Professen unter Abt Diethelm Blarer von Wartensee (1530-1564)

Professen unter Abt Diethelm Blarer von Wartensee (1530-1564)

Von hier an finden sich die Professzettel der einzelnen Kapitularen fast restlos vor. Es hält freilich schwer, bei den gleichzeitigen Professen die Reihenfolge (Seniorität) genau einzuhalten, da eine zeitgenössische Zusammenstellung fehlt. Wir haben uns dabei an die Liste gehalten, die sich in Faszikel XXIX, 12 findet, die übrigens mit jener in Band 251 übereinstimmt. Wir besitzen zwar aus der Zeit Diethelms zwei Kataloge. Der eine von 1530 zählt die Wähler auf, die damals bei seiner Wahl vorhanden waren, die natürlich unter seinem Vorgänger Profess abgelegt hatten. Es sind: Othmar Gluss, Decan, Heinrich Sayler, Martin Stör, Jacob Bertz, Marcus Schenklin, Bartholomäus Mayer und Johann Has (Mscr. 1253).

 

Ein zweites Verzeichnis datiert von 1551, das einer Schilderung der Grundsteinlegung der neuen Bibliothek, durch Abt Diethelm, den 6. Juni 1551 beigefügt ist.[i] Das Verzeichnis, das uns übrigens nicht nach dem Professjahr geordnet scheint, führt folgende Namen auf: P. Jacobus Bertz, Decanus; P. Heinricus Keller, Subprior ; Joachimus Waldtmann, Vicegerens in Wil; Georgius Mangolt, Vicegerens in Rorschach; F. Jacobus Stössel, Parochus in oppido Wila; F. Marcus Hartsch; F. Paulus Altherr; F. Martinus Bickhart, Vicegerens in Monasterio S. Galli; F. Gallus Wittenwaler; F. Hieronymus Hener; F. Magnus Back. – Diaconi et Subdiaconi: F. Othmarus Cuontz; F. Christophorus Wolber; F. Georgius Hopf; F. Balthasar Schmid; F. Joannes Riner; F. Georgius Erliholzer, Professi; F. Andreas Eberlar; F. Christophorus Blizger; F. Joannes Landtsperger. – Novitii: Wendelinus Bayer; Sebastianus Wochrer; Alexander Schnider; Jacobus Wittwyler; Conradus Billstein; Bernhardus Segesser. – Als Laienbrüder werden aufgeführt: Udalricus Oesch, pater (= Altvater); F. Joannes Appenzeller; F. Andreas Baumann; F. Othmarus Custer.

 

Endlich besitzen wir in Band 305, p. 312 noch einen: Catalogus monachorum qui vel demissi vel propriomotu abierunt sub Diethelmo. Derselbe – aus dem 16./17. Jahrhundert stammend – scheint uns aber unzuverlässig zu sein; denn hier werden unter anderem auch die in obiger Aufzählung genannten Novizen erwähnt und zwar, als hätten sie bereits 1548 oder 1550 die Profess abgelegt, was unzutreffend ist. Auch fehlen die Professzettel, die doch laut Kapitel 58 der hl. Regel, auch für den Fall, dass einer das Kloster wieder verliess, aufzubewahren wären. Die Liste trägt folgende Namen: Marcus Jacob Berger de Unterwalde, Profess 1543; Anton Käffer von Wil 1543; Josef Bomgarter von Wil 1543; Georg Ammann von Muottmisluften 1546; Hieronymus Muotter von Ravensburg 1546; Ulrich Riner von Bregenz 1546; Martin Schmid von Uri 1547; Kaspar Rickenbacher von Schwyz 1547; Sebastian Wuocherer von Radolfzell 1548; Wendelin Bayer von Rorschach 1548; Alexander Schnider von Rapperswil 1548; Bernhard Segesser von Kaiserstuhl 1550; Christophorus Rütti von Rickenbach 1550; Jakob Schmid von Magdenau 1553; Johann von Hartnegg 1560; Alexander Munzinger von Bregenz 1562; Theodor Trittenbas von Herrschwilen 1564.


[i] Mscr. 1253 und Stiftsarchiv St.Gallen, Band 193, S. 500-502, veröffentlicht von Dr. A. Scheiwiler: Feierliche Grundsteinlegung der st.gallischen Stiftsbibliothek nach der Glaubensspaltung, in Zeitschrift für schweiz. Kirchengeschichte, XIV. Jahrg., p. 56f. – Bei der Schreibweise der Geschlechtsnamen halten wir uns in der Regel an die Schreibart des Professzettels.


1. Jakob Stössel

Jakob Stössel von Rapperswil. Profess 1533. Die Weihen soll er alle 1536 empfangen haben; sicher ist, dass ihm am 22. September 1536 von Konstanz die Cura animarum[i] erteilt wurde (in Mscr. 1253). Er war zwischen 1545 und 1550 Pfarrer in Bernhardzell; denn P. Heinrich Keller weiss in seinem Diarium (s. u.) zu melden, «dass er aus Keller unbekannten Gründen auf das Schloss Rorschach gefangen geführt wurde.»[ii] 1551 ist er Pfarrer in Wil.[iii] Gestorben 6. Juni 1582. (112)

 

Schriften:

 

In Mscr. 471 findet sich auf den ersten drei Blättern ein Verzeichnis der Altäre in St.Gallen mit der Unterschrift: Fr. Jac. Stösell 1540 Fr. hainr. Forer 1569. Ob die ganze Handschrift von diesen, ist aus Scherer (p. 154) nicht ersichtlich; sie enthält die Horae. Perg. 8°, XVI. Jahrhundert, 152 Bl.


[i] Erlaubnis zur Ausübung der Seelsorge.

[ii] Vgl. Dr. Scheiwiler, Die Reform im Kloster St.Gallen, Zeitschrift für schweiz. Kirchengeschichte, 1928, XXII. Jahrg., p. 31, Anm. 1.

[iii] Mscr. 1253: Gerade hier in dem oben aufgeführten Verzeichnis der Konventualen von 1551 fällt auf, dass Stössel an einer Stelle aufgeführt wird, wohin er seiner Profess nach nicht gehört.


