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Professen unter Abt Joseph von Rudolphi (Teil 1: 1717-1727)

Professen unter Abt Joseph von Rudolphi (Teil 1: 1717-1727)


1. Gallus Vetter

P. Gallus (Peter Alois) Vetter von Bendorf, Elsaß. Geboren am 14. Juni 1692. Er kam am 11. März 1719 nach St.Gallen. Profess 28. Oktober 1720. Subdiakon 20. Dezember 1721; Diakon 30. Mai 1722; Priester 13. März 1723. Primiz 29. März 1723.

 

P. Gallus wurde am 15. September 1723 Vorsteher der Schule, an der er auch als Lehrer tätig war. Am 18. November 1726 wurde er Brüderinstruktor, am 5. Juli 1727 Beichtiger in Notkersegg. Am 27. Oktober 1727 erhielt er vom Abte den Auftrag, «an der Rhetoric zu componiren helfen.» Am 14. Dezember 1728 erfolgte seine Ernennung zum Kellermeister, am 12. Oktober 1729 zum Rhetorikprofessor. 1732, am 28. Juni, kam er als Beichtiger nach Altstätten. Von dort kehrte er am 7. März 1737 als Küchenmeister nach St.Gallen zurück, kam aber bereits am folgenden 6. Juni in der gleichen Eigenschaft nach St.Johann. Am 26. Dezember 1740 wurde er Pfarrer in Alt St.Johann, bis am 13. März 1743 seine Ernennung zum Pfarrer von Rorschach erfolgte, wohin er sich am 26. März verfügte. Am 28. August 1747 wurde er Subprior in St.Gallen. Als solcher erhielt er am 3. Dezember 1747 den Auftrag, den vier Fratres Griechisch zu geben, die zugleich auch im Hebräischen Unterricht erhalten sollten, «damit diese linguae sacrae in dem Gotteshause fortgepflanzet werden, indem sie nothwendig und sehr anständig.»[i] Am 14. August 1761 erlitt er einen Schlagfluss, nachdem er schon länger an Altersschwäche gelitten. Darum wurde er am folgenden 29. November «magno et debito encomio» als Subprior entlassen. Ein erneuter Schlagfluss führte am 5. April 1762 sein Ende herbei, nachdem er sich «in acht Monath tag und nacht zue einem hl. Todt eifrigst zuebereithet und wie ich sicher hoffe, selbigen von Gott erlanget».[ii]

 

Schriften:

 

a) Gedruckte:

 

Mobile perpetum ecclesiastico-mathematicum in quo per tabulas mathematicas rotundo-quadratas quasi in quadratura circuli vir ecclesiasticus in novo calendario Gregoriano sic breviter pariter et delectabiliter instituitur, ut cum regio vate Psalm. 76 v. 6 dicere possit: Annos·aeternos in mente habui et quasi Iliadem in nuce totum mundum, velut in uno solis radio collectum conspiciat. Typis princ. monaster. S. Galli 1759. Fol. 2 Bll., 12 S., 4 Tafeln in Druck, 3 Kupfertabellen. – Stiftsbibliothek St.Gallen (ohne Sign.). (Grolig).

 

b) Ungedruckte:

 

Catalogus Monachorum S. Galli 1530-1761. 4°, Bd. 257 des Stiftsarchivs. Dort findet sich p. 180-186 eine kurze geistliche Erwägung auf den Tag seiner Geburt, Profess, der Weihen etc.

 

Eine von den Fratres juniores 1749 ihm gewidmete Übersetzung des Pompejo Sarnelli, Dux peregrinorum in Puteoli etc. findet sich in Mscr. 1363. Papier 8°, 191 S. (Sch., p. 452).

 

Die Fratres juniores widmeten ihm auf Neujahr 1758: La Regle de Saint Benoist traduitte de la langue Latine en Française dediée au très Reverend Père Gal. Vetter très honoré Sousprieur. – 12°, 333 S. mit Index. – Klosterbibliothek Glattburg. (469)

 

[i] Abt Cölestin, Diarium III, 302.

[ii] Abt Cölestin, Diarium VII, 269.


2. Notker Heine

P. Notker (Dominik) Heine von Altdorf bei Weingarten. Geboren am 27. Januar 1697. Er kam am 17. März 1719 nach St.Gallen. Profess 28. Oktober 1720. Subdiakon 20. Dezember 1721; Diakon 30. Mai 1722; Priester 13. März 1723. Primiz 4. April 1723.

 

Am 10. April 1723 befahl Abt Josef P. Notker, den Novizen den Triev vorzulesen; «soll dannach auch zugleich das Jus mit anderen anhören.» Am 22. Oktober 1723 begann er als Professor der Philosophie den Unterricht. Am 9. Oktober 1724 hielt er eine Disputation ab. Am 14. November 1725 wurde ihm «die summulas zu componiren und zu dictiren den Discipulis» übergeben. Am 4. November 1726 begann er mit neun Schülern wieder einen philosophischen Kurs. Am 15. September 1727 wurden die Fratres «aus der neu aufgesetzten Philosophie, so ein Compendium Philosophiae Cardinalis nostri sein sollte», examiniert. Zwei Tage später bemerkt der Abt: «Weilen die neue Logica wohl von den Fratribus ist gefasset worden, hab auch die Physicam et Metaphysicam zu componiren dem P. Notkero befohlen.» Auf Ersuchen des Abtes von Mariastein wurde P. Notker am 20. April 1729 dorthin als Professor geschickt. Ebenso musste er am 20. Februar 1730 nochmals hin. Am 13. September 1730 aber wurde er Brüderinstruktor in St.Gallen, und am 18. Januar 1731 Beichtiger in St.Georgen. Am 18. Oktober 1733 schickte ihn der Abt mit Subprior P. Fintan auf eine versprochene Wallfahrt nach Einsiedeln. Am 30. Dezember dieses Jahres hielt er eine philosophische Disputation ab. Am 8. Januar 1734 wurde er zum Moralprofessor ernannt und begann am 21. Januar die Vorlesungen. Am 30. Oktober 1737 wurde er, weil krank, von drei Ärzten untersucht. Damals wurde er auch Consistorialrat. Am 22. Juni 1738 erfolgte seine Ernennung zum Bibliothekar.[i] Doch kam er schon am 21. November 1740 als Subprior nach St.Johann, von wo er am 23. April 1742 zu einer Disputation nach Fischingen und am 21. September 1745 zu einer solchen nach Muri abgeordnet wurde. Am 6. November 1751 wurde er als Subprior entlassen. Er blieb aber offenbar in St.Johann, denn hier ereilte ihn am 13. Juli 1758 der Tod. «Mit schönen Anlagen des Geistes verband er viele Thätigkeit und zeichnete sich auch bald als brauchbarer und gelehrter Mann aus.»[ii]

 

Schriften:

 

1. Quaestiones theologicae von P. N. H. Mscr. 1597. Papier 4°, unpag. (Sch., p. 496).

 

2. Quaestiones in varios titulos Juris canonici von P. N. H. Mscr.1629. Papier 4°, Tomus secundus (Sch., p. 499).

 

Seine Bearbeitung der Philosophie Sfondratis erschien wohl später im Drucke (s. o. unter den Werken Sfondratis). (470)

 

[i] Weidmann, p. 161.

[ii] Weidmann, p. 161.


3. Otmarus Walzer

P. Otmarus (Franz Benedikt) Walzer von Kenzingen b. Offenburg. Geboren am 18. Januar 1698. Er kam am 14. März 1719 nach St.Gallen. Profess 28. Oktober 1720. Subdiakon 20. Dezember 1721; Diakon 30. Mai 1722; Priester 13. März 1723. Primiz 30. März 1723.

 

P.Otmar wurde am 9. Oktober 1723 Professor der untern Syntax. Am 24. Mai 1724 kam er nach St.Johann, von wo er gesundheitshalber am 27. Juli gleichen Jahres wieder zurückkehrte. Am 18. November 1726 wurde er Unterküchenmeister. Am 16. November 1732 wohnte er dem Bezug der neuen Kirche in Andwil bei, wobei er das Sanctissimum trug. Im Oktober 1737 war er Münsterpfarrer in St.Gallen, wurde aber am 18. Januar 1738 Pfarrer von Wil. Am 20. Mai 1744 kam er als Statthalter nach St.Johann, wo ihn der Abt am 2. Juni selber einführte. Am 29. Januar 1755 erfolgte seine Ernennung zum Statthalter in Wil. Am 1. Februar trat er diesen Posten an, von dem er am 21. Februar 1763 als Statthalter nach Ebringen berufen wurde; am 11. März ging er dorthin. Am 13. November 1767 ermahnte ihn Abt Beda «paterne, dass er ad exemplum praedecessoris sui Pirminii p. m. (s. d.) et aliorum in summa juniorum aedificatione freywillig ad requiem S. Galli sich begeben, et hoc quidem ei scripsi variis ex causis.»[i] Doch erst am 28. Oktober 1768 kam ein Brief, worin P.Otmar um Heimberufung bat; der Abt bemerkt dazu: «Sit Deus benedictus qui monasterium nostrum nunquam destituit optimis religiosis.» Am 29. Oktober hielt der Abt mit den ältern Patres Rat, ob er die Heimberufung gleich verfügen solle. Auf den folgenden St.Otmarstag wurde er heimbefohlen. Es war ihm aber erst auf den 28. November möglich, zu erscheinen. Am 31. Juni 1773 feierte P. Otmar seine Sekundiz, wobei Dekan P. Cölestin als geistlicher Vater funktionierte, während ein Franziskaner aus Villingen, Sohn der Stiefmutter P. Otmars, die Festpredigt hielt. Pater Otmar starb am 26. Dezember 1782. «Fuit bonus religiosus et oeconomus.»[ii] (471)

 

[i] Diarium Bedae I, 117.

[ii] Beda, Diarium III, 151.


4. Hermann Bauz

P. Hermann (Erasmus) Bauz von Überlingen. Geboren am 12. Februar 1698. Er wurde am 21. März 1719 in die Schule zu St.Gallen aufgenommen. Profess 28. Oktober 1720. Subdiakon 20. Dezember 1721; Diakon 30. Mai 1722; Priester 13. März 1723. Primiz 5. April 1723.

 

P. Hermann wurde am 16. Mai 1724 Unterarchivar. Am 13. Mai 1726 beauftragte ihn der Abt, die Urbarien neu einzurichten. Am 14. September dieses Jahres wurde er auch Unterpfarrer und Katechist. Im Oktober 1727 erfolgte seine Ernennung zum Archivar, und wohl gleichzeitig zum Kapitelssekretär; doch schon am 18. September 1728 wurde er Münsterpfarrer. Am 12. Oktober 1729 von diesem Amte befreit, lehrte er in der Folge Moral. Nachdem er diesen Kurs beendet, erfolgte am 27. September 1732 seine Ernennung zum Bursarius. Am 7. Dezember 1731 war er Notarius Apost. geworden. Am 22. Oktober 1733 verreiste er als Pfarrer nach Wil, wo er bis am 18. Januar 1738 wirkte. Hierauf kam er als Prior und Statthalter nach St.Johann, wo er so ausgezeichnet wirkte, dass, als er am 20. Mai 1744 Subprior in St.Gallen wurde, eine Abordnung beider Konfessionen, darunter die Prädikanten von Nesslau und Stein, beim Abte Cölestin vorstellig wurden, um die Berufung rückgängig zu machen. Am 28. August 1747 wurde er Offizial, welches Amt er bis zu seinem am 2. Februar 1752 in Wil erfolgten Tode innehatte. Er hatte nämlich Abt Cölestin am 13. Januar 1752 zu Verhandlungen nach Wil begleitet, um ihm dort behilflich zu sein. Da ergriff ihn ein starker Katarrh, Fieber und Engbrüstigkeit. Als am 20. die Lage schlimmer wurde, liess der Abt Dr. Heer von St.Gallen kommen, der den Zustand sehr gefährlich fand. Er wurde versehen. Der Abt kehrte am 25. nach St.Gallen zurück und schickte den Bruder Peter zur Pflege.[i] «Erat vir integerrimae sanitatis, multae experientiae, et Monasterio utilissimus.[ii]

 

Ein Zeitgenosse sagt von ihm: «Vir in parochialibus optime versatus, mansuetudine et charitate praecipue in sibi Commissos praestans; Theologiam practicam in S. Gallo publice cum laude professus; populo gratus, in Confessionibus excipiendis plurimum frequens, in concionibus habendis felix.»[iii]

 

Schriften:

 

a) Gedruckte:

 

Das gesegnete Land in dem gesegneten Fürsten, das ist anderte Ehren-Predig, da Coelestinus II . . . die hf. Abbatial-Benediction empfangen. Vorgetragen den 10. September 1741 (von P. Hermann Bauz). Getruckt im hf. Stifft St.Gallen, 1741, fol. 11 S. – Stiftsarchiv St.Gallen, Band 363, p.737. (Grolig).

