Professen unter Abt Joachim Opser (1577-1594)

Professen unter Abt Joachim Opser (1577-1594)


1. Wilhelm Blarer

P. Wilhelm Blarer von Rapperswil. Profess 5. August 1578. Subdiakon 1579. Unterstatthalter in Wil. Gestorben 1. März 1590. (184)


2. Wolfgang Theoderich Am Graben

P. Wolfgang Theoderich Am Graben von Steinerburg. Profess 5. August 1578. Diakon und Priester 1583.[i] Er starb am 7. Mai 1602 in Wil, erst 42 Jahre alt. Es muss mit seinem frühen Hinscheiden eine eigene Bewandtnis haben; denn im Kapitel 1602 hiess es: «Item etwas Meldung geschehen mortis periculosae Fr. Wolfgangi mit ermanung, dass solches ain jedem ain warnung seye.» (185)

 

[i] Band 309, p. 145.


3. Br. Johannes Byler

Br. Johannes Byler (Büeler) von Ottobeuren. Profess 5. August 1578. Gestorben 26. November 1581 (alias 1591). (186)


4. Jakob An der Rüti

P. Jakob An der Rüti aus Schwyz. Sein Vater war Ratsherr. Profess 4. August 1579. Subdiakon 1583; Diakon 1585; Priester 1585. Er wirkte zuerst als Prediger und Beichtvater in St.Gallen, wurde später Pfarrer in Wildhaus, Alt St.Johann und Stein im Toggenburg. Vor allem zeichnete er sich durch sein ungewöhnliches Gedächtnis aus, besonders in Bezug auf Brevier und Choralgesang, weswegen er scherzweise auch Directorium Chori genannt wurde. Gestorben 27. November 1615, 53 Jahre alt, in St.Johann, wo er in der Muttergotteskapelle begraben wurde.

 

«Tametsi mediocriter doctus erat, conciones tamen ex Teucthio aliisque probatis auctoribus calamo excerptas commode graviterque ex memoria pro suggestu recitabat. Homo caeteroquin fuit paucorum hominum, utpote natura melancholicus, verum non raro et aptis ad rem facetiis alios exhilarare solebat. Statura fuit admodum longa, eminens super omnes, quotquot tum vivebant in S. Gallo Patres, unde Longolius seu Longurio vulgo der lang Herr Jacob cognominatus fuit: homo minime malus, amans recti, honestae et quietae vitae sectator, bonus etiam scriba fuit, cuius scripta hodieque supersunt.»[i]

 

Von seinen Schriften ist heute nichts mehr erhalten. (187)

 

[i] Mscr. 1425, II, 31.


5. Beat Rüegger

P. Beat Rüegger von Rheinau.[i] Profess 4. August 1579. Subdiakon und Diakon 1583; Priester 1585. Er war eine zeitlang Unterstatthalter in Wil, starb aber schon am 8. Mai 1597, erst 35 Jahre alt. «Undique et ubique tantundem via ad coelos est.»[ii]

 

Schriften:

 

Officia propria Monasterii S. Galli. Schön geschrieben von Fr. Beat Ruegger Conv. S. Galli 1594. Wurde später (1655, 1661, 1674, 1736, 1777, 1795 und vermutlich noch öfters) gedruckt. Mscr. 1292, Papier 4° (Sch., p. 444). (188)


[i] Wie der Professzettel sagt; andere haben Konstanz.

[ii] Mscr. 1447.


6. Br. Kaspar Müller

Br. Kaspar Müller aus Tablat. Sohn des Hofweibels Gabriel Müller. Profess 14. August 1579. Er starb, bevor er die hl. Weihen empfangen hatte, am 28. Juli 1582 in Alt St.Johann, wo er auch begraben wurde. (189)


7. Balthasar Schlory

P. Balthasar Schlory von Lichtensteig. Profess 14. August 1579. Subdiakon 1583; Diakon und Priester 1585. Er wurde von seinem Abte nach Ottobeuren geschickt, damit er dort das Bücherschreiben sowie den Choralgesang erlerne. Er wurde darin so tüchtig, dass man ihn später auch in andere Klöster senden musste, um darin Unterricht zu erteilen. Heimgekehrt, wurde er zunächst Cellerar, 1594 sodann Statthalter in Wil. 1597 finden wir ihn als Subprior in St.Gallen, wo er 1603 Statthalter wurde. In diesem Jahre aber musste er zugleich mit P. Joachim Wirth und Fr. David Schaller nach Rheinau, um dort im Verein mit den aus Petershausen gckommenen Patres Sebastian und Gebhard die Reform durchzuführen. Nuntius della Torre bestätigte am 1. August 1603 seine durch die Äbte Bernhard von St.Gallen und Jodocus von Muri erfolgte Einsetzung zum Prior von Rheinau. Wieder heimgekehrt, half er dem Statthalter P. Mathias Murner in Besorgung der Ökonomie. Als Abt Bernhard Homburg kaufte, wurde er zur Einrichtung der Ökonomie dahin geschickt; ebenso begleitete er Abt Bernhard zur Übernahme von Neu-Ravensburg. Während der Pestzeit 1611 blieb er in St.Gallen, wo er bei der Verwaltung des Klosters mithalf. Später war er hier wieder Statthalter und wurde am 17. Oktober 1618 Subprior in St.Johann. Dort erkrankte er an der Kolik, kam krank nach St.Gallen zurück und starb hier am 16. Februar 1619, ca. 60 Jahre alt.[i]

 

«Erat homo procerus et corpulentus, vultu gravi, vita et moribus honestissimis, disciplinae regularis rigidus observator, bonus scriba, non solum in formanda maiori et minori sed et in communi scriptura, ut ex tabellis armariis seu loculamentis Bibliothecae S.Galli appensis, ispius manu scriptis videre est. Musicae praeterea peritus ad magnum pulpitum Chori imam vocem (Cantores moderni italizantes bassum vocant) haud invitus canebat, serius et gravis in seriis, facetus in historiis, loco et tempore iocose narrandis.»

 

P. Balthasar war Besitzer der Handschrift 482, die, aus dem XV. Jahrhundert stammend, die Horae, Cursus und Preces enthält,[ii] sowie einer Deutschen Benediktusregel.[iii] (190)

 

[i] Mscr. 1425, II, 34; ebendaselbst folgende Schilderung seiner Persönlichkeit.

[ii] Sch., p. 155.

[iii] Mscr. 1356; Sch., p. 452.


8. Johannes Strang

P. Johannes Strang von Überlingen. Profess 16. August 1580; Subdiakon 1582; Diakon 1583; Priester 1585. 1583 ist er Cantor und Moderator der Schule. Er starb schon am 9. November 1588. «Juvenis magnae exspectationis erat et artem scribendi apprime callebat, ut ex iis, quae ab ipsius calamo supersunt, apparet.»[i] (191)


Schriften:

 

1. Directorium pro Ecclesia S.Galli. Enthält: Anniversaria in Ecclesia S.Galli S. 1. – Directorium officii divini et scholae S.Galli von 1583 mit spätern Zusätzen (p. 2-132), sowie Fortsetzung dazu (p. 134-159); letztere kopiert von Johann Strang, St.Gallischer Cantor und Studienlehrer, aus Notaten von Heinrich Keller im Stiftsarchiv. – Einzelne Personalnachrichten. – S. 115: Verfahren und Gebräuche bei der Wahl eines Abbas scolasticus durch die Schüler selbst in Gegenwart des Rektors (vgl. von Arx III. p. 259-262). Diese Handschrift bildet eine Hauptquelle für die Kenntnis der Stiftsordnung im XVI. Jahrhundert. – Mscr. 1262, Papier 4°, 175 S. (Sch., p. 436).