2. Petrus Eichhorn

P. Petrus Eichhorn von Wil, Sohn des Heinrich E. von Anlikon, Bürger von Wil. Profess 1533. Diakon und Priester 1536. Cura vom 31. März 1536. Er ist 1542 Statthalter zu St.Gallen[i] und 1547 Dekan daselbst (ib. fol. 86). Er wurde im Febr. (5.) 1550 nach dem Tode des Abtes Johann Nöthlich (1.II.1550) von den 8 Alten Orten dem Kloster Wettingen als Abt aufgedrungen; als solcher am 26. Juni 1550 widerrechtlich vom Bischof von Konstanz und endlich nach vielem Drängen von Seiten der katholischen Orte am 5. September 1550 auch vom Abte von Citeaux bestätigt. Er starb am 15. Juni 1563 und wurde, seinem Wunsche gemäss, in Einsiedeln, wo sein Bruder Joachim Fürstabt war, neben der Gnadenkapelle begraben: «ut sicut inter Benedictinos natus, sic etiam inter Benedictinos denasceretur et requiesceret.» Nach einigen soll er in Einsiedeln gestorben sein. Er war ein guter Verwalter.[ii] Nach Steiger K. war er erst 27 Jahre alt, als er nach Wettingen berufen wurde. Als einziger «schwarzer» Mönch[iii] stellte er vor allem die Rechte Wettingens in kirchlicher und·ökonomischer Beziehung wieder her und brachte die Registratur und das Lehenwesen in Ordnung.[iv] (113)


[i] Band 89, fol. 18.

[ii] Willi D., Album Wettingense. Verzeichnis der Mitglieder des exemten und konsistorialen Cistercienser-Stiftes B.V.M. de Marisstella zu Wettingen. – Mehrerau 1227-1904, zweite, verbesserte Auflage, Limburg a.d. Lahn 1904, Limburger Vereinsdruckerei, p. 75. – Steiger K., Schweizer Äbte und Äbtissinnen aus Wiler Geschlechtern, Wil 1924, p. 64.

[iii] Er behielt seinen Benediktinerhabit bei unter den weissgekleideten Zisterziensern.

[iv] Cfr. Hist.-biogr. Lexikon der Schweiz III, 4.


3. Paul Widmer

3. Paul Widmer von Konstanz, Sohn des Beat Widmer, Kanzler in Konstanz. Profess 1535. Subdiakon und Diakon 1536. Priester 1537. Cura 16. März 1537. Kustos. Gestorben 11. März 1545. (114)

 

Schriften:

 

Breviarium Ordinis S. Benedicti. Geschrieben von «Paulus Widmer de Constantia Conv. S. Gall. 1540». (Mscr. 503e, Papier 16°, 215 Bll. (Sch., p. 158).


4. Heinrich Keller

Heinrich Keller von Rapperswil. Geboren 1518. Profess 1535. Die Weihen empfing er schon 1536. Cura 16. März 1537. 1545 wird er Organist an Stelle des verstorbenen Johann Heini. Er folgte dem 1545 verstorbenen Johann Hess als Münsterprediger nach. Daneben war er Subprior des Stiftes.[i] Auch Vorsteher der Schule war er; zugleich hervorragend als ausgezeichneter Kalligraph. Ebenso tat er sich, ein Schüler des Fridolin Sicher aus Bischofszell, hervor als guter Musiker und Organist. Von 1545 bis 1550 führte er ein Tagebuch, das freilich auf sein sittliches Gebaren kein günstiges Licht wirft; denn er gesteht darin selber (S. 91): «Am Feste S. Severin ist mir von Anna, so ich mich leider versündigt, ein Kind geboren worden, mit namen Hartmannus getauft.»[ii]

 

Über seine Predigten urteilt Scheiwiler: «An Tiefe der Gedanken, wie Originalität und Salbung, reicht er im allgemeinen nicht an die Meisterwerke seines Vorgängers (Johann Hess) heran. Er stützte sich sehr stark auf Vorlagen, die sogenannten Musterpredigten, die er oft wörtlich auf die Kanzel brachte. Immerhin war auch Keller ein bedeutendes rednerisches Talent, das hinter P. Hess nicht weit zurückstand, und auch über eine gute theologische Bildung verfügte. Treffliche Predigten finden sich in seinem Nachlasse. Doch hat Keller mit seinem Talent zu wenig gewuchert und lieber aus vorhandenen Predigtbüchern geschöpft, anstatt sich zu eigener energischer Arbeit aufzuraffen.» Stipplin sagt von ihm: «Venerandus et S. Religionis, veraeque devotionis studiosissimus P. Henricus Keller .... Ecclesiastes et concionator vigilantissimus, in locum defuncti Joannis Hessii 1545 constitutus est aetatis 27. Organicus.[iii] Organista jucundissimus, insuper et scriba librarius optimus, utrosque hos libros calami sui solertia notificavit et scripsit notulis, ut videre licet, pulcherrimis etc.».[iv] Keller starb am 3. April 1567.

 

Schriften:

 

1. Introitus ad Missas von Ostern bis Advent. Geschrieben von P. Heinrich Keller, Organist; die Bilder sind von Kaspar Härteli aus Lindau gemalt. Mscr. 542, Perg. 2° max. von 1562, unpaginiert (Sch., p. 163).

 

2. Antiphonae ad vesperas, Responsoria, Hymni. Geschrieben von H. Keller mit 2 Bildern in Blattgrösse und 2 Seiten mit Randverzierungen 1564. Mscr. 543, Perg. 2° maj. 292 Bll. (Sch., p. 163). – Möglicherweise sind auch Mscr. 544: Psalterium et Hymni um 1560 geschrieben und Mscr. 545: Antiphonarium aus dem XVI. Jahrh. von Keller (Sch., p. 163).

 

3. Sermones et Orationes, latine et germanice, gehalten von P.H.K. Mscr. l041, Papier 4°, 534 S. (Sch., p. 392).

 

4. Sermones de passione latini et germanici von Heinrich Keller. Mscr. 1051, Papier 4°, 668 S. (Sch., p. 394).

 

5. Sermones de tempore et de Sanctis per annum von Heinrich Keller. Mscr. 1055, Papier 4°, 192 Bll. Geschrieben 1540 von H. Keller (Sch., p. 395).

 

6. Tagebuch H. Kellers von 1545-1550, nebst Predigtentwürfen von ihm und andern. Mit Register von Ildephons v. Arx, Mscr. 1263, Papier 8°, 201 S. (Sch., p. 436).

 

Ildefons v. Arx bemerkt überdies von Keller,[v] dass er ein Buch polemischen Inhalts schrieb, das er Pharetra nannte; auch soll er sich mit dem Gedanken getragen haben (laut Tagebuch), eine Geschichte des Schmalkaldischen Krieges zu schreiben (ib.).[vi] (115)


[i] Erscheint als solcher 1551; Mscr. 1253.

[ii] Zitiert bei Scheiwiler, p. 31, Anm. 1 (s.u.).