 

b) Ungedruckte:

 

Predigten aus den Jahren 1726-1751. Mscr. 1587. Papier 4°, 693 S. (Sch., p. 495). (472)

 

[i] Vgl. Wegelin, Denkschrift in Verhandlungen der St.Gall.-Appenzell. Gemeinnützigen Gesellschaft, 1858, p. 64. Scherer, Katalog der Stiftsbibliothek, p. 495. – Hist.-biogr. Lexikon der Schweiz II, 56.

[ii] Diarium Cölest. IV, 448.

[iii] Zitiert bei Wegelin.


5. Viktor Salomon von Salomonsegg

P. Viktor (Adam Anton) Salomon von Salomonsegg aus Bludenz. Geboren am 1. Januar 1702. Er kam am 27. März 1719 nach St.Gallen. Profess 28. Oktober 1720. Subdiakon 13. März 1723; Diakon 31. Juli 1723 durch Nuntius Passionei in St.Gallen; Priester 22. September 1725. Primiz 29. September 1725.

 

Noch als Frater wurde er Lehrer der Syntax. Am 17. Juni 1726 kam er nach St.Johann, wurde aber am 13. September 1730 Knabenzuchtmeister in St.Gallen. Am 9. April 1731 wurde er mit Pater Athanas «dem Ammann Bürckhe in Roschach in die Chur gehen». Trotzdem starb er bereits am 27. Oktober 1732. (473)


6. Euseb Degen

P. Euseb (Kaspar) Degen von Lachen. Geboren am 28. August 1699. Er kam am 20. Juli 1719 an die Schule nach St.Gallen. Profess 28. Oktober 1720. Subdiakon 20. Dezember 1721; Diakon 30. Mai 1722; Priester 31. Juli 1723 durch Nuntius Passionei. Primiz 22. August 1723.

 

P. Eusebius wurde am 8. November 1726 Zuchtmeister der Knaben, am 3. Oktober 1727 Lehrer der Moraltheologie; als solcher hielt er am 10. September 1728 eine Disputation ab. Am 7. Oktober 1727 wurde er zum Unteroffizial ernannt, fuhr aber daneben weiter fort, Theologie zu dozieren. Am 5. Oktober 1730 hielt er wiederum eine Disputation. Am 18. Januar 1731 erfolgte seine Ernennung zum Küchenmeister in St.Johann. Von dort kam er am 27. September 1733 als Küchenmeister nach Wil, wo er zugleich Beichtiger in St.Katharina war. Vorübergehend hatte er vom 4. Januar 1738 an die dortige Statthalterei zu versehen. Am 8. November 1741 wurde er als Offizial heimberufen und am 28. Juli 1742 zum Notarius Apost. ernannt. Damals begleitete er P. Bernhard Frank von Franckenberg nach Rom (s. d.). Am 19. Februar 1745 ging er als Statthalter nach Wil. Von dort kam er im September 1754 krank nach St.Gallen, ging aber bald wieder nach Wil, wo jedoch sein Zustand bedenklicher wurde. Er litt an Wassersucht und einem Leibschaden. Am 27. Dezember 1754 kam Bericht, dass sein Zustand sich verschlimmert habe. Doch schon tags darauf wurde dem Abte gemeldet, dass er «auf eingenohmenes Hl. S. Otmari Wasser sich gar guet befinde». Doch schon am folgenden Tage, am 29., starb er. «War ein sehr frommer, gelehrter und liebreicher Religiose, so seine sach sehr wohl verwaltet, bedauret mich sehr.»[i] Sein Bruder war Abt Nikolaus Degen in Fischingen.[ii] (474)

 

[i] Abt Cölestin, Diarium V, 264.

[ii] Siehe dort. – Cfr. Hist.-biogr. Lexikon der Schweiz, II. 679.


7. Plazidus Lieber

P. Plazidus (Josef Anton) Lieber von Magdenau. Geboren am 8. Oktober 1701 als Sohn des 1712 enthaupteten Untervogtes Christoph Lieber von Magdenau. Bernhard Bluom von Inzenberg (Toggenburg) versah an ihm die Vogtstelle. Er kam am 13. Oktober 1719 nach St.Gallen. Profess 16. Oktober 1721. Subdiakon 31. Juli 1723; Diakon 1. April 1724; Priester 6. April 1726. Primiz 22. April 1726.

 

P. Plazidus wurde am 18. November 1726 Unterarchivar, am 22. September 1728 aber Archivar. Als solcher wurde er am 20. Dezember 1728 Apostolischer Notar. Im August 1733 hatte er im Auftrage des Abtes die Landmarchen gegen Appenzell hin zu bereinigen, wobei ihn die Appenzeller, wie Abt Josef bemerkt, «mit schümpflichen Worten abspeisen wollten.» Von 1728 bis 1737 versah er auch die Stelle eines Kapitelssekretärs. Am 20. März 1734 wurde er Küchenmeister. Als solcher wurde er am 6. Oktober 1734 nach Neu-Ravensburg geschickt, um die dortige Herrschaft zu bereinigen. Am 28. Januar 1735 wurde er Statthalter P. Roman als Gehilfe beigegeben. Am 16. Juli erhielt er den Auftrag, mit andern das Archiv zu registrieren. Am 7. März 1737 erfolgte seine Ernennung zum Statthalter in St.Gallen. Als solcher verwandten ihn die Äbte Josef und Cölestin II. sehr viel in geschäftlichen Angelegenheiten des Stiftes. Er leistete ausgezeichnete Dienste, bis er im Januar 1764 an einem Katarrh erkrankte, der die Ärzte das Schlimmste befürchten liess. Am 17. Januar erlitt er sodann einen Schlagfluss, der ihn links vollständig lähmte. Doch besserte sich sein Zustand wieder so, dass er am 4. März wieder beim gemeinsamen Tische erscheinen und seit dem 3. Juni wieder an den Beratungen teilnehmen konnte. Jedoch kränkelte er immer etwas; so bekam er am 10. Dezember 1764 die Gichtern, erholte sich aber wieder. Am 13. September 1765 stellte sich Erbrechen und am folgenden Tage ein Schlag ein, der seinem Leben ein Ende machte; 14. September 1765. «Er hat dem Gotteshaus sehr viele und grosse dienst gethan, indeme er die Statthalterey 27 Jahr mit grossem Nutzen administrirt, auch in Sprüch und Verträgen ein lebendiges Archiv ware, indeme er das Archiv mit grosser mühe und arbeit quoad documenta eingericht. Gott gebe Ihme den ewigen Lohn.»[i]

«Als Vorstand des Archivs erwarb er sich bleibendes Verdienst durch die neue und schöne Einrichtung des st.gallischen Urkundenschatzes, die allermeist unter seiner Direktion zustande kam. Den Archivdienst, neben welchem er zugleich die Stelle eines Konvent-Küchenmeisters (Archimagyrus) versehen hatte, vertauschte er im Jahre 1737 mit dem wichtigcn Amte eines Statthalters zu Sankt Gallen, in welchem er sich besonders durch die treffliche, mit grossem Fleiss und Mühe ins Werk gesetzte Einrichtung des Ehrschatzwesens um das Gotteshaus St.Gallen ebenfalls wesentlich verdient machte. Ausserdem, dass er in der Eigenschaft als Archivar und später noch im Marchenwesen und daherigen Differenzen mit Benachbarten gute Dienste leistete, ward von seinen Obern auch zu wichtigen politischen Geschäften und Sendungen gebraucht. Bei den mit Zürich und Bern wiederholt abgehaltenen Toggenburgischen Konferenzen war er einer der Abgeordneten von Seite des Stiftes; als solcher wirkte er mit zu dem 1755 errichteten Baden'schen Traktat wegen des Mannschaftsrechtes und zum Abschluß der Frauenfeldischen Vermittlung von 1759, durch welche die erwünschte Beilegung des Toggenburgischen Streitgeschäftes endlich erzielt wurde.»[ii]

 

Schriften:

 

1. Protocollum der gehaltenen Session deren Herren Ehrengesandten Lobl. IV. Schirmorthen in Streitsachen zwischen dem Stift St.Gallen und der Stadt Wyl bey dem Congress zu Rorschach anno 1733. Concept von P. Plazidus. Band 1241 des Stiftsarchivs St.Gallen. Über diesen sogen. Wilerhandel gehen die Bände 1218-1241 des Archivs.

 

2. Extract aus den Pfalzraths-Protokollen seit Anno 1604; Enthaltend die für und wider die Statthalterei St.Gallen ergangenen Urtheile und Bescheide, hinsichtlich Steg und Weg, Brunnen und Wasserleitungen, Güter, Zins, Zehenden, Ehrschatz und andere zerschiedene Rechtsamen des Gotteshauses St.Gallen. Zusammengetragen auf Veranstaltung des damaligen Statthalters P. Plazidus L. Anno 1740 (fortgesetzt bis 1795). Mit Index, Band 939 des Stiftsarchivs St.Gallen.

 

P. Plazidus war Besitzer der Handschrift 617 der Stiftsbibliothek: Conrad von Würzburgs Trojanerkrieg von 1471, die er 1739 auf der Burg Haldenberg, einem st.gallischen Lehen zwischen Wangen und Isny fand (Sch., p. 200). (475)

 

[i] Cölestin II., Diarium VIII, p. 203.

[ii] Vgl. Wegelin, Denkschrift in Verhandlungen der St.Gall.-Appenzell. Gemeinnützigen Gesellschaft, 1858, p. 50 und 65.


8. Maurus Buol

P. Maurus (Johann) Buol von Blindheim. Geboren am 2. Oktober 1691. Er besuchte zuerst drei Jahre die Schule in Dillingen, wie ein Zeugnis der dortigen Sodalität, derenConsultor und Präfekt er war, bezeugt. Profess 16. Oktober 1721. Subdiakon 31. Juli 1723; Diakon 1. April 1724; Priester 22. September 1725. Primiz 30. September 1725.

 

Noch Frater, wurde er am 16. August 1723 Lehrer der Musik. Am 19. Juni 1727 wurde er nach Rheinau geschickt, damit er dort «etwas von der Architektur» lerne. Zugleich restaurierte er dort die Chororgel. Am 21. August kehrte er zurück. Er scheint sich wirklich auf diesem Gebiete besonders ausgebildet zu haben, denn am 1. Juni 1728 befahl ihm der Abt, «weilen die bruggen bey der Haberthöre vnden St.Carlisthor eingefallen, solche wieder aufzubauen.» Zum 13. August 1728 finden wir im äbtlichen Tagebuch weiter den Vermerk: «Hab die endzwischen aufgerichtete neue Orgel, welche der P. Maurus gemacht, bey St.Othmar besichtiget und solche lieblich gut und proportionirt erfunden.» Am 11. Oktober 1732 wurde er Kornmeister, war aber daneben offenbar Bauherr; denn am 8. April 1734 visitiert er Neu-Ravensburg. Am 11. November 1740 erhielt er das Amt eines Klosterfrauenbeichtigers in Notkersegg. Am 29. November 1745 wurde er Küchenmeister. Daneben aber hatte er die Aufsicht über den Kornhausbau in Rorschach, weshalb er auch den Beratungen mit Bagnato beiwohnte.[i] Er scheint sich damals überhaupt in Rorschach aufgehalten zu haben; denn dorthin wurde ihm am 8. März 1746 Br. Gabriel als Gehilfe geschickt, weil er einen Finger gebrochen hatte. Auf Bitten des Abtes von Salem schickte ihn der Abt am 16. April 1747 auf einen Besuch dorthin. Am 26. Februar 1749 legte er schriftliche Rechnung über den Kornhausbau in Rorschach ab. Am 10. Oktober 1749 wurde er Unterstatthalter in Rorschach. Am 8. Mai 1754 wurde er als Unterstatthalter bestätigt. Zugleich war er Küchenmeister und Klosterfrauenbeichtiger in St.Scholastica. Am 5. März und wiederum am 18. April 1755 berief ihn der Abt zu Beratungen nach St.Gallen, wegen dem Kirchenbau, mit dessen Beaufsichtigung er in der Folge besonders betraut wurde. Am 1. März 1757 erschien er als eigentlicher Bauherr. In dieser Eigenschaft nahm er am 28. November 1757 an den Beratungen über den Bibliotheksbau teil. So hat offenbar P. Maurus ein grosses Verdienst an den herrlichen Bauten, die unter Abt Cölestin in St.Gallen entstanden. Er starb am 16. Mai 1764.

 

Schriften:

 

Neue Violinschule. St.Gallen 1756. Fol. (476)

 

[i] So am 31. Januar 1746.