 

2. Cantica ad processiones. Von P. Johannes Strang in schöner Missalschrift mit Musiknoten geschrieben. Mscr. 1287, Papier 4°, unpag. (Sch., p. 443).

 

[i] Mscr. 1425, II, 41.


9. Nicasius Fleckenstein

P. Nicasius Fleckenstein von Luzern. Profess 16. August 1580. Subdiakon 1585; Diakon 1586; Priester 1587. Nach dem Tode P. Paul Althers wurde er 1590 Statthalter in St.Johann, wo er die Kirche reich ausschmückte. 1600 verliess er aus unbekannten Gründen[i] sein Kloster und ging nach Engelberg, wo er aber schon am 31. Januar 1605, erst 42 Jahre alt, starb,

 

«non sine magna cordis afflictione Patrum Engelbergensium», wie es heisst. «Egregiis naturae donis praeditus fuit, ingenio scil., corporis forma et robore, inque rebus gerendis solertia singulari prae aliis pollens; vocem habuit insignem nec facile similem suae. Cum summum officium sive sacrum cantaret, vox ipsius palatium Senatorum (die Pfalz hodie) penetravit, quamvis sat remotum. Potuit bene etiam et terse scribere, quod libellus Responsoriorum ipsius manu exaratus commonstrat. Verbo, vir fuisset ad quaevis praeclara utilis, si animum auremque culturae accomodare voluisset.»[ii] (192)

 

[i] Die unten gegebene Charakteristik tönt sie etwas an.

[ii] Mscr. 1425, II, 37.


10. Georg Sprenger

P. Georg Sprenger von Wil. Profess 13. November 1581. Subdiakon 1583; Diakon 1585; Priester 1586. Er studierte in St.Johann. Nach der Primiz war er zuerst Beichtvater in St.Gallen. Bald zeigten sich Spuren einer Geisteskrankheit, die sich aber wieder verloren; ein Anklang daran mag in der übergrossen Strenge, besonders in seinem Fasten, sich auch später noch finden. Einige Jahre war er sodann Küchenmeister in St.Gallen. Kurze Zeit versah er auch die Pfarrei Oberglatt. Er wurde durch einen Schlagfluss halb gelähmt und starb schon mit 45 Jahren am 23. März 1609. Statura Georgio fuit infra proceram, facies subnigricans, vox sonora auribusque grata. Vir fuit alacer ac promptus, ad quaelibet in conversatione laetus, in rebus ac locis sacris servius et gravis. Obedientiae semper bene addictus. Eine Schwester von ihm, namens Sophie, war Vorsteherin in Notkersegg und zeichnete sich durch ein heiligmässiges Leben aus.[i]

 

Schriften:

 

Officia S. Mariae Virg. pro sacerdote (secundum consuetudinem monast. Schotorum Viennae). Geschrieben von F. G. S. – Mscr. 483, Pergament, 12°, 90 Bll. (Sch., p. 155). Er war 1598 auch Besitzer des Libellus precatorius Othmari II. Abbatis S. Galli, Mscr. 1365 (Sch, p. 452). (193)

 

[i] Vgl. Scheiwiler, Fürstabt Joachim von St.Gallen, Zeitschrift für schweiz. Kirchengeschichte, 1908, XII, 150.


11. Otmar Ledergerber

P. Otmar Ledergerber von Wil. Sohn des Schultheissen Johann Ledergerber, der als Hauptmann in französischen Diensten in der Champagne starb. Er studierte zuerst in St.Johann, dann in St.Gallen. Profess 9. Dezember 1583; Subdiakon 1587; Diakon 1588; Priester 1591. P. Otmar wurde zuerst Cellerar in St.Gallen, kam dann aber für P. Nicasius von Fleckenstein als Statthalter nach St.Johann (1600). Hier schmückte er vorab die Abteigebäude aus. In seinem Dienste war damals schon der Belgier Theoderich Meuris tätig, der die Bilder Christi, Marias, der Apostel sowie der hl. Gall und Otmar malte.[i] In der Kirche schaffte er eine neue Kanzel an. Vor allem machte er sich um die Hebung der Ökonomie verdient, 259 indem er den Viehstand durch Aufkauf von Zuchtvieh im Schwyzerlande hob. Die Chronik bemerkt darüber: «Ipse veteri submoto, novum e Suitia armentum comparavit, quo nullum, qua statura, qua colore baetico seu subnigritante, bonum crassarum, taurorumque spatiosorum formosius habiliusque longe lateque vulgi iudicio perhibebatur.» Herzog Wilhelm von Bayern bezog mehrmals Vieh von ihm; ebenso wollte auch die Grossherzogin von Toskana solches haben. 1606 nach St.Gallen zurückberufen, wo er offenbar damals Unterstatthalter war, lernte er bei Johann Schröter die Buchmalerei, worin er sich sehr auszeichnete. Auch als Buchbinder (Bibliopegus) tat er sich hervor. Nochmals kam er sodann nach St.Johann, wo er aber schon nach einem Jahre an der Kolik erkrankte, die damals manche Patres daselbst ergriff. Er musste nach St.Gallen zurückkehren, wo er wieder genas. Doch wurde auch er nur 56 Jahre alt. Gestorben 3. Dezember 1622. «Homo erat fraudis expers et pectoris aperti, corpore crasso, forma bona, serena facie, voce clara.»[ii] Ein Jahr vor seinem Tode wurde ihm sein Bruder Johann auf tragische Weise entrissen. Dieser hatte zweimal äbtische Truppen nach Italien und einmal nach Frankreich geführt und war dann Hofammann in St.Johann geworden. Er war einer der grössten Wohltäter von St.Johann, das durch ihn Reliquien der hl. Apollonia (einen Zahn), einen Ornat, ein silbernes Rauchfass, einen Traghimmel und 100 fl. für die Orgel erhielt. Am 9. November 1621 – sein Tod wurde auch in das St.Galler Nekrologium eingetragen – ward er von einigen unzufriedenen Toggenburgern zwischen Nesslau und Stein heimtückisch erschossen. Erst 1629 wurden die Mörder entdeckt.[iii] (194)

 

[i] Siehe oben bei P. Erasmus von Altmannshausen.

[ii] Mscr. 1425, II, 42.

[iii] Ausführliche Beschreibung des Vorfalls in Mscr. 1425, II, p. 54ff., wo auch ein deutsches Gedicht von P. Bonifaz Ruedlinger, das P. Athanas Gugger ins Lateinische übersetzte, auf diesen Vorfall sich findet. Weidmann, p. 80). – Über P. Otmar vgl. Steiger Karl, Schweizer Äbte und Äbtissinnen aus Wiler Geschlechtern, Wil 1924, p. 36/37.


12. Gallus von Ägeri

P. Gallus von Ägeri aus Baden. Auf Bitten seines Oheims, des Abtes Christoph Silberysen von Wettingen, wurde er in St.Gallen aufgenommen. Profess 9. Dezember 1583. Diakon 1588; Priester 1591. Er wurde zuerst Kustos, dann Cellerar, verwaltete aber diese Ämter bald zusammen, bald getrennt. Einige Zeit war er auch Stellvertreter des Ökonoms in St.Johann; dann wurde er selber daselbst Statthalter. Heimgekehrt, versah er hier wiederum die Ämter eines Kustos und Cellerars. Er machte sich besonders verdient um den Bau der Kirche in Bruggen, die Abt Bernhard daselbst zum Troste der Aussätzigen und Armen erbauen liess. Unter ihm wurden auch die seit der Reformation verborgen gehaltenen Reliquien der heiligen Otmar und Notker wieder aufgefunden, deren feierliche Übertragung er freilich nicht mehr erlebte. Am 2. Oktober 1626 wohnte er der Grundsteinlegung des Klosters Neu St.Johann bei. Ob seiner Bussstrenge und der Verehrung der hl. Barbara war er bekannt. Er verstand sich auch besonders auf das Zubereiten von Kräuterarzneien. Gestorben 1. Februar 1628, 63 Jahre alt, an Auszehrung, nachdem er schon länger an Podagra und einem Bruchleiden krank gewesen.