[iii] Ceu ut vulgi more loquar.

[iv] Zitiert bei Weidmann, p. 63, Anm. 184.

[v] Geschichten des Kantons St.Gallen III, p. 269.

[vi] Über Keller vgl. Dr. Scheiwiler, Zwei st.gallische Prediger zur Zeit der Glaubensspaltung, Zeitschrift für schweiz. Kirchengeschichte, 1921, XV. Jahrg., pag. 161, speziell p. 251, wo sich eine einlässliche Würdigung der Predigten findet. Ferner Dr. Scheiwiler, Die Reform im Kloster St.Gallen, Zeitschrift für schweiz. Kirchengeschichte, 1928, XXII. Jahrg., p. 31, wo auch Kellers Tagebuch gewürdigt ist. – V. Arx, Geschichten des Kantons St.Gallen III, p. 269. – Weidmann, Geschichte der Stiftsbibliothek von St.Gallen, p. 63. – J. Müller, Die Tagebücher Rudolf Sailers aus der Regierungszeit der Äbte Kilian Germann und Diethelm Blarer, St.Gallen, Zollikofer (Mitteilungen zur vaterl. Geschichte, hrsg. vom Histor. Verein in St.Gallen, XXXIII. St.Gallen 1913, p. 418, 35. – Hist.-biogr. Lexikon IV, 469.


5. Br. Ulrich Oesch

5. Br. Ulrich Oesch von Rebstein. Profess 1536. Ist 1551 Altvater im St.Othmarsspital. Mit Joachim Opser weilte er 1573 in Paris (s. d.). Gestorben 21. Januar 1576. (116)


6. Joachim Waldtmann

Joachim Waldtmann von Wangen. Profess 1538. Subdiakon 1536; Diakon 1538; Priester 1542. Cura 3. März 1542. Statthalter in Wil 1545.[i] In Wil noch erwähnt 1555, 1559[ii] und 1564, anlässlich der Wahl Abt Otmars, doch ist er von 1555-1560 in St.Johann, wo er als dritter Administrator von St.Gallen die Verwaltung führte; da aber die Abtei in genanntem Jahre an St.Gallen überging, ist er eigentlich der erste Statthalter da·selbst gewesen. Nach Rothenflue[iii] soll er von 1564 an Pfarrer in Alt·St.Johann gewesen sein. 1566, am 15. Februar, wird er von den katholischen Orten als Abt nach Fischingen erbeten, wo er bis zu seinem Tode, am 21. Februar 1574, die Regierung führte.[iv] (117)

 

[i] Bestallung durch Abt Diethelm, Band 104, p. 837.

[ii] Band 92, fol. 323 und 89, fol. 126.

[iii] Toggenburger Chronik.

[iv] Professbuch von Fischingen.


7. Johann Georg Mangolt

Johann Georg Mangolt von Konstanz. Profess 1538, Subdiacon 1536; Diakon 1538; Priester? Er ist 1548 Statthalter in Rorschach, 1553 Dekan.[i] Gestorben 15. Juni 1567. Sein Grab schmückte folgende Inschrift:

 

Joannes hic jacet Georgius Mangold, intimus Pater et Decanus. Et non dixerunt, qui praeteribant. Ps. 128 (Mscr. 1447).

 

In Mscr. 503e, einem Breviarium Ordinis S. Benedicti, findet sich beigefügt ein Gebet «p. J.M. Dechan. 1553.» (Sch., p. 158). (118)


[i] Band 92, fol. 323.


8. Markus Harsch

Markus Harsch von Reichenau. Profess 1538. Subdiakon und Diakon 1542; Priester 1544. Cura 7. März 1544. Cellerarius. Kustos. Statthalter in St.Gallen 1547.[i] War schon bei der Wahl Abt Otmars 1564 Dekan.[ii] Gestorben 20. Januar 1574. Er war Besitzer der Handschrift 419, eines Officium Defunctorum. (Sch., p. 139). (119)

 

[i] Band 89, fol. 86.

[ii] Bestallung durch Abt Otmar; Band 838, fol. 6.


9. Paul Alther der Ältere

Paul Alther der Ältere von Rorschach. Profess1538. Subdiacon 1542; Priester 1544, Cura 7. März 1544. Ist 1544 Kustos. Von 1549 bis zu seinem Tode, am 17. Februar 1554, war er zweiter Administrator der Abtei Alt St.Johann. Er starb in St.Johann, wurde aber in St.Gallen begraben.[i] (120)

 

Schriften:

 

Deutsche Predigten von Johann Hess, geschrieben von Paul Alther. Custos 1544. Mscr. 1054, Papier 4°, 592 S. (Sch., p. 395). – Weidmann (p. 68) bemerkt, dass auch Handschrift 156 seine Schriftzüge aufweise, doch handelt es sich dort um ein Manuscript des 9. Jahrhunderts. (Sch., p. 58).


[i] N.B. Rothenflue, Toggenburger Chronik verwechselt ihn mit Paul Alther, dem Jüngern. – Vgl. auch Hist.-biogr. Lexikon der Schweiz I. 296.


10. Martin Bickhard

P. Martin Bickhard (alias Burckhard) von Reichenau. Profess 1538. Subdiakon und Diakon 1542; Priester 1547. Cura 2. März 1547. Unter Abt Diethelm Cellerar und Statthalter von St.Gallen.[i] Gestorben 31. Mai 1555. (121)

 

[i] Vicegerens in Monasterio S. Galli.


11. Br. Johannes Appenzeller

Br. Johannes Appenzeller. Er wird 1551 unter den Laienbrüdern erwähnt (s. o.). Sonst ist gar nichts von ihm bekannt; möglicherweise ist er identisch mit dem in B 257[i] erwähnten Br. Johannes Zellweger, der am 4. Oktober 1560 gestorben sein soll.[ii] Schenk in seiner Chronik (Mscr. 283) führt 1529 einen Johannes Appenzeller unter den Apostaten an, was aber kaum richtig sein dürfte. (122)


[i] Stiftsarchiv St.Gallen.

[ii] Fehlt in Nekr. 1442.