9. Anselm Muos

P. Anselm (Franz Josef) Muos von Zug. Geboren am 9. Februar 1703 als Sohn des Johann Jakob Muos und der Regina Kolin. Er kam am 30. Oktober 1719 nach St.Gallen, nachdem er vorher mit bestem Erfolg in Wissenschaft und Musik die Schulen seiner Vaterstadt besucht hatte, wie das vom Expräfekten der dortigen Schule, Karl Josef Moos, am 21. Oktober 1719 ausgestellte Zeugnis besagt. Profess 16. Oktober 1721. Subdiakon 31. Juli 1723; Diakon 22. September 1725; Priester 29. März 1727. Primiz 20. April 1727.

 

Zuerst lehrte P. Anselm in St.Gallen die Humaniora, wo er am 7. Juli 1731, wie Abt Josef bemerkt, «mit den Studenten, deren 20 waren, eine Exhibition» hatte. 1729, am 16. September, wurde er Paedagogus. 1730, 15. März, kam er nach St.Johann, von wo er aber am 29. September 1731 zurückberufen wurde, als Lehrer der Syntax und Poesie. Am 17. Oktober 1733 kam er als Rhetorikprofessor wieder nach St.Johann. Dort führte er am 26. August 1734, als der Abt zu einer Visitation dort weilte, mit den Studenten eine Comoedie auf. Am 18. Oktober 1737 kehrte er als Knabenzuchtmeister nach St.Gallen zurück. Auch hier hatte er am 3. Oktober 1738 «in einer Comoedi durch die Knaben in der Schuel S. Othmari vitam exhibirt». Am 24. Februar 1741 wurde er wieder nach St.Johann verordnet, «damit dort der Chor decenter könne versehen werden.» Hier wurde er am folgenden 20. April Küchenmeister. Am 27. März 1743 erfolgte seine Ernennung zum Pfarrer von Nesslau; von da kam er am 27. Januar 1745 als Pfarrer nach Peterzell und vom 16. November 1748 bis zum 31. Juli 1759 als solcher nach Alt St.Johann. Dann wurde er Küchenmeister in Rorschach. Von dort wurde er am 27. Juli 1773 heimberufen, was er schon lange gewünscht hatte. Abt Beda zog ihn oft zu Beratungen bei und nahm ihn gerne bei Amtsgeschäften als Begleiter mit. Umso mehr überrascht es, ihn bei jenen Unzufriedenen[i] zu finden, die vom Abte 1785 die Einsetzung einer Kommission verlangten, welcher der Abt Einblick in die finanzielle Lage gewähren sollte. Der Abt liess ihnen am 15. August 1785 mitteilen, dass er lieber resignieren wolle; bestellte dann aber in der Folge doch eine solche Kommission. Vermutlich suchten die jüngern, unzufriedenen Kapitularen ihn als einen alten, erfahrenen Mann auf ihre Seite zu ziehen, um so ihr Vorgehen eher decken zu können. P. Anselm starb am 6. Dezember 1787, und Abt Beda stellte ihm das kurze, aber schöne Zeugnis aus:[ii] «Er ware pius religiosus.» – Ein Bruder, P. Plazidus, war in Pfäfers, einer, P. Beat, in Rheinau eingetreten, während ein dritter, P. Ignaz, Kapuziner wurde.[iii] (477)

 

[i] P. Benedikt, Tutilo und Pankraz.

[ii] Diarium III, 523.

[iii] Verdankenswerte Mitteilung von Herrn a. Lehrer A. Aschwanden, Zug.


10. Bonifaz Imfeld

P. Bonifaz (Jakob Ignaz) Imfeld von Sarnen. Geboren am 15. Juni 1701. Eltern: Johann Ignaz Imfeld und Margaretha Stockmann. Er kam am 30. Oktober 1719 nach St.Gallen. Profess 16. Oktober 1721. Subdiakon 31. Juli 1723; Diakon 1. April 1724; Priester 22. September 1725. Primiz 7. Oktober 1725.

 

P. Bonifaz war zuerst Subkustos, seit dem 23. März 1727. Am 21. Oktober 1728 kam er nach St.Johann als Lehrer der Grammatik und Katechet in Nesslau. Von dort wurde er am 11. Oktober 1731 nach St.Gallen zurückberufen und am 18. Oktober zum Unterpfarrer ernannt. Am 3. Februar 1732 wurde er Philosophieprofessor, kam aber schon im Herbst, am 27. September, als Pfarrer nach Nesslau. 1740 war er Pfarrer in Alt St.Johann, wo er bis am 24. Dezember 1740 blieb, um dann nach St.Gallen zurückzukehren. Seit dem 9. Januar 1741 war er hier Brüderinstruktor, wurde am 8. November 1741 Unterpfarrer und Katechet für die Kleinen. Am 5. Jan. 1743 wurde er Bursarius, Kellerherr und Gastpater; doch schon am 13. März kam er als Pfarrer nach Peterzell, wo er bis zum 26. Januar 1745 blieb. Am 9. März 1745 wurde er in St.Gallen Kustos und Gastpater, am 13. März Brüderinstruktor. Am 30. Juni 1747 begleitete er den Abt auf die Visitation nach Muri und Engelberg. Am 5. November 1751 erfolgte seine Ernennung zum Küchenmeister in Wil. Am 2. September 1752 beschloss der Abt, dass er von Wil aus die Pfarrei Welfensberg versehen solle, damit dort das Pfrundkapital anwachsen könne; am 23. September musste Pater Bonifaz auf diesen Posten. Am 22. August 1753 wurde er zum Gehilfen des Statthalters in Ebringen bestimmt. Wann er von dort heimkehrte, steht nicht fest. Er starb am 8. März 1755 in St.Gallen. Sein Erbe von 100 Thalern verehrte Abt Josef am 13. September 1733 den armen Geschwistern. (478)


11. Cölestin Gugger von Staudach

P. Cölestin (Michael Anton) Gugger von Staudach aus Feldkirch. Geboren am 28. Juni 1701 als Sohn des Stadtrates Michael Anton Gugger und der Anna Maria Oexlin. Er besuchte während sieben Jahren das Jesuitenkollegium in Feldkirch. Von da kam er am 31. Oktober 1719 nach St.Gallen. Profess 16. Oktober 1721. Subdiakon 21. Juli 1723; Diakon 23. September 1724; Priester 22. September 1725. Primiz 14. Oktober 1725.

 

Am 2. September 1726 wurde er zum Professor der spekulativen Theologie ernannt. Am 3. Oklober 1727 hielt er eine Disputation ab. Am 4. Februar 1729 erhielt er den Auftrag, die Rechte zu dozieren. Mit P. Bernhard Frank ging er am 18. Oktober 1729 nach Rom, wo er sich den Doktorgrad beider Rechte holte und von wo er am 16. November 1730 wiederum heimkehrte. Hier wirkte er seit dem 18. Januar 1731 wieder als Professor der Theologie. Am 14. Juli 1731 wurde er Suboffizial und am folgenden 7. Dezember Notarius Apost. Am 20. Oktober 1732 hielt er wieder eine feierliche Disputation ab. Am 27. Juni 1732 wurde er Beichtiger in Notkersegg. Am 3. November desselben Jahres wurde er neuerdings Kirchenrechtsprofessor, welchen Kursus er am 23. September 1733 mit einer Disputation schloss. Am folgenden 17. Oktober wurde er Küchenmeister in St.Gallen und einen Monat später Bibliothekar. Bis zum 1. April 1734 war er überdies Präfekt der untern Klassen. Am 20. März 1734 erfolgte seine Ernennung zum Subprior und Novizenmeister des Stiftes. Diese Stellung hielt er inne, bis am 23. März 1740 seine Wahl zum Abte erfolgte (s. d.). Als solcher regierte er bis zu seinem am 24. Februar 1767 erfolgten Tode. – Ein Bruder von ihm war als P. Prudentius Mitglied des Kapuzinerordens. Dieser kam am 10. Dezember 1744, als er Guardian in Langenargen war, nach St.Gallen, um für das Stift Weingarten ein Anleihen von 50 event. 100'000 fl. zu erlangen.

 

Schriften:

 

a) Gedruckte:

 

1. Systema universae theologiae San·Gallensis selectis ex omni materia thesibus ceu characteristicis signis delineatum ac publicae censurae seu disputationi expositum, abs Chrysostomo Haylland, Gregorio Waibel et Basilio Balthasar (Praeside P. Cölestino). Die 20. Oct. Anno MDCCXXXII. Typis mon. S. Galli. 4°, 8 Bll. – Zürich. Zentralbibliothek RRi 221 Adl. 8. (Grolig).

 

2. Ilias in nuce sive multa in compendio de beneficiis ecclesiasticis. Typis mon. S. Galli. 1735. 4°, 15 Bll. Nach Scherer Nr. 273. (Grolig).

 

3. Rituale romanum de missa seu rubricae, ritus et ordo celebrandi sanctissimum Missae sacrificium juxta praescriptum sanctae, universalis et apostolicae ecclesiae Romanae. Typis pr. monast. S. Galli. Anno MDCCXLII. 12°, 10 Bll., 290 S. – Stiftsbibliothek St.Gallen, 2 Exempl. ohne Sign. – Stiftsbibliothek Einsiedeln De 1275. (Grolig).

 

4. Concordata nova inter episcopatum Constantiensem et monasterium S. Galli ratione jurisdictionis ecclesiasticae una cum confirmatione apostolica sanctissimi patris ac dni Benedicti papae XIV. pro cleri et aliorum, quos hoc negotium tangit directione, in publicam lucem edita. Typis pr. monasterii S. Galli Anno MDCCXLIX. 4°, XXV S. – Staatsarchiv St.Gallen, Sammlung Wegelin, Nr. 26. – Staatsarchiv Zürich XVIII 219, 23. – Stiftsbibliothek Einsiedeln Hd 1330. (Grolig).

 

5. Ethicae religiosae et Religiosi ethici sive conscientiae et scientiae moralis Gymnasium adapertum. Gedruckt in Ottobeuren, Wankenmiller 1793, 8°. Das Manuscript dazu s. u. Mscr. 1319.

 

b) Ungedruckte:

 

1. Diarium Romanum, in qno non solum res memorabiles visae ac auditae referuntur, sed de die in diem accurata Rerum gestarum Ratio describitur. Conscriptum a P. Coelestino Gugger Romam misso Anno 1729. – Band 1934 des Stiftsarchivs.

 

2. Tagebücher des Abtes: 1.23.III. 1740 bis Ende 1742; 2. 1743-1745; 3.1746-1748; 4.1749-1752; 5. 1753-1756; 6. 1757-1759; 7. 1760-1763; 8. 1764-1766. Band 273-280 des Stiftsarchivs mit Registerband 281.

 

3. De causa visitationis. Eine von Abt Cölestin II. eigenhändig geschriebene historisch-kirchenrechtliche Abhandlung in Bezug auf den zu jener Zeit zwischen St.Gallen und Konstanz obgewalteten Visitationsstreit. Band 754 des Stiftsarchivs St.Gallen.

 

4. Notae et quaestiones in novam concordiam (inter Episcopum Constantiensem et Principem S. Galli). Band 753 des Stiftsarchivs St.Gallen.

 

5. Actorum Episcopatum et Monasteriorum diversorum ab anno 1740-1767 Pars I. et II. Die Korrespondenz des Abtes Cölestin mit geistlichen Fürsten, Bischöfen und Prälaten. Band 764 und 765 des Stiftsarchivs St.Gallen.

 

6. Exercitia pia Abbatis Coelestini II. Anno 1744 sub titulo: Quadruplex Attendite seu Status abbatis S. Galli (als Privatmann, Prälat, Quasi-Episcopus und Reichsfürst) a me et pro me solo cum practicis reflexionibus et propositis ad continuam memoriam conscriptus. 8°, Band 255 des Stiftsarchivs St.Gallen. Das Autograph liegt auf der Stiftsbibliothek St.Gallen. Mscr. 1459 u. Mscr. 1461. Kopie von 1761 (Sch., p. 484). Papier 4°, unpag. (Sch., p. 483).

 

7. Epistolae variorum ad Cölestinum II. Abb. S. Galli et P. Isonem Walser datae. 89 Briefe im Original von 35 Korrespondenten, dabei vier Briefe von Abt Cölestin selbst. Von 1753-1759 reichend. Mscr. 1105 (Sch., p. 408, wo einige der Schreiber aufgeführt sind).

 

8. Exercitia spiritualia Abbatis Cölestini II. Enthält auch seine Lebens- und Regierungsgrundsätze. Cfr. v. Arx III., p. 613. Mscr. 1160. Papier 4°, 256 u. 90 S. (Sch., p. 418).

 

9. Excerpta ex libris Institutionum Cölestini II. Mscr. 1316, 1317, 1318. Papier 4°. Von 1729 (Sch., p. 447).

 

10. Statuta über die Regel des hl. Benedikt von Abt Cölestin II., Mscr. 1610 u. 1611 (zwei Exemplare). Papier 4° (Sch., p. 497).

