem er «viele Jahr an dem Stein, wie man geglaubt, große Schmerzen gelitten. Fuit bonus et pius religiosus.»[ii] (506)
[i] Alias Häuschin.
[ii] Abt Beda, Diarium I, 441.
39. Sebastian Weittacker
P. Sebastian (Franz Christoph) Weittacker von Weingarten. Geboren am 10. August 1708 als Sohn des Lorenz Weittacker und der Klara Kölin. Er kam am 15. Februar 1727 nach St.Gallen und legte hier am 8. Mai 1729 Profess ab. Subdiakon 22. September 1731; Diakon 7. Juni 1732; Priester 19. Juni 1734. Primiz 29. Juni 1734.
Zuerst wirkte P. Sebastian ebenfalls in St.Johann als Lehrer. Von dort kam er am 22. Oktober 1743 heim und wurde hier am 23. Oktober Lehrer der höhern Syntax und Subvestiarius, am 22. Dezember 1744 Subkustos, 1759 war er Untercellerar. Am 18. April 1784 feierte er seine Sekundiz, der sein Vetter, P. Alto von Weingarten, beiwohnte, während P. Lanfranc aus diesem Stift die Festpredigt hielt. Am 24. Januar 1785 wurde er, 78 Jahre alt, von Dr. Zuberbühler jun. wegen einem Bruchleiden glücklich operiert. Er starb am 21. März 1792. (507)
40. Pius Kolb
P. Pius (Franz Xaver) Kolb von Füssen. Geboren am 4. Oktober 1712 als Sohn eines Bäckers. Er besuchte wohl zuerst die Stiftsschule zu St.Mangen in Füssen, bevor er am 26. September 1725 als Diskantist nach St.Gallen kam. Profess 14. September 1731. Subdiakon 4. Juni 1735; Diakon 17. März 1736; Priester 17. November 1737. Primiz 30. November 1737.
P. Pius scheint von Anfang an besonders für die Seelsorge verwandt worden zu sein. Wir finden ihn als Prediger in St.Gallen (1738) und in Bernhardzell.[i] Am 5. August 1739 wurde er mit P. Innozenz auf 14 Tage nach Rorschach zum dortigen Pfarrer P. Aegidius geschickt, um sich in die praktische Seelsorge einführen zu lassen. Heimgekehrt, wurde er Kinderkatechet oder Schattenpfarrer, vom Abte am 30. April 1740 in diesem Amte bestätigt. Am 6. Oktober 1741 schickte ihn der Abt zur Erholung, wegen den anlässlich der Benediktion geleisteten Arbeiten, nach St.Johann; dort blieb er in der Folge[ii] als Lehrer der lateinischen und deutschen Dichtkunst. Am 9. Dezember 1743 wurde er heimberufen. Schon am folgenden Tage erhielt er den Auftrag, nach Disentis zu gehen, als Lehrer der Grammatik. Am 15. Dezember verreiste er dorthin. Im Juli 1746 kehrte er zunächst nach St.Johann zurück; er hatte geschwollene Füsse. Am 21. Oktober 1746 wurde er in St.Gallen Lehrer der Rhetorik. Doch hatte er allem Anschein nach nur einen einzigen Schüler; denn am 21. Januar 1747 wurde er zum Unterbibliothekar ernannt, «da der Knab, dem er die Rhetorik tradiert, ad Poesin gethan worden». Am 4. Mai 1755 nahm ihn der Abt als Begleiter mit nach Mariastein. Am 14. Oktober 1756 erfolgte seine Ernennung zum Bibliothekar und damit kam P. Pius in das eigentliche Feld seiner Wirksamkeit. Nicht nur kam er hier mit bedeutenden Männern in Berührung,[iii] sondern er erwarb sich durch seine Studien auch eine tiefgründige Kenntnis der alten Handschriften, über die er einen – für seine Zeit ausgezeichneten – Katalog anlegte (s. u.). Er fand bei diesem Studium u. a. auch die Auslegung des hl. Beda über den Propheten Isaias, ebenso den zweiten Teil des Commentar des Walafrid Strabo über die Psalmen. Auch die Bibliothek und das Münzkabinett erfuhren durch ihn eine reiche Vermehrung. Vergebens bemühte er sich freilich, jene Handschriften, die nach 1712 in Zürich geblieben waren, zurückzuerhalten. Am 1. September 1759 wurde er Mitglied der bayerischen Akademie der Wissenschaften. Mit ihrer Hilfe hoffte er seinen Handschriftenkatalog drucken lassen zu können; doch zerschlugen sich die angeknüpften Unterhandlungen. Da Abt Cölestin den Bau einer neuen Bibliothek beschloss, wurden die Handschriften nach Rorschach gebracht, wohin auch P. Pius ging. Dort lernte er den spätern hochberühmten Abt von St.Blasien, Martin Gerbert, kennen, der kam, um St.Gallens Schätze zu bewundern. P. Pius sah die Vollendung der neuen Bibliothek nicht mehr. Er kam am 29. März 1762, an Auszehrung leidend, nach St.Gallen zurück. Diese Krankheit führte am 22. April 1762 sein Ende herbei. «Hat sehr vil in Bibliotheca laboriret, war auch in antiquitatibus eruditissimus. Ist schad vor sein erudition.»[iv]
Weidmann schliesst seine ausführliche Lebensbeschreibung mit den Worten: «P. Pius Kolb war unstreitig einer der ersten Gelehrten der Schweiz. Er zeichnete sich vorzüglich durch seine gründlichen Kenntnisse in der Diplomatik und Kritik, in der Geschichte der Kirche und ihrem Lehrsatze, jener der heiligen Väter und der Concilien aus. Als Ordensmann widmete er auch eine große Aufmerksamkeit ältern klösterlichen Einrichtungen und der kirchlichen Liturgie und gewann darin ausgebreitete Einsichten. Nichts schien ihm theurer und heiliger zu sein, als die Lichter der Vorwelt, die grossen Männer St.Gallens, vom neunten bis zwölften Jahrhundert; daher sein Reichtum an geschichtlichen Daten, sowohl über Ereignisse, als Personen gedachten Stiftes. Von ganzem Herzen der Lehre seiner Kirche zugethan, trachtete er seine Ansichten darin immer zu erweitern und zu befestigen und brachte es auf einen solchen Grad von Erkenntnis, dass ihn Lehrer der Gottesgelehrtheit darin zu Rathe zogen. Wahr ist's, Kolb liebte die Polemik ein wenig, und zog gerne im kleinen Kriege gegen die Protestanten zu Felde; aber war dies nicht Geschmack und Übung seiner Zeit, und benahmen sich hin und wieder Reformierte gegen Katholiken wohl besser?
Von Kolbs klassischer Bildung in der Literatur der alten Griechen und Römer ist bereits oben gesprochen worden, und unnöthig wäre es auch, von seinen unsterblichen Verdiensten um die Stiftsbibliothek sowohl, als um die ganze gelehrte Welt noch etwas zu erinnern, da sein vortreffliches Handschriftenverzeichnis jedem Forscher des Alterthums gleichsam das sehende Auge und die leitende Hand ist . . . .»[v]
Schriften:
1. Bibliotheca S. Galli: Scriptores Monasterii S. Galli; dabei: Index codicum Mscr. qui occasione ultimi belli Helvetici de Anno 1712 Monasterio S. Galli ablati fuere. – Stiftsarchiv, Band 233. (S. Weidmann, Verzeichnis der im Jahre 1712 nach Zürich abgeführten und nicht zurückgegebenen sanctgallischen Handschriften nach einem Zürcher Verzeichnis p. 23).
2. Ilias in nuce. Verzeichnis der wichtigsten gedruckten Bücher der Stiftsbibliothek. Beigebunden in Mscr. 1280, das den von P. Hermann Schenk angelegten Handschriftenkatalog enthält, in dem P. Pius die spätern Signaturen beigefügt hat.
3. Bibliotheca Vetus Manuscripta Monasterii S. Galli Registrata . . . a F. Pio Kolb, Bibliothecario 1759. 2 Bände. Voran eine Epistola autoris ad Bernardum Abbatem Desertinensem, nebst einer Reihe Dubia. Der erste Band enthält Classis I.-V., der zweite VI.-XVI. Authograph von 1759. Mscr. 1281 und 1282. Papier 2°, unpag. Die Reinschrift findet sich in Mscr. 1400 und 1401; ebenfalls von P. Pius 1759 geschrieben. 602 und 541 S. (Sch., p. 411 und 473/74; vgl. die Würdigung Scherers über diesen Katalog). (Haller II. 72).
Handschrift 1283 enthält das Commercium epistolare P. Pii Kolb; dabei 88 lateinische Briefe an P. Kolb von 1750-1762; 21 deutsche Briefe an ihn von 1748-1762 und 19 Briefe von ihm aus den Jahren 1755-1762. Die Aufzählung der Korrespondenten s. Scherer, p.442 und die Würdigung des Briefwechsels bei Weidmann, p. 270-359.
Die von Weidmann aufgeführte Arbeit: Kurze Beschreibung oder kleine Chronika des Gotteshauses St.Katharina Ord. S. Dom. bei Wyl. Bis 1608. Fol. 1759 scheint nicht mehr vorhanden zu sein. (508)
[i] 24. Juni 1739.
[ii] Seit dem 25. November.
[iii] Unter anderen besuchte am 3. August 1748 Calmet die Bibliothek.