12. Br. Andreas von dem Odena

Br. Andreas von dem Odena ist wohl identisch mit Br. Andreas Baumann von Tablat, der 1551 in dem Verzeichnis der Kapitularen anlässlich der Grundsteinlegung der Bibliothek erwähnt wird (Mscr. 1253; s. o.). Gestorben 31. Juli 1560 (nach B 257). (123)


13. Kaspar Schmid

P. Kaspar Schmid (Faber) v. Diessenhofen. Profess 1539. Gestorben 18. (alias 15.) Mai 1540. (124)


14. Br. Jakob Deck

Br. Jakob Deck von Rüseg.Profess 1542. Gestorben? (125)


15. Gallus Wittwiler

P. Gallus Wittwiler von Bregenz. Profess 1543.[i] Erscheint als Ökonom von St.Gallen 1555, 58, 59. – 1561 wird Anna Schnideri von Fussach, Beschliesserin im Kloster, eingesperrt, weil sie mit dem alten Statthalter Gallus Wittwiler Unzucht getrieben und auch gestohlen hat.[ii] Bei der Wahl Abt Otmars (1564) war er nicht zugegen. Gestorben 25. Januar 1566. (126)


[i] Zettel fehlt.

[ii] Malefizprotokoll, Stiftsarchiv St.Gallen, Band 1065, fol. 47a, 48b; cfr. J.A. Scheiwiler, Die Reform im Kloster St.Gallen, Zeitschrift für schweiz. Kirchengeschichte, 1928, XII. p. 33, Anm. 1.


16. Wolfgang Bucher von Einsiedeln

P. Wolfgang Bucher von Einsiedeln.Profess 1543.[i] Gestorben 12. August 1547. – Er war Besitzer der in Handschrift 978 (S. 89-121) enthaltenen hl. Regel. (Sch., p. 371). (127)


[i] Zettel fehlt.


17. Januarius Welti

Januarius Welti von Mehrerau. Das Nekrologium (1442), das seinen Todestag auf den 20. März 1550 angibt, nennt ihn: monachus diaconus. (128)


18. Gallus Schlosser

P. Gallus Schlosser von Rorschach, Sohn des Johann Brudermann, genannt Schlosser. Profess 1543. Empfing die Weihen in Chur 1549. Cura 28. März 1549. Er starb wohl vor 1551, da er im Katalog, anlässlich der Grundsteinlegung der Bibliothek, nicht aufgeführt wird. (129)


19. Hieronymus Henner

P. Hieronymus Henner von Überlingen. Profess 1545. Empfing die Weihen 1549 in Chur. Cura 28. März 1549. Gestorben 16. Mai 1557. (130)


20. Magnus Bark

P. Magnus Bark. Profess 1545. Cura vom 17. September 1546. Erscheint im Katalog von 1551 als jüngster der Priester. Sonst fehlen über ihn jegliche Nachrichten. – In B 257 wird ein Jakobus Back aus Mösskirch aufgeführt, der 1545 Profess ablegte und am 27. November 1559 gestorben sein soll; er ist jedenfalls identisch mit diesem Magnus Back. (131)


21. Otmar Kunz

Otmar Kunz von Wil. 1528 in Wil als Sohn eines Bäckers geboren, legte er an der Vigil von Christi Himmelfahrt 1547 seine Profess ab. Er wurde 1551 Priester. Cura am 22. Mai 1551. Seit 1557 war er Statthalter in Rorschach, bis er am 20. Dezember 1564 zum Abte gewählt wurde. Gestorben 27. Januar 1577. (132)


22. Christoph Wolber

P. Christoph Wolber von Ravensburg. Profess an Vigil von Christi Himmelfahrt 1547. Priester 1551. Cura 1. Februar 1551. Gestorben 5. August 1556. (133)


23. Br. Otmar Kuster

Br. Otmar Kuster (nach andern Hans) von Fussach. Profess 1547. Ist 1551 der jüngste der Laienbrüder. – Nach Mscr. 1426 legte er mit 21 Jahren Profess ab, knüpfte aber mit Anna Hofstetter von Straubenzell ein unerlaubtes Verhältnis an, weshalb ihn Abt Diethelm ins Gefängnis legte (1564). Zugleich machte er sich verschiedener Diebstahlsdelikte schuldig. Abt Diethelm entliess ihn daraus auf Bitten und Fürsprache hin. Der Bruder aber entwich alsdann in die Stadt, wo ein Prädikant in St.Lorenzen 1564 die Ehe verkündete. Der Abt beschwerte sich beim Rate und der Apostat fand es für besser, St.Gallen zu verlassen. Er zog mit Lyoner Kaufleuten fort und soll später wegen Diebstahl in Paris enthauptet worden sein.[i] (134)

 

[i] Stiftsarchiv St.Gallen, Fasz. XXIX, 12, und Band 305, p. 310-311; vgl. Scheiwiler, Die Reform im Kloster St.Gallen, Zeitschrift für schweizerische Kirchengeschichte, 1928, XXII. Jahrg., p. 33, Anm. 1.


24. Otmar Thierauer

Otmar Thierauer von Altstätten. Profess? Er wurde wegen Kirchenraub von Abt Joachim gegen Urfehde 1582 auf 101 Jahre entlassen und des Landes verwiesen. Dieser ist wohl identisch mit einem Br. Otmar Thierauer von Altstätten, der 1587 (!) wegen verschiedenen Diebstählen von Öl und Wachs auf 102 Jahre aus dem Gebiete der Abtei verwiesen worden sei.[i] Weiteres ist nicht bekannt. (135)
 

[i] Mscr. 1426 und Tom. 10, Actorum Monasterii, fol. 49; Band 303, p. 49. – Weiteres ist nicht bekannt.


25. Georg Hopf

P. Georg Hopf von Einsiedeln. Eltern: Michael Hopf und Verena Alberger. Auf Bitten des Vaters bestätigt der Rat von Einsiedeln am 10. Februar 1547, dass sein Sohn Jörg ehelicher Abstammung sei.[i] Profess 1548. 1551 ist er Diakon; Priester 1555. Cura 18. September 1555. Er war Pfarrer von Peterzell. Anlässlich der Wahl Abt Otmars wird er 1564 als Pfarrer von Waldkirch aufgeführt. Gestorben 17. Dezember 1575. «Velis, nolis, tibi mortuo alii linguam apponent.»[ii] (136)


[i] Zeugnis in Fasz. XXIX, 12.

[ii] Epitaph in Mscr. 1447.


26. Balthasar Schmid

P. Balthasar Schmid von Diessenhofen,[i] Sohn des Schultheissen Bernhard Schmid. Profess 1548. Auf dem Professzettel sind unten zwei Heilige gezeichnet: «S. Elsbeth von dießenhofen und B. Baltasar von S.Gallen.» 1551 ist er noch Diakon, wurde aber in diesem oder dem folgenden Jahre Priester; denn am 30. März 1552 erhielt er die Cura animarum. Von 1560-68 ist er Statthalter in St.Johann. 1570 Dekan. Gestorben 5. September 1575. Das ihm gesetzte Epitaph lautete:

 

Quod sibi quisque serit, praesentis tempore vitae

Id sibi messis erit, quando audiet: Ite, Venite!