 

11. Commentarium in libros Institutionum des Abtes Cölestin. Mscr. 1618, Papier 4°, 230 und 215 S., 1776 geschrieben (Sch., p. 498).

 

12. Jus civile von Cölestin Gugger. Mscr. 1619 von demselben Schreiber wie Mscr. 1618, ebenfalls 1776 geschrieben. Papier 4°, 184 und 203 S. (Sch., p. 498).

 

13. Commentarius in IV libr. Institutionum. Wie Mscr. 1618. Mscr.1620-1627. Papier 4°, 8 Bände, 1776 geschrieben, aber von anderer Hand, als die vorgenannten Handschriften.

 

14. Ethica religiosa conscripta a Cölestino II. Anno 1737, descriptas ab Isone Walser 1741. Ejusdem Tractatus de tepiditate. Mscr. 1566, Papier 4°, 261 u. 90 S. (Sch., p. 494).

 

15. Fermentum divinae justitiae seu LIV exhortationes Cel. ac Rev. Prin. et Abb. S. Galli Coelestini II. habitae ad conventum S. Galli per memoriam exceptae abs R. P. Basilio Balthasar 1740-1764. Cum indice. – 4°, Mscr. 1813 (handschriftliche Ergänzung zu Scherers Katalog). (479)


12. Beda Waldmann

P. Beda (Josef Constantius) Waldmann von Rorschach. Geboren am 29. Januar 1702. Eltern: Hans Ulrich Waldmann und Maria Franziska Lauber. Er kam am 31. Oktober 1719 nach St.Gallen. Profess 16. Oktober 1721. Subdiakon 31. Juli 1723; Diakon 1. April 1724; Priester 6. April 1726. Primiz 23. April 1726.

 

Noch Frater, wurde er 1725 als Gesangslehrer für die Schüler bestimmt. Am 11. November 1726 kam er als Kapellmeister, Gesangs- und Musiklehrer nach St.Johann; zugleich war er aber auch Lehrer der Grammatik daselbst. Am 3. Oktober 1727 wurde er Zuchtmeister der Knaben in St.Gallen; daneben gab er wieder Gesangs- und Musikunterricht, und seit dem 7. Dezember wirkte er überdies als Lehrer der untern Syntax und des Griechischen. Im folgenden Jahre übernahm er die höhere Syntax, musste aber 1729 wegen Kränklichkeit von der Schule befreit werden. Er wurde dafür Unterküchenmeister. Als solcher kam er am 2. November 1729 nach St.Johann, von wo er aber schon im Dezember krank zurückkam. In St.Gallen wurde er am 11. März 1730 Cellerar; zugleich musste er P. Ulrich bei Bereinigung der Urbarien helfen. Am 15. Juni 1730 wurde er Kapellmeister und Untervestiar. Im Juni 1731 wurde er neuerdings Gesangs- und Chorallehrer und am 7. Mai 1733 Lehrer der niedern Syntax. Am 28. Januar 1735 erfolgte seine Ernennung zum Küchenmeister in St.Gallen. Schon am 12. Oktober 1735 aber musste er in der gleichen Eigenschaft nach St.Johann. Von dort aus ging er 1738 als Pfarrer nach Hemberg (Rothenflue). Am 17. Januar 1740 wurde er Pfarrer in Alt St.Johann; starb aber schon am folgenden 25. Januar und fand in Alt St.Johann seine letzte Ruhestätte. (480)


13. Edmund Weidner

P. Edmund (Beat Wunibald) Weidner von Thiengen im Klettgau. Geboren am 16. Oktober 1701. Profess 16. Oktober 1721. Subdiakon 31. Juli 1723; Diakon 1. April 1724; Priester 6. April 1726. Primiz 28. April 1726.

 

Zuerst wurde P. Edmund am 18. November 1726 Subkustos, dann kam er am 28. Juli 1727 nach St.Johann, wo er Zuchtmeister der Knaben wurde. Am 21. Januar 1734 kehrte er heim und wurde hier Bursarius und am 12. März 1737 Bibliothekar.

 

Den Obern verdächtig wegen Verkehr mit Frauenspersonen, wurde er schon 1736 gemahnt und im Kapitel gestraft. Da er sich nicht besserte, wurde er, bald nachdem er Bibliothekar geworden war, aller Ämter entsetzt und vom Beichtstuhl suspendiert. Da erfolgte in der Morgenfrühe des 14. April 1737 seine Flucht nach Arbon in Gemeinschaft mit einer gewissen Barbara Falk und unter Mitnahme einer Reihe wertvoller goldener und silberner Münzen. Er kam bis nach Meersburg, wo er von den ihm nachgeschickten Boten des Abtes aufgefunden und unter Zuhilfenahme der weltlichen Gewalt festgenommen wurde. Am 19. April kam er wieder nach St.Gallen zurück. Am 29. April wurde er im Kapitel verurteilt zu 24 Stunden strenger Haft, dann sollte er lebenslänglich in eine Zelle eingesperrt und von allen geistlichen Ämtern suspendiert sein. Er wurde übrigens recht gehalten und von eigens dazu bestimmten Patres besucht. Auch machte er 10 Tage Exerzitien und hielt sich anfänglich recht gut. Nach ein paar Wochen aber fing er zu klagen an und meinte, es wäre besser, er könnte ein anderes Kloster aufsuchen. Zugleich klagte er über Kränklichkeit; man kam aber darauf, dass er durch freiwilliges Hungern sich selber schwächte, und der Arzt zwang ihn wieder zum Essen, so dass er wieder zu Kräften kam. Am 15. September gelang es ihm, die Mauer zu durchbrechen und sich im Abort der Brüder zu verstecken. Von da wollte er in der Morgenfrühe durch die Kirche entweichen. Aber er wurde aufgefunden und in sicherern Gewahrsam gebracht. Da er auf dies hin zu lästern anfing, wurde er, der Vorschrift der hl. Regel entsprechend, von zwei Brüdern körperlich gezüchtigt, und als er mit Selbstmord drohte, gefesselt. Trotzdem gelang es ihm, einen neuen Fluchtversuch vorzubereiten, den er aber dann selbst entdeckte, worauf die Zelle verstärkt wurde. In der hl. Nacht, am 25. Dezember 1738, gelang es ihm aber nachts um 2 Uhr, als alles in der Kirche war, wieder zu entkommen. In ein wollenes Bettuch gehüllt, entkam er, gespensterhaft sich aufführend, in die Stadt und wandte sich von da mit Hilfe eines St.Galler Bürgers nach Zürich, wo man ihn mit offenen Armen aufnahm. Abt Josef, der viel für den Unglücklichen hatte beten lassen, schickte sogleich, als er vernahm, P. Edmund sei in Zürich, den Hofammann Rüthi dahin und verlangte seine Auslieferung als eines Diebes, der vieles aus der Bibliothek entwendet und als eines Rechtsflüchtlings, der dem Kerker entwichen sei. Zudem habe Zürich, als Schirmort der Abtei, diese in ihren Rechten zu schützen. Aber alles war umsonst. Da P. Edmund zur reformierten Lehre übertrat, verweigerte Zürich die Auslieferung. Er wurde in der Folge Pastor in Horgen. Über seinen Glaubenswechsel gab er eine eigene Schrift heraus, in der er sich zu rechtfertigen suchte. Diese wurde durch den Jesuiten Biner widerlegt.[i] Abt Cölestin II., ehemals sehr gut mit P. Edmund befreundet, suchte ihn wieder zurückzuführen. Er hielt am 26. April 1745 eine eigene Beratung ab, was in dieser Angelegenheit zu tun sei, und entschloss sich, ihm eigenhändig zu schreiben und den Brief ihm durch eine sichere Person[ii] zukommen zu lassen. Zugleich versprach er, um einen glücklichen Ausgang der Sache zu erlangen, eine Wallfahrt nach Einsiedeln und Sachseln. Doch dieser Schritt blieb ohne Erfolg, weshalb der Abt am 23. November 1747 ihm nochmals schrieb. Da erhielt der Abt durch einen Freund in Zürich die Kunde, dass P. Edmund am 12. Juni 1748, «abendts um 9 Uhr an einer kurzen Krankheit verstorben und am 14. hujus alda (in Horgen) begraben worden. Deus misereatur peccatricis animae, si misericordia digna est. Feci quantum potui, et forsan plus quam decuit, pro salute errantis oviculae, sed semper distulit redire ad Patrem, donec morte praeventus amplius haud potuit, quod illi binis in litteris praedixi futurum.»[iii] (481)

 

[i] "Des Ehrwürdigen Beat Wunibald Pastori, gewesenen Capitularen des Hochfürstl. Stiffts St.Gallen, genannt Pater Edmund von St.Gallen, Glaubens Bekanntnis . . . vor einem Ehrwürdigen Ministerio in Zürich by gehaltenem Convent öffentlich abgelegt den 16. Octobris 1739." 8°, 20 S. – Staatsarchiv St.Gallen, Sammlung Wegelin 23/22.

Als Antwort darauf erschien von Joseph Biner: "Protestantische Glaubens-Bekenntnuss eines nach Zürich flüchtigen Ordensgeistlichen kürtzlich widerlegt." Lucern 1740. – Idem, "Satyrisches Gedicht auf die Glaubens-Verbesserer" mit Anmerkungen, erläutert von Isak Bond (Joh. Conrad Füssli). Freyburg (Zürich) 1740. – Eben von diesem Verfasser und wohl durch die nämlichen Umstände veranlasst erschien: "Beschreibung des unglücklichen Anlauffs der Herren Praedicanten zu Zürich in ihrem angestellten Mucken-Tantz um das Licht katholischer Wahrheit." 3 Theile. Augsburg 1742-1743.

[ii] Abt von Einsiedeln.

[iii] Abt Cölestin, Diarium III, 406. – Vgl. auch Brevis descriptio tristissimi Lapsus miserrimi Confratris Edmundi Weidner Anno 1738 in Fasz. XXIX; 12°; reicht aber nur bis zum Herbst 1738. – Weidmann, p. 158/160.


14. Robert Good

P. Robert (Mathias) Good von Ragaz. Geboren am 29. März 1698 als das jüngste von den neun Kindern des Johann Heinrich Good; die Mutter, Dorothea Wilhelm, starb bei seiner Geburt. Er studierte in Pfäfers vier Jahre lang, wie die am 14. März 1719 ausgestellten Zeugnisse beweisen, denen zufolge er nur im Figuralgesang etwas schwach war. Dann kam er nach Einsiedeln, wo er ins Noviziat eintrat, das er aber bald wieder verliess. Am 3. November 1719 kam er nach St.Gallen und trat hier das Noviziat an. Profess 16. Oktober 1721. Subdiakon 13. März 1723; Diakon 31. Juli 1723; Priester 1. April 1724. Primiz 23. April 1724.

 

Zuerst wurde P. Robert Katechet in Neu St.Johann; von dort wurde er nach St.Gallen zurückberufen, um in der Seelsorge daselbst auszuhelfen. Von 1732 bis 1734 war er Küchenmeister, dann kam er als Pfarrer nach Hemberg, wo er beim Aufruhr von 1735 sehr energisch auftrat. Ungefähr 1737 kam er wieder an die Pfarrei in St.Gallen, wo er sich 1739, als ein «ziemlich giftig hitziges fieber grassierte», sehr auszeichnete. Er wurde ebenfalls krank, genas aber wieder. Am 12. Mai 1740 wurde er nach Rorschach geschickt, um dem dortigen Pfarrer, P. Moriz, der kränklich war, beizustehen. Schon am 28. April wurde er selber Pfarrer von Rorschach. Doch blieb er nur bis zum 8. November 1741 daselbst, um dann die Pfarrei Peterzell zu übernehmen. Von dort ging er am 13. März 1743 als Pfarrer nach Alt St.Johann, wo er bis zum 16. November 1748 blieb. Als Küchenmeister und Gastpater wirkte er sodann in St.Gallen, wo er am 3. August 1760 dazu noch Unterstatthalter und Kellerherr wurde. Er war Küchenmeister bis 1767, wo er am 18. Oktober Bursarius wurde. Seit 1771 immer kränklich, wurde er am 6. Juni 1774 «bey dem mittagspeisen in dem Speisgaden mit einem Schlag getroffen», worauf man ihm Absolution und letzte Ölung gab und ihn auf sein Zimmer brachte. Er starb am 10. Juni 1674. «Er war sacerdos jubilaeus[i] und hatte das 77 jahr angetretten, ville jahr Kuchelmeister und Kellerherr allhier und hatte seine officia sehr wohl versehen.»[ii] (482)

 

[i] Sekundiz 17. April 1774.

[ii] Abt Beda, Diarium II, 72.


