Professen unter Abt Cölestin Gugger von Staudach (Teil 2: 1754-1767)

Professen unter Abt Cölestin Gugger von Staudach (Teil 2: 1754-1767)


34. Eusebius Speth

P. Eusebius (Johann Baptist) Speth von Allenspach bei Reichenau. Geboren am 29. März 1736. Eltern: Johann Speth und Anna Maria Düringer. Profess 18. Mai 1755. Subdiakon 23. September 1758; Diakon 31. Mai 1760; Priester 16. Mai 1761. Primiz 24. Mai 1761.

 

P. Eusebius wirkte zuerst wohl in St.Johann; denn von dort kam er im September 1768 in die Vakanz nach St.Gallen, wohin er am 30. September 1770 zurückberufen wurde. Am 3. September 1781 wurde er Subprior in St.Johann, kam aber am 11. September 1783 wieder nach St.Gallen, wo er am folgenden 30. Oktober Kapellmeister wurde. Im Dezember 1785 finden wir ihn unter der gegen Abt Beda gerichteten Opposition; doch scheint ihm Abt Beda nicht gezürnt zu haben. Am 29. Juni 1786 lesen wir in seinem Tagebuch (III. 387): «Bin mit H. Decan und PP. Euseb et Beato morgens um 5 Uhr nach Jonschwyl ad examen parvulorum ex scola normali verreist, damit die Toggenburger lust und lieb bekommen die normal-Schuhl einzuführen.» Am 10. September 1794 nahm ihn der Abt mit nach Einsiedeln zur Engelweihe. Während des Exils war P. Euseb in Weingarten und dem dazugehörigen Hofen. 1803 kam er nach NeuSt.Johann. Seit Ende 1805 finden wir ihn in Peterzell, wo er am 2. Oktober 1809 starb und seine letzte Ruhestätte fand.

 

Schriften:

 

1. Isagoge ad Directorium von P. Gabriel Hecht, wozu aber P. Euseb am Ende einen Zusatz schrieb. Mscr. 1097. (Sch., p. 407).

 

2. Necrologium Weingartense 1703. Descriptum anno 1798 1. und 2. Dec. von P. Euseb «pro tempore in Vincis et Hofenae (b. Friedrichshafen) peregrinus dum degeret». Mscr. 1446. Papier 8°, unpag. (Sch., p. 482). (562)


35. Antoninus Dingler

P. Antoninus (Franz Anton) Dingler von Kempten. Geboren am 15. August 1736. Eltern: Georg Dingler und Maria Miller. Profess 18. Mai 1755. Subdiakon 23. September 1758; Diakon 31. Mai 1760; Priester (?.) Dezember 1761. Primiz 27. Dezember 1761.

 

P. Antonin wurde am 10. August 1762 zum Musiklehrer bestellt;[i] den folgenden 24. Oktober wurde er dazu Lehrer der Poesie. Schon am 20. Oktober 1763 kam er als Lehrer der untern Klassen und der Musik nach St.Johann, von wo er am 28. Oktober 1765 heimberufen wurde. Am 19. März 1767 wurde er Unterpfarrer in St.Gallen, am 7. September 1769 Pfarrer und Katechet für die Kleinen. Am 20. Februar 1772 kam er als Pfarrer nach Hemberg, wo er nach Rothenflue nur ein Jahr blieb. Nach dem gleichen Gewährsmann versah er von 1775/76 die Pfarrei Alt St.Johann. Am 30. September 1793 traf ihn in St.Gallen ein Schlagfluss, dem er am 2. Oktober 1793 erlag. – Ein Bruder war als P. Anselm in Füessen, ein anderer, dem er die Primizpredigt hielt, als P. Gall in Ottobeuren eingetreten. (563)

 

[i] Instructor in cheli et vocali musica.


36. Marian Zerletti

P. Marian (Anton Maria) Zerletti von Calven.[i] Geboren am 20. Januar 1737. Eltern: Lorenz Zerletti und Maria Dominica Pydretti. Profess 16. Oktober 1756. Subdiakon 31. Mai 1760; Diakon 16. Mai 1761; Priester ? April 1764. Primiz 23. April 1764.