(Mscr. 1447). (137)


[i] Fabritius, auch Steinbock genannt.


27. Johannes Reiner

Johannes Reiner (oder Riner, Rhyner) von Überlingen. Profess 1548. Priester 1551. Cura 21. Mai 1551. 1555 wird er Kustos.[i] Später (sicher schon 1564) war er Statthalter in St.Gallen. Gestorben 14. Juni 1571. Epitaph:

 

Hac jacet egregius Joannes Riner in arca

Impiger Oeconomus liminis hujus erat.

Det Pater Almus ei placidam sine fine quietem,

Quam quoque praeteriens quisque precat ei.

 

Scherer gibt im Index autorum (p. 571) Johannes Riner als Autor von Hymnen in Mscr. 542 an, was aber nicht stimmen kann, denn dort finden sich gar keine Hymnen. (138)


[i] Bestallung in Band 836, fol. 24b.


28. Georg Hafner

Georg Hafner aus Bernhardzell, oder wie es im Professzettel heisst: ex provincia domini nostri granosi de sancto Gallo.[i] Nach seinem Stiefvater wurde er auch Erliholzer genannt. Profess 1552. Priester 1552. Cura 30. März 1552. Er wurde aus näher nicht bekannten Gründen entlassen. (139)


[i] Ein Verzeichnis gibt Rheinau als Heimatsort an.


29. Andreas Aeberlar

P. Andreas Aeberlar (alias Eberlin, Eberler) von Überlingen. Profess 1548. 1551 ist er Subdiakon. Priester 1553 in Meersburg. Cura 22. September 1553. Gestorben 18. Januar 1567. (140)


30. Christoph Blizger

P. Christoph Blizger von Radolfzell. Profess1548. Subdiakon ist er 1551; Priester 1554. Cura 8. März 1554. Cellerar und Kustos 1555; später Ecclesiastes.[i] Gestorben 27. April 1576. (141)

 

Schriften:

 

Officia propria monast. S. Galli. Geschrieben von Chr. Blixger, Mscr. 1294, Papier 12°, unpaginiert (Sch., p. 444).

[i] Gewöhnliche Bezeichnung für den Münsterpfarrer.


31. Johannes Landtsperger

P. Johannes Landtsperger von Rapperswil. Profess 1548. Er ist 1551 als Subdiakon das jüngste der Konventmitglieder. Priester 1555; denn am 28. März 1555 erhielt er die Cura. Er wurde vor 1564 aus unbekannten Gründen entlassen und starb in Rheinau. (142)

 

Schriften:

 

Officia. Von Johann Landsperger 1550 geschrieben; dem Abte Diethelm gehörig, dessen Wappen sich vorfindet. Mscr. 476, Papier 8°, 161 Bll. (Sch., p. 154).


32. Konrad Rumer

P. Konrad Rumer von Bregenz. Profess am 3. Adventsonntag 1553. Subdiacon 1554; Diakon und Priester 1554. Cura 22. September 1554. Er wird 1564, anlässlich der Wahl Abt Otmars als Plebanus im Hl. Kreuz aufgeführt. Gestorben 26. April 1566.[i] (143)

 

[i] Auffallend ist, dass von den Novizen, die 1551 in dem mehrfach erwähnten Katalog aufgeführt warden, keiner als Profess vorkommt; mit Ausnahme von zweien warden alle andern, nämlich Wendelin Bayer, Sebastian Wucherer, Alexander Schnider und Bernhard Segesser, als später (nach der Profess, die z.T. auf 1548 angesetzt wird) entlassen verzeichnet.


33. Michael Helbling

P. Michael Helbling von Rorschach.Profess 1555. Subdiakon 1555; Diakon 1558; Priester 1560, Cura 28. März 1560. Statthalter in St.Gallen 1562; später Pfarrer in St.Fiden. Laut Malefizprotokoll[i] wird am 4. Mai 1564 Magdalena Appenzellerin, eine Pfründnerin im Kloster, gestraft, weil sie ihre Base Magdalena Aemmin zum Teil von Jugend auf bei ihr behalten, sie ein leichtfertiges Leben führen liess, so dass sie aus Mutwillen mit «Herr Michell Helblingen, Conventualen des Gotzhus St.Gallen ein liederlich und unverschempt wesen getrieben.»[ii] Gestorben 11. Oktober 1567. Epitaph: Coelo tegitur, qui non habet urnam (Mscr. 1447). (144)


[i] Stiftsarchiv St.Gallen, Band 1065, fol. 70a.

[ii] Vgl. Dr. Scheiwiler, Die Reform im Kloster St.Gallen, Zeitschrift für schweiz. Kirchengeschichte XXII, p. 33, Anm. 1.


34. Albertus Kolleffel

P. Albertus Kolleffel von Ravensburg. Profess 21. März 1555.[i] Subdiakon 1558; Diakon 1559; Priester 1560 oder 1561. Cura 17. September 1561. Er war noch unter Abt Diethelm Cellerar und Statthalter in St.Gallen. Gestorben 11. April 1567. (145)


[i] An dem wohl auch die Vorausgehenden die Profess ablegten, nur ist dort der Tag nicht angegeben.


35. Diethelm Guottiar

P. Diethelm (o. Wilhelm) Guottiar von Waldshut.[i] Profess 1555. Subdiakon und Diakon 1555; Priester 1560. Cura 27. März 1560; war 1564 Pfarrer in Peterzell. Gestorben 20. August 1566;[ii] alias 17. August 1566. (146)


[i] Nach andern Diethelmus de Oftringen, dictus Gutjahr.

[ii] Nach 1442, das ihn Wilhelmus nennt.


36. Urban Göpfart

P. Urban Göpfart von Rheinau. Profess 21. März 1555. Subdiakon 1558; Diakon 1560; Priester 1561. Cura 17. September 1562. Er war unter Abt Diethelm Statthalter in St.Gallen. Abt Otmar bestellte ihn zum Keller des Konvents.[i] Er starb am 19. Januar 1577.[ii] (147)


[i] Band 838, fol. 17; ohne Datum.

[ii] Fehlt in Verzeichnissen, wie im Band 257 u. a.