[iv] Abt Cölestin, Diarium VII, 273.
[v] Über Kolb vgl. Weidmann, Geschichte der Stiftsbibliothek, Beilagen: 1. Leben des St.Galler Bibliothekars P. Pius Kolb, p. 219-269, worin sowohl die Tätigkeit, als auch seine Beziehungen zu den verschiedenen Gelehrten und deren Urteil über ihn sich finden; anschliessend daran folgt p. 270-359: Briefwechsel des Bibliothekars Pius Kolb vom Jahre 1748-1762, nebst der Anzeige des handschriftlichen Werkes der Chronik des Frauenklosters St. Katharina bei Wyl, von ebendemselben 1759. Ein handschriftliches Leben von P. Franz Weidmann gefertigt, siehe Mscr. 1500. – Hist.-biogr. Lexikon der Schweiz IV, p. 527. – Scherer, Handschriftenverzeichnis, p. 474/75, mit einer Würdigung des Katalogs.
41. Innozenz Herter
P. Innozenz (Friedrich Ferdinand Karl) Herter von Hertler aus Konstanz. Geboren am 25. Oktober 1713. Eltern: Franz Anton Herter und Maria Kleopha von Buchenberg. Profess 14. September 1731. Subdiakon 4. Juni 1735; Diakon 17. März 1736; Priester 17. November 1737. Primiz 6. Dezember 1737.
Im August 1739 schickte ihn Abt Joseph zugleich mit P. Pius zum Pfarrer von Rorschach, um sie dort in die praktische Seelsorge einführen zu lassen. Doch sollte sein folgendes Leben zunächst im Dienste der Schule stehen. Er wurde zunächst Moderator der Schüler (Zuchtmeister), dann seit dem 7. Dezember 1741 Professor der Philosophie. Am 8. Februar 1743 wurde er erster Caeremoniar. Am 16. September 1743 hielt er eine feierliche Disputation über Philosophie ab. Am folgenden 3. Dezember bestimmte ihn der Abt, mit den vier jüngsten Patres die Moral zu repetieren. Als am 27. September 1744 vier Fratres von St.Peter im Schwarzwald als Flüchtlinge nach St.Gallen kamen, wurde P. Innozenz beauftragt, ihnen einige Traktate aus der Theologie zu dozieren, die sie noch nicht gehört hätten. Zum Lohne dafür durfte er am 10. Juni 1745 mit diesen Fratres einige Tage nach Wil in die Erholung. Am 19. Juni 1745 wurde er dem Bibliothekar P. Karl Helbling als Gehilfe beigegeben. Am 30. November 1745 wurde er Beichtiger in Notkersegg. Daneben dozierte er aber immer noch Philosophie; denn er präsidierte am 2. September 1746, als zu Ehren des Nuntius eine feierliche Disputation in der St.Otmarskirche gehalten wurde. Am 10. Oktober 1749 erfolgte seine Ernennung zum Küchenmeister in Rorschach. Von dort kam er am 8. Mai 1754 als Offizial heim. Am 3. April 1759 wurde er Statthalter in Rorschach und am 21. Februar 1763 solcher in Wil, wo er am 11. März eingeführt wurde. Am 20. Februar 1776 kam von Wil Bericht, dass er durch einen Schlag auf der linken Seite gelähmt worden sei. Der Abt sandte sogleich den Arzt hin und Öl vom heiligen Otmar.[i] Am 14. März kam Bericht, dass es ihm wieder ordentlich gehe. Ein Jahr später, am 7. März 1777 erkrankte er aber aufs neue und starb am folgenden 13. März. «Fuit vir doctus, pius et jurium Monasterii defensor egregius, qui per aliquot adhuc annos (cum primum annorum fuerit 63, et 64 inceperit), utilis nobis esse potuisset, si Deo placuisset.»[ii] Sein Bruder Johann Paris, der am 4. Februar 1757 starb, vermachte ihm 500 fl.[iii]
Schriften:
a) Gedruckte:
1. Philosophia votiva sive theses XII philosophicae ceu totidem devotissimae gratitudinis anathemata . . . principi Cölestino (. .) oblata, suspensae ac disputationi exposita abs Columbano Brendle et Urbano Rauch. Die (16.) men. Septbr. Anno MDCCXLIII. Typis pr. monasterij S. Galli. 4°, 7 Bll. – Zürich. Zentralbibliothek RRi 221 Adl. 13. (Grolig).
2. Sacerdos theologice celebrans, sive quaestiones et resolutiones de sacrificio Missae. Typis pr. mon. S. Galli 1748. 12°, 12 Bll., 131 S. – Stiftsbibliothek St.Gallen (ohne Sign.). Vadiana Ed 4120. (Grolig).
b) Ungedruckte:
1. Diarium Innocentii Herter et Honorati Peyer im Hof, Oeconomorum Rosacensium. 1760-1764. 4°, Band 1277 des Stiftsarchivs St.Gallen. Diaria RR. PP. Innocentii Herter ab Hertler et Honorati Peyer im Hof, Oeconomorum Rosacensium, quorum prior administravit ab anno 1759, secundus vero ab Anno 1763 usque ad annum 1785 mens. Junium. Primum Diarium descriptum fuit, alterum vero est Manuscriptum Authoris proprium et Originale. Et quia adjecta sunt quaedam Documenta et Acta, ideo non continuo ordine bene concinnatum. Composita, ordine quo licuit Jussu Successoris oeconomi P. Isonis Walser anno 1789. Pars I. et II. Band 1278 und 1279 des Stiftsarchivs. Band 1280 ist eine Kopie der Bände 1277-1279 mit Index.
2. Amts-Diarium des Wylischen Statthalters, P. Innozenz Herter ab Hertler, von 1763-1769 incl. 4°. Mit Index. Band 1365 des Stiftsarchivs. Fortsetzung von 1770 bis Januar 1777. Band 1366. (509)
[i] Jedenfalls von der Lampe an dessen Altar.
[ii] Abt Beda, Diarium II, 236.
[iii] Das Testament siehe Stiftsarchiv, Fasz. XXIX, 12.
42. Br. Joachim Enck
Br. Joachim (Josef) Enck von Altstätten. Geboren am 5. März 1703. Profess 14. September 1731. Gestorben am 1. April 1756. «Er war zimmlich Zeit unpässlich, der magen hat kein Speis behalten wollen.»[i] (510)
[i] Abt Cölestin II., Diarium V, 488.
43. Br. Josef Engelmayr
Br. Josef (Johann Baptist) Engelmayr von Blindheim. Geboren am 30. September 1705. Profess 14. September 1731. Gestorben am 29. November 1754. Abt Cölestin schreibt dazu:[i] «Heut hab ich die traurige Bottschaft in der Früh empfangen, dass der Br. Josef ein gescheider und sehr nüzlicher Religios zue Bernang gestern Abends in Gott verschiden seye. R. I. P. Er hatte einen kleinen Leibschaden und auf ander Leuthen einreden, wider mein einrathen, ein Operation vornehmen lassen, welche Ihme den todt gebracht; doch ist er, mit allen HH. Sacramenten versehen, sehr getröst verstorben.» (511)
[i] Diarium V, 255.
44. Br. Zacharias Leuthenbauer
Br. Zacharias (Josef) Leuthenbauer (Leitenbauer) v. Hugelfingen. Geboren am 13. März 1700. Profess 14. Oktober 1731. Gestorben am 16. Mai 1753 an einem hitzigen Fieber. (512)
45. Benedikt Pfister
P. Benedikt (Johann Ulrich) Pfister von Wittenbach. Geboren am 11. Januar 1714. Eltern: Johann Ulrich Pfister und Katharina Vogler. Profess 14. September 1733. Subdiakon 17. März 1736; Diakon 17. November 1737; Priester 28. März 1739. Primiz 12. April 1739.
P. Benedikt kam am 5. Oktober 1740 nach St.Johann als Lehrer der Rudimenta. Am 13. März 1743 wurde er Pfarrer zu Neu St.Johann; doch schon am folgenden 27. März wurde P. Anselm zu seinem Nachfolger bestimmt, «weilen P. Benedikt annoch nit tauglich gefunden.» Er blieb aber in St.Johann, von wo er im August 1743 auf einige Tage nach St.Gallen kam, «ob defectum corporalem.» Am 23. Oktober 1744 wurde er Lehrer der Syntax in St.Johann und 1745 wurde er auf ein neues Pfarrer in Nesslau.[i] Von da kam er am 4. November 1748 als Pfarrer nach Peterzell. Am 11. November 1760 berief ihn der Abt nach St.Gallen, «indeme ich mich entschlossen, selbigen als optimum religiosum et bonum oeconomum auf Lübingen[ii] zue brauchen.»[iii] Am 21. Oktober 1771 wurde er Brüderinstruktor in St.Gallen, kam aber dann 1778 wieder nach Libingen, und als dieses Kloster 1781 nach Glattburg verlegt wurde, zog er ebenfalls dorthin. Hier traf ihn am 13. Januar 1784 ein Schlagfluss, weshalb ihn der Abt am 19. heimholen liess. Er erholte sich wieder. Im Verein mit P. Anselm, Tutilo und Pankraz verlangte auch er im August 1785 Rechenschaft von Abt Beda über die finanzielle Lage des Gotteshauses. Ebenso erklärte er sich im November 1785 mit P. Tutilo, Ambros und Pankraz gegen die Errichtung einer Pfarrei in Ricken und verlangte am folgenden 1. Dezember Remedur in der Oekonomie des Stiftes. Doch gab er am 12. Oktober 1786 mit andern die Erklärung ab, dass er sich wieder ruhig verhalten wolle. Am 29. September 1788 feierte er seine Sekundiz. Er starb am 26. Oktober 1791 zu Rorschach. (513)
[i] D.h. Neu St. Johann.