 

P. Marian wurde am 21. Oktober 1767 Lehrer der höhern Syntax, am 27. November 1768 Unterbibliothekar. Am 28. Januar 1772 kam er als Lehrer nach St.Johann, bis er am 27. Juli 1773 Pfarrer in Stein wurde. Von dort ging er am 28. Januar 1777 als Pfarrer nach Libingen. Von 1781-1783 war er[ii] Pfarrer in Nesslau, worauf er am 11. September 1733 Küchenmeister in St.Johann wurde. Am 17. September 1788 kam er nach St.Gallen zurück und wurde hier am 3. November Vestiar. Von 1789-1790 war er[iii] wieder auf Libingen. 1796, am 7. Oktober, wurde er Bursarius. Während des Exils (seit 1798) weilte er mit P. Euseb in Weingarten, wo Abt Pankraz im August 1803 für seine Aufnahme dankte. Dann kam er in die Schweiz zurück (1803), zuerst nach Neu St.Johann, dann half er dem kranken Beichtiger von St.Maria in Wattwil, Michael Karl, aus. Nach dessen am 13. Februar 1804 erfolgten Tode wurde er am 3. August dieses Jahres Beichtiger daselbst. Er erhielt am 29. August 1805 eine Pension von 400 fl. bewilligt.[iv] Er starb hier am 29. Juni 1808. (564)

 

[i] Clavensis ex Rhaetia (= Münstertal, Kt. Graubünden).

[ii] Nach Rothenflue.

[iii] Nach Rothenflue.

[iv] K.A.R. 147, 3.


37. Bonifacius Weyermann

P. Bonifacius (Johann Jakob) Weyermann von Wittenbach. Geboren am 22. Februar 1736 als Sohn des Hauptmanns Jakob Weyermann und der Barbara Zimmermann. Profess 16. Oktober 1756. Subdiakon 31. Mai 1760; Diakon 16. Mai 1761; Priester . . . April 1764. Primiz 24. April 1764.

 

Noch Frater, wurde er am 24. Oktober 1763 Lehrer der Grammatik. Am 21. Oktober 1767 sodann wurde er Lehrer der Poesie; zugleich war er Subkustos. Am 11. Mai 1768 bestellte ihn der Abt zum Unterkonventskellermeister. Am 26. Oktober 1768 kam er nach St.Johann, wo er als Lehrer wirkte. Von dort Ende Oktober 1771 nach St.Gallen zurückberufen, kam er am 2. Mai 1772 als Pfarrer nach Nesslau (= Neu St.Johann), wurde von 1775-1777 Pfarrer in Libingen, alsdann am 28. Januar 1777 Subprior in St.Johann. Am 3. September 1781 musste er nach St.Gallen zurück. Dort wurde er Direktor der Buchdruckerei, Regierungs- und Pfalzrat. Nach Rothenflue wäre er von 1786 bis 1789 Pfarrer von Libingen gewesen, was kaum stimmen kann; denn nach seinen eigenen Aufzeichnungen war er von 1784 an Beichtiger in Glattburg; auch besagt eine Notiz zu seinem Tode, dass er 24 Jahre lang in Glattburg gewesen sei. Auf sein Gesuch hin erlaubte ihm die Regierung am 28. September 1805 die Beibehaltung des Ordenskleides, nachdem sie ihm am 16. August 1805 die Entlassung als Beichtiger gewährt hatte. Doch blieb er in Glattburg, wo er am 4. Juli 1808 starb. Sein Grab befindet sich heute noch auf dem stillen Klosterfriedhof, wo die dankbaren Schwestern ihm folgendes Epitaph setzen liessen: «Erat vir ille simplex et rectus ac timens Deum. Job. 1. 1. Exuviae Bonifacii Weyermann Monachi S. Galli, per annos XXII hujus parthenonis confessarii. Obiit IV. Julii MDCCCVIII. R. I. P.

 

Schriften:

 

In der Klosterbibliothek Glattburg befinden sich folgende handschriftliche Werke von P. Bonifaz:

 

1. Compositio pro Syntaxi minore pro Dno Oeconomo in Angaria Hyemali Anno 1778. 8°, unpag. – Enthält lateinische Briefbeispiele.