37. Johannes Rustaler

Johannes Rustaler von Schwyz. Profess 1555. Subdiakon 1558; Diakon 1560; Priester 1562. Cura 12. März 1562. Er studierte zunächst in Dillingen und später in Paris.[i] Das ihm 1564 in Dillingen, wo er Baccalaureus der Philosophie wurde, ausgestellte Studien- und Sittenzeugnis ist das älteste bekannte Zeugnis der Dillinger Hochschule. Nach seiner Rückkehr aus Paris (1571) wirkte er daheim als Lehrer. Seit 1573 war er Subprior. Er starb aber schon am 11. August 1575. Seine Gedichte wurden sehr geschätzt, sind aber nicht mehr zu finden. Eine Notiz im Turmknopf zu St.Johann nennt ihn Poetae laurea dignissimus. Er brachte auch im Verein mit P. Mauritius Enck viele Bücher nach Hause.[ii] (148)

 

Schriften:

 

1. In EPISKOPOMIMESIS nobilis et optimae indolis adolescentis Vdalrici a Riethaim, Cathedralium Ecclesiarum Augustensis et Aechstattenn. Canonici, qua in ipso Ss. Innocentum festo de more Academiae Dillinganae summa cum laude functus est, Elegiae tres. Una Hartmanni Schopperi Novoforensis Norici. Altera F. Joannis Ruostalleri Coenobitae S. Galli. Tertia M. Melchioris Zuntzeri Schrattenbachii et quorundam nobilium adolescentum. Dilingae. Excudebat Sebaldus Mayer MDLXV, 8°, 32 S. - ad II. Elegiam: Elegia in laudem nobilis et ingenui adolescentis Vdalrici a Riethaim Episcopi Dilingae in alma Vniversitate communi omnium studiosorum suffragio electi a F. Joanne Ruostallero monasterii S. Galli coenobita, conscripta. Ejusdem Saphicum numerum anni et aetatis comprehendens, 6 Seiten. (Zentralbibliothek Zürich, Handschriften D 153 [Collectio Aichaim].)

 

2. Praelectiones Parisienses Joh. Maldonati in mag. Sententiarum et Joh. Poetevin in psalmos. Scherer gibt als Besitzer einen Ruostaller Jodocus Suicus Conv. S. Galli Anno 1565 an, der aber jedenfalls mit unserm P. Johannes identisch ist. Er muss also von Dillingen 1564 weg und nach Paris gekommen sein. (Sch., p. 110).


[i] Siehe P. Mauritius Enck.

[ii] Vgl. über ihn: Weidmann, Geschichte der Bibliothek etc., p. 67; v. Arx, Geschichte des Kantons St.Gallen III, p. 270; Scheiwiler, Die Reform im Kloster St.Gallen, Zeitschrift für schweiz. Kirchengeschichte, 1928, XXII, p. 39.


38. Br. Johannes Zellweger

Br. Johannes Zellweger v. Appenzell A. Rh. Profess 1555. Gestorben 4. Oktober 1560.[i] (149)

[i] Findet sich nur in Scherers Verzeichnis.


39. Mauritius Enck

P. Mauritius Enck von Altstätten. Profess 30. November 1559 «in die Andreae Ap.», Subdiakon 1560; Diakon und Priester 1562. Cura 18. Dezember 1562. 1564 besuchte er Dillingen, wo ihm am 1. November 1565 Peter Hernath S. J. ein Zeugnis über den Besuch der philosophischen Vorlesungen ausstellte. Dann kam er nach Paris, wo ihm der Rektor des Jesuitenkollegiums, Edmund Hayus, am 28. März 1571 ein Zeugnis für den Besuch der Theologie ausstellte.[i] Heimgekehrt, wurde er von Abt Otmar zum Bibliothekar bestellt. Als solcher erwarb er sich grosse Verdienste; denn das Nekrologium rühmt ihm nach: «Bibliothecam nostram universam in ordinem redegit.» P. Mauritius war in der lateinischen, französischen, griechischen, hebräischen, syrischen und chaldäischen Sprache bewandert. – Er war auch, wie aus einem bei Schenk[ii] erhaltenen Brief hervorgeht, Novizenmeister des Klosters. Nach einer andern Aufzeichnung soll er zeitweise Pfarrer von Wil gewesen sein und als solcher am 13. Dezember 1575 gestorben sein.[iii]

 

Über ihn bemerkt Weidmann:[iv] «Den Geist und die Tätigkeit M. Enks beurkundet eine Menge von Handschriften philosophischen und theologischen Inhalts und eine doppelte Abhandlung über die Musik.»[v] (150)

 

Schriften:

 

1. Zwei Traktate über Figuralmusik zur Erläuterung der Antiphonarien in den Mscr. 542 und 543 (Praefatio F. Mauricii Enk Palaiopolitani Rhönovallensis), in Mscr. 443, S. 27 bis 86, Perg. 4° (Sch., p. 144).

 

2. Petrus Christinus S.J. in Aristotelis Metaphysica und Jac. Valentinus S.J. Metaphysica. Studienheft aus dem Collegium Claromontanum 1567, Mscr. 1102, Papier 2°, unpaginiert (Sch., p. 407).

 

3. Jac. Valentinus S.J. in Aristotelem. Studienheft aus dem Collegium Claramontanum von 1568-69, Mscr. 1103, Papier 2°, paginiert bis S. 275 (Sch., p. 408).

 

4. P. Marianus S.J. Isagoge in S. Scripturam. Studienheft aus dem Coll. Clarom. Paris von 1570, Mscr. 1115, Papier 4°, fol. bis Bl. 33 (Sch., p. 410).

5. Hubertus Morus Baccal. in Magistrurn Sententiarum. Studienheft aus dem Collegium Cholet in Paris, 1566, Mscr. 1116, Papier 4° (Sch., p. 410).

 

6. Joh. Maldonatus in Magistr. Sententiarum. – Jac. Valentinus in Ethicam Aristotelis. – De praedestinatione. Collegienheft aus dem Colleg. Claromont, 1565 und 1569, Mscr. 1117, Papier 4°, unpag. (Sch., p. 410).

 

7. Hubertus Morus in Magistrum Sententiarum. Collegienheft aus dem Collegium Cholet. in Paris, 1565/66, Mscr.1118, Papier 4°, 464 S. (Sch., p. 411).

 

8. Mich. Dionysius in Magistrum Sententiarum. – Joh. Maldonatus de immortalitate et alia. Kollegienheft aus dem Collegium Navarra 1565, Mscr. 1119, Papier 4°, 226 S. (Sch., p. 411).

 

9./10./11. Annotationes et dicatata theologica. Kollegienheft vom Colleg. Clarmont, Mscr. 1120, 1121, 1122, Papier 4° (Sch., p. 411).