[ii] Libingen, wo damals noch das heute in Glattburg sich befindliche Frauenkloster lag.
[iii] Abt Cölestin, Diarium VII, 84.
46. Viktor Rottenheusler
P. Viktor (Franz Josef) Rottenheusler von Weingarten. Geboren am 3. März 1715. Eltern: Johann Georg Rottenheusler und Maria Eva Kestler. Profess 14. September 1733. Subdiakon 17. März 1736; Diakon 17. November 1737; Priester 28. März 1739. Primiz 19. April 1739.
P. Viktor wurde am 23. Oktober 1743 mit dem Orgelunterricht für die Schüler betraut. Am 18. Dezember 1743 kam er nach St.Johann, für P. Pius, und wurde daselbst am 23. Oktober 1744 Lehrer der Grammatik. Am 13. September 1745 schickte ihn Abt Cölestin auf einige Zeit nach dem Kloster Petershausen, um sich im Orgelspiel weiter auszubilden. Am 11. Februar 1746 kehrte er zurück und gab daheim seit dem 5. Juni Unterricht im Orgelspiel, Gesang und Schreiben. Am 22. Oktober 1746 kam er in der gleichen Eigenschaft nach St.Johann. 1757, am 29. September, nahm ihn der Abt zur Benediktion in Muri mit. Am 24. Oktober 1761 wurde er von St.Johann zurückberufen und am 30. November Vizebrüderinstruktor und Vizecellerar. Am 10. August 1762 erhielt er wieder den Auftrag, den Schülern im Orgelspiel Unterricht zu erteilen. 1767 war er zweiter Kapellmeister und wurde am 16. April 1768 Unterküchenmeister. Am 16. August 1770 wurde er neuerdings nach St.Johann geschickt, «Confessarium Conventus et Seniorem zu agieren.» Wenigstens seit 1778 scheint er sich dauernd wieder in St.Gallen aufgehalten zu haben, wo er am 5. Juli 1785 starb. «Erat religiosus, pius et per plures annos aegrotus et libentissime ac cum desiderio mortem exspectans.»[i] (514)
[i] Diarium Abb. Bedae III, 319.
47. Br. Jodocus Richlin
Br. Jodocus (Jodocus) Richlin von Luzern. Geboren 1705. Profess 14. September 1733. Er wurde am 23. April 1743 mit Br. Marcus nach Disentis geschickt, um dort die Paramenten zu ordnen. Gestorben den 8. September 1782. (515)
48. Br. Gabriel Losser
Br. Gabriel (Franz) Losser von Wasserburg. Geboren am 14. Oktober 1701. Profess 14. September 1733. Er kam am 24. November 1744 nach St.Johann, «allda die Chororgel einzurichten».[i] Am 8. März 1746 wurde er nach Rorschach geschickt, um dort dem Statthalter, P. Maurus, der einen Finger gebrochen hatte, beizustehen. Am 30. Oktober 1750 musste er mit den Patres Maurus und Honorat den von Bagnato entworfenen Riss für die Kirche prüfen. Am 6. November 1760 kam er mit Br. Thaddäus «aus dem Reich», wohin ihn der Abt geschickt hatte, um in einigen Kirchen die Altäre und andere Kirchenzierden zu besehen, damit er seine Kenntnisse für die Ausschmückung der neuen Kirche verwenden könnte. Er wird «in omni genere sculpturae expertissimus» genannt. Beim Bau der Kirche untersagte ihm aber Abt Cölestin auf einige Zeit alle Tätigkeit, weil er sich auf seine Geschicklichkeit zuviel eingebildet hatte. Er baute in dieser unfreiwilligen Mussezeit das Modell der neuen Kirche, «prout ipse in animo habebat et secundum quam (formam scil.) Novam Basilicam S. Galli confici optabat.» Das Modell wurde früher in der obern Kustorei aufbewahrt und ist wohl identisch mit jenem, das sich heute in der Manuskriptensammlung der Stiftsbibliothek befindet. «Ingenti praeterea labore ac diligentia scamna pro Choro eleganter elaboravit, adhibits tamen aliis in arte sculptoria peritis. Opus 10 annorum. Structuram pro nova Bibliotheca ipse concepit et ipse librorum repositoria, condecoramenta, relaturas confecit.»[ii] Von ihm stammen auch die prachtvollen eingelegten Schränke, in denen die Manuskripte aufbewahrt werden. Er starb am 22. März 1785. (516)
[i] Diarium Abt Cölestin II., 321.
[ii] Mscr. 1426.
49. Dominikus Feistle
P. Dominikus (Josef) Feistle[i] von Blindheim. Geboren am 29. Januar 1713. Profess 20. Mai 1736. Subdiakon 28. März 1739; Diakon 25. März 1740; Priester 21. September 1743. Primiz 6. Oktober 1743.
Aus der Studienzeit als Theologe berichtet von ihm Abt Cölestin,[ii] dass im Oktober 1742 bei einem Examen, dem der Abt selber nicht beiwohnte, alle, ausser P. Dominik, gut geantwortet hätten; dieser habe «in speculativa wenig getan, und integrum tractatum de Gratia nit einmahl gelesen, wie er sich verlauten lassen in publico examine, ist nit recht, werde solchen zu finden wissen». Und der Abt fand ihn. Am 12. Oktober 1742 erging das Strafgericht über ihn. «Habe nach der Prim alle fratres Theologos sambt beyden Professoribus und P. Subpriore zue mir berueffen, f. Dominico sein gottlose hinlessigkeit in studio theologico also scharpf vorgehalten ut merito caeteri metum habeant. Pro poena habe ihn heut cum prostratione auf den Boden gesetzt, recreatione annua priviert, ad novum examen, ex Materia de gratia adigiert, cum tempore, so er sie wird studiert haben, ja auch getrohet, dass wann er künfftigs Jahr also hinlessig sein sollte, ich Ihne nit werde lassen zue dem Priesterthum gelangen. Spero quod se emendet, cum possit, utpote qui optimum talentum habet.»[iii]
Wir finden P. Dominik am 6. November 1747 als Lehrer der Poesie, ebenso wurde er wieder am 3. November 1748 dazu bestimmt. 1759 wurde er als Scriba bezeichnet. 1763 war er zweiter Kapellmeister. Er starb am 25. November 1782. «Fuit religiosus bonus et simplex; bonus scriptor pro choro varia descripsit.»[iv]
Schriften:
Antiphonarium benedictinum monasticum DD. Cölestini II. jussu conscriptum 1757. I. Band: Pars hyemalis, 588 S.; II. Band: Pars vernalis, 608 S.; III. Band: Pars aestivalis; 313 S. – Mscr. 1762-64 der Stiftsbibliothek St.Gallen. (517)
[i] Alias Fäustlin.
[ii] Diarium I, 489.
[iii] Diarium I, 491.
[iv] Abt Beda, Diarium III, 148.
50. Franz Uttiger
P. Franz (Beat Jakob) Uttiger von Baar. Geboren am 21. April 1717 als Sohn des Vogts und Ratsherrn Jakob Karl Uttiger und der Maria Barbara Bütler. Profess 20. Mai 1736. Subdiakon 28. März 1739; Diakon 25. März 1740; Priester 21. September 1743. Primiz 6. Oktober 1743.
Am 3. Dezember 1743 befahl der Abt ihm und andern, die Moral zu repetieren. Am 22. Oktober 1744 wurde er Zuchtmeister der Knaben. Am 7. September 1747 erfolgte seine Ernennung zum Münsterpfarrer. 1757 war er Küchenmeister in Rorschach, wo er 1759 Pfarrer wurde. Am 19. März 1767 wurde er Bauherr; zugleich war er Geistlicher Rat und Assessor. Am 28. Januar 1769 ging er als Zeuge zur Abtwahl nach Pfäfers. Er starb am 15. März 1771, «ex febri maligna; fuit pius et utilis religiosus.»[i] Sein Bruder Franz Martin Anton war Pfarrer in Gossau und Bernang. (518)
[i] Abt Beda, Diarium I, 452.
51. Ignaz Moesl
P. Ignaz (Georg Karl) Moesl v. Wasserburg. Geboren am 23. April 1717 als Sohn des Reichsvogtes Moesl in Wald und der Maria Viktoria X., die 24 Kinder hatten. Profess 20. Mai 1736. Subdiakon 28. März 1739; Diakon 25. März 1740; Priester 21. September 1743. Primiz 13. Oktober 1743.