 

«Statura fuit iusta, corpore gracili, vultu gravi, naso longo et aquilino, barba rubra modicis canis respersa, capite subcalvo. Omni sua aetate quietus, obediens, taciturnus, gravis, pius imo antiquae simplicitatis et probitatis insigne exemplar. Superiorum observantissimus et disciplinae patientissimus fuit, tametsi mediocriter doctus. Bassa sua voce egregie et chorum universum et maxime Musicam adiuvit et decoravit, cui Bassista sono et suavitate vocis similis vix tunc inveniebatur.»[i] (195)

 

[i] Mscr. 1425, II, 62.


13. Br. Ulpianus Fischer

Br. Ulpianus Fischer von Überlingen. Profess 14. Januar 1583, starb er schon im folgenden Jahre den 23. Februar.

 

«Homo mira simplicitate, qui cum quid cupediarium nactus et a socio forte rogatus esset, se quoque participem faceret, ipsemet, Hercule! respondebat, libenter edi.»[i] (196)


[i] Mscr. 1425, II, 66.


14. Br. Johann Jakob Strasser

Br. Johann Jakob Strasser von Bischofszell. Profess 20. Dezember 1584. Starb als Diakon am 20. Januar 1591. (197)


15. Johann Theobald von Mandach

P. Johann Theobald von Mandach aus Rheinau. Sohn des Johann Konrad von Mandach und der Maria Euphemia von Mennlishofen. Profess 20. Dezember 1584. Subdiakon 1589; Diakon 1591; Priester 1592. Er war Aufseher des Gartens (Hortulanus) und Vestiarius und weilte auch einige Zeit in St.Johann, starb aber schon mit 33 Jahren am 16. März 1600.

 

«Optimus homo fuit, quietus et sedatus, Religiosae disciplinae adeo addictus, ut propterea a Bernardo multum amaretur, ab eoque Monasterio S. Joannis in spiritualibus praeficeretur. Fuit et bonus Hortulanus, quo in labore ut et in aquis eliquandis seu destillandis multum et utiliter occupabatur. Gessit aliquamdiu et curam Vestiarii.[i] (198)


[i] Mscr. 1425, II, 67.


16. Sigismund Erb

P. Sigismund Erb von Ravensburg. Er studierte zunächst an der Domschule in Konstanz, wo er, da seine Eltern nicht begütert waren, Sängerknabe war. Einst kam er mit den Sängern von Konstanz am St.Gallustage nach St.Gallen, wo er so entzückend sang,[i] dass ihn Abt Joachim nach St.Gallen an die Schule nahm. Profess 5. Dezember 1585. Subdiakon 1589; Diakon 1591; Priester 1592. Seiner guten Geistesgaben wegen kam er nach Dillingen, um dort vor allem Moral zu studieren. In der Folge zeichnete er sich als guter Prediger, aber ebenso sehr als ein vorzüglicher Schönschreiber aus. Besonders verstand er sich auf die sogen. römische Rundschrift sehr gut (s. u.). Einige Jahre war er Pfarrer in St.Johann,[ii] in Wildhaus und Stein. In St.Johann las er ebenfalls die Kolik und die damit im Zusammenhang stehende Kontraktion seiner Glieder auf. So kam es, dass er, erst 39 Jahre alt, am 24. November 1607 starb.

 

«Staturam habuit proceram, corpus gracile, caput modicum, vocem insigniter sonoram... In canendo voce sonora scil. alta incomparabilis paene fuit, naturaliter non cogendo aut extorquendo vocem canebat.»[iii] (199)


Schriften:

 

1. Valentini Eisenhart Commentarius in Aristotelis Logicam. Geschrieben 1596 in Dillingen. Mscr.1609, 4°, unpag. (Sch., p. 497).

 

2. Anonymi Commentarius in regulam S. Benedicti. Mit dem gemalten Wappen des Abtes Bernhard und einem verzierten Titelblatt kalligraphisch schön geschrieben von P. Sigismund 1607. Dabei ein Vorwort von Jodocus Metzler über den anonymen Autor. – Mscr. 1335, Papier 4°, unpag. (Sch., p. 449).

 

[i] Acanthidis instar ad stuporem usque.

[ii] Rothenflue gibt 1603-1608, was kaum stimmen kann.

[iii] Mscr. 1425, II, 68. – Vgl. Scheiwiler, Fürstabt Joachim von St.Gallen, Zeitschrift für schweiz. Kirchengeschichte, 1908, XII, p. 151.


17. Br. Hans Jakob Bayer

Br. Hans Jakob Bayer von der Reichenau.[i] Profess 1585.[ii] Er war einige Zeit Altvater, d. h. Vorsteher der Laienbrüder, auch Senior genannt. Einst warf er eine schlecht ausgelöschte Kerze beim St.Nikolausaltar weg, woraus ein Brand entstand, den man zum Glück entdeckte, als man um Mitternacht zur Mette ging. Bruder Hans Jakob aber wurde infolgedessen nach St.Johann geschickt, wo er sich jedoch als wenig geeignet für die Hausgeschäfte erwies. Er kam nach St.Gallen zurück und wurde mit der Obsorge für die Kapelle «Maria im Gatter» betraut. Beim Läuten der grossen Glocke erlitt er aber einmal einen Unfall und trug ein beständiges Kopfleiden davon. Er war von Natur sehr kräftig und abgehärtet und trank am Freitag nie Wein. In der Advents- und Fastenzeit geisselte er sich. Stets stand er um drei Uhr auf und ging beten; alle acht Tage beichtete und kommunizierte er. Beim Ministrieren betete er stets von der Wandlung bis zum Pater noster mit ausgebreiteten Armen und küsste hierauf den Boden. – Besonders verstand er sich auf die Rebenzucht, beschnitt und pflegte darum auch die Reben im Garten der Patres und Brüder. In der Unterhaltung war er, wenn auch langsam, doch sehr zutraulich und redete jeden mit Brüderle oder die Patres mit Herr Brüderle an. Er starb friedlich im achtzigsten Lebensjahr am 27. Mai 1633 und wurde auf dem St.Otmarsfriedhof begraben. Sein Grab zierte die Inschrift: Lumen refulsit in habitaculo. Act. 12. Nocte dieque reparasti lampadas aedis. Ista parare tibi Lumina ad astra viam. (Mscr. 1447). «Staturam habuit proceram, barbam promissam, praecalvus, sed non adeo canus».[iii] Sein Vater war hundertjährig geworden, während die Mutter und eine Schwester in «Lacu veneto» ertranken. Ein Oheim war als P. Plazidus Benediktiner auf der Reichenau. (200)


 

[i] Der Professzettel sagt zwar: "ex Augia majore", was Mehrerau bedeutete, doch wird er anderwärts als von der Reichenau stammend bezeichnet.

[ii] Wahrscheinlich auch am 5. Dezember.

[iii] Mscr. 1425, II.


18. Johann Martin Stierli

P. Johann Martin Stierli von Frauenfeld. Profess 15. August 1586. Subdiakon 1589; Diakon 1592; Priester 1594. Er war eine Zeit lang Unterstatthalter in Wil und unter Abt Bernhard zwei Jahre lang Kustos in St.Gallen, lebte aber sonst, lange an einem Augenleiden krank, in St.Johann. Die letzten 12 Jahre seines Lebens verbrachte er im Mutterkloster, «Deo et spiritu suo vacans.» Gestorben 28. August 1627 im Alter von 58 Jahren. Epitaph:

 

Viator! Hac ego luce legor, Vivo tibi Tumba, Viator, An tu cras aliis Tumba legeris? Eris!