 

12. Jac. Valentinus Hispanus in Ethica Aristotelis. Kollegienheft aus dem Colleg. Claramont, 1566, Mscr. 1123, Papier 4°, 155 Bll. (Sch., p. 411).

 

13./14. Annotationes theologicae. Geschrieben 1567, Mscr. 1124, 1125, Papier 4° (Sch., p. 411).

 

15. Joh. Maldonatus in Magistrum Sententiarum. Kollegienheft von 1566, Mscr.1126, Papier 4° (Sch., p. 411).

 

16. Collectanea monastica von P. Mauritius Enck. 12 Nummern lateinisch, deutsch und französisch. Darunter Nr. 6: Der Priester Regeln bei den Jesuitern. Nr.8: Institutum societ. Jesu ex litteris apostolicis et puncta quaedam P. Lainez et S. Ignatii de obedientia, Mscr. 1197, Papier 8°, unpag. (Sch., p. 423). – In Mscr. 801 und 806 finden sich sodann noch Notizen von Enk über diese Codices, die theologische Traktate enthalten. (Sch., p. 267 und 269). – In Mscr. 656, p. 509-577 befindet sich ein Disputatio theologiae, Friburgi 1557 habita. Besitzer dieser Schrift war P. Mauritius.


[i] Beide Zeugnisse in Faszikel XXIX, 12.

[ii] Mscr. 1240, p. 576.

[iii] V. Arx III, p. 269. – Über seinen Briefwechsel vgl. Scheiwiler, Fürstabt Joachim von St.Gallen, Zeitschrift für schweiz. Kirchengeschichte, 1918, XII. Jahrg., p. 47s.

[iv] Geschichte der Bibliothek etc., p. 65, Anm. 189.

[v] Über ihn vgl. v. Arx III, p. 269/70; Stipplin, Stiftsarchiv St.Gallen, Band 234, p. 61; Scheiwiler, Die Reform im Kloster St.Gallen, Zeitschrift für schweiz. Kirchengeschichte, 1928, XXII. Jahrg., p. 39f.


40. Jakob Koch

P. Jakob Koch von Wil. Profess 30. Nov. 1559. Subdiakon 1562; Diakon 1563; Priester 1563. Cura 16. September 1563.[i] War Organist und Ecclesiastes. Gestorben 12. September 1568. Epitaph: Fui, non sum; estis, non eritis (Mscr. 1447). (151)

 

[i] Er wird 1564 als Diakon aufgeführt.


41. Heinrich Forer

P. Heinrich Forer von Lichtensteig, Sohn des Rudolf F. Profess 30. September 1559. Subdiakon 1562; Priester 1563. Cura 16. September 1563. Statthalter in Rorschach 3. Februar 1565 bis 1571.[i] Statthalter in St.Gallen 1571-1573.[ii] Subprior (1573)-1577. Dekan 1577-1580. Statthalter in Rorschach 1580-1582.[iii] Pfarrer in Alt St.Johann 1582-1584 (Rotenflue). Statthalter in Wil 1584-(1589). Pfarrer in Alt St.Johann 1589-1592 (Rotenflue 1592-1601?) . Pfarrer in Nesslau 1601-1607. Als solcher hatte er 1602 Streitigkeiten mit Pastor Felix Weiss von Zürich, die grösseres Aufsehen erregten.[iv] Er starb am 7. Oktober 1607 im Alter von 66 Jahren zu Alt St.Johann und wurde dort in der Muttergottes-Kapelle beigesetzt. Die alten Chroniken (Stipplin u. a.) rühmen ihn als grossen Marienverehrer, der in Rorschach Maria zu Ehren eine Kapelle ausschmücken liess. Auch wird erzählt, dass er zu St.Gallen allabendlich, wenn die Mönche zur Ruhe gegangen, noch besonders in der sogen. «Schwarzen Kapelle»[v] betete. «Statura fuit procera, facie pallida,[vi] vultu severo iuxta et hilari, barba canis modice respersa. Vir ut dixi magni ingenii, maximi sane futuri si doctiori saeculo melius fuisset excultum» (Mscr. 1425).[vii]

 

In Handschrift 471 (Horae) findet sich die Bemerkung: «Fr. Jac. Stösell 1540. Fr. hainr. Forer 1569.» Dieser Eintrag scheint uns Forer als Besitzer anzuzeigen. (Sch., p. 154).[viii] (152)

 

[i] Bestallung Band 838, fol. 28/29b.

[ii] Bestallung Band 838, fol. 19.

[iii] Bestallung Band 113, fol. 152.

[iv] Band 309, S. 120, 143, 145, 209.

[v] Heute Herz-Jesu-Kapelle.

[vi] Quae decus Monachi perhibetur, ist beigefügt.

[vii] P. Victor Suter, Stipplin folgend, sagt (Mscr. 1425), dass er "ex oeconomo Rosaci Decanus, deinde Parochus in Lichtensteig und Nesslau" geworden sei, was mit den oben angeführten Daten nicht recht stimmen will; diese scheinen uns indessen zuverlässiger zu sein, als Suters Angaben.

[viii] Über Forer vgl. Scheiwiler, Fürstabt Joachim von St.Gallen, Zeitschrift für schweiz. Kirchengeschichte, 1918, XII. Jahrg., p. 149.


42. Eberhard Spuol

P. Eberhard (alias Erhard) Spuol von Wil,Sohn des Hofweibels Peter Spuol in Wil. Profess 1561 in Octava Corporis Christi.[i] Subdiakon 1563; Diakon und Priester 1565. Cura 14. April 1565. Statthalter in Rorschach 1571-1573.[ii] Statthalter in St.Gallen 1573 – 11. Juni 1577. Subprior 1589. Möglicherweise war er später wiederum Statthalter in Rorschach; denn er starb daselbst am 10. April 1603 im Alter von 60 Jahren. (153)

 

[i] Scherer schreibt, er hätte auf St.Johann Profess abgelegt.

[ii] Bestallung Band 844, fol. 5; ohne Jahr.