Am 22. Oktober 1744 wurde P. Ignaz Lehrer der Poesie, am 8. Juni 1745 der Rhetorik. Am 20. Oktober 1745 wurde im Brudersaal «eine Comoedi gehalten von P. Ignatio Historia Hermanni Contracti; ist anständig ausgefallen, dero der Fürst von Disentis und ich beygewohnet.»[i] Am 5. November 1746 erhielt er wieder den Auftrag, Rhetorik zu lehren und die Novizen im Choral zu unterrichten. Am 22. Oktober 1746 wurde er Lehrer der Poesie und am folgenden 7. November Kapellmeister. Am 11. Juni 1747 begleitete er den Abt nach Rheinau und Fischingen. Am 6. November 1747 wurde er Lehrer der höhern Syntax. Am 30. Januar 1757 erscheint er als Kornherr, am 1. März 1763 als Vizebauherr. Am 19. März 1767 wurde er Statthalter in St.Johann, von wo er aber schon am 20. November 1768 als Statthalter nach Ebringen kam, wo er bis zum 10. August 1775 blieb. Er hat «mit Freuden die Statthalterei Ebringen aufgegeben», bemerkt Abt Cölestin, fügt aber bei: «will ihn mit Gelegenheit wieder consolieren». Im Februar 1776 war er in Wil, wo der dortige Statthalter, P. Innozenz, damals erkrankt, den Abt bat, er möchte P. Ignaz zum Beichtvater der Klosterfrauen ernennen, damit er ihm in der Verwaltung der Ökonomie helfen könnte, was auch geschah. Am 27. April 1778 fand man ihn zu Wil tot im Bett, nachdem er «3 oder 4 Tag vorhere nit wohl auf» gewesen war.[ii] Er wurde in Wil begraben. Sein Bruder, Fidelis Moesl, der am 1. Juli 1735 in St.Gallen seine Primiz gehalten, da er dort studiert hatte, war später Pfarrhelfer in Bernhardzell. (519)
[i] Abt Cölestin, Diarium II, 470.
[ii] Abt Beda, Diarium II, 334.
52. Franz Xaver Tschudi
P. Franz Xaver (Josef Leonz) Tschudi von Greplang aus Glarus. Geboren am 19. März 1718 als Sohn des fürstl. st.gallischen Lehenvogts Johann Melchior Franz Tschudi in Wil und der Maria Fidelia Tschudi, Freiin von Wasserstelz. Profess 20. Mai 1736. Subdiakon 28. März 1739; Diakon 25. März 1740; Priester 21. September 1743. Primiz 16. Oktober 1743.
P. Franz Xaver kam am 2. Juni 1741, noch Frater, weil krank, nach St.Johann, um dort «Geißschotten» zu trinken. Auch nach der Primiz finden wir ihn wieder in St.Johann, wo er am 23. Oktober 1744 Moderator und Lehrer der Rhetorik wurde. Im Februar 1759 erscheint er als Küchenmeister in Rorschach, wo er am 11. Februar den Auftrag erhielt, «ad interim» die Statthalterei zu versehen. Seit Pfingsten dieses Jahres aber war er an Podagra bettlägerig, weshalb am 11. Juli Pater Anselm für ihn als Küchenmeister dorthin kam. Er starb am 7. April 1762 in Rorschach. Abt Cölestin bemerkt dazu:[i] «War einstens under mir Novitius, ein sehr gescheider Pater in bestem Alter, war aber mehrere Jahr ohntauglich, indeme er an Podagra und Arteride vaga erstaunlich aber geduldigst gelitten, es hat aber annoch ein hietziges Fieber zue geschlagen.» (520)
[i] Diarium VII, 269.
53. Anton Schueler
P. Anton (Franz Karl Ulrich) Schueler von Wangen. Geboren am 21. Oktober 1718 als Sohn des st.gallischen Hofkanzlers und Vogtes Antonin Schueler in Neu-Ravensburg und der Maria Katharina Verena Antoblin. Profess 20. Mai 1736. Subdiakon 25. März 1740; Diakon 17. September 1741; Priester 21. September 1743. Primiz 20. Oktober 1743.
Er wurde am 22. Oktober 1744 zum Professor des Hebräischen bestimmt. Am 22. Dezember 1744 wurde er Unterkellermeister und am 19. Juni 1745 Gehilfe des Bibliothekars P. Karl. Schon am 29. Dezember 1745 erkrankte er «an einem hitzigen Fieber, mehreres aber an seiner Brust Engen und viler sich gesterkther Materi mit inflammation», weshalb er ins Krankenhaus überbracht werden musste, wo er am folgenden Tage versehen wurde und am 31. Dezember 1745 «pie et innocenter»[i] starb. – Ein Bruder war Jesuit geworden, trat aber später aus und wurde Weltgeistlicher. Eine Schwester, Ludovica, trat in Notkersegg ein, während eine andere, Maria Ida, in St.Georgen Profess ablegte. (521)
[i] Abt Cölestin, Diarium II, 490.
54. Remaclus Holenstein
P. Remaclus (Johann) Holenstein von Kirchberg. Geboren am 13. März 1717. Eltern: Balthasar Holenstein und Anna Widmer. Wegen einer vermeintlichen Krankheit seiner Stimmorgane verliess er das Noviziat, kehrte aber nach 10 Tagen wieder zurück. Man kam in Rom um Dispens ein, und so konnte er doch mit seinen Mitnovizen am 15. Juni 1738 Profess ablegen.[i] Subdiakon 25. März 1740. Diakon 17. September 1741; Priester 19. Dezember 1744. Primiz 26. Dezember 1744.
Am 22. Oktober 1746 wurde er zum Lehrer der höhern Syntax bestimmt. 1750 wurde er Pfarrer in Stein (Rothenflue); von dort kam er am 7. Dezember 1753 als Pfarrer nach Hemberg. Dort brach er 1759 ein Bein, das im Oktober, obwohl damals ein Vierteljahr seit dem Unfall verflossen, immer noch nicht recht geheilt war, weswegen ihn der Abt heimholen liess. Am 18. November 1760 kam er sodann als Pfarrer nach Peterzell, bis er am 27. Juli 1773 Münsterpfarrer in St.Gallen wurde. 1777 finden wir ihn als Küchenmeister in Rorschach, wo er von 1781-1783 Vizeökonom war. Am 7. November 1790 kehrte er nach St.Gallen zurück, erkrankte aber schon am folgenden Tage an einem Griesleiden. Er starb am 19. November 1790. (522)
[i] Fasz. XXIX, 12.
55. Constantius Pyrpichler
P. Constantius (Johann Jakob Ignaz) Pyrpichler von Höchst (Höchststettensis). Geboren am 9. Februar 1719 als Sohn des Franz Anton Pyrpichler, Rat des Pfalzgrafen bei Rhein, und der Maria Felizitas X. Profess 15. Juni 1738. Subdiakon 25. März 1740; Diakon 17. September 1741; Priester 19. Dezember 1744. Primiz 27. Dezember 1744.
Er wurde am 21. Oktober 1746 Lehrer der niedern Syntax und kam am 12. November 1747 in der gleichen Eigenschaft nach St.Johann. Von da wurde er am 19. November 1749 zurückberufen und am 5. November 1751 Kustos in St.Gallen. Am 3. Mai 1755 teilte der Abt ihm und P. Gerald mit, wo der Leib des hl. Otmar sich befinde, was man sonst sehr geheim hielt. Am 3. August 1760 erfolgte seine Ernennung zum Bursarius (Kassenverwalter), bis er am 18. Oktober 1767 Sekretär des Abtes wurde.[i] Am 11. September 1769 kam er wieder nach St.Johann, kehrte aber am 4. Februar 1772 nach St.Gallen zurück, wo er am 30. August 1775 Bursarius wurde. Er starb am 11. August 1787. Ein Bruder war in Ochsenhausen eingetreten, während wir von seinen Schwestern eine in St.Georgen, eine zweite in Notkersegg und eine dritte in St.Scholastica in Rorschach finden. (523)
[i] "Est titulus fictus", fügt der Abt bei.
56. Konrad Weber
P. Konrad (Franz Anton Leonz) Weber von Zug. Geboren am 24. November 1720 als Sohn des Vogtes Kaspar Leonz Weber und der Caecilia Vogt. Profess 15. Juni 1738. Subdiakon 22. Dezember 1742; Diakon 21. September 1743; Priester 19. Dezember 1744. Primiz 28. Dezember 1744.
Am 8. Juni 1745 wurde er Musik- und Schreiblehrer. Am 6. November 1747 wurde ihm die Syntax, am 3. November 1748 die Rhetorik anvertraut und am 19. Oktober 1751 wurde er zum Moderator bestellt; zugleich übernahm er am 7. November die höhere Syntax. Die Stelle eines Moderators hielt er bis zum 10. August 1762 inne, dann kam er, weil kränklich, nach St.Johann. 1769 finden wir ihn aber als Kornherr im Kloster. 1771/72 scheint er Kapellmeister gewesen zu sein, wenigstens wurde er vom Abte am St.Cäcilientage zur Tafel gezogen. Am 27. Juli 1773 wurde er Vestiarius. Am 7. Juli 1777 kam er als Beichtiger nach Libingen, wo er aber nur ein Jahr blieb. 1781 war er in Neu St.Johann, wo er am 26. Mai 1783 starb und begraben wurde. – Sein Bruder war P. Johann Baptist in Fischingen, bei dessen Primiz, am 24. Juni 1753, er predigte. (524)
57. Burkard Effinger
P. Burkard (Oswald) Effinger v. Einsiedeln. Geboren am 1. März 1721. Eltern: Melchior Ignaz Effinger, Goldschmied, und Klara Brandenberg von Zug. Profess 16. Oktober 1739. Subdiakon 22. Dezember 1742; Diakon 19. Dezember 1744; Priester 13. März 1745. Primiz 21. März 1745.