15. Br. Gallus Widmann

Br. Gallus (Franz Josef) Widmann von Kißlegg. Geboren am 9. November 1692. Profess 12. Oktober 1721. Er musste bis zum Juni 1741 in St.Johann gewesen sein, denn am 12. Juni dieses Jahres wurde für ihn Br. Kaspar dorthin geschickt. 1745 war er Krankenbruder in St.Gallen. Er starb am 19. Juni 1758. (483)


16. Br. Otmar Weyermann

Br. Otmar (Anton) Weyermann von Wittenbach. Geboren den 12. Januar 1697. Profess am 12. Oktober 1721. Am 7. September 1745 hatte der Abt «grosses consilium chyrurgorum über den Bruder Otmar, so eine Zeitlang in sehr schwehren Affect in Hagenwyl in der Cur sich befindet, halten lassen, in Beysein unseres Medici, so ich dahin geschickt.» Am 31. Oktober berichtete Dr. Heer, dass es mit Br. Otmar sehr schlecht stehe, «er sey ein wahrhaffter Martyr in seinem schweren Zustande.» Am 9. November schickte der Abt P. Innozenz zu ihm nach Hagenwil, damit er ihm im Tode beistehe. Er wurde am 27. November 1745 von seinem Leiden erlöst und am 29. im Beisein von 3 Patres, die der Abt hingeschickt hatte, in Hagenwil begraben. (484)


17. Br. Notker Schürpf

Br. Notker (Josef) Schürpf von St.Georgen. Geboren am 20. November 1689. Profess 12. Oktober 1721. Am 5. Juni 1741 wurde er ins Bad Kobelwies bei Altstätten geschickt, «seiner Contraction an Händ und Füessen abzuhelfen.» Er starb am 2. Juni 1757. (485)


18. Johann Baptist Wohlgemut

P. Johann Baptist (Franz Georg Vitalis) Wohlgemut von Beromünster. Geboren am 30. November 1703 als Sohn des Johann Heinrich Wohlgemut und der Anna Maria Häfliger. Er kam am 15. Dezember 1719 nach St.Gallen. Profess 16. Oktober 1723. Subdiakon 21. September 1726; Diakon 20. September 1727; Priester 24. September 1729. Primiz 29. September 1729.

 

P. Johann Bapt. betätigte sich vor allem auf musikalischem Gebiete. Abt Cölestin schickte ihn am 1. Oktober 1741 mit P. Chrysostomus nach Rorschach zur Erholung, «ob speciales quoad Musicam labores in Benedictione.» Am 30. November 1745 wurde er Vestiar, am 17. November 1746 Küchenmeister in St.Johann. 1752 war er Kapellmeister in St.Gallen, 1759 Vestiar und Direktor der Buchdruckerei; als solcher erscheint er noch 1772. Mehrfach finden wir ihn als Begleiter des Abtes Cölestin resp. Beda, so am 28. April 1751 zur Benediktion nach Muri, am 5. Mai 1764 zur Visitation nach Rheinau, am 11. September 1777 zur Engelweihe nach Einsiedeln. Am 25. Juli 1779 feierte er seine Sekundiz. Er starb am 29. April 1780.

 

Schriften:

 

12 Messen zu 4 Singstimmen mit beziffertem Orgelbass; 31 Motetten für 2 Singstimmen und Orgelbass; 20 Offertoria für 4 Stimmen und Orgel. Manuskripte in der Einsiedler Musikbibliothek, Theke 274, 275. (486)


19. Theodor Kienberger

P. Theodor (Johann Nikolaus) Kienberger von Wil. Geboren am 29. Oktober 1703. Eltern: Georg Joachim Kienberger und Wiborada Senn. Er trat am 6. Oktober 1720 in die Schule zu St.Gallen ein. Profess 16. Oktober 1723. Subdiakon 21. September 1726; Diakon 20. September 1727; Priester 24. September 1729. Primiz 2. Oktober 1729.

 

Am 12. Oktober 1736 wurde er Lehrer der Rhetorik, nachdem er offenbar schon vorher an der Schule tätig gewesen war. Am 29. November 1740 wurde er Kellermeister. Am 31. Januar 1742 kam er als Pfarrer nach Stein, wo er bis 1750 wirkte.[i] Alsdann finden wir ihn in St.Gallen, von wo aus er am 11. März 1751 den Abt zur Abtswahl in Muri begleitete. 1759 war er Unterküchenmeister. Er starb am 17. Oktober 1777. «Fuit vir bonus et religiosus.»[ii] – Ein Bruder von ihm war der Kronenwirt in Wil; eine Schwester, Maria Felizitas, war in St.Georgen eingetreten. (487)

 

[i] Rothenflue, der ihn Ainberger nennt.

[ii] Abt Beda, Diarium II, 292.


20. Beat Keller

P. Beat (Franz Jakob Leonz) Keller von Luzern. Geboren am 8. September 1705.[i] Eltern: Heinrich Josef Keller und Maria Elisabeth Dürler. Er kam am 19. Oktober 1720 nach St.Gallen. Profess 16. Oktober 1723. Subdiakon 21. September 1726; Diakon 20. September 1727; Priester 24. September 1729. Primiz 9. Oktober 1729.

 

Abt Josef ernannte ihn am 12. Oktober 1729 zum Professor der Philosophie; als solcher begann er am 20. November seinen Unterricht. Am 20. November 1730 wurde er mit P. Notker zu einer Disputation nach Rheinau geschickt; er hielt selbst eine solche am 17. Oktober 1731 zur Beendigung seines Kursus. Am 7. Dezember 1731 wurde er Notarius Apost. und am 8. Januar 1734 Professor der spekulativen Theologie. Am 1. April 1734 ernannte ihn der Abt zum Vizeoffizial. Daneben lehrte er wieder Philosophie; denn am 18. Februar 1735 hielt er eine philos. Disputation ab. Am 1. Mai 1735 ging er mit P. Mauritius zur Benediktion des Abtes Nikolaus Imfeld und zur Konsekration der Kirche nach Einsiedeln. Am 24. Juni 1737 befahl ihm der Abt, «die Physicam gleich der Logic zu componiren. Endzwischen aber sind die Discipuli logici still gestelt, und mit der Rhetorica sacra occupirt worden.»[ii] Im Konstanzerhandel musste er am 11. Dezember 1739 zum Nuntius gehen. Am 15. Oktober 1740 wurde er Professor für Moral und Pastoral. Am 7. Dezember 1741 erfolgte seine Ernennung zum Präfekten der Schule. Am 5. Februar 1743 erhielt er den Auftrag, mit dem Abte Bernhard Frank von Frankenberg nach Disentis zu gehen, um diesem dort beizustehen. Hier wurde er Dekan und Statthalter. Da er kränkelte, kam er am 26. Mai 1746 für einige Zeit nach St.Gallen, ebenso im August 1748, Oktober 1750, Dezember 1751 und Mai 1753. Endgültig kehrte er am 7. Mai 1754 wieder nach St.Gallen zurück. Schon am folgenden 8. Mai erfolgte seine Ernennung zum Statthalter in Rorschach. Als solcher wurde er zu verschiedenen Geschäften verwandt, so schickte ihn der Abt am 17. April 1755 nach Luzern zur Begrüssung des neu eingetroffenen Nuntius; im November desselben Jahres musste er Geschäfte halber nach Disentis. In Rorschach selber entwickelten sich grössere Streitigkeiten, die ihn sehr in Anspruch nahmen. Unter ihm erfolgte auch am 18. Januar 1757 der Kauf des Schlosses Wartensee von einem Herrn Segesser um 12'000 fl. – Er starb am 26. Januar 1759 in Rorschach. «Heut (27. Januar) in der Früh nach 4 Uhr hab ich durch einen Brieff von Rorschach die traurige Zeitung empfangen, dass gestern abendts umb 8 Uhr dasiger P. Statthalter Beatus Keller seelig in Gott verschieden. Er war 4 einzige Tage krankh und hat Ihn den 22. dis abendts mit einem heftigen Seitenstich und inflammationi pulmonum angegriffen, man hat all ersinnliche Mittel angewendet, aber ohne effect. Er ist ohnfehlbar zeitig vor den Himmel gewesen. R. I. P. Dieser ohnverhoffte Todtfahl und grosser Verlurst hat mich ohngemein bestürzet. Er war disciplinae zelosissimus et optimus religiosus, vir doctissimus, oeconomus optimus, ad omnia utilissimus vnd hatte eine liebreiche weis mit den leuthen vmbzugehen. Hat die gnad gehabt, alle HH. Sacramenten bey bestem Verstand zue empfangen und zue dem Todt bis letsten Athem sich zue bereiten. Gott vergelte Ihme alles, war 11 Jahr Decanus in Disentis.»[iii]

 

Einige Tage nach seinem Tode (30. Januar) traf ein Brief vom Konvent in Disentis ein, worin der Abt dringend gebeten wurde, P. Beat wieder als Dekan nach Disentis zu senden; solange er dagewesen sei, «habe alles in temporalibus et in Disciplina wohl gestanden», seither gehe alles schlimm.

 

Schriften:

 

Regnum coelorum seu vera Dei ecclesia per sanctos et orthodoxos patres atque doctores ord. S. Benedicti theologice demonstrata (Praeses P. Beat Keller, defendens Fr. Gerard Zürcher), die 12. Sept. 1741. Typis ejusdem mon. S. Galli 1741. Fol. 5 Bll., 167 S. – Stiftsbibliothek St.Gallen (ohne Sign.). – Stiftsarchiv St.Gallen R 29 F 4/5. (Grolig). (488)

 

[i] Nach einer gütigen Mitteilung von Herrn Staatsarchivar Weber, Luzern, wäre Keller am 8. Januar 1707 geboren.

[ii] Abt Joseph, Diarium II, 671.

[iii] Abt Cölestin, Diarium VI, 402.


21. Blasius Hildebrand

P. Blasius (Josef Chrysostomus) Hildebrand von St.Blasien. Geboren am 27. Januar 1704. Profess 16. Oktober 1723. Subdiakon 21. September 1726; Diakon 20. September 1727; Priester 24. September 1729. Primiz 28. Oktober 1729.

 

P. Blasius begegnet uns zuerst 1740 als Bursarius und Unterpfarrer. Am 14. Juni 1741 wurde er Pfarrer in Nesslau, wo er bis zum 13. März 1743 blieb. Am folgenden 22. März wurde er wieder Bursarius, zugleich auch Gastpater und Kellerherr. Am 9. März 1745 erfolgte seine Ernennung zum Küchenmeister. Mit P. Maurus ging er am 16. April 1747 zu einem Besuche nach Salem. Am 25. November 1748 wurde er Sekretär des Abtes, am 15. Dezember 1753 Lehenprobst. Dieses Amt hielt er bis zu seinem Tode inne. Als solcher war er daneben Regierungs- und Pfalzrat. Er starb am 25. August 1761 nach langer Krankheit. «Hat viles in seiner Krankheit ausgestanden.»[i] (489)

 

[i] Abt Cölestin, Diarium VII, 178.


22. Josef Graf von Mornberg

P. Josef (Johann Josef) Graf von Mornberg aus Brixen. Geboren am 13. Oktober 1701 als Sohn des Grafen Josef von Mornberg, Hofmarschall des Fürstbischofs von Brixen. Er kam am 11. Mai 1722 an die Schule nach St.Gallen, wobei ihm Abt Josef erklären liess, dass man mit ihm, trotz seines gräflichen Standes, keine Ausnahmen machen werde. Profess 16. Oktober 1723. Subdiakon 21. September 1726; Diakon 20. September 1727; Priester 24. September 1729. Primiz am 23. Oktober 1729, der auch sein Grossoheim, Bischof von Brixen, beiwohnte. Aus seinem Leben erfahren wir einzig, dass er am 28. Januar 1735 Unterkustos wurde. Er starb am 15. Juni 1773.[i] (490)

 

[i] Akten, die einen P. Joseph betreffen, wie z.B. die Instruktion vom 17. September 1725 für Rom, können nicht von ihm handeln; ebenso muss um 1739 ein P. Joseph aus Kempten in St.Gallen gewesen sein (Fasz. XXIX, 12), der nicht mit unserm P. Josef zu verwechseln ist.


23. Karl Helbling

P. Karl (Karl Ferdinand) Helbling von Rapperswil. Geboren am 3. Februar 1708. Er kam am 12. April 1720 nach St.Gallen. Profess 1. November 1725. Subdiakon 11. Juni 1729; Diakon 23. September 1730; Priester 20. September 1732. Primiz 28. September 1732.