 

2. Unterweisungs-Reden, wie man die grösste Vollkommenheit durch die Rechtschaffenheit in den kleinsten täglichen Gehorsamswerken leicht und geschwind erhalten könne. Ueber die Regel des H. Erzvaters Benedictus im Jahr 1787 und 1788 von P.B.W. 12°, unpag.

 

3. Exercitia spiritualia. 1762 ff. 12°, unpag. (Nr. 89).

 

4. Varia ascetia. 12°, unpag.

 

5. 7 Bände Predigten. 12°, unpag. (1757-1769; 1769; 1772; 1774; 1775; 1776; 1777.

 

6. Exhortationes ad Moniales Monasterii S. Galli in Glattburg. 10 Bände. 12°. Aus den Jahren 1786; 1789; 1790; 1791; 1792; 1794; 1795; 1796; 1798; 1800.

 

7. Briefe von P. Bonifaz Weyermann (Kopialbuch) von 1774-1790. 8°, 204 S. (Kl. N. 19). Fortsetzung dazu von 1790-1806. 8°, unpag. (Kl. N. 19).

 

8. Instructio practica Confessarii pro Territorio S. Galli, composita abs RR. PP. Coelestino Deschler et Geraldo Zürcher Mon. S. Galli, conscripta vero a P. Bonifacio Weyermann ejusdem Monasterii Mon. Sacerd. 1773. Dazu im Anhang: Instructio Parochi et Confessarii in administratione Sacramenti Baptismi et Poenitentiae et provisione moribundorum, nebst einer deutschen Unterweisung für die Behandlung verschiedener Fälle.

 

P. Bonifaz korrigierte aueh den Entwurf zur Klosterchronik von Glattburg der Schwester Wiborada Zisl (Kl. N. 6), nach dem diese Schwester dann die Reinschrift anfertigte.

 

Im Klosterarchiv Glattburg befinden sich auch eine Reihe von Briefen von ihm (Nr. 19); ebenso sind Briefe an ihn und andere Beichtväter von St.Gallen aus nach Libingen und Glattburg da (Nr. 20 u. 21).

Von seinen Predigten etc. heisst es in der Chronik von Libingen-Glattburg (geschrieben von Sr. Wiborada Zisl) III. p. 107, anlässlich der Schilderung einer Spukgeschichte: «Ein andres Mahl hat besagter schwarzer Geist alle Schriften und Predigen des titl. Herrn Pfarrers Bonifacii Weyermann (er war damals noch in Libingen) abgehollet und im Tafel Zimmer zerrissen, weil er wusste, dass er sehr hart studierte; doch war dieses nur eine Trohung und mehr ein Blendwerk, weil in der sach selbsten an den schriften nichts verrukht, viel weniger zerrissen worden; dann die Gewalt erstreckhte sich nicht so weit, daß er das angetrohte befolgen könnte.»[i] (565)

 

[i] Gütige Mitteilung von H.H. P. Justus Schweizer, p.t. Beichtiger in Glattburg, der mich auch gütigst auf die dort vorhandenen Handschriften aufmerksam machte.


38. Br. Jakob Frick

Br. Jakob (Josef Andreas) Frick von Rankweil. Geboren am 30. Oktober 1729. Eltern: Lucius Frick und Elisabeth Meyer. Profess 17. Oktober 1756. Br. Jakob, sowie die nachfolgenden drei Brüder, Philipp, Thomas und Matthäus (Nr. 572), hatten 1775 wegen einer neueingeführten Läuteordnung gemurrt, weswegen der Abt mit ihnen ins Gericht ging. Bei diesem Anlass erfahren wir etwas über ihre Beschäftigung. Zur Strafe nämlich sollte Br. Thomas die Schlüssel für die Kürschnerei, Br. Matthäus jene für die Buchdruckerei abgeben und ihren Beruf bis auf weiteres nicht mehr ausüben; Br. Philipp sollte nicht mehr Beichtvaterbruder sein.[i] Gestorben am 15. Januar 1794. (566)

 

[i] Abt Beda, Diarium II, 100-103.