Am 8. Mai 1745 kam P. Burkard nach St.Johann. Am 16. November 1748 wurde er Pfarrer in Nesslau, am 4. November 1754 kam er als Münsterpfarrer nach St.Gallen. Am 14. September 1755 hielt er in Einsiedeln an der Engelweihe die Predigt. Er wurde am 20. Oktober 1759 Pfarrer in Wil, war aber schon anfangs 1760 krank; im April dieses Jahres verlautet, dass er während dem ganzen halben Jahre, da er anfangs in Wil, eine einzige Predigt habe halten können «ob infirmitatem hypochondriae». Doch hielt er am 12. Juli 1761 bei der Grundsteinlegung der Kirche in Niederbüren die Festpredigt. Sein Zustand scheint sich überhaupt gebessert zu haben; denn er blieb bis zum 19. März 1767 in Wil, musste dann aber wegen seiner Kränklichkeit weg. Der Abt wollte ihn zum Pfarrer in Rorschach machen, stand aber auf dringendes Bitten davon ab. In St.Gallen wurde Pater Burkard am 18. Oktober 1767 Küchenmeister und Gastpater. Am 11. September 1770 begleitete er den Abt zur Engelweihe nach Einsiedeln. Am 27. Juli 1773 wurde er Küchenmeister in Rorschach. Am 7. Juli 1777 aber wurde er in St.Gallen wiederum Vestiarius. Von hier begleitete er am 28. September 1782 den Abt zur Visitation nach Rheinau. Um diese Zeit muss er auch Brüderinstruktor gewesen sein; denn er wurde am 3. November 1784 aus diesem Amte entlassen. Er war auch eine Zeitlang Kustos (Necrolog). P. Burkard starb am 11. März 1785. «Er ware Zeit seines Lebens ein recht gutter religios.»[i] (525)
[i] Abt Beda, Diarium III, 297.
58. Tutilo Brager
P. Tutilo (Johann Jakob) Brager[i] von Goldach. Geboren am 5. September 1717. Eltern: Constans Brager und Elisabeth Baumgartner. Profess 16. Oktober 1739. Subdiakon 22. Dezember 1742; Diakon 19. Dezember 1744; Priester 13. März 1745. Primiz 25. März 1745.
Noch Frater, wurde er für den Musik- und Choralunterricht bei den Studenten bestimmt. Am 7. Mai 1745 kam er nach St.Johann. Am 27. September 1746 eröffnete ihm der Abt, dass er nach Disentis zu gehen habe. Von dort kehrte er am 15. Mai 1751 nach St.Gallen zurück; bis zum 3. Juni 1751 weilte er sodann in St.Johann, um nachher in St.Gallen zu bleiben. Am 9. September 1753 begleitete er den Abt nach Rheinau. Am 5. November musste er ein zweites Mal nach Disentis, wo er Subprior wurde. Ende Juli 1761 kam er kurz heim, musste aber nochmals hin, bis er am 26. August 1764 endgültig heimkehren konnte, nachdem er im ganzen fast 15 Jahre dort gewesen war. Dann hören wir wenig mehr von ihm. Von 1781-1783 war er mit dem Unterricht der Konvertiten betraut.[ii] Im August 1785 gehörte er mit zu der kleinen Gruppe der mit Abt Beda Unzufriedenen. Als der Abt, dem Drängen derselben nachgebend, eine Kommission für den Untersuch des Status Monasterii bestellte, kamen P. Tutilo und P. Benedikt am 17. August zum Abte, um sich dafür zu bedanken.[iii] Am 23. November 1785 protestierte er ebenfalls wegen der Pfarrei Ricken. Am folgenden 1. Dezember verlangte er neuerdings mit andern eine Remedur der Finanzen. Am 12. Oktober 1786 erklärte er aber mit P. Benedikt und P. Gerold, von jedem Prozess abstehen zu wollen, vorausgesetzt, dass beide Teile schweigen würden. Am 10. Juli 1789 starb er. «Vere pius Religiosus», bemerkt der Abt in seinem Tagebuch (III. 577). (526)
[i] Alias Prager.
[ii] Instructor Neophytorum.
[iii] "Quidquid sit, timeo pejora", bemerkt der Abt.
59. Gerald Zürcher
P. Gerald (Franz Michael Constantin) Zürcher von Bludenz. Geboren am 4. Oktober 1720 als Sohn des Franz Anton Zürcher, Untervogt und Richter der Herrschaft und Stadt Bludenz, und der Maria Ida Theresia von Mollendorf. Profess 16. Oktober 1739. Subdiakon 22. Dezember 1742; Diakon 19. Dezember 1744; Priester 13. März 1745. Primiz 28. März 1745.
Zunächst wurde P. Gerald am 8. Juni 1745 Professor der Philosophie, dann am 7. September 1747 Unterpfarrer in St.Gallen. Am folgenden 10. September hatte er mit P. Offizial die Kirchenvisitation im Rheintal vorzunehmen. Am 6. November 1747 aber schon wurde er zum Lehrer der Rhetorik und am10. Mai 1748 zum Professor der spekulativen Theologie bestellt. Am 15. September 1749 predigte er in Fischingen. Am 25. September 1752 wohnte er einer feierlichen Disputation in Muri bei und am 2. März 1753 hielt er eine solche aus dem kanonischen Rechte ab. Am 31. August 1753 ging er zu einer philosophischen und theologischen Disputation nach Ottobeuren. Seit dem 16. März 1753 bis zum 3. April 1759 versah er auch das Amt eines Archivars und Kapitelssekretärs; daneben war er seit dem 1. Dezember 1753 Münsterpfarrer. Am 3. April 1759 wurde er Pfarrer von Ebringen. Von dort kam er am 8. August 1771 als Pfarrer nach Rorschach. Am 11. Februar 1772 musste der Arzt nach Rorschach, weil P. Gerald heftiges Fieber hatte. Er starb schon am 19. Februar 1772 und wurde auf Marienberg in Rorschach begraben. «Fuit vir plane egregius et Parochus incomparabilis, cui ipse zelus animarum vitam abbreviavit; spero itaque eundem pro laboribus indefessis in cura animarum exantlatis jam frui requie sempiterna.»[i]
Schriften:
1. Positiones ex theologia scholastico-historica in pr. monasterio S. Galli defensae ab Udalrico Berchtold, Justiniano Bossart, Coelestino Schiess (Praeside P. Geraldo). Die 19. Junij 1752. Typ. pr. monasterii S. Galli. 16°, 3 Bll. – Stiftsbibliothek St.Gallen (ohne Sign.) (Grolig).
2. Historia poenitentiae publicae notis et animadversationibus illustrata. Typis et sumptibus pr. mon. S. Galli 1752. 8°, 8 Bll., 173 S., 5 Bll. – Stiftsbibliothek St.Gallen U 484. 2 Exemplare. Vadiana Ec 6780. (Grolig).
3. Etwas für alle: Oder·trostreichiste Auslegung desz heil. Vatter Vnser, Und Englischen Gruszes, Wie auch desz Apostolischen Glaubens; . . . samt einem Anhang, wie man glückselig leben, und gar leicht trostreich sterben könne. Der vierte Druck. Gedr. und zu finden im hf. Gottshaus St.Gallen. 1772. 12°, 5 Bll., 174 S., 3 Bll. – Stiftsbibliothek St.Gallen (ohne Sign.), 1. Auflage? 2. Auflage? 3. Auflage? (Grolig.)
4. Nach dessen Tod hinterlassene Denk-Schrift: Der vollkommniste, der kürziste, und lustigste Weeg In den Himmel Durch die Lieb Gottes. Gedr. im f. Gottshausz St.Gallen. 1772. 12°, 12 S. – Vadiana Misc. S. 5. (Grolig).
b) Ungedruckte:
1. Instructio practica Confessarii pro Territorio S. Galli composita abs RH. PP. Coelestino Deschler et Geraldo Zürcher, Mon. S. Galli, conscripta vero a P. Bonifacio Weyermann, ejusdem Monrij Mon. 1773. Klosterbibliothek Glattburg.
2. Traur-Gesang Bey der den 21. Hornung 1772 erfolgten schmerzvollen Beerdigung desz hochw. hochgel. H.H. Geraldus Zürcher, desz hf. Stifts St.Gallen Capitularen und geweszten erstlich allda, hernach zu Ebringen und letztlich . . . Pfarrherrn zu Rorschach, gesungen von einem unwürd. doch aber seinen Hirten liebend und allzeit verehrenden Pfarrkind. M. Erl. d. Obern (ohne Druckvermerk), 4°, 8 S. – Staatsarchiv, Sammlung Wegelin 24/12 und 103. (Grolig). (527)
[i] Abt Beda, Diarium I, 521. – Wegelin, Denkschrift, p. 69. – Ziegelbauer, Historia rei lit. O.S.B. III. 662.
60. Iso Walser
P. Iso (Franz Jakob) Walser von Feldkirch. Geboren am 28. August 1722. Eltern: Franz Josef Walser, Maler, und Maria Agnes Meyer. Mit 15 Jahren kam er nach St.Gallen. Profess 16. Oktober 1739. Subdiakon 21. September 1743; Diakon 19. Dezember 1744; Priester 4. September 1746. Primiz 11. September 1746.