«Nunquam otiosus vel in herbis bonus felixque hortulanus, vel in distillandis acquis nobilioribus, vel in suo privato cubiculo continue aliquid laborabat aut si nihil aliud haberet, ipsemet vestes suas sarciebat …. Munditiae singulariter studuit in omnibus …. Statura fuit infra proceram, corpore crasso et compacto, facie nitida, barba subrufa sincipite calvo. Vocem habuit claram, dentes processu temporis amisit omnes. Vir fuit pacificus, benignus, affabilis, sciens praestare silentia, rerum antiquarum consuetudinem exacte peritus et observator, jucundus in praestandis, consitus, providus ac prudens, orationi ac spiritualibus exercitiis cumprimis deditus.»

 

Sein Bruder Johann Jakob war Mitglied des Stiftes Kreuzlingen und dessen Dekan.[i] (201)

 

[i] Mscr. 1425, II, 70.


19. Br. Hans Döbeli

Br. Hans Döbeli aus Tablat. Profess 15. August 1587. Er war sehr geschickt zu jeglicher Arbeit und allzeit fleissig, buk die Hostien, regelte die Kirchenuhr und schmückte die Altäre. Das Offizium der Mutter Gottes betete er lateinisch und psallierte oft auch mit den Patres im Chore. Aus Eierschalen verstand er geschickt Wasseruhren herzustellen. Zuletzt litt er an den Füssen und an Atemnot. Als Dekan P. Maurus den Sterbenden trösten wollte, musste er gestehen: nicht Br. Johannes, sondern er selber sei getröstet weggegangen. Er starb am 6. Juni 1631, gut 70 Jahre alt. Bruder Hans trug noch, wie die alten Konversen, den Bart und das Haar wie die alten Weltgeistlichen, während die spätern Brüder Bart und Haar schoren. Statura erat minori, barba exigua incana, dentibus carebat cum summam aetatem attigisset.[i] Sein Epitaph lautete: Beati pacifici. Math. 5. Pacifice semper vixisti Converse Joannes, Pignora dicuntur Pacifici esse Dei. (Mscr. 1447). (202)

 

[i] Mscr. 1425, IV, 19.


20. Br. Georg Wetzel von Kislegg

Br. Georg Wetzel von Kislegg. Profess 15. August 1587. Durch Vermittlung des Freiherrn Albert von Königseck und Rothenfels, Kanonikers in Konstanz, kam er unter Abt Joachim nach St.Gallen. Er erwies sich als ein kluger Verwalter. Durch ihn wurden die Obstbäume beim Otmarsspital gepflanzt. Er war schon damals Altvater. Später kam er nach St.Johann, wo er Sakristei und Keller versah und zugleich Tischdiener war. Er beschäftigte sich auch mit Büchereinbinden und stellte kleine Schmuckkästchen her. Nach St.Gallen zurückgekehrt, wurde er wieder Altvater, bis seine Füsse den Dienst fast versagten und das Podagra ihn plagte. Br. Abraham Hofstetter trat dann an seine Stelle. Er zog sich ganz zurück, las viel Asketisches und betete vor allem sehr viel. Während die eine Hand den Stock hielt, auf den er sich stützen musste, war in der andern ständig der Rosenkranz. Als er den Stock nicht mehr zu halten vermochte, mussten ihn zwei Brüder in die Kirche führen. Er war auch sehr wohltätig gegen die Armen. Über 70 Jahre alt starb er am 6. Januar 1635. Schon bei Lebzeiten hatte er sich sein Grabkreuz machen und mit seinem Namen bezeichnen lassen und über dem Bette aufgehängt. «Erat statura mediocri, forma bona, vultu rubicundo, sereno et gravi; capillos et barbam modice canis aspersam crescere sinit. Homo sincerus, verax ac Fratrum suorum amator et protector, honeste ac religiose semper vixit, in consitis prudens et consideratus.»[i] Epitaph: Sedebit solitarius. Thren. c. 3. Cum pede contrito lucrare sedensque Georgi Astra; sedentario sidera sicne patent? (Mscr. 1447). (203)

 

[i] Mscr. 1425, IV, 14.


21. Thomas Ulin

P. Thomas Ulin (Ueli) aus Langenargen. Profess 18. September 1588. Subdiakon 1589; Diakon 1592; Priester 1594. Er studierte einige Zeit in Dillingen, besonders Moral, so dass er ein sehr guter Beichtvater wurde. Im Kloster war er Vestiarius, kam dann nach St.Johann, wo er schon am 19. September 1607, erst 36 Jahre alt, starb.[i] (204)

 

[i] Mscr. 1425, II, 73.


22. Br. Johann Hartmann von Hertenstein

Br. Johann Hartmann von Hertenstein aus Luzern. Profess 18. September 1588. Er starb schon am 2. September 1590 als Student in Dillingen. (205)


23. Wilhelm Eck

P. Wilhelm Eck von Goldkirchen. Sein Vater leitete 50 Jahre lang die Domschule in Konstanz. Profess 18. September 1588. Subdiakon 1596; Diakon 1597; Priester 1599. Er hatte ebenfalls in Dillingen studiert. In Ottobeuren bildete er sich in der Buchbinderei aus, so dass er sich darauf vorzüglich verstand. Daneben war er ein guter Musikant und Sänger. Er weilte einige Zeit in St.Johann, von wo aus er die Pfarrei Stein versah. Auch er starb früh, erst 41 Jahre alt, am 26. Mai 1612 in St.Gallen.[i] (206)

 

[i] Mscr. 1425, II, 73.


24. Bartholomäus Kine

P. Bartholomäus Kine von Wangen, wo sein Vater, Johann Kine, Bürgermeister war. Er studierte zuerst in Mehrerau, wo sein Bruder Johann, Magister der freien Künste,[i] als Ludimagister wirkte. Sodann setzte er seine Studien in Dillingen fort, wo er die dort studierenden St.Galler Mönche kennen lernte. Dies zog ihn nach St.Gallen, wo ihn Abt Joachim ins Kloster aufnahm. Profess 18. September 1588. Nachher kam er wieder auf die Studien nach Dillingen. Subdiakon 1593; Diakon 1594; Priester 1595. Er wirkte zunächst lange Jahre als Präfekt (Paedagogus), sowie als Lehrer des Latein und Griechisch in St.Gallen. Alsdann kam er nach St.Johann, von wo aus er die Pfarrei Wildhaus versah. Er bemühte sich besonders um den Unterricht der Kinder; ebenso unterwies er auch andere, besonders die Dienerschaft in St.Johann im Lesen und Schreiben, die ihn darum besonders verehrte. Kurze Zeit weilte er als Statthalter in Wil und kehrte dann in das Kloster zurück, wo er einige Jahre Cellerar und seit 1620 Subprior war. Am 5. August 1625 wurde er zudem Vestiarius. Zweimal hielt er während der Pestzeit im Kloster aus. Besonders dem Frauenkloster St.Georgen gegenüber war er sehr wohltätig, ebenso liebte er die Armen. Er litt an einer Herzkrankheit, die denn auch am 5. Oktober 1629 sein rasches Ende herbeiführte. Er war 58 Jahre alt.