39. Br. Philipp Weber

Br. Philipp (Josef Anton) Weber von St.Georgen. Geboren am 7. Juni 1733. Eltern: Josef Anton Weber und Anna Maria Thaler. Profess 17. Oktober 1756. Gestorben am 27. Januar 1799 (siehe oben Br. Jakob). (567)


40. Br. Thomas Städler

Br. Thomas (Matthäus) Städler von Altstätten. Geboren am 24. März 1733. Eltern: Johann Georg Städler und Anna Maria Geisser. Profess 17. Oktober 1756.[i] Am 22. August 1793 «ist Br. Thomas Städler von Altstätten nachmittags entwichen und niemand weiss, wo er ist, obwohlen mann alles ausgefraget und ihme nachgeschickt hat. Gott führe das irrende Schaf widerum zurück.»[ii] Am 19. Januar 1794 kam Bericht, dass er sich in Staad befinde, wo ihn P. Ulrich, Küchenmeister in Rorschach, aufgesucht und zur Rückkehr überredet hatte. Am 20. kam Br. Thomas mit P. Ulrich ins Kloster zurück, «und zwar mit der kurzen Kutten angekleidet, welche er allzeit seit seiner halbjährigen abwesenheit in seinem Bagage mitgetragen. Deo sint perpetuae laudes, quod ovis errans in ovile suum redierit.»[iii] Der Abt liess ihm im Krankenhaus ein Zimmer anweisen, wo er 10tägige Exerzitien machen musste. «Er ist von dem Glauben niehmahl abgefallen und lasset sich würklich wohl an, Gott gebe ihm seine kräftige Gnad.»[iv] Am 13. April 1794 fand man Br. Thomas morgens tot im Bette. (568)

 

[i] Siehe oben Br. Jakob.

[ii] Abt Beda, Diarium III, 726.

[iii] Abt Beda.

[iv] Abt Beda, Diarium III, 750.


41. Notker Grögle

P. Notker (Josef Anton) Grögle von Wil. Geboren am 16. Mai 1740. Eltern: Josef Anton Grögle und Anna Maria Steiger. Profess 16. Oktober 1758. Subdiakon 16. Mai 1761; Diakon (?); Priester (?.) September 1764. Primiz 30. September 1764.

 