P. Iso wurde, noch Frater, am 5. Juni 1746 zum Professor der Philosophie bestimmt; zugleich musste er Unterricht in Musik erteilen. Am 22. Oktober 1746 wurde er Griechischlehrer. Am 7. September 1747 erfolgte seine Ernennung zum dritten Pfarrherrn und anfangs 1748 wurde er Unterkeller. Am 23. April 1748 beschloss der Abt mit seinen Räten, P. Antonin in der Konstanzer Angelegenheit nach Rom zu senden und ihm P. Iso mitzugeben, «damit er was lehrne, quia optimus Religiosus et optimum talentum habet und sehr fleissig ist».[i] Die Beiden verreisten am 3. Mai 1748 und kamen am 17. Juni 1749 zurück. Über seine Reise hatte P. Iso ein genaues Tagebuch geführt. An der Sapienza erwarb er sich am 14. April 1749 den Doktorgrad beider Rechte. Heimgekehrt, wurde er wieder Professor der Philosophie; als solcher erhielt er am 14. Juli 1751 eine feierliche Disputation ab. Am 6. Juli 1749 war er überdies Katechet geworden. Am 11. August 1751 wurde er zum Theologieprofessor ernannt u und am folgendeu 7. November auch noch zum Griechischlehrer. Am 25. September 1752 hielt er eine Disputation über Moral. Am 31. August 1753 verreiste er zu einer solchen in Ottobeuren. Am 1. Dezember 1753 wurde er Unterpfarrer. Am 22. Dezember 1755 erhielt er den Auftrag, die jüngern Patres und drei Diakone im Predigen zu unterrichten.[ii] Am 24. November 1756 erfolgte seine Ernennung zum Vize-Offizial. Seit 1757 gehörte er zum engern geistlichen Rate des Abtes. Am 30. April 1757 ging er mit nach Pfäfers zur Visitation; am 14. August nach Kempten zu einer theologischen Disputation; er selber hielt am 20. Oktober 1758 eine solche aus dem kanonischen Rechte. Am 2. Juni 1758 wurde er Notarius Apostol. Am 14. November 1758 beschloss Abt Cölestin auf Bitten des Abtes Plazidus Hamilton vom Schottenkloster in Würzburg, ihn dahin zur Durchführung der Reform zu senden, «damit er alda Priorem conventus agiere, und die Disciplinam regularem zue restituieren helfe, auch dasigen Junioribus Religiosis die Theologiam tradiere, und andere nützliche Scientias, auch sich selbsten in dasiger celeberrima Universitate in Scientiis et Eruditione perficiere».[iii] Unterm 15. November bemerkt Abt Cölestin weiter: «Diser Liebe Pater und guetter und gelehrter Religios hat eine schwehre Mission, welche er dannoch ex nutu obedientiae willig und bereith auf sich genohmen, zu meiner nit geringen Consolation.»[iv] P. Iso verreiste am 16. November und kam am 26. in Würzburg an. Doch schon am 28. Januar 1759 erhielt der Abt Bericht, P. Iso, der magenleidend war, möchte heim, worauf er sofort heimberufen, am 11. Februar nach Rorschach und am 17. Februar mit dem Abte nach St.Gallen kam. Hier wurde er am 3. April 1759 Offizial. Als solcher entfaltete P. Iso eine ungemein segensreiche und vielseitige Tätigkeit. «Folgende Pfarreien des st.gallischen Landes verdanken seinen Bemühungen ihre Entstehung: Mühlrüti, Degersheim, Bichwil, Engelburg, Züberwangen, Diepoltsau und Ricken, denen sich die Kaplaneien von Bernhardzell, Jonschwil, Häggenschwil, Steinach, Bruggen, Hagenwil oder Muolen anreihen.»[v] Daneben überwachte und förderte er den Bau von 19 Gotteshäusern, auch wurden eine ganze Reihe restauriert. Für die Ausschmückung der Kirchen war er ebenso bemüht, vor allem versah er viele derselben mit hl. Reliquien; die zahlreichen Predigten, die er bei solchen Anlässen hielt, zeugen dafür. Daneben war er ein besonderer Förderer des Schulwesens. Ebenso gründete er manche Bruderschaften; er tat überhaupt sehr viel für die Belebung des kirchlichen Geistes. Daneben wurde er vom Abte noch vielfach zu besondern Missionen benützt. So hatte er am 20. Oktober 1759 in Luzern dem Nuntius zu seiner Erhebung zum Maggiordomo zu gratulieren; am 12. Dezember 1761 musste er wieder nach Luzern, um den neu angekommenen Nuntius Oddi zu begrüssen; ebenso am 26. Januar 1765, um Nuntius Valenti-Gonzaga zu bewillkommnen.
Volle 26 Jahre hatte P. Iso das Offizialat versehen, da wurde er am 25. Juni 1785 zum Statthalter von Rorschach ernannt. Zehn Jahre wirkte er hier mit ebenso grossem Erfolg. Als aber 1795 im Gebiete der Fürstabtei die bedrohlichen Unruhen ausbrachen, wurde auch P. Iso davon in Mitleidenschaft gezogen. Unzufriedene aus Rorschach verlangten vom Abte am 11. Mai 1795 die Abberufung des Statthalters. Schon am 15. Mai kam P. Iso «mit Sack und Pack hier an, allhier zu verbleiben».[vi] P. Iso war aber krank; er musste vom 16. bis 18. Mai im Krankenhaus bleiben. Bald ging er für einige Zeit wieder nach Rorschach, kehrte dann aber als stiller Mann in sein Kloster zurück, dessen herbe Schicksale er zum Teil noch miterleben sollte. Da er alt und gebrechlich war, konnte er, nachdem seine Mitbrüder geflohen, im Stifte bleiben. Er dachte zwar Anno 1800 daran, nach Fischingen zu übersiedeln; doch kam es nicht mehr dazu. Er starb am 3. Juni 1800. Über seinem Grabe erhebt sich heute eine Marmorplatte, die nebst der ursprünglichen Grabschrift die Erklärung enthält, wieso der bescheidene Mönch zu einem marmorenen Epitaph gekommen ist. Sie lautet: «Ao 1800 3. Junii pie in Dno obiit R. R. P. Iso Walser mon. Presb. S. G. Officialis J. V. D. Sen. Jub. – Detestatus sum omnem industriam meam. Habiturus haeredem post me, quem ignoro, utrum sapiens an stultus futurus sit. Eccl. 2. V. 18. R. I. P. – Faustis auspiciis Rmi et Illmi D. D. Augustini Egger espc (sic!) S. G. haeredes non indigni: juvenes Sodalitati Mariali aggregati adoratores Fundatori Adorationis perpetuae Sepulchrum oblivioni epitaphio hoc eripuere. MDCCCLXXXXVI.» Das segensreiche Wirken dieses Mannes lebt wirklich noch weiter in der durch ihn so eifrig geförderten Ewigen Anbetung, sowie in dem Buche, das er zu diesem Zwecke verfasst hat.
In unwürdigster Weise hat ein Mitbruder Pater Isos, Franz Weidmann, in seiner «Geschichte des ehemaligen Stiftes und der Landschaft St.Gallen unter den zween letzten Fürstäbten von St.Gallen . . . etc.»,[vii] das Wirken dieses Mannes herunterzumachen und sein Andenken zu besudeln gesucht.[viii] Umso wohltuender berührt es, dass Pater Iso eine Ehrenrettung widerfahren ist in der Arbeit des·hochverdienten St.Galler Stiftsbibliothekars Dr. A. Fäh: «P. Iso Walser O. S. B. Biographische Skizze. Lindau i. B. Verlag des Pelikan. 1897,» worin das Wirken P. Isos allseitig gewürdigt wird.[ix] – Ein Bruder, Franz Xaver Benedikt, war Portherr in St.Gallen, Kaplan in Jonschwil und Pfarrer in Steinach; ein anderer, Markus Josef, Benefiziat in Haslach.
Schriften:
a) Gedruckte:
1. Philosophus irresolutus sive quaestiones universae philosophiae principales ex praecipuis antiquorum et recentiorum fundamentis problematice expensae. Typis pr. mon. S. Galli 1748-1751. 8°, 5 Partes: Pars I. et II. 8 Bll., 479 S., 2 Bll. – P. III. et IV. 413 S., 1 Bll. (ohne Titelblatt). Pars V. 12 Bll., 564 S. (mit Haupttitel von 1751). – Stiftsbibliothek St.Gallen 4 Exempl. (ohne Sign.). – Vadiana C 8590. – Zürich. Zentralbibliothek RRm 248. (Grolig).
2. Praeludia physicae eruditae et jucundae seu fascillus experimentorum ad demonstranda theoremata mathematico-physica collectus . . . accedunt theses ex logica, quas defendent Magnus Hungerbychler, Marcellus Weber, Antonius Gehrig et Gerhold Brandenberg. Anno MDCCL die (22.) Aprilis. Typis pr. mon. S. Galli. 12°, 15 Bll., 155 S. – Stiftsbibliothek St.Gallen 2 Exempl. (ohne Sign.). – Zürich R y 226. (Grolig).
3. Philosophia Neoterico – peripatetica theoretieo – experimentalis et physico-mathematica. Publicae disputationi exposita . . . abs Magno Hungerbychler, Sigisberto Landvving et Antonio Gerig. Anno sal. MDCCLI (Kopftitel ohne Druckvermerk). 8°, 12 Bll. – Stiftsbibliothek St.Gallen (ohne Sign.) (Grolig).