 

«Vita eius ac mores fuere integri, puri, simplices ac recti. Laboribus et manualibus ita deditus fuerat, ut nunquam omnino otiaretur; quin absque cessatione extra Divina Officia, quibus continuo intererat, vel scribendis libris choralibus, pro nostris aut pro Monialibus vel hortis colendis vel acquis distillandis vacabat. Sed et orationi multum addictus, Virginisque Deiparae a puero perstudiosus fuit, quotidie ejusdem Officium parvum, quod memoriter tenebat, recitans; creberrime Coronas precatorias pervolvebat. – Statura erat eminenti, corpore amplo, facie nigra, naso crasso, canitie veneranda.»[ii]

 

Ein Bruder, namens Markus, war Kapuziner und als bestbekannter Prediger in Prag und Wien tätig.[iii] (207)


[i] Später Pfarrer in Wangen.

[ii] Mscr. 1425, II, 75.

[iii] Vgl. Scheiwiler, Fürstabt Joachim von St.Gallen, Zeitschrift für schweiz. Kirchengeschichte, 108, XII. Jahrg., p. 151.


25. Udalricus Hengartner

P. Udalricus Hengartner von Bernhardzell.Er stammte von armen, aber frommen Eltern ab. Erst mit 18 Jahren fing er an Latein zu lernen unter Urban Hartmann,[i] Magister der Philosophie, der damals in St.Gallen für die umliegende Jugend den ersten Lateinunterricht erteilte. Wegen seinen Fähigkeiten nahm ihn Abt Joachim an die Klosterschule, worauf er ihn zur Vollendung der Studien nach Dillingen sandte. Dann trat Ulrich in St.Gallen ins Noviziat ein und legte am 18. September 1588 seine Profess ab. Hierauf kam er aufs neue nach Dillingen in die philosophischen und theologischen Studien. Ob er Doktor der Philosophie wurde, wie Scheiwiler sagt, scheint mir fraglich zu sein. Subdiakon 1591; Diakon und Priester 1592. Zuerst versah er hierauf die Pfarrei Grub, wo durch Abt Joachim der katholische Gottesdienst wieder hergestellt worden war. Wahrscheinlich war er hierauf Pfarrer in Nesslau (1595-?) und Hennau (1595-1600?), wenn auch die von Rothenflue angegebenen Daten kaum stimmen können. 1595, 30. Januar, wurde er Dekan, welches Amt er 24 Jahre lang bekleidete. Als solcher half er Abt Bernhard in der Durchführung der Reform. Daneben wirkte er durch 40 Jahre als Münsterprediger. Seine Predigten, von ihm eigenhändig geschrieben, wurden wohl aufbewahrt, sind aber heute nicht mehr vorhanden. Ebenso zeichnete er sich als guter Beichtvater aus, indem er sich besonders der Skrupulanten annahm. Auch um die Konvertiten bemühte er sich sehr, musste aber den Schmerz erleben, dass seine eigene Schwester einen protestantischen St.Galler heiratete und abfiel. Über die Askese P. Ulrichs wird viel berichtet. Hoch schätzte er besonders die Keuschheit; er geisselte sich dreimal wöchentlich, trug stets ein Cilicium, zeitweise eine eiserne Kette, um sein Fleisch zu kreuzigen. Ebenso streng waren seine Fasten; er genoss wenig Wein und schlief auf einem harten Bette. Sein Schlaf wurde zudem durch viele Nachtwachen unterbrochen. Die Armut liebte er nicht weniger. Besonders aber war er ein grosser Beter und Verehrer der hl. Reliquien. Er beichtete fast täglich und sprach am liebsten von heiligen Dingen. Viel und gerne las er in der Hl. Schrift. Zur Mutter Gottes trug er eine kindliche Verehrung; 10 Jahre lang hielt er stets ihr zu Ehren die ½ 7 Uhr- oder sogen. Gattermesse. Eine Zeitlang war er auch Novizenmeister. In spätern Jahren trug er sich sogar mit dem Gedanken, zu den Karthäusern zu gehen, stand aber auf inständiges Bitten seiner Umgebung davon ab. Er lichte besonders die Kapuziner, die ihn am 5. November 1595 zu ihrem geistlichen Bruder annahmen.

 

Abt Bernhard, dessen rechte Hand er war, zog ihn viel in seinen Geschäften heran. So musste er in einem Prozess um Neu-Ravensburg nach Ulm; in einer Streitsache mit den im Thurgau regierenden Orten führte er die Verhandlungen. Auch der grosse Jurisdiktionsstreit mit Konstanz nahm ihn stark in Anspruch. Bei der Ausscheidung der beiden Appenzell, wie in der Streitsache der reformierten Wildhauser war er tätig. Als Abt Bernhard 1611, dem Drängen seines Konventes nachgehend, zur Zeit der Pest, das Kloster verliess, führte P. Ulrich mit andern die Verwaltung der Abtei. Auch 1629 blieb er während der Pest in St.Gallen.

 

P. Ulrich war viel kränklich; er hatte einen Unterleibsschaden und auch Geschwüre am Bein. Ebenso litt er an Magenbeschwerden. Nach einer heftigen Krankheit starb er eines heiligmässigen Todes am 29. Juni 1633, 65 Jahre alt. Sein Grab schmückte die Inschrift:

 

Viatori ! An vitam, an mortem quaeris, moriture Viator? Non vitam, nomen quaere, Beatus eris.

Ihm wurde auch folgendes Epitaph gewidmet:[ii]

 

Carnales sumpsisse dapes quam pluribus annis,

Non vis, ad Superos quam petis esse cibos.

 

«Quod ad corporis ipsius habitudinem attinet statura ipsi justa fuit, matura in ore gravitas, frons passa et explicata facies, quam pallor exsanguis inedia collectus commendat. Visu fuit acuto, extremis tamen vitae annis lecturus orbibus ocularibus utebatur. Vocem habuit claram et licet non adeo Musicae peritus, libenter tamen canebat. Vir fuit sibi imperiosus et victor sui, in regimine positus minime suspiciosus, religiosos omnes adeo amabat, ut si forte aliquem ad S. Gallum venire contigisset, qui se non visitaret, aegerrime ferebat.»[iii] (208)

 

[i] Dem Vater des Dekan P. Bernhard Hartmann.

[ii] Mscr. 1447.

[iii] Mscr. 1425, II, 79-100; idem in 1429, fol. 107-115b. Vgl. Scheiwiler, Fürstabt Joachim von St.Gallen, Zeitschrift für schweiz. Kirchengeschichte, 1908, XII, p. 151/52.


26. Br. Johannes Burkhard

26. Br. Johannes Burkhard von Rheinau.[i] Um ihn von Br. Johann Döbeli zu unterscheiden, wurde er Bruder Roni (= Hieronymus) genannt, zu Ehren eines Bündtners, Hieronymus de Rubeis, der im Brüderhause weilte, um dort Deutsch zu lernen, während Br. Roni von ihm Italienisch und Französisch lernte. Profess 30. September 1588. Er war eine Zeitlang Diener der von Abt Ulrich VIII. bestellten Weltpriester U. L. Frau im Gatter, deren Altar er auch bis in sein Alter besorgte. So lange er konnte, diente er ausserdem täglich in der ersten hl. Messe, die an diesem Altare gelesen wurde. Er verstand auch Latein, betete den Cursus B.M.V. lateinisch und war überhaupt ein sehr frommer Bruder. «In confabulationibus valde iucundus et facetus, quaevis rythmice proferre potuit». «Fuit statura pusillus, instar Zachaei illius principis publicanorum, mente virili et satis perspicaci.»[ii] Er starb am 31. März 1638, fast 70 Jahre alt. Sein Epitaph lautet:[iii]

 

Qui tam gratus eras miseris mortalibus,

Jam nunc sis etiam coetibus angelicis. (209)


[i] Genannt des Burkharden Roni.