Am 28. Oktober 1765 kam P. Notker nach St.Johann, war aber 1769 wieder in St.Gallen, wo er sich besonders mit Musik beschäftigte. Zugleich wirkte er als Professor der Theologie. Ungefähr 1777 bestellte ihn der Abt zum Beichtiger in St.Georgen. Im Verein mit dem Lehenpräfekten Erath wollte er dem dortigen, stark verarmten Klösterlein wieder aufhelfen, zunächst durch den Handel mit Baumwollwaren, dann durch Einrichtung einer Seidenbandfabrik. Bald kam es aber zu Streitigkeiten zwischen P. Notker und Erath, der nach einem Prozess von dem Geschäft ausschied. Pater Notker betrieb nun die Fabrik allein weiter, mit deren Aufsicht ihn der Abt – da die Sache einmal im Gange war – am 31. Oktober 1781 betraute. Von Sachkundigen erfuhr aber Abt Beda, dass das Unternehmen niemals gedeihen könne, da weder P. Notker, noch die Klosterfrauen etwas davon verstünden und allzu teuer arbeiteten. Zudem stiess P. Notker durch sein grobes Wesen viele der Frauen so ab, dass sie nicht mehr bei ihm beichten wollten. Darum nahm ihn der Abt Ende Oktober 1781 als Beichtvater weg, und schliesslich entschloss sich der Abt – da die Sache nicht ging und sich für einen Religiosen der Betrieb einer Fabrik auch nicht recht schicken wollte – die Fabrik zu schliessen. P. Notker sollte heimkommen, weigerte sich aber dessen; Abt Beda gab nach und erlaubte ihm, nach Wonnenstein zu gehen, wo er ein Vierteljahr blieb. Endlich musste er heimkommen, war aber fortwährend so unruhig, dass ihm der Abt auf Verwenden von P. Cölestin Schiess, damals Statthalter in Wil, erlaubte, wieder für ein Vierteljahr nach Wonnenstein zu gehen. Nun sollte er wieder heimkehren, weigerte sich aber neuerdings, unter Berufung auf den Abt-Visitator v. Einsiedeln. Abt Beda befahl ihm, im Gehorsam heimzukehren. Nun kam P. Notker, appellierte aber an den Visitator, was Abt Beda nicht anerkennen wollte, da es sich um eine Verfügung handelte, zu der er als Oberer durchaus berechtigt war. Auf dies hin entfloh P. Notker nach Wonnenstein. Der Abt suspendierte ihn vom Messelesen. P. Notker aber ging nach Einsiedeln, ohne Erlaubnis dazu zu haben; dort fand er aber kein Gehör. Nun wandte er sich nach Wil, wo P. Cölestin ihn zur Rückkehr mahnte. Am 22. November 1782 kam er nach St.Gallen, ohne aber ein Zeichen von Gesinnungsänderung zu geben. Er wurde auf seine Zelle verwiesen, später in einem eigenen Gemache versorgt. Der Abt strafte ihn zunächst, da er sein Gebahren der Beschränktheit zuschrieb, nicht weiter, nur liess er die Suspension fortdauern. P. Notker wurde nur noch widerspenstiger; er schrieb viel gegen den Abt; auch beschuldigte er eine Klosterfrau – Gertrud Hungerbühler – der Hexerei, sie sollte ihm eine Krankheit angezaubert haben. Am 28. Februar 1784 berief der Abt eine zahlreiche Versammlung von Kapitularen zu sich und legte den Fall vor. Alle waren für strenge Bestrafung, nur Abt Beda meinte, wenn P. Notker in sich gehe, um Verzeihung bitte, vom Hexenprozess abstehe und seine Schriften abgebe, wolle er ihn nicht weiter strafen. Aber P. Notker wollte nicht einlenken; er behauptete fortwährend, er sei nie recht gehört worden. Nun bestellte der Abt eine eigene Kommission, die ihn verhören sollte. Wiederum beriet sich der Abt mit einzelnen Kapitularen. Man war wieder der Ansicht, er solle strenge bestraft, vorher aber nochmals zum Nachgeben aufgemuntert werden; dies geschah in Gegenwart von fünf Kapitularen. Am 22. Oktober liess er endlich erklären, er sei zu allem bereit, nur den Hexenprozess wolle er weiterführen. Als der Abt die Unterwerfung schriftlich haben wollte, machte P. Notker viele Bedingungen; auch da gab der Abt in manchen Stücken nach; doch weigerte sich P. Notker schliesslich, zu unterschreiben. Nun verhängte der Abt am gleichen Tage über ihn die Strafe; er war «in einem geschlossenen Zimmer einzusperren und dorten mit Speis und Trankh zu tractieren, wie es ein solcher unruhiger, hochmütiger, halsstarriger Kopf verdienet.» Der Abt liess ihm die Strafsentenz samt Begründung[i] vorlesen, die er weinend anhörte, um schliesslich doch wieder zu protestieren. Der Abt bemerkt: «Alles, alles hat man angewendet, disen Menschen auf bessere Gedanken zu bringen, sed surdo et pertinaci omnia; orabo, orabunt alii, ut in se redeat, et sese cognoscat; putat se innocentem, putat se habere processum contra moniales sole clariorem; sed omnia quae hactenus dixit et scripsit merae assertiones et nugae sunt. Ego ad veniam ei dandam omni momento paratus sum et nil, praeter offensa Dei, magis doleo, quam quod Confratrem infelicem reddere coactus sim; quod feci, certe intentione feci bona, et quidem cum consilio et consensu omnium, et piorum et Doctorum, queis in hoc negotio usus sum, ut patet ex praecedentibus. Utinam talia benigni Superi in posterum a nobis avertant.»[ii] Am 13. November 1784 erklärte sich P. Notker zu allem bereit, nur solle man ihm erlauben, ein halbes Jahr Medizin zu nehmen, wenn er dann gesunde, wolle er von dem Prozess gegen die Klosterfrauen, die ihn, wie er meinte, vergiftet hätten, abstehen. Der Abt liess ihn auf dies hin, in Gegenwart einiger Patres, vor sich kommen, worauf er alle um Verzeihung bat. Er wurde sogleich des Arrestes entledigt und den andern gleich gehalten. Im Januar 1785 wurde er aber wieder unruhig, so dass der Abt neuerdings einschreiten musste. Neue Verhöre folgten. Er wollte eine Erklärung nur mit Klauseln versehen unterzeichnen, tat es aber schliesslich ohne weiteres. Am 20. Januar war er über zwei Stunden beim Abte, der ihn sehr gütig aufnahm. Am folgenden Tage bat er im Kapitel alle sehr erbaulich um Verzeihung. Am 24. Januar fiel er, wie der Abt schreibt: «in ein delirium, hat unterschiedliche närrische Sachen angestellt, besonders in der hl. Mess, die er in der St.Columbansgruft gelesen . . . Er hat sich halt wegen seinem närrischen Hexenprozess hindersinnet.»[iii] Als am 22. Juni 1785 eine Visitation erfolgte, verlängerte sie besonders P. Notker, wie der Abt schreibt. Zur Ruhe scheint der Mann nicht gekommen zu sein; denn im September 1785 gelangte er an den Nuntius, der aber sein Schreiben verbrannte. Als am 27. Juni 1786 sich P. Notker beim Nuntius um das Schicksal seines frühern Schreibens erkundigte, schickte dieser den Brief dem Abte zurück, es diesem überlassend, mit P. Notker die Sache auszutragen. Der Abt bemerkt dazu: «Hem! Schon wider ein unruhiger Kopf! Was wird dann zuletzt noch in unserm Kloster abgehen.»[iv] Weiter verlautet in der Sache nichts mehr. Auch über Pater Notker selbst erfahren wir nicht mehr viel. Nach dem Einbruch der Franzosen wurde er am 4. Januar 1799 nach Mehrerau deportiert, von dort kam er nach Neu-Ravensburg. Als er am 14. August 1805 die von der Regierung verlangte «Erklärung» unterzeichnete, begleitete er diese mit einem längern Schreiben, worin er u. a. ausführt, dass er «durchaus übelmögend, sehr blöden Gesichts, doppelt gebrochen und dazu noch durch bekannte Unfälle des schon leider im 25sten Jahr anhaltende traurigsten Malefiz Casus schon längst zu all fernern Priesterlichen Verrichtungen völlig untauglich geworden sei.»[v] Er bat am 9. September 1805 um Bewilligung der vollen Pension. Nach einem Briefe von P. Theodor in Roggenzell, vom 9. Februar 1816, kam er damals totkrank zu diesem.[vi] Er starb am 12. Februar 1816 in Roggenzell (b. Ravensburg?), wo er auch begraben wurde. Er war zuletzt vollständig geisteskrank, wie ja die oben erwähnten Vorgänge auf eine abnormale Veranlagung schliessen lassen. Er malte auch «artig» in Öl. – Ein Bruder, Pankraz, war Kaplan in Wittenbach, ein anderer, Nikolaus, war Kaplan in Lichtensteig.