4. Bonum optimum et malum pessimum. Id est de Deo glorioso et homine peccante. Theses histor.-crit.-dogmat.-scholasticae. Disputationi subjectae abs Magno Hungerbychler et Marcello Weber Die (21.) Augusti Anno MDCCLII. Typis pr. mon. S. Galli. 4°, 3 Bll., 7 S. – Zürich. Zentralbibliothek RRi 215. 20. (Grolig).
5. Synopsis practica physicae eruditae et jucundae experimentalis, seu propositiones mathematico-physicae. Editio altera. Typis pr. mon. S. Galli 1753. 8°. 18 Bll., 206 S. – Stiftsbibliothek St.Gallen 3 Exempl. (ohne Sign.). – Erste Auflage 1750. (Grolig).
6. Deus salvator et homo viator . . . Centuria select. theologic. proposita. Defend. abs Magno Hungerbychler. S. Theolog. candid. Anno 1756. Typis mon. S. Galli. Fol. 7 S. (Nach Scherer Nr. 277). (Grolig).
7. Juris canonici collegium theoretico-practicum. Typis pr. mon. S. Galli 1758. 4°, 31 S. (Nach Scherer Nr. 278; Fäh, p. 37; Grolig).
8. Philosophia animae rationalis. Typis mon. S. Galli 1739. Disputalion. (Fäh p.3, Anm. 1; Grolig).
9. Jurisprudentiae canonicocivilis propositiones defend. abs Magno Hungerbychler. Typis pr. mon. S. Galli 1755. (Fäh, p. 36).
10. Gladius Gedeonis sive nobilissimae inter juris consultos civiles controversiae. St.Gallen 1758. (Fäh, p. 37; Grolig).
11. Herrliche Erhöhung der . . . siegenden Wahrheit . . . d. i. hochfeierliche Übersetzung des hl. Leibs St.Valentini in die Pfarrkirchen zu Goldach. 14. Herbstmonat 1761. Gedr. im hf. Gottshausz St.Gallen. 8°, 109 S. (Nach Scherer Nr. 118; Fäh, p. 61 [hat 1762]; Grolig).
12. Feierliche Übersetzung des hl. Leibes St.Theodors röm. Martyrers in die hl. Kreuzkapelle der Pfarrei Berneck, vorgestellt in einer Streit- und Sittenrede. St.Gallen 1767. – Haller III. 1817. Basel. Universitätsbibliothek Falk 2933, Nr. 27, 40. (Fäh, p. 60; Grolig).
13. Triumpf oder herrliches Siegs-Gepränge einer heiligen bis in den Tod getreuen Bekennerin Christi und in den Mater-Peynen unüberwindlichen römischen Blutzeugin aus der alten und wahren Kirch: Dasz ist hochfeyerliche Übersetzung d. heil. Leibs St.Clementia röm. Mart. in die löbl. Filial zu St.Georgen und Closter-Kirchen des Gottshauses zu St.Wyborada O. d. hl. Benedictus, nächstdem fürstl. Stüfft St.Gallen, durch eine anschauliche Prozession abzuhalten Endts August oder Anfang des Herbstmonaths nach gestaltender Witterung im J. 1769. Samt einem geistl. Lied von St.Clementia m. Erl. der Oberen. Fürstl. Gottshausz St.Gallen 1769. 4°, 16 S. – Stiftsarchiv St.Gallen R 31 F 5. und Band 2032. – Staatsarchiv St.Gallen, Sammlung Wegelin 24. – Lobgesang. Ohne Druckvermerk 1769. 16°, 4 Bll. – Stiftsarchiv V. 10. 5.
14. Sanct Benedictus Röm. Martyrer. Ein jm Himmel glorreicher Blutzeuge . . . Das ist hochfeyerl. Übersetzung d. heil. Leibs St.Benedicti Röm. Mart. In die Löbl. Pfarrkirche zu Hagenwyl durch ein ansehnliche Procession abzuhalten den 11. Weinmonat, Sonntag vor St.Gallustag oder nach gestalten der Witterung den 12. oder 13. Tag Weinmonats im J. 1772. Gedr. im f. Gottshauss St.Gallen. 4°, 10 S. – Stiftsarchiv St.Gallen, Band 2032. (Fäh, p. 62; Grolig).
15. Frage, ob die katholische Eidgenossenschaft wegen Verehrung der hl. Reliquien zu tadeln sei? Predigt bei Translation des hl. Leibs der Röm. Martyrin St.Clementia nach St.Georgen. 1769. 4°. (Aufzeichnungen von P. Gall Morel; ebenso die folgenden Nummern 16. und 17.).
16. Marianisches Heiligthum in der Grafschaft Toggenburg d. i. Predigt auf die Jubelfeier der Lauretanischen Kapelle, 1678 bei Lichtensteig errichtet. 1780. 4°.
17. Abhandlung im Archiv für Pastoralconferenzen in den Landcapiteln des Bisthums Konstanz IX. s. 245-253: «Welchen Nutzen haben die Konferenzversammlnngen in Hinsicht auf die Seelsorge?
18. Ewige Anbettung dess Allerheil. Altars-Sacrament. In dem Geist und in der Wahrheit. Zu Oeffentlich. und Feyerlich-immerwährendem Gottes-Dienst In vier und zwanzig Stunden-Andachten eingerichtet für die Löbl. Jungfrauen-Klöster der fürstl. St.Gallischen Landen; Auch zu allgemeinem Trost und Nutzen aller andächtig- und eifrigen Verehrer dess Hochheil. Geheimnussz. M. Genehm. d. Ob. Gedruckt und zu finden im f. Gotteshaus St.Gallen 1774. 8°, 10 Bll., 655 S., 2 Bll. – Stiftsbibliothek St.Gallen (ohne Sign.) Sammlung Stiftsarchivar Dr. J. Müller. – 2. Auflage: 1. Teil 1786; 2. Teil 1788 (Einsiedeln Sd 1234). 3. Auflage 1800; weitere Auflagen 1844, 1853 (St.Gallen); 1858 (Ortenstein); 1873. 1884-1898 (Ingenbohl) Buch der ewigen Anbetung des allerheiligsten Altarssakramentes. Von P. Iso Walser O. S. B. Neueste, nach dem Original bearbeitete und vermehrte Auflage von P. Philibert Seeböck O. Fr. min. 3. Aufl., 800 S., Benziger & Co., Einsiedeln. (Grolig).
19. Der hl. Othmarus, der beste Schutz- und Kirchen-Patron der löbl. Pfarrey Andwil in einer Ehr- und Sittenrede vorgestellt, nach 50 Jahren von Errichtung der Pfarrey den 16. Tag Wintermonats im Jahr 1781. Stift St.Gallen 1782. 4°, 23 S. – Stiftsbibliothek St.Gallen (ohne Sign.). – Vadiana S. 446 Adl.
20. Christliches Handbüchlein. Das ist: Andächtige Wallfahrt zu dem Heiligen Kreuz auf dem Kalvariberg, und zu dem allerh. Sakrament des Altars; in kurz- und auserlesenen Andachts-Übungen, zu dem Gekreuzigten, und in dem heil. Sakrament immer gegenwärtigen Heiland Jesus Christus: samt anderen gewöhnlichen Andachten und Gebetheren. M. Erl. d. Ob. Gedr. und zu finden im f. Gottsh. St.Gallen 1782. 12°, 1 Bll., S. 3-237. 1 Bll. Sammlung Stiftsarchivar Dr. Müller; diesem Exemplar ist beigebunden: Vorbereitung zum Tode durch die nothwendigen Tugendübungen (ohne Druckvermerk, um 1782). 12°, 12 S. Ohne besonderes Titelblatt. (Grolig).
21. Neue Traur- und Trostvolle Erhöchung des heil. Creutzes unseres Herrn Jesu Christi, d. i. Hochfeyerliche Übersetzung des gnadenreichen Heil. Creutzes in die neuerbaute Kirch zum heiligen Creutz auf dem Calvariberg in der Gemeinde Rominten, unweit desz hochfürstl. Gottshausz St.Gallen. – Abzuhalten d. 18. Weinmonat 1772. Stift Sankt Gallen. 4°. – Staatsarchiv. Sammlung Wegelin 24/13. – Vadiana Miscel. helv. XLVII. (Grolig).
b) Ungedruckte:
1. Ratiocinium Itineris Romani RR. PP. Antonini et Ysonis a 4. Maij 1748 usque ad 14. Junij 1749. Band 287 des Stiftsarchivs St.Gallen. – Dasselbe Diarium Romanum in causa constantiensi 1748-1749. Band 1935. Fol. min.
2. Diarium sive Brevis Annotatio tum memorabilium tum consuetudinum hactenus in Monasterio S. Galli observatarum etc. conscriptum a Fr. Meinrado Reymann Anno 1736. 4°. Bis Ende 1743 von P. Meinrad geführt, dann von 1746 bis April 1748 von P. Iso. Bis Juli 1749 – da P. Iso in Rom – von anderer Hand; nur das letzte Blatt ist wieder von P. Iso. Band 288 des Stiftsarchivs St.Gallen.