 

P. Karl wirkte zuerst als Professor der Philosophie und Theologie daheim. Am 30. April 1740 wurde er Münsterpfarrer in St.Gallen, nachdem er dieses Amt einige Zeit provisorisch versehen hatte. Schon am 8. November 1741 kam er als Pfarrer nach Rorschach. Doch war er immer kränklich. Am 2. Juni 1742 ging er deshalb mit P. Dekan nach St.Johann, um dort «ex consilio medicorum die Geissmilch zue brauchen». Der Abt schickte ihm am 12. Juni eigens Dr. Heer nach St.Johann, da Bericht kam, P. Karl stehe schlimm. Doch konnte er am 6. Juli wieder nach St.Gallen und dann nach Rorschach gehen. Aber der Abt musste ihn am 19. Februar 1743 von dort wegnehmen, «umb seiner grossen und bestendigen Unpässlichkeit ihme besser zue helfen.» Am 26. März 1743 erfolgte seine endgültige Enthebung von der Pfarrei Rorschach. Er wurde am 23. Oktober 1743 Musiklehrer für die Fratres, am 20. Mai 1744 Brüderinstruktor. Daneben nahm er seine frühere Tätigkeit als Lehrer der Philosophie wieder auf. 1745 wurde er noch Bibliothekar.[i] Aber am 18. Februar 1746 musste er sich krank niederlegen und am folgenden 2. März starb er während der Komplet «mit meinem sondern schmerzen, weilen diser guete Pater im 38. Jahre, das ist im besten Alter, starb, guetter Religios, optimum in studiis subjectum, in musica peritissimus und also in allem sehr wohl zu brauchen.»[ii]

 

Schriften:

 

Theses ex universa philosophia Sfonderatiano. Sanct-Gallensi tutelari suo S. Notkero sacrae . . . disputationi publ. propositae (Praeside P. Carolo) defendentibus Gregorio Sydler, Beda Anghern, et Hyacintho Frenkle. Die 18. Augusti Anno MDCCXLV. Typis pr. mon. S. Galli (1745). 4°, 6 Bll. – Zürich. Zentralbibliothek RRi 221 Adlig. 14. (Grolig). (491)

 

[i] Weidmann, p. 162.

[ii] Abt Cölestin II., Diarium III, 26.


24. Thomas von Saylern

P. Thomas (Ludwig) von Saylern aus Wil. Geboren am 3. April 1706 als Sohn des Stiftsarztes Josef Anton Saylern und der Maria Anna Schenklin. Profess 1. November 1725. Subdiakon 11. Juni 1729; Diakon 24. September 1729; Priester 20. September 1732. Primiz 29. September 1732.

 

Am 14. Juni 1741 wurde er Vestiar und Unterküchenmeister, am 6. August 1742 Musiklehrer für die Fratres. Am 8. Oktober 1743 wurde ihm die Küchenmeisterei übergeben. Am 7. November 1746 kam er als Küchenmeister nach Wil. Am 8. November 1751 wurde er Subprior in St.Johann. Von dort begleitete er den Abt am 27. August 1762 nach Einsiedeln und Engelberg.[i] Abt Beda berief ihn am 16. August 1770 nach Hause, «weilen er schon sehr ville jahr zu St.Johann als Subprior, Senior und Kuchelmeister zugebracht.» Er kam am 22. August 1770 heim. 1775 war er noch daheim, dann aber muss er nochmals als Subprior nach St.Johann gekommen sein, denn am 22. Januar 1777 berät sich der Abt, wen er für den kranken P. Thomas dorthin senden solle. Am 1. Juli 1777 finden wir ihn alsdann in St.Gallen, wo er am 14. April 1782 seine Sekundiz feierte, der sein Bruder P. Gallus aus Einsiedeln und sein Vetter P. Willibald aus Fischingen beiwohnten. Die Predigt hielt P. Aloys Lehmann von Fischingen. Er starb am 8. März 1784. «Fuit vir antiquae simplicitatis et optimus religiosus, qui exceptis 5 annis tota vita chorum et Confessionale frequentavit.»[ii] Ein Bruder war, wie bemerkt, als P. Gallus in Einsiedeln eingetreten, ein anderer, P. Anton, war Prior in Ittingen. Eine Schwester, Maria Barbara, hatte in St.Georgen Profess abgelegt. (492)

 

[i] Am 13. November 1767 kam er nach St.Gallen, um zu Rorschach "ein Trester Baad" zu gebrauchen.

[ii] Abt Beda, Diarium III, 219.


25. Br. Kaspar Liner

Br. Kaspar (Josef) Liner[i] v. St.Georgen. Geboren am 30. Januar 1700. Profess 16. November 1726. Er kam am 12. Juni 1741 nach St.Johann. Gestorben am 17. Mai 1757. (493)

 

[i] Alias Leiner.


26. Br. Melchior Schiltknecht

Br. Melchior (Jakob) Schiltknecht von Straubenzell. Geboren am 27. Juli 1698. Profess 16. November 1726. Gestorben am 3. Dezember 1739 in Rorschach. (494)


27. Br. Balthasar Daisser

Br. Balthasar (Klemens) Daisser von Hohenschwangau. Geboren am 3. März 1698. Profess 16. November 1726. Gestorben am 6. August 1763. (495)


28. Basilius Balthasar

P. Basilius (Franz Jakob) Balthasar von Luzern. Geboren am 23. Juli 1709 als Sohn des Beat Franz Balthasar (1673-1730), Gross- und Kleinrat, Kornherr, Venner und Pfleger des Sankt Jakobsspitals in Luzern, und der Maria Elisabeth Dulliker. Profess 28. Oktober 1727. Subdiakon 23. September 1730; Diakon 22. September 1731; Priester 19. September 1733. Primiz 4. Oktober 1733.

 

Bis zum 6. Mai 1734 war er am Archiv beschäftigt, dann arbeitete er bis zum 12. März 1737 als Unterbibliothekar. Am 16. Juli 1735 wurde er mit P. Plazidus und P. Meinrad bestimmt, das Archiv zu registrieren. 1735 wurde er überdies Lehrer der Rhetorik, am 8. Februar 1743 Präfekt der Schüler. Zudem erhielt er am 18. März 1743 den Auftrag, in der geistlichen Beredsamkeit Unterricht zu erteilen. Auch amtete er seit dem 23. Oktober 1743 wieder als Rhetorikprofessor. Er soll auch eine Zeitlang in Neu St.Johann als Lehrer gewirkt haben. Am 6. Juli 1744 schickte ihn der Abt nach Luzern, den neuen Nuntius zu begrüssen. Am 8. Juni 1745 erfolgte seine Ernennung zum Archivar und am 28. zum Notarius Apost. Am 16. August 1745 wurde er zum Kapitelssekretär bestellt, welches Amt er bis zum 16. März 1753 versah.

 

Daneben war er als Schriftsteller und auch als Redner sehr tätig. Auf seine Werke werden wir unten kommen. Als Redner trat er zu verschiedenen Malen auf, so am 2. September 1746, als der Nuntius nach St.Gallen kam, worüber der Abt schreibt: «P. Basilius ein Oration peroriert, welche H. Nuntio sehr wohl gefallen, dahero ich Sie truckhen lassen.»[i] Als der Kardinal Querini am 26. September 1747 in St.Gallen weilte, hielt Pater Basilius ebenfalls die Begrüssungsrede, ebenso als am 20. Mai 1749 der Bischof von Konstanz nach St.Gallen auf Besuch kam. Am 10. September 1748 begleitete er den Abt nach Einsiedeln zur 800jährigen Jubelfeier der Engelweihe. 1760 predigte er bei der Engelweihe in Einsiedeln. Am 5. September 1757 ging er zur Abtwahl nach Muri, am 9. Juni 1758 zu einer solchen in Rheinau; ebenso war er am 22. März 1763 und wiederum am 12. August 1764 bei einer Abtwahl in Disentis. Am 27. Januar 1769 finden wir ihn bei der Abtbenediktion in Pfäfers. Am 16. Mai 1769 hielt er einem Nepoten die Primizpredigt in Luzern. Am 24. Oktober 1769 ging er zu einer Disputation nach Rheinau, am 7. August 1773 zur Abtwahl in Einsiedeln. Am 5. November 1751 wurde ihm das Amt eines Brüderinstruktors übertragen. Seit 1748 versah er die Stelle eines Vizesekretärs der Schweizerischen Benediktiner Kongregation, deren Sekretär er 1754 wurde und bis zu seinem Tode blieb. Am 29. November 1761 erfolgte seine Ernennung zum Subprior, von welchem Amte er am 27. Oktober 1776 wegen Asthma befreit wurde. Schon am 20. Nov. 1776 starb er «ex aschmate hydropico». «Fuit vir monasterio valde utilis, unum alterumve tomum Chronici nostri composuit variosque libellos et asceticos et scholasticos edidit vereque id, quod de Sancto Beda legitur dici de ipso potest: Semper legit, semper scripsit, semper docuit, semper oravit.»[ii] Weidmann (p. 157) sagt von ihm: Er ist «der fruchtbarste Schriftsteller jüngerer Zeit aus dem Stifte St.Gallen. Überaus fromm und gelehrt, war er in den besten grichischen und lateinischen Autoren sehr bewandert; jedoch fehlte ihm guter Geschmack und höhere Kritik. Seine Schriften, von denen man aber kaum die Hälfte in Sankt Gallen besitzt, theilen sich vorzüglich in drei Classen: in sittlich-religiöse, theologische und historische.[iii] Bei all seiner Tätigkeit blieb Balthasar bis an sein Ende sich immer gleich – eine wahre anima candida – offen und bieder, sanft und liebreich. Die Achtung aller, welche ihn kannten, folgte ihm ins bessere Leben hinüber.»[iv]

 

Schriften:

 

a) Gedruckte:

 

1. Leo vigilantia et fortitudine gloriosus seu oratio pro exceptione excellentissimi . . . Philippi Acciajoli . . . nuntii apostolici ad Helvetios dicta in conventu S. Galli Anno MDCCXLVI die 2. Septembris. Additis tribus orationibus, hebraica (a P. Honorato Peyer), graeca (a P. Franc. Uttinger) et latina (a P. Ignatio Moesl), quibus Altefatus exc. nuntius in basilica S. Galli pridie exceptus est. Typis princ. mon. S. Galli. 4°, 16 Bll. – Staatsarchiv St.Gallen, Sammlung Wegelin 23/25. (Grolig).

 

2. Cygnus fortiter et suaviter triumphans seu oratio pro exceptione celsi. ac rev. S. R. I. principis ac Dom. dom. Casimiri Antonii Constantiensis episcopi . . . dicta in conventu S. Galli Anno MDCCXLIX die 20. Maij abs p. Basilio Balthasar. Addito Melo-Dramate; nec non tribus orationibus Hebraica (a Cölestino Schiess), Graeca (a Udalrico Berchtold) et Latina (a Gregorio Sydler), quibus altefatus celsissimus in basilica S. Galli exceptus est. Typis pr. mon. S. Galli. 4°, 34 S. – Staatsarchiv St.Gallen, Sammlung Wegelin 23/26. (Grolig).

 

3. Cicero Marianus id est orationes XII M. T. Ciceronis selectissimae ad laudem et honorem sanctissimae Dei genetricis Mariae conversae. Typis pr. monasterij S. Galli 1749. 8°, 12 Bll., S. 5-387. 3 Bll. – Stiftsbibliothek St.Gallen (2 Exempl. ohne Sign.) – Sammlung des Stiftsarchivars Dr. J. Müller. – Stiftsbibliothek Einsiedeln Pb 407. (Grolig).

 

4. Alveare historicum ex variis flosculis collectum sive CL historiae ex variis authoribus amoeno stylo et selecta phrasi elaboratae. Typis pr. mon. S. Galli 1751. 8°, 11 Bll., S. 7-454. 21 Bll. – Stiftsbibliothek St.Gallen (5 Exemplare). – Aarau. Kantonsbibliothek. TT IV. (Grolig).

 

5. Mysterium mysteriorum in augustissimo altaris sacramento revelatum et triginta considerationibus expensum. Typis pr. mon. S. Galli 1770. 8°, 12 Bll., S. 9-502, 8 Bll. – Zürich. Zentralbibliothek Ro 401. – Aarau. Kantonsbibliothek. (Grolig).

 

6. Princeps Pacis seu Oratio funebris ad laudem Dom. Josephi Abbatis abs. P. B. B. 4°. In Band 254 des Stiftsarchivs St.Gallen. (Haller III. 1370).

 

7. Memoria in benedictione Principis Cölestini II. Abbatis S. Galli. Typis mon. S. Galli. 4°.

 

8. Trigeminum lilium in arcolis Quirini sive oratio pro exceptione D. Angeli Mariae Cardinalis Quirini, 26. Sept. 1747, 4°, Typis monasterii S. Galli.

 

9. Geistlicher Eifer wider die verderbliche Lauigkeit im Christenthum durch 30 Betrachtungen entzündet. 8°, Gotts-Hauss St.Gallen 1752. – Aarau. Kantonsbibliothek. (Nach Aufzeichnungen von P. Gall Morel, Einsiedeln, wie Nr. 7 bis 13).