 

Schriften:

 

1. Exercitatio theologico-dogmatico-historica super tractatum de Deo. S. Galli. 1773. 4°. – Nach einem Verzeichnis im Staatsarchiv St.Gallen (Nr. 2).

 

2. De Deo homine exercitato dogmatico-scholastica pro coronide cursus theologici publicae eruditorum disquisitioni subjecta ,defendentibus rr. ff. Pancratio Vorster, Valentino Hagge, et Joanne Nep. Hauntinger nec non r. f. Anselmo Huonder (v. Disentis) die 18. Octobris Anno 1775 horis ante et pomeridianis (Praeside P. Notkero). Super. permissu. Typis pr. mon. S. Galli. 4°, 15 S. – Stiftsarchiv St.Gallen R 29 F 4/5. – Staatsarchiv, Sammlung Wegelin Nr. 24. (569)

 

[i] Diarium Bedae III, 257-261.

[ii] Diarium III, 266.

[iii] Diarium III, 284ff.

[iv] Diarium III, 393.

[v] K.A.R. 147, 6.

[vi] Akten des Abtes Pankraz (= A.P.), Nr. 2301.


42. Chrysostomus Baumgartner

P. Chrysostomus (Johann Bapt.) Baumgartner von Mörschwil. Geboren am 27. Oktober 1737 als Sohn des Ammann Johann Bapt. Baumgartner und der Maria Anna Hanimann. Profess 16. Oktober 1758. Subdiakon 16. Mai 1761; Diakon (?); Priester (?.) September 1764. Primiz 7. Oktober 1764.