[ii] Mscr. 1425, IV, 18.

[iii] Mscr. 1447.


27. Johannes Ritter

P. Johannes Ritter von Altstätten.Geboren 1571. Profess 2. November 1591. Subdiakon 1594; Diakon 1595; Priester 1596. Er studierte in Dillingen. Heimgekehrt, wurde er Vorsteher der Klosterschule, später Cellerar. Zwei Jahre war er (seit 1604) Statthalter in Wil, wo er in Rickenbach die Zehntscheuer baute. Hierauf ward er Prior und Statthalter in St.Johann, wo er das Gasthaus errichtete. Einige Zeit wirkte er sodann als Seelsorger in St.Gallen und versah auch[i] Mogelsberg und Nesslau. Mit P. Christoph Emhardt von Weingarten besorgte er die Neuordnung des Breviers, das er ganz schrieb, und das Kardinal Bellarmin bei der Prüfung in Rom unterzeichnete.[ii] P. Johann arbeitete auch gerne im Garten und destillierte gebrannte Wasser. Er schrieb sehr gerne und sehr schön. Als 1611, zur Zeit der Pest, in Wil keine Seelsorger mehr waren, ging er mit P. Joachim hin, um dort den Kranken zu dienen, wurde aber bald angesteckt und starb am 15. Oktober 1611, erst 37 Jahre alt, an der Pest. Er wurde in der Muttergotteskapelle bei St.Peter begraben.

 

«Joannes fuit omnino industrius et acris ingenii, in canendo, concionando, scribendo praecellens in paucis; tantum scripsit, ut quemadmodum vir magnae apud nos auctoritatis sensit, una vehes vix portaret. Scripta ejus plurima supersunt.[iii] Statura ipsi fuit mediocris, vultus ex aequo hilaris et severus. Matrem suam ad religionem catholicam reduxit eique moribundae astitit.»[iv] (210)

 

[i] Jedenfalls nur kurze Zeit.

[ii] Vgl. Weidmann, p. 79. P. Paul Volk, Zur Geschichte des Bursfelder Breviers. Anhang I. Das St.Galler Brevier von 1612 etc. Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktiner Ordens, Band 46, p. 175ff.

[iii] Heute scheint nichts mehr herum zu sein.

[iv] Mscr. 1425, II, 99. – In der Collectio Aichhaim (Zentralbibliothek Zürich, Mscr. D 77, fol. 229) hat sich noch eine "In Religiosi et perdocti Fratris Joannis Ritter natalem diem" verfasste Dichtung des Fr. Jacobus Peter Vttenpuranus (Ottobeuren) erhalten. Ein anderes, von F. Jakob Bildstein 1593 auf den Geburtstag unseres P. Johannes verfasstes lateinisches Gedicht, findet sich in Stipplin, Coll. I, p. 702 (Weidmann, p. 79, Anm. 233).


28. Joachim Wirth

P. Joachim Wirth aus Wil. Profess 23. September 1593. Subdiakon 1597; Diakon 1598; Priester 1600. Er studierte Philosophie in Dillingen, wo er auch den Magistergrad erwarb; ebenso hörte er eine Zeitlang dort Theologie. Auch war er Präfekt der marianischen Sodalität daselbst. In seinem Kloster wurde er zunächst Lehrer an der Klosterschule und Vorsteher derselben, dann Novizenmeister. Zugleich betätigte er sich als Münsterprediger. Mit P. Balthasar Schlory wurde er 1603 nach Rheinau gesandt, um dort bei Einführung der Reform tätig zu sein. Er versah daselbst zuerst das Amt eines Vorstehers der Schule und Novizenmeisters, später ward er Prior. Wiederum heimberufen, wurde er Statthalter in Rorschach, wo er die Leinenindustrie einführte. Zur Zeit der Pest (1611) ging er mit P. Johann Ritter nach Wil, wo damals 1100 Menschen starben, und zeichnete sich dort ebenso im Dienste der Kranken aus. Da er seit einigen Jahren an einem Unterleibsleiden litt, ging er später, der bessern Luft wegen, wieder nach Wil, wo er am 28. Januar 1616 im Alter von 40 Jahren starb und neben P. Johannes begraben wurde.

 

«Fuit in Joachimo spectata morum gravitas, vita laudabilis, prudentia non vulgaris. – Statura fuit virili, facie lentiginosa et veneratione digna. Artis musicae admodum peritus et amans eadem ita delectabatur, ut affirmarit, sibi morienti concentu musico nihil gratius futurum.»[i]

 

Er wurde mit seinem Mitprofessen, P. Jodocus Metzler, am 29. Januar 1597 von den Kapuzinern als geistlicher Bruder angenommen.[ii] (211)

 

[i] Mscr. 1425, II, 103.

[ii] Vgl. Scheiwiler, Fürstabt Joachim von St.Gallen, Zeitschrift für schweiz. Kirchengeschichte, 1908, XII. Jahrg., p. 150.


29. Jodocus Metzler

P. Jodocus Metzler von Andelbuch bei Bregenz. Geboren 1574. Profess 23. September 1593. Er studierte in Dillingen Philosophie und Theologie und hierauf in Rom Kirchenrecht, worin er 1603 den Doktorgrad erwarb. Heimgekehrt, war er zunächst Vestiarius, wurde dann 1605 Subprior und als solcher auch Novizenmeister. 1604 soll er auch Bibliothekar geworden sein.[i] Schon 1607 weilte P. Jodoc ein erstes Mal in der Konstanzer Angelegenheit in Rom, wo er sich besonders auch der Brevierfrage annahm.[ii] Zu verschiedenen Malen bekleidete er das Amt eines Statthalters in Wil. Wir finden ihn als solchen 1605 und 1610.

 

Über sein weiteres Leben geben uns die Tagebücher des Abtes Bernhard, die von 1610 bis 1628 reichen, etwas mehr Aufschluss. Darnach kehrt er am 17. Juni 1611 aus Rom zurück, wo er in der Konstanzer Angelegenheit weilte. Überhaupt verwandte ihn der Abt in der Folge oft in wichtigen Sendungen, über deren Zweck zwar vielfach nichts verlautet. So geht er am 22. Januar 1612 ins Schwabenland: «etliche wichtige Sachen zu verrichten»; den folgenden 30. Januar wird er nach Rheinau, Muri, Luzern und Einsiedeln geschickt. Am 14. März 1612 kehrt er von einer Reise nach Pfäfers zurück. Am 30. März 1612 wird er neuerdings in der Konstanzer Angelegenheit nach Rom geschickt, von wo er am 29. September wieder zurückkehrt. Auf ein neues geht er am 6. November des gleichen Jahres nach Rom; am 16. März 1613 ist er zurück, worauf er am 1. April nach Konstanz und am 28. April nach Freiburg i. Br. und Gebweiler geschickt wird. An der Beilegung des Streites mit Konstanz und am Zustandekommen des Konkordates vom 22. März 1613 kommt P. Jodocus ein Hauptverdienst zu.[iii] Am 4. August 1613 schickt ihn der Abt zu Erzherzog Maximilian in Innsbruck, wegen der Lehensverhältnisse in Homburg, welche Herrschaft der Abt 1613 erworben hatte. In der gleichen Angelegenheit musste er noch zweimal, vom 9. bis 29. Januar 1614 und vom 4. bis 27. April 1614 nach Innsbruck. Zwischenhinein fallen Reisen nach Luzern,[iv] Bregenz,[v] Homburg.[vi] Am 3. August 1614 muss er nach Buchhorn zum Grafen von Montfort, um Verhandlungen wegen Neu-Ravensburg zu führen. Am 22. August 1614 ernennt ihn Abt Bernhard zum ersten Offizial seines kirchlichen Territoriums; als solcher erhält er am 5. Juli 1615 den Auftrag, alle Pfarreien und zugleich auch die weltlichen Beamten des Stiftes zu visitieren. In der Murbacher Angelegenheit schickt ihn der Abt am 16. Februar 1616 nach Murbach und nach Gebweiler zu Erzherzog Leopold.