 

10. Kurzer Weg, heilig zu werden, in dem verborgenen Leben mit Christo. (Durch 30 Betrachtungen eröffnet). 8°, Gotts-Hauss St.Gallen 1755. – Aarau. Kantonsbibliothek.

 

11. Ein dreifach gesegnetes Paradies. Engelweihpredigt zu Maria Einsiedeln. 1760. Gedruckt in Einsiedeln. 4° (Nach Morel).

 

12. Historia ciceroniana i. e. illorum temporum, quibus Cicero floruit, 1745 (Gedruckt, wo?), Autograph in Mscr. 1536 (s. u.).

 

13. Claves regni cmlorum seu suprema in vera Dei ecclesia potestas a Christo S. Petro ejusque successoribus data. Eddiderunt Ss. Canonum Professores 1741. Fol. (Typis mon. S. Galli; nach Morel).

 

b) Ungedruckte:

 

1. Chronicon Monasterii Sancti Galli Tomus V., authore P. Basilio B. anno 1753 mit Continuatio (Abt Gallus Alt 1654-1687). – Stiftsarchiv St.Gallen, Band 189 und 190 (Haller III. 1330).

 

2. Chronicon Monasterii Sancti Galli Tomus VI.: Cölestino abbate ab anno 1687-ad 1696. Autore P. Basilio B. anno 1758. – Stiftsarchiv St.Gallen, Band 191 (Haller III. 1330).

 

3. Vitae Joachimi, Pij, Galli II., Cölestini I. S. Galli Abbatum et Joachimi (Sailer) Fischingensis Abbatis. 4°, Stiftsarchiv St.Gallen, Band 238.

 

4. Ephemerides ab Anno 1761 (29. Nov.) – usque ad annum 1776 (9. Okt.) P. Basilii Balthasar. – Stiftsarchiv St.Gallen, Band 1936.

 

5. Statuten oder Satzungen und Anmerkungen über die hl. Regel des hl. Benedikt. Gegeben an das Frauenkloster S. Wiborada bei St.Georgen in dem Jubeljahr 1750. Aufgesetzt und beschrieben von P. Basil. Balth. – Stiftsarchiv St.Gallen, Band 696. Das gleiche in Band 697.

 

6. Vitae et obitus Patcum S. Galli (Fol. 1-31), tempore pestis Anno 1629 (fol. 32-89); Vita: abb. Joachimi, Pii, Galli II. (fol. 90-144); insignis pietatis viri (9 St.Galler Konventualen des XVII. Jahrh., fol. 146-177); Joachim Seiler ab. Fischingensis, Mscr. 1429, Papier 4°, 178 Bll. (Sch., p. 480).

 

7. D. Galli requies semper in spinis et nunquam sine rosis. Geschichte der Abtei St.Gallen von 680 bis 1739; Mscr. 1430 und 1431, Papier 4°, unpag., zwei Exemplare, Autographa von 1739 (Sch., p. 480).

 

8. Varia Opuscula P. Basilii Balthasar: Avita Religio a S. Gallo propagata (1741); Galli Requies (1739); Creuz-Krieg von 1697 (1739); Novus Hercules in D. Galli requie exsuscitatus seu XII labores praecipui in totidem saeculis exantlati (1738), Mscr. 1432 (Novus Hercules etc. auch in Mscr. 1480), Papier 8°, unpag. (Sch., p. 480).

 

9. Christus patiens s. Passionis D. N. Historia SS. Patrum verbis contexta. Autograph von 1760. Mit Autorenverzeichnis (72 Namen) und Index, Mscr. 1502, Papier 2°, 706 S. (Sch., p. 490).

 

10. Dasselbe Werk in deutscher Sprache. Autograph von 1738-1739, Abt Josef 1740 dediziert. Mit Autorenverzeichnis und Index, Mscr. 1503, Papier 2°, 1157 S. (Sch., p. 490).

 

11. Historia Ciceroniana s. Rom. res gestae tempore M. T. Ciceronis. Autograph von 1745, Mscr. 1536, Papier 2°, 1134 S. – Eine Kopie von den minimi scholares S. Galli, in 6 Bänden, von 1746-1752, und Abt Cölestin gewidmet, findet sich in Mscr.1537-1542, Papier 4°. – Das V. und VI. Buch (Autograph) in Mscr.1543, Papier 4° (Sch., p. 493).

 

12. Exhortationes XVIII ad studiosam juventutem. Autograph, Mscr. 1586, Papier 4°, 586 S. (Sch., p. 495).

 

13. Scintilla pietatis s. colloquia spiritualia ad fratres juniores S. Galli habita. Tomus I. Auctore P. Basilio B. – Mscr. 1642, Papier 8°, 291 S. (Sch., p. 500).

 

14. Quinquagena sacrarum concionum compilata 1756. Monatliche Betrachtungen von dem Leben in Gott von Pater Basil Balthasar. Autograph. Mscr. 1567, Papier 4°, unpag. (Sch., p. 494).

 

15. Fermentum divinae justitiae seu LIV exhortationes Cel. ac Rev. Principis et Abbatis S. Galli Cölestini II. hahitae ad conventum S. Galli per memoriam exceptae abs R. Patre Basilio Balthasar, 1740-1764 cum indice, Mscr. 1813, 4°.

 

16. Flagellum superbiae ne prospera extollant. Mscr 1804, Papier 16°, 566 S. (Handschriftliche Ergänzung zum Katalog von Scherer).

 

17. Clypeus innocentiae gloriosae. Authore Fr. Basilii Balthasar mon. subd. 1731, Mscr. 1805, 16°.

 

18. Variae orationes et diversa poemata. – Zentralbibliothek Zürich. Rheinauer Historia. Band 196.

 

19. Speculum non fallax von P. Segneri. Ins Griechische übersetzt. (Zitiert bei Weidmann, p. 157).

 

20. Geheimnus aller Geheimnusse jn dem Hochheiligsten Sacrament des Altars Christgläubigen Seelen geoffenbahret, durch dreyssig Betrachtungen erklähret, Allen gottsliebenden Seelen zu ewigen Anbettung vorgestellt. I., II., III. Theil von P. Basil Balthasar. Subprior des hochf. Gottshauses St.Gallen. 8°, 423 S., IV. und V. Theil, 263 S., Register. – Handschrift in der Klosterbibliothek Glattburg, Nr. 72.

 

21. Abhandlung von dem Beruf zu dem heiligen Ordens-Stand für eine Novitzin. 12°, 318 S. – Handschrift in der Klosterbibliothek Glattburg.

 

22. Monatliche oder dreyssig Betrachtungen von der Lauigkeit und geistlichem Eifer. 1751. 12°, unpag. – Klosterbibliothek Glattburg. (Doppelt vorhanden).

 

23. Exercitia comica diversis temporibus producta a R. P. Basilio Balthasar Capitulari S. Galli.

 

a) Alexius mundum ludens et illudens das ist Herrlich Wunderbarlicher Sieg, welchen der Heilige Alexius von der Welt erhalten. Vorgestellt von der Studierenden Jugend in dem Gottshaus Neu St.Johann. Die (6.) Septembris Anno MDCCXXXVI. Cum facultate Superiorum. Getruckt im Hochfürstlichen Gottshaus St.Gallen. 8°, 4 Bll. (Theaterzettel). Folgt handschriftlich das Stück, unpag.

 

b) Triumphus crucis in Eutichio ex ipsa moriendi necessitate erepto scena Tragico-Comica exhibitus oder: Wunderbarlicher Sig des Heiligen Creuzes, welches aus bevorstehendem Todt Eutichium entrissen. Vorgestellet von der Studierenden Jugend in dem Gottshaus Neu St.Johann. Die 9. Septembris Anno MDCCXXXVII. Getruckt im Fürstl. Gottshauss St.Gallen. 8°, 4 Bll. (Theaterzettel). Folgt der handschriftliche Text des Stückes.

 

c) Lilium Marianum sodalibus parthenicis oblatum oder der Heil. Casimirus zu einem Exempel und Nachfolg der Englischen Unschuld vorgestellet von der Studierenden Jugend in dem Gottshaus Neu St.Johann. Die . . . Septembris Anno MDCCXXXVIII. Cum facultate Superiorum. Getruckt im Hochfürstlichen Gottshauss St.Gallen. 8°, 4 Bll. Folgt handschriftlich das Stück.

 

d) Interludium (Gaudilolius).

 

e) Cedrus laureata Natalizanti Plurim. Adm. Rel. ac Clar. Dno Deicola Eliner Illmi Monrii S. Galli Capitulari nec non Monasterii S. Joannis Baptistae et Evangelistae in Valle Thurae Priori et Occonomo meritissimo Patri ac maecenati suo gratioso erecta, data, dicata, dedicata a Musis Joaniticis Anno a partu Virgineo 1737. Die . . . Mscr. 8°.

 

f) Natalizanti Plurimum Rdo Rdo ac Clar. Dno Dno Deicola Eliner etc. in Valle Thurae Priori et oeconomo meritissimo Patri ac Maecenati suo gratioso exhibitum a musis Joaniticis Anno a partu Virgineo 1737. Die 18. Januarii, Mscr.

 

g) Agnus Joaniticus seu Divinus ille Immaculatus et incontaminatus Sacerdoti Jubilaeo Adm. R.R.D.D.P. Seraphim Kälin etc. Monasterii S. Joannis Baptistae et Evangelistae in Valle Thurae Subpriori meritissimo Patri ac Patrono observando oblatus a Musis Joaniticis Anno 1738. Die 27. Aprilis. – Mscr.

h) Satyram des wahnwitzigen und Titelsüchtigen Titelmanni in einem lustigen und kurtzweiligen Fastnachtspihl vorgestellt von der studierenden Neu St.Johannischen Jugend im Jahr 1738 den 17. Hornung. – Mscr.

 

i) Lust mit List oder der Tausen-Listige Fuxmundi in einem lustigen Fastnachtspihl vorgestellt von der studierenden Jugend in dem fürstl. Gottshaus St.Gallen 1746. – Mscr. Handschrift Nr. 8 in der Klosterbibliothek Glattburg.

 

24. De vera Dei ecclesia per sanctos et orthodoxos Patres atque Doctores ordinis S. Benedicti theologice demonstrata. (Weidmann, p. 157). Ist wohl identisch mit dem Werk von P. Beat Keller (s. o. p. 274).

 

25. Orator panegyricus id est Orationes oratoriae in monimentum Honoris diversis temporibus publice productae authore P. Bas. Balthasar Capitulari S. Galli. – Einsiedeln, Manuscriptensammlung 789. 8°, 357 S.

 

Enthält 9 Reden:

 

1. Auf das Priesterjubiläum von P. Gabriel Hecht von G. G. Dayser, p. 1.

 

2. Leichenrede auf Abt Josef v. Rudolphi von A. J. Moesl.

 

3. Rede auf die Benediction Cölestin II. (Honor ultimus), p. 61.

 

4. Panegyricus auf Kaiser Karl VII. von A. J. Reindl, p. 145.

 

5. Panegyricus auf Ludwig XIV. von Joh. Angehrn, p.79.

 

6. Predigt an der Österreichischen Jahrzeit in Muri (30. Mai 1752) v. P. Basil Balthasar, p. 214.

 

7. Begrüssungsrede für Nuntius Accajoli von P. Basil Balthasar (Mscr. u. gedruckt), p. 255.

 

 

8. Begrüssungsrede für Kardinal Quirini von P. Basil Balthasar. Gedr., p. 288.

 

9. Begrüssungsrede für Bischof Casimir Anton von Konstanz von P. Basil Balthasar. Gedr., p. 320.

 

10. Concordata nova. Gedr., p. 337.

 

Die geschichtlichen Werke enthalten theils Lebensbeschreibungen der Heiligen, z. B. der Jungfrau und Klausnerin Wiborada, des Bischofs Basil d. Grossen, und Notker des Stammlers, aus Ekkehard V. ins Deutsche übersetzt. Weidmann, p. 157. Von diesen scheint nichts mehr da zu sein. (496)

 

[i] Cölestin II., Diarium III, 92.

[ii] Abt Beda, Diarium II, 221.

[iii] Siehe unten ihre Aufzählung.

[iv] Vgl. auch Wegelin, Denkschrift etc. in Verhandlungen der St.Gall.-Appenzell. Gemeinnützigen Gesellschaft, 1858, p. 67. – Haller, Bibliothek III, Nr. 812, 1330. – Scherer, Katalog der Stiftsbibliothek, p. 480. – Hist.-biogr. Lexikon der Schweiz. I. 552. – Der Siegelstock seines Notariatssiegels befindet sich im Stiftsarchiv St.Gallen, Nr. XV.