 

P. Chrysostomus kam am 25. Oktober 1764 nach St.Johann, «alda in Choro et tradendis inferioribus studiis zu dienen.» Am 9. September 1769 kehrte er gesundheitshalber heim. Hier wurde er Pater Deicola Custer als Gehilfe im Archiv beigegeben.[i] Im August 1785 erscheint er als Caeremoniar. Er starb am 10. September 1790 «nach ausgestandener, langwüriger Krankheit».[ii] (570)

 

[i] Wegelin, Denkschrift, p. 70.

[ii] Abt Beda, Diarium III, 614.


43. Br. Simon Eberle

Br. Simon (Sebastian) Eberle von Straubenzell. Geboren am 11. Dezember 1734. Eltern: Josef Eberle und Margareta Poppart. Profess 16. Oktober (?) 1758. Am 4. Januar 1799 wurde er nach Mehrerau deportiert und kam von da nach Neu-Ravensburg. 1803 war er in Neu St.Johann, wo er am 9. November 1804 starb, nachdem er offenbar schon länger geisteskrank gewesen war. (571)


44. Br. Matthäus Rueff

Br. Matthäus (Franz Plazidus) Rueff von Weingarten. Geboren am 5. Oktober 1735. Eltern: Andreas Rueff und Elisabeth Schneider. Profess 16. Oktober (?) 1758. Er war offenbar als Buchbinder tätig; denn der Einband zum Nekrologium S. Galli[i] wurde laut Inschrift 1766 von ihm gefertigt.[ii] Nach der Auflösung des Stiftes lebte er 1798 in Mehrerau, später in Weingarten und Neu-Ravensburg, seit 1803 in St.Johann. Die Regierung wollte ihn, da er schon lange blind, am 20. August 1805 in Pfäfers versorgen; er kam dann aber im September gleichen Jahres nach dem Kloster Fischingen, wo er am 17. April 1811 starb und begraben wurde. (572)

 

[i] Mscr. 1443.

[ii] Siehe oben Br. Jakob, Nr. 566.


45. Beat Schumacher

P. Beat (Josef Urs Felix Anton) Schumacher von Luzern. Geboren am 21. Oktober 1739. Eltern: Anton Leonz Irenäus Schumacher und Maria Rosa Balthasar. Profess 16. Oktober 1759. Priester 1765. Primiz 29. September 1765.[i]

 

P. Beat wurde am 21. Oktober 1767 Lehrer der Rhetorik, am 17. Oktober 1768 Professor der Philosophie; am 27. Januar 1769 hielt er einen «Circul ex summulis» und am 21. August 1769 eine Disputation aus der Logik; ebenso wieder am 1. April 1772. Am 21. August 1772 kehrte er mit Pater Augustin von Wil zurück «nach geendigter Cur der Esell-milch». Bis zum 30. Dezember 1775 war er auch Beichtiger in St.Georgen. Am 12. Mai 1776 ging er nach Luzern, um den neuen Nuntius zu begrüssen. Von 1777-1780 finden wir P. Beat als Pfarrer in Alt St.Johann (Rothenflue). Am 3. Dezember 1781 wurde er Statthalter in St.Gallen, bis zum 20. Mai 1795, wo Abt Beat auf das Drängen der Unzufriedenen ihn entliess, um ihn am 5. Juni 1795 als Statthalter nach Ebringen zu schicken, wo er bis 1807 (22. Januar) blieb. Dann wandte er sich nach Freiburg i. Br., da ihm die Regierung den Genuss der Pension im Ausland zugesichert hatte.[ii] Dort starb er am 9. September 1817. P. Aemilian Hafner, der dem Sterbenden beistand, berichtet über sein Ende dem Abte Pankraz:[iii] « ... Das hohe Alter des Seligen und seine sonstige Leibes-Beschwerden machten, daß er schon seit einem Jahre nicht viel mehr ausgehen konnte. Dazu setzte sich vor mehr als einem Monathe die Brustwassersucht an. Den 6. September ward ich (von Ebringen) nach Freiburg berufen, um ihn auf die Gefahr aufmerksam zu machen. Am 8., am Feste Maria Geburt, wurde er mit allen Sterbsakramenten versehen, die er knieend und mit Erbauung empfangen. Den andern Tag darauf, den 9. hujus, als er in der Frühe um 7 Uhr das Brevier zu bethen angefangen, traff ihn ein Schlagfluß und machte seinem Leben ein Ende. Der Selige hielt noch vor 2 Jahren seine Secundiz am Feste des hl. Gallus bey den Klosterfrauen in Freiburg. Er war im 78. Jahr seines Alters, im 58. seiner hl. Profession und im 52. seines Priestertums. Heute Nachmittag um 3 Uhr wurde sein Leichnahm zur Erde gestattet. Die drei H.H. Prälaten von Schuttern, St.Peter und St.Mergen, nebst allen andern in Freiburg sich befindenden Religiosen und Geistlichen erwiesen ihm dabei die letzte Ehre.» Zu seinem Testamentsvollstrecker hatte er den Abt von St.Peter bestellt.[iv] – Ein Bruder, P. Cölestin, war in Pfäfers, ein anderer, Plazidus, war Spitalherr in Luzern.