43. Joachim Opser

P. Joachim Opser von Wil. Geboren 1548 als Sohn des Michael Opser, fürstl. Kanzlers, der, ursprünglich Bürger von St.Gallen, die Stadt während den Glaubensstreitigkeiten verlassen hatte und Bürger in Wil wurde. Taufpate war der damalige Statthalter in Wil, P. Joachim Waldmann. Profess am Oktavtag von Fronleichnam 1563. Von Abt Otmar wurde er 1564 mit P. Mauritius Enck (s. d.) zunächst nach Dillingen und im folgenden Jahre nach Paris geschickt, wo er, wie dieser, die Kollegien von Clermont und Cholet besuchte.[i] Neben Philosophie und Theologie hörte er auch Mathematik, lernte Französisch, Griechisch und Hebräisch. Das ihm von P. Edmund Haym, Professor der Theologie und Rektor des Jesuitenkollegs in Paris, ausgestellte Zeugnis datiert vom 20. Mai 1570, und weist wohl auf einen vorläufigen Abschluss seiner Studien hin; denn im gleichen Jahre empfing er die Subdiakonats- und Diakonatsweihe und im folgenden Jahre die Priesterweihe, worauf ihm Konstanz am 3. März 1571 die Cura erteilte. Später finden wir ihn wieder in Paris, wo ihn am 25. November 1573 der Befehl seines Abtes zur endgültigen Heimkehr erreichte: «daß er mit sampt den Jungen (Ulrich Oesch und Adam Giel) allsgemach ze fuoss hinuss (aus Paris) züchen, wie dann Herr Mauritius (Enck) auch gethon. Vndt ufs allerlengst bis angends Brachats (Juni 1574) allhie syen.»[ii] Daheim widmete er sich, wie es scheint, zunächst vor allem der Seelsorge; allein schon am 29. Januar 1577 wählten ihn seine Mitbrüder, den erst 29-jährigen, der zuvor zwei Jahre lang Dekan gewesen, zum Abte. Gestorben 24. August 1594. (154)


Schriften:

 

1. Car. Segerius in Ciceronis partitiones. - Jac. Valentinus Logica. – Quaestiones ad logicam. Studienhefte Joachims am Collegium Claromontanum in Paris 1565-1567, Mscr. 1127, Papier 4°, 39, 67, 44 S. (Sch., p. 412).

 

2. Praelectiones philosophicae. Geschrieben in Rom 1570(?). Mscr. 1128, Papier 4°, 590 S. (Sch., p. 412).

 

3. P. Marianus in S. Thomam. – Idem in S. Scripturam. Studienhefte Joachim

s vom Collegium S. J. in Paris 1572 und 1570. Mscr. 1129, Papier 4°, 236 u. 116 S. (Sch., p. 412).

4. Hubertus Morus in Magistrum Sententiarum. Studienhefte Joachims vom Collegium Cholet in Paris 1566. Mscr. 1130, Papier 4°, 87 S. (Sch., p. 412).

 

5. Jac. Valentinus in Aristotelis Organon. Studienheft Joachims vom Collegium Claramontanum in Paris 1566-67, Mscr. 1131, Papier 4°, 355 S. (Sch., p. 412).

 

6. Jac. Valentinus in Aristotelis Meteora. – Jac. Tyrius in Aristotelis Metaphysica. – Joh. Maldonatus Metaphysica, Kollegienheft Joachims von Collegium Claramontanum, 1560, Mscr. 1132, Papier 4°, unpag. (Sch., p. 412).

 

7. Sammlung von Druckschriften des Cicero u.a. Klassiker; gedr. bei Thomas Richard 1552-1565; Homeri Ilias graece, Paris bei G. Morel 1562 (nur Anfang da); Epikteti Enchiridion graece. Paris bei Thomas Brumennius 1566; Carpentarius Compendium artis disserendi. Paris bei Gabr. Buon 1565. Sämtliche Werke sind mit handschriftlichen Interlinear- und Randnoten des Joachim Opser von 1566 versehen. – Mscr. 1133, 4° (Sch., p. 412).

 

8. Joannes S.J. Annotationes in Partitiones Ciceronis. – Eiusdem orationum Themata. Geschrieben von J. Opser 1565 und 1579. – Mscr. 1134, Papier 4° (Sch., p. 413).

 

9. Anonymi tractatus theologici. – Joachimi Opser abbatis Conciones et disputationes. Geschrieben 1576 und 1585, Mscr. 1135, Papier 4°, unpag. (Sch., p. 413).

 

10. Epitome Summae S. Thomae. Geschrieben von Opser in Paris 1573. Mscr. 1195, Papier 12°, unpag. (Sch., p. 423).

 

11. J. Maldonatus in Magistrum Sententiarum. Geschrieben von Mauritius Enk; kopiert von Joachim Opser 1567 bis 1568. – Mscr. 1196, Papier 8°, 290 S. (Sch., p. 423).

 

12. Exercitia spiritualia Abbatis Joachimi von 1601. – Mscr. 1194, Papier 12°, unpag. (Sch., p. 422).

 

13. Sermonum elenchi Abbatis Joachimi. Geschrieben von Jodoc Metzler 1613. – Mscr. 1198, Papier 8°, unpag. (Sch., p. 423).

 

14. De venerabili Sacramento Eucharistiae. – Mscr. in der Collectio Aichheim VI., die die Aufschrift trägt: «Videtur esse Abbatis Joachimi.» (Zentralbibliothek Zürich, Mscr. D 77, fol. 147).

 

Sein Briefwechsel aus Paris befindet sich in den Acta Monasterii S. Galli ab 1570-1584. Stiftsarchiv T. XIII. (Vgl. darüber: Scheiwiler, Fürstabt Joachim von St.Gallen. Ein Beitrag zur Gegenreformation. Zeitschrift für Schweiz. Kirchengeschichte 1918, XII. Jahrgang, p. 45ff.). Zwei seiner Briefe, die für die Vorgänge der Bartholomäusnacht wichtig sind, veröffentlichte J.M. Hungerbühler in den Verhandlungen der St.Gall.-Appenzell. gemeinnützigen Gesellschaft 1858, S. 109-136 (Sch., p. 412).

 

[i] Ob er 1570 in Rom war, scheint mir fraglich zu sein; die in seinem Besitze befindliche Handschrift 1128 (s.u.) scheint dies zwar anzudeuten.

[ii] Bei Weidmann, p. 66.

[iii] Siehe dort; ebendaselbst siehe die Literatur über ihn.


44. Johannes Spitzli

P. Johannes Spitzli von Lichtensteig, Sohn des Georg Spitzli, Präfekten in Schwarzenbach. Profess am Oktavtag von Fronleichnam 1563. Subdiakon 1565; Diakon 1566; Priester 1567. Cura 18. September 1567. War Pfarrer in Kirchberg 1580-1603 (Rotenflue). Er starb in Bazenheid am 18. April eines in Nekr. 1442 nicht näher bezeichneten Jahres, und wurde in Jonschwil begraben. Ein anderes Verzeichnis nennt den 16. März 1600 als Todestag, was mit Rotenflue nicht übereinstimmt, demzufolge er bis 1603 Pfarrer in Kirchberg war. (155)