 

Am 17. März 1616 wird P. Jodocus Statthalter in Wil, am 9. Oktober 1618 solcher in St.Johann. Am 11. Januar 1625 kommt er wieder als Statthalter nach Wil. Am 5. August 1625 bestellt ihn der Abt zum Visitator von St.Johann, wo er den Aufbau des Klosters nach seinen Plänen leitet. Um diese Zeit wurde er auch für den Neubau in Rheinau zu Rate gezogen.[vii] Noch 1630 finden wir ihn als Statthalter in St.Johann; seit 1631 ist er solcher in Wil, wo er am 7. April 1639 im Beisein des Abtes Pius und des Subpriors P. Modest Spiess 65 Jahre alt stirbt. Er wurde in St.Gallen begraben.

 

Das ihm gesetzte Epitaph:

 

Caute pertransi tumbam hanc, non mortuus hic est,

Vivit, adhucque illum vivere scripta docent,

 

weist auf die rege literarische Tätigkeit dieses unermüdlichen Mannes hin. V. Arx sagt darüber:[viii] «Er schrieb in ruhigen Stunden die Geschichte der Abteien St.Gallen, St.Johann und Engelberg, die Leben der berühmten Männer in St.Gallen und viele Abhandlungen über verschiedene Gegenstände der geistlichen Gerichtsbarkeit des Stiftes St.Gallen, gab dem Heinrich Kanisi aus den alten Handschriften die Hymnen und Sequentien, welche Notker, Tutilo, Ratpert, Hartmann im neunten und zehnten Jahrhundert verfertigten, zum Druck,[ix] und ist auch wahrscheinlich der Verfasser der drei in deutschen Reimen, unter dem erdichteten Namen Hermann Josemann (Jost) an die Protestanten gesetzten Fragen.[x] (212)

 

Schriften:

 

1. Miscellanea juris ecclesiastici von Jodoc Metzler 1586 bis 1596. 14 Nummern, darunter S. 35-125: De monasterii S. Galli exemptione et jurisdictione Episcopi Constantiensis. – S. 26 auch ein Index der von Metzler verfassten Schriften, 17 Nummern umfassend (s. u.). – Mscr. 1136, Papier 4°, 266 S. (Sch., p. 413).

 

2. Repertorium alphabeticum declarationum Concilii Tridentini (Romae 1603). Tariffa delle speditioni beneficiali. Geschrieben von J. M. 1603. Das gleiche oder ein anderes Exemplar kam 1712 nach Zürich (Weidmann p.436), von wo es möglicherweise wieder nach St.Gallen zurückkehrte. – Mscr. 1137, Papier 4°, 80 Bll. (Sch., p. 413).

 

3. Rotae Romanae decisiones novissimae nunquam adhuc excusae. 1602 von Metzler in Rom geschrieben. – Mscr. 1138, Papier 4°. Mit spätern Ergänzungen, so finden sich S. 2 die Namen der Auditoren der Rota von 1611 (Sch., p. 413).

 

4. Julius Sansedonius, Commentaria in Canones. Sansedonius, gestorben 1626 als Bischof von Grosseto, war 1602 auf 1603 Lehrer Metzlers am Collegium Germanicum in Rom. – Mscr. 1139, Papier 4°, 164 Bll., 1603 geschrieben, ohne Namen des Schreibers, aber mit einem Wappen am Anfang. Jedenfalls gehörte die Handschrift P. Jodoc (Sch., p. 413).

 

5. Ascetica S. Bonaventurae, von P. Jodoc deutsch aus Mscr. 1169 übersetzt. Mscr. 1179, Papier 8°, 314 Bll. Enthält noch andere asketische Schriften, die offenbar nichts mit P. Jodoc zu tun haben (Sch., p. 421).

 

6. Auszug aus dem Werke Arnold Wions: Martyrologium Benedictinum et alia. Von P. Jodoc M. 1596 in St.Gallen geschrieben. S.343-348 ein Verzeichnis berühmter St.Galler Konventualen. – Mscr. 1186, Papier 12°, 352 S. (Sch., p. 421).

 

7. Joachimi Opser Abbatis S. Galli Sermonum elenchi. Geschrieben 1613 von P. Jodoc. – Mscr.1198, Papier 8°, 32 S. (Sch., p. 423).

 

8. Vorwort zu dem von P. Sigmund Erb geschriebenen Commentarius Anonymi in regulam S. Benedicti. – Mscr. 1335 (Sch., p. 449).

 

9. Statuta Congregationis Helveto-Benedictinae. 1636 geschrieben. – Mscr. 1338, Papier 4°, 84 Bll. (Sch., p. 450).

 

10. Chronicon S. Galli, Montis Angelorum, Vallis Thurae. Ordo abbatum monasterii S. Magni in Füessen. – Kopie von der Hand P. Marian Buzelins, von 1613, mit Randnoten von Metzlers eigener Hand. Das Original liegt im Stiftsarchiv (s. u.). Die St.Galler Chronik reicht von Gallus bis 1633; die Engelberger bis 1613; die von St.Johann bis zum Brande von 1626. Die St.Galler Chronik enthält viele Erörterungen über st.gallische Literatur, die weniger vollständig in die Sammelwerke von Canisius, Goldast und Pez übergegangen ist. – Mscr. 1408, Papier 2°, 22 S. und 15 Bll. mit einer vorgehefteten Miniatur in Folio auf Pergament. Diese Handschrift, die nach Weidmann in St.Johann lag und in Privathände überging, kam durch K. Greith 1847 in den Besitz der Stiftsbibliothek (Haller III, 1322, 1370). Von der Engelberger Chronik soll sich nach Weidmann (p. 79) in Mscr. 656, das Collectanea historica enthält, eine Abschrift befinden. Scherer (p. 214) bemerkt nichts darüber.

 

11. De viris illustribus S. Galli libri duo von P. Jodoc Metzler. Kopie von P. Ildefons Haas von Ettenheimmünster 1760 angefertigt aus dem Abdruck in Pez, Thesaurus I. 3, 555-626. (Haller ist mit dieser Arbeit übel zufrieden. Bibl. II., Nr. 367 und 371). P. Mauritius Müller schrieb eine Fortsetzung dazu, die aber nicht mehr vorhanden ist. – Mscr. 1416 (Sch., p. 477). – Von dieser Arbeit Metzlers findet sich eine Kopie in der Einsiedler Manuskriptensammlung (Mscr. 443), die mit Zusätzen von P. Johann Egon, Prior der Reichenau, versehen ist, welche bei Pez fehlen. In der gleichen Handschrift findet sich auch Fol. 24-24 b eine: Responsio R. P. Jodoci Mezleri ad quaestiones de Walafrido et Hermanno anno 1628. Die Handschrift schrieb P. Dionys Hartmann von Einsiedeln. (Meier, P. Gabriel Catalogus Codicum manu scriptorum etc. Einsidlensium p. 371).

 

12. Hymni patrum Sangallensium. Ex egregiis Ms. vetustissimis codicibus dedescripti. Mit Rubriken von P. Jodocus. – Mscr. 1462, Papier 12°, 126 S. (Sch., p. 484).

 

Die Übersetzung der «Cantilena Ratperti: Galli patris sanctissimi» in Jamben, die sich in der von P. Bernhard Hartmann geschriebenen Handschrift 1191 findet, scheint, wie Scherer (p. 422) bemerkt, von P. Jodoc zu sein (vgl. Haller, Bibl. III., Nr. 1722).