3. Acta Extra-Judicialia Officialatus Tom. II. in quo describuntur ab anno 1759-1785 quae per XXVI annos contingere: 1. in erigendis novis Beneficiis; 2. in aedificandis novis Ecclesiis; 3. in reparandis et exornandis Ecclesiis; 4. in inferendis Territorio S. Galli Ss. Martyrum corporibus et Insignibus Ss. Reliquiis; 5. in instituendis novis confraternitatibus; 6. in fundandis singularibus Missis menstruis. Sub Directione P. Isonis Walser. Ibidem: Acta Montlingensia ratione Jurisdictionis Ecclesiasticae, praesertim Vicarij et Capellani ibidem ab anno 1756 usque ad annum 1764. Jussu P. Isonis Walser Cap. S. Galli et p. t. Officialis conscripta manu Josephi Gechwiler Pedelli. Band 397 des Stiftsarchivs St.Gallen.
4. Zins-Buch des Offizialats-Amts d.i. Verzeichnus der bezogenen und restierenden Jährl. Zinsen von deren unablösigen und ablösigen Capitalien des Offizialats-Amts. Eingerichtet im J. 1775 durch P. Isonem Walser p. t. Officialem. Band 416 des Stiftsarchivs St.Gallen.
5. Decurationes Reddituum Beneficialium inter RR. DD. Parochos Coadjutores et Sacellanos Antecessores et Successores in universis Beneficiis Ecclesiasticis Jurisdictioni Quasi-Episcopali Rev. et Cels. Principis et Abbatis S. Galli subjectis secundum ordinem alphabeti collectae et conscriptae Jussu et sub Directione P. Isonis Walser p. t. Officialis Anno 1766. 6 Bände. Band 443-448 des Stiftsarchivs St.Gallen.
6. Rechnungen der Kirchen, Bruderschaften, Schul, Armen und anderer Stiftungen in den Gemeinden des St.Gallischen Landeshofmeister Amtes ab Anno 1771-1778 (excl.) eingenommen durch das St.Gallische Officium. 4 Bände (vermutlich von P. Iso Walser). Band 450-453. Dazu kommen als Fortsetzung für die Jahre 1778-1784 drei Bände (Band 454-456); 1784-1788, 1788-1792 und 1792 bis 1796 je ein Band (Band 457-459).
7. Index generalis Actorum Officialatus Princ. Mon. S. Galli, quae in Cistis et Fasciculis, cuivis Ecclesiae et Materiae assignatis continentur, secundum Ordinem Alphabeti earumdem Ecclesiarum et Materiarum digestus Opera P. Isonis Walser p. t. Offic. Anno 1765. Tom. I. (Man kam nicht über die Anfänge hinaus; nur Altstätten und Andwil wurden behandelt.) Band 462.
8. Acta Ecclesiae Sanctae Crucis sive Relationes de origine, Fabrica, Benefactoribus, Fundatoribus et Rationibus annuis, aliisque Rebus ad novam Ecclesiam S. Crucis in Monte Calvariae pertinentibus. Nec non liber Anniversariorum et Urbarium dictae Ecclesiae, collectore P. Isone Walser, tunc temporis Officiale, Postea Oeconomo Rosaceno anno 1787 ad 1793. Band 501 des Stiftsarchivs St.Gallen.
9. Protocollum Visitationis Ecclesiasticae in Parochiis Territorii S. Galli anno 1759 abs Cölestino II. Abbate institutae. Annotante P. Isone Walser ejusdem Abbatis Officiali in Spiritualibus generali. Band 689 des Stiftsarchivs St.Gallen.
10. Acta synodalia Rmi Officii S. Galli sive accurata Descriptio Gestorum et Decretorum in Synodis I. Rosaceno, sub Rmo et Illmo Principe Coelestino anno 1690, II. Sangallensi sub Rev. et Illmo Principe Josepho anno 1737 collect. per Isonem Walser p. t. Officialem anno 1766. Pars I. et II. Band 692 des Stiftsarchivs St.Gallen.
11. Brevis notitia Curiae Romanae pro habendo recursu in singulis negotiis ad eandem curiam elaborata. 4°. Band 761 des Stiftsarchivs St.Gallen.
12. Summarischer Auszug aus den Dokumenten, die seit einigen Jahren errichtet worden oder in Vorschein gekommen sind: zu Beyhilf des Gedächtniss und der Nachsuchung zusammengetragen Anno 1789. Band 1271 des Stiftsarchivs St.Gallen.
13. Diarium RR. PP. Innocentij Herter ab Hertler et Honorati Peyer im Hof, Oeconomorum Rosacenium, quorum prior administravit ab anno 1759, secundus vero ab Anno 1763 usque ad annum 1785 men. Junio. Primum diarium descriptum fuit, alterum vero est Mauuscriptum authoris proprium et originale. Et quia adjecta sunt quaedam Documenta et Acta ideo non continuo ordine bene concinnatum. Compacta ordine quo licuit Jussu Successoris oeconomi P.Isonis Walser Anno 1789. Pars I. et II. Band 1278 und 1279 des Stiftsarchivs St.Gallen. – Band 1280 enthält eine Kopie mit Index.
14. Diarium P. Isonis Walser Oeconomi Rosaceni. Pars I. ab anno 1785 3. die Julii usque ad annum 1788 incl. Continens solum acta notabilia ejusdem Oeconomiae (mit Register). Pars II. ab anno 1789-1792. Mense Jul. (mit Register). Pars III. ab anno 1792 die 3. Julii usque ad annum 1795. – Dann folgt das Geschäftsdiarium des Statthalters P. Gerold Brandenberg vom 5. Juni 1795 bis 30. Sept. 1796 und hierauf das des P. Theodor Wick vom 14. Okt. 1796 bis 17. März 1797 (ohne Register). Band 1281-1283 des Stiftsarchivs St.Gallen.
15. Beschreibung des Anfangs und Fortsetzung der Salzhandlung zu Rorschach von dem Jahr 1781 samt den nachfolgenden Salzfactorie-Rechnungen von 1784 etc. Verfasst im Jahr 1789 von P. Iso Walser, damaligem Statthalter zu Rorschach. Band 1343 des Stiftsarchivs St.Gallen.
16. Varia Documenta, quae concernunt Castrum Wartegg, collecta et conscripta per D. Erath, Feudorum tunc Praefectum. Sub oeconomo Rosacensi P. Iso Walser. 1787. Band 1354 des Stiftsarchivs St.Gallen.
17. Beschreibung der Güter und Marken des Gottshauses Mariaberg zu Rorschach. Verfasst und mit großer Sorgfalt zusammengetragen auf Begehren P. Isonis Walser, Statthalter, von Lehenvogt J. Erath 1788. Band 1923 des Stiftsarchivs St.Gallen.
18. Predigten nnd Exhortationen des P. Iso Walser aus den Jahren 1745 bis 1786. Autograph. 16 Bände. 4°, Mscr. 1544-1561 der Stiftsbibliothek St.Gallen. Nr. 1552 und 1560 fehlen. (Sch., p. 493).
19. Universae theologiae propositiones P. Isonis Walser. Autograph, nebst zwei gedruckten Disputationen desselben von 1752 und 1755. Mscr. 1562 und 1563. Papier 4°. (Sch., p. 494).
20. Ethica religiosa conscripta a Coelestino II. Anno 1737, descripta ab Isone Walser 1741. Ejusdem Tractatus de Tepiditate. Mscr. 1566. Papier 4°. 261 und 90 S. (Sch., p. 494).
21. Orationes academicae (l746-1758) P. Isonis Walser. Mscr. 1588. Papier 4°, unpag. (Sch., p. 495).
22. Commentarius in IV. libr.Institutionum. Geschrieben von P. Iso Walser. Mscr. 1665. Papier 8°. (Sch., p. 501).
23. Ascesis religiosa tribus opusculis comprehensa von P. Iso Walser. 1794. Mscr. 1668. Papier 2° min. (Sch., p. 502).
24. Materia pro concionibus. Lateinisch und Deutsch von P. Iso Walser aus den Jahren 1756-1759. Mscr. 1675. Papier 4°. (Sch., p. 502).
25. Sacrae liturgiae dilucidatae. Aus dem Italienischen ins Lateinische übersetzt. (Fäh, p. 4) 1744 und 1745 im Namen der Mitschüler dem Abte Cölestin zum Namensfeste überreicht (Fäh, p. 4). Desgleichen
26. Parochus in domo infirmorum. 1746.
27. Diarium P. Isonis Walser Prof. S. Galli Herbipoli ad Macrinum Scotorum missi 1758-1759. Rheinauer Archiv Stift Einsiedeln R 190.
28. Die heilige Ruhe in der Einsamkeit d. i. Sichere Grundsätze in dem Ordensstande heilig und ruhig zu leben. 1788. 12°. Ohne Pag. – Handschrift in der Klosterbibliothek zu Glattburg.
Im Klosterarchiv Glattburg befinden sich auch Briefe von ihm (Nr. 22). (528)
[i] Abt Cölestin, Diarium III, 378.
[ii] Am 26. Juni 1756 hat er die Kindsmörderin Anna Maria Huber von Muolen auszutrösten.
[iii] Abt Cölestin, Diarium VI, 345.
[iv] Diarium VI, 346.
[v] Fäh, p. 49.
[vi] Abt Beda, Diarium IV, 16.
[vii] St.Gallen 1834.
[viii] Vgl. bes. p. 30: Der Offizial P. Iso Walser, aber auch sonst.
[ix] Ziegelbauer, Historia rei lit. O.S.B. IV. 303.