29. Chrysostomus Hailland

P. Chrysostomus (Lorenz) Hailland von Füssen. Geboren am 6. August 1708. Profess 28. Oktober 1727. Subdiakon 23. September 1730; Diakon 19. Mai 1731; Priester 20. September 1732. Primiz 27. Oktober 1732.

 

P. Chrysostomus wurde am 18. Oktober 1733 Lehrer der Rhetorik. Am 20. Oktober 1735 wurde ihm «die neu Philosophi, so aus dem Cardinal Sfondrati gezogen zu dociren übergeben». Am 21. November 1735 hatte P. Chrysostomus «des Cardinals sel. Philosophiae secundae editionis summulas zu dociren more solito» angefangen. Am 1. Juni 1736 hatte er «mit öffentlicher Oration seine Philosophiam angefangen. Dise Philosophia ist von Cardinale Sfondrato componirt, iez aber in formam scholasticam redigirt worden per nostros patres.»[i] Am 17. Juni 1737 und wieder am 6. Juli 1739 hielt er feierliche Disputationen ab. Am 10. November 1740 soll er sich, wie Abt Cölestin bemerkt, besonders mit der «Causa Constantiensis» befassen und für die «Disputatio ex jure canonico» etwas «componiren». Am 8. November 1741 wurde er Professor der spekulativen Theologie, am 2. Februar 1743 dazu auch der praktischen. Am 5. Januar 1743 ist er Brüderinstruktor geworden. Am 23. Oktober 1743 wurde er Bibliothekar.[ii] Am 20. Mai 1744 aber kam er als Pfarrer nach Wil. Dort fand man ihn am 27. Oktober 1753, morgens ½ 9 Uhr, tot am Boden in seinem Zimmer. «Diser Todtfahl hat mich sehr bestürzt, nicht so vil, weil er subitanea war, indeme ich versichert, daß P. Chrysostomus omni momento ut optimus Religiosus et innocens ad mortem paratus war, da er auch gleich zuvor allhier in St.Gallen seine Exercitia spiritualia mit eifer gemacht und der Todt eben am dem Vorabendt seines 28.[iii] Professionstages Ihne überfallen, sondern weil ich ein Religiosum ad omnia optime qualificatum in aetate optima, nämlich 45sten Jahres verlohren habe, interim sit Deus benedictus, qui eum ad se vocavit, qui ipsius toto ex corde et corpore erat.»[iv]

 

Schriften:

 

1. Claves regni coelorum seu suprema in vera Dei ecclesia potestas a Christo Domino suo in terris vicario apostolorum principi S. Petro ejusque in Romana sede successoribus data in pr. monasterio S. Galli ord. S. Benedicti eidem sanctae et Apostol. Romanae sedi immediate subjecto asserta et defensa (per Ignatium Moesl, praeside P. Chrys.) die 11. Sept. 1741. Typis ejusdem Monasterii S. Galli. 1741, 5 Bll., 114 S., 1 Bll. mit Kupfer: Wappen und Porträt Benedikt XIV. von Jos. u. Joh. Klauber, Aug. Vind. – Stiftsbibliothek St.Gallen (ohne Sign.). – Stiftsarchiv R 29 F 4/5. (Grolig).

 

2. Quaestiones theologice expensae an et quomodo regula ss. p. n. Benedicti obliget, quam in pr. monasterio S. Galli pro fine secundi anni theologiae speculat. publico examini et certamini proponunt rr. ff. Franc. Uttiger, Conrad. Weber (Praeside P. Chrysostomo) . . . Anno MDCCXLII die XVII. Octobris. Typis pr. mon. S. Galli. 8°, 8 Bll., 126 S. – St.Gallen Vadiana Ed 6, 102. – Zentralbibliothek Zürich RR 1621. (Grolig). (497)

 

[i] Abt Joseph.

[ii] Weidmann, p. 162.

[iii] Soll heissen 26.

[iv] Abt Cölestin, Diarium.


30. Gregor Waibel

P. Gregor (Johann) Waibel von Hohenems. Geboren am 20. September 1706. Profess 28. Oktober 1727. Subdiakon 23. September 1730; Diakon 19. Mai 1731; Priester 20. September 1732. Primiz 12. Oktober 1732.

 

Er war vom 8. Januar 1734 an Zuchtmeister der Knaben, bis er am 18. Oktober 1737 an einem Fussleiden, das ihn schon länger plagte, neuerdings erkrankte. Der Abt liess ihn am 30. Oktober eigens von drei Ärzten,[i] zugleich mit den Patres Beat und Notker, untersuchen. Am 18. Januar 1738 wurde er Brüderinstruktor und später Unterpfarrer. Als solcher erkrankte er 1739 am «hitzigen Fieber, das ziemlich grassiert und auch einige, zwar wenige, Häuser also inficirt, dass in einem oder anderem Haus bis sechs oder noch mehr menschen erkrankhten oder gar starben, ja die zwey Parochi religiosi bethligerig erkrankhet, der H. Coadjutor in St.Georgen und hiesige Medicus gleichfalls bethligerig wurden. Hab alle anstalten juxta concilium senioris medici darwider gemacht. Ist doch der Under-Pfarrer Gregorius daran gestorben,» am 28. November 1739.[ii] (498)

 

[i] Dr. Saylern, dem Stiftsarzt, Dr. Wegelin aus der Stadt und Dr. Hör von Rorschach.

[ii] Abt Joseph, Diarium II, 834.


31. Hieronymus Koenig

P. Hieronymus (Franz Xaver) Koenig von Füssen. Geboren am 2. Dezember 1707. Sohn des Goldschmieds Georg Theobald und der Maria Johanna Kürtzin. Profess 28. Oktober 1727. Subdiakon 23. September 1730; Diakon 19. Mai 1731; Priester 20. September 1732. Primiz 19. Oktober 1732.

Wir finden P. Hieronymus zuerst von 1740-46 als Pfarrer in Hemberg (Rothenflue), dann wurde er Lehrer in St.Johann, später gab er daselbst Musikunterricht und half im Chore mit. Am 19. November 1749 kam er nach St.Gallen zurück. 1763 wird er als Scriba bezeichnet. Seit dem 18. März 1777 treffen wir ihn bis zum 4. August 1785 als Beichtiger in Wonnenstein. Am 20. Mai 1782 feierte er seine Sekundiz. P. Hieronymus starb am 15. September 1797.

 

Schriften:

 

1. Eine lateinische Ortschronik von Hemberg, die im dortigen Pfarrarchiv liegt. (Rothenflue).

 

2. Historia Ecclesiastica sive Gesta tempore exilij septennalis ab Anno 1712 usque ad annum 1718, Religionem et Jurisdictionem spiritualem in utroque territorio S. Galli concernentia. Contracta abs Joanne Georgio Schenkle, Ruralis Cap. S. Galli Decano et Parocho Rosaceno pro illo tempore constituto Vice-Officiale. Anno Chr. 1727. Kopiert von P. Hieronymus. Band 144 des Stiftsarchivs St.Gallen. (499)


32. Athanasius von Benz

P. Athanasius (Johann Karl) von Benz aus Radolfzell. Geboren am 2. Januar 1708. Profess 28. Oktober 1727. Subdiakon 24. September 1729; Diakon 23. September 1730; Priester 22. September 1731. Primiz 29. September 1731.

 

Zuerst war P. Athanasius, wie das wohl meist der Fall war, als Lehrer in St.Gallen oder St.Johann tätig. Von 1740 bis 1741 finden wir ihn als Pfarrer in Nesslau; am 14. Juni 1741 kam er als solcher nach Stein, wo er am 27. Januar 1742 wegbegehrt wurde und jedenfalls auch bald wegkam. Am 5. Januar 1743 wurde er Kustos in St.Gallen, am 23. Oktober gleichen Jahres Lehrer der höhern Syntax und Vizeküchenmeister. Am 7. November 1746 wurde er Vestiarius. Am 3. November 1748 wurde er als Lehrer der Beredsamkeit für die Novizen bestellt. Möglicherweise versah er um diese Zeit die Münsterpfarrei. Vom 1. Dezember 1753 bis zum 20. Oktober 1759 versah er die Pfarrei Wil. Von dort aus ging er im Auftrage des Abtes am 16. August 1757 zu einer Disputation in Fischingen, um dort zu argumentieren. Heimgekehrt, wurde er am 24. Oktober 1759 beauftragt, «das Chronicon von dem Fürsten Leodegar zue componiren, weilen nur noch einich wenige bey leben, so vor letsterem Exilio profess waren und welche annoch von letsterem leidigen Krieg eine mündtliche information geben können. Habe Ihme das Diarium Principis Leodegarii, so sehr guet ist, zue handen gestellet, auch ad hunc laborem Ihme alle Exemption ex choro geben, auf weis, wie die PP. Professores altiorum scientiarum geniessen.»[i] Am 20. April 1765 begleitete er den Abt nach Muri zur Visitation. Am 4. September 1771 stand er dem sterbenden Bruder des Abtes Beda, Josef Ludwig Angehrn in Hagenwil, bei. Er erkrankte daselbst an Dissenterie, welche Krankheit damals im St.Gallischen und im Appenzellerlande grassierte; doch genas er wieder. Er starb am 25. Mai 1772 «an einem ererbten hitzigen Fieber; er war ein seeleneifriger Priester und einstens Pfarrherr zu Stein, St.Gallen und Wyl.»[ii]

 

Schriften:

 

Chronicon Monasterii s.o., von dem sonst nichts verlautet wird. (500)

 

[i] Abt Cölestin II., Diarium VI, 522.

[ii] Abt Beda, Diarium I, 557.


33. Meinrad Reimann

P. Meinrad (Joachim Rudolf) Reimann von Einsiedeln. Geboren am 9. Oktober 1708 als Sohn des Joachim Rudolf und der Anna Fuchs. Profess 28. Oktober 1727. Subdiakon 23. September 1730; Diakon 19. Mai 1731; Priester 19. September 1733. Primiz 11. Oktober 1733.

 

Am 16. Juli 1735 erhielt er als Subarchivar den Auftrag, mitzuhelfen bei der Registrierung des Archivs. Am 10. Dezember 1738 wurde er, seit dem 12. März 1737 Archivar, nach Fischingen geschickt, um das dortige Archiv zu besichtigen, «dan solches wohl eingericht sein solle.»[i] Er vollendete die Ordnung der Sammlung der gedruckten Dokumente; ebenso nahm er die Einordnung und Registratur der Archivakten an die Hand.[ii] Seit 1737 bis zum 16. August 1745 war er auch Kapitelssekretär. Am 28. Juli 1742 wurde er Notarius Apostolicus.[iii] Seit 1744 war er Münsterpfarrer in St.Gallen. Am 13. Juni 1747 geleitete er den schwerkranken Dekan P. Fintan ins Pfäferser Bad, von wo er ihn am 28. Juli totkrank nach Rorschach zurückbrachte (s. d.). Er selbst wurde am 28. August 1747 Pfarrer in Rorschach. Von dort kam am 17. Mai 1750 Bericht, dass er schwerkrank darnieder liege, worauf ihm der Abt den Arzt und Sankt Otmars Wasser sandte. Bald darauf kam er von diesem Posten weg. Am 2. November 1750 ging er nach Ebringen, von wo er am 5. September 1753 zurückkehrte. Alsdann wurde er Küchenmeister in Wil, wo er am 19. Januar 1755 mit der provisorischen Verwaltung der Statthalterei betraut wurde. Dort finden wir ihn noch 1777. Zugleich war er auch Pfalzratsassesor, wie das mit dem Amte des Küchenmeisters verbunden war. Ebenso war dieser stets Beichtiger im Dominikanerinnenkloster Sankt Katharina. Wann er heimkehrte, steht nicht fest. Am 29. Mai 1783 feierte er in St.Gallen seine Sekundiz. Er starb erst am 18. Februar 1798, 90 Jahre alt; ein Alter, das bis dahin unter den Konventualen einzig sein Mitbürger P. Seraphin Kälin[iv] erreicht hatte.

 

Schriften:

 

Diarium sive Brevis Annotatio tum memorabilium tum consuetudinum hactenus in Monasterio S. Galli observatorum etc. conscriptum a Fr. Meinrado Raymann Anno 1736. 4°, bis Ende 1743 von P. Meinrad, dann von 1746 bis April 1748 von P. Iso Walser; von da bis Juli 1749, als P. Iso in Rom weilte, von anderer Hand. Nur das letzte Blatt wieder von P. Iso. – Band 288 des Stiftsarchivs St.Gallen. (501)

[i] Abt Joseph.

[ii] Wegelin, Denkschrift, p. 50 u. 66.

[iii] Am 9. Juni 1745 erhielt er mit Subprior P. Hermann den Auftrag, eine der Magie angeklagte Weibsperson von Untereggen auf den Tod vorzubereiten.

[iv] Gestorben 28. November 1752.

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