 

Im Bücherarchiv des Stiftsarchivs St.Gallen finden sich folgende weitere Arbeiten von P. Jodoc Metzler:

 

13. Inclyti apud Alemannos divi Galli Coenobij rerum ab Anno nongentis nonaginta gestarum Libri VIII authore Jodoco Metzler, Monacho S. Gallensi, Decretorum Doctore. Anno 1604. Reicht bis zu Beginn der Regierung des Abtes Bernhard. Band 181; siehe auch Band 182 unten bei P. Magnus Brüllisauer. Kopien dieser Chronik finden sich auch in Band 182, ferner in den Bänden 183-185 von P. Marian Buzelin.

 

14. Catalogus Abbatum et Monachorum S. Galli omnium, quos ego F. Jodocus Metzlerus reperire potui, una cum diversis Formulis professionis vitae monachalis ab antiquis usurpatis (von Stipplin bis 1665 fortgesetzt). Band 216a (Haller III. 1340a).

 

15. Notae in Necrologium seu Tabulas Defunctorum Monasterii S. Galli tum ex authenticis et antiquissimis Archivij Chartis, turn ex probatissimis et publicis Chronicis Mss. ac Rerum Sangallensium scriptoribus excerptae et compilatae ad Eruditionem cum Antiquitatis tum Jurium Monasterii S. Galli abs RR. PP. Jodoco Mezlero primum, deinde Mauritio Müller, Conventualibus S. Galli, Band 215b.

 

16. Deviris illustribus Monasterii S. Galli Libri tres, authore Jod. M. Band 205.

 

17. Notae Metzleri in Concordata (cum Constantiensibus). Band 739 und 740 (Haller III. 1333).

 

18. Actorum Constantiensium XVIII Tomi. Litterae P. Jodoci Mezleri ad D. Alphonsum Procuratorem S. Galli in causa Jurisdictionis cum Episcopo Constantiensi una cum Ratiociniis expensarum Romae factarum usque ad annum 1612. Band 739-741 (Haller III. 1333).

 

19. Notae in Concordata Constantiensia factae et compositae abs R. D. Jodoco Mezlerio J.U.D. Band 756; das gleiche in Band 757 und 758.

 

20. Instrumentum sive Protocollum Visitationis per D.P. Jodocum Metzlerum Ss. Canonum Doctorem, Conventualem S.Galli et Locumtenentem in Dominio Wilensi in Districtu Wilensi et Comitatu Toggenburgensi, Anno 1627, Band 678.

 

21. Monasterii Sti Joannis Vallis Thauri in Helvetiis, Abbatum et Rerum Index. 4°, 17 S. (aus S. 22 erhellt die Autorschaft Mezlers). Band 291. Dasselbe in Band 292, wo der Autor ausdrücklich vermerkt ist: Authore R.P. Jodoco Mezlero Ss. Canonum Doctore, S. Galli Monacho, Vicario Wilensi. 4°, mit Notizen über den Brand von 1626.

 

Eine Kopie der St.Galler Chronik Metzlers, von Stephan Lang gefertigt, findet sich auch in Band 212.

 

In den Collectanea des P. Mauritius Hohenbaum van der Meer (Rheinauer Archiv, Stift Einsiedeln, R 91, Band VII, p.610 findet sich eine von P. Johann Nep. Hauntinger gefertigte Kopie des von P. Jodoc selbst angelegten Verzeichnisses seiner Werke (s. oben Mscr. 1136). Darnach sind eine Reihe von seinen Werken nicht mehr auf uns gekommen. Wir geben darum den Wortlaut des Verzeichnisses:

 

Rerum Sangallensium Libri IX. – De viris illustribus Monasterii S. Galli lib. III. De Miraculis Deiparae Virg. in Monasterio S. Galli editis, lib. 1. – De Vita Serenissimae D. Mariae Ducissae Warmensis Portugalliae Infant. in linguam germ. ex italica translatus liber unus. – Officiorum Monasterii S. Galli propriorum lib. 1. – De Conversione Morum tractatus 1. – Galli cantus seu meditationum antelucanarum lib. 1. – Repertorium Decisionum Illmorum D.D. Card. S. Trident. Concilii Interpretum lib. 1 (Mscr. 1137). – Decisiones omnium Novissimae S.R. Rotae auditor., ordine alphabetico. Lib. l (Mscr. 1138). – Reporatatorum (sic!) ex universo jure Pontificio, ejusque Glossar. Corpore. Lib. 1. – Catalogus plurimorum Patrum, qui a S. Gallo ad haec usque nostra tempora in Monasterio S. Galli vota ediderunt. Lib. l (Stiftsarchiv, Band 216a). – Notae in Concordata Constantiae. Tract. XVI. Cap. Vol. 1 (Stiftsarchiv, Band 756?). – Formula sub Reg. S. Benedicti profitendi ad romanos Ritus reducta et castigata. Lib. 1. – Historiarum Engelbergensium liber 1 (Mscr. 1408). Monasterii S. Joannis Abbatum et Rerum Index, Lib. 1 (Stiftsarchiv, Band 291). – Vita Catharinae Burinae Monialis (Professa in Monasterio S. Mariae Angelorum in Doggio), lib.1. – Epistolarum ad Eandem Virg. lib. 1.

 

Über Metzler, den für die Geschichtsschreibung St.Gallens bedeutendsten Mann, denn auf ihm fussen seine Nachfolger, vgl. Haller, Bibliothek der Schweizer Geschichte III., Nr. 1322 und II. 367. – Meier von Knonau in Allgemeine Deutsche Biographie XXI, p. 669. – V. Arx, Geschichten des Kantons St.Gallen. III. p. 270. – Weidmann, p. 79. – Scheiwiler, Fürstabt Joachim von St.Gallen, Zeitschrift für Schweiz. Kirchengeschichte, 1908, XII., p. 152. – Hist.-biogr. Lexikon der Schweiz. V. p. 94. – Steiger, Das Kloster St.Gallen im Lichte seiner kirchlichen Rechtsgeschichte.

 

Metzler gab selber nichts in Druck, doch erschienen von ihm in den Lectiones antiquae des Heinrich Canisius (tom. V.) die st.gallischen Hymnen und Sequenzen (s. Mscr. 1462) und im Thesaurus anecdotorum von Pez (I, 3) zwei Bücher de viris illustribus s. Galli.


[i] Weidmann hat nichts davon.

[ii] Vgl. Volk P. Paulus, Zur Geschichte des Bursfelder Breviers, Anhang I, Das St.Galler Brevier von 1612 und das Brevier Paul V. von 1613, Studien und Mitteilungen aus dem Benediktinerorden, Band 46, p. 181ff.

[iii] Vgl. Steiger, Das Kloster St.Gallen im Lichte seiner kirchlichen Rechtsgeschichte, Freiburg 1925.

[iv] 17. November 1613.

[v] 22. Dezember 1613.

[vi] 29. Dezember 1613.

[vii] Vgl. Hardegger A., St. Johann im Turtal, St.Galler Neujahrsblatt 1896, p. 19f. – Rothenhäusler, Baugeschichte des Klosters Rheinau, p. 76, 78. – Schweizer. Künstlerlexikon II., 375. – Haller III. zu 1322.

[viii] Geschichte des Kantons St.Gallen, III, 271.

[ix] Erschien nicht.

[x] Vgl. auch Weidmann, p. 79/80, der die noch vorhandenen Werke aufzählt und bemerkt, dass sein Chronikon Monasterii S. Galli 1803 noch in Neu St.Johann lag, aber später in Privathände gekommen sei.