 

Schriften:

 

Theses eclecticae in logicam. Typis mon. S. Galli 1769. 4°, 7 S. Nach Scherer Nr. 284. (Grolig). Jedenfalls wurden auch auf die andern Disputationen Thesen gedruckt. (573)

 

[i] Von da an fehlen die Weihelisten.

[ii] K.A. 147, 5.

[iii] 10. September 1817.

[iv] Akten des Abtes Pankraz, Nr. 2624.


46. Br. Bonaventura Contamin

Br. Bonaventura (Josef Sebastian) Contamin von Goßau. Geboren am 17. Mai 1742. EItern: Josef Anton Contamin, Vogt in Schwarzenbach, und Maria Elisabeth Ledergerber. Profess 16. Oktober 1759. Am 14. September 1760 empfing er die niedern Weihen; dann erkrankte er an Auszehrung. Zum 24. März 1763 bemerkt der Abt: «Er leidet schon über zwei Jahr sehr starkh an der Lungensucht und nimmt in dem Athmen beständig ab.»[i] Er starb am 25. März 1763. «Raptus est in juventute sua, coelo, ut spero, maturus. Fuit Religiosus optimae spei et ingenii excellentis.»[ii] – Ein Bruder war Jesuit resp. Exjesuit; eine Schwester, Maria Elisabeth, wurde Stiftsdame in Mindelheim. (574)


[i] Abt Cölestin, Diarium VII, 354.

[ii] Abt Cölestin, Diarium VII, 355.


47. Martin Ab Yberg

P. Martin (Josef Franz Anton) Ab Yberg von Schwyz. Geboren am 16. August 1741 als Sohn des Majors Heinrich Franz Maria Ab Yberg und der Maria Theresia Reding. Profess 16. Oktober 1759. Primiz 6. Oktober 1765.

 

P. Martin wurde am 28. Oktober 1765 nach St.Johann geschickt, von wo er am 24. Oktober 1768 wieder nach St.Gallen kam. Hier wurde er am 22. Oktober 1769 Lehrer der Rhetorik. Am 21. Oktober 1771 wurde er Unterpfarrer und am 20. Februar 1772 Pfarrherr. Doch schon am 27. Juli 1773 kam er als Pfarrer nach Libingen und 1775 nach Neu St.Johann resp. Nesslau. Als er am 19. Mai 1777 mit den Toggenburgern nach Einsiedeln wallfahrtete, erkrankte er dort, nachdem er schon vorher geraume Zeit gekränkelt hatte. Pater Wolfgang stand ihm dort zur Seite. Am 26. Mai 1777 starb er an «cholica cum inflammatione». Er wurde in Einsiedeln begraben. – Ein Bruder, P. Franz Sales, war Kapuziner.

 

Schriften:

 

1. Necrologium S. Galli. Von P. Martin 1764 geschrieben. Mscr. 1443 der Stiftsbibliothek St.Gallen. Papier 2°, unpag. (Sch., p. 482).

 

2. Antiphonarium benedictinum-monasticum ad usum chori S. Galli. 3 Bände von 1770 und 1773. – I. Ab Adventu-Pentecostes 626 fol. II. Ab Pentecoste-Adventum 476 fol. III. Pars aestivalis 440 fol. Mscr. 1759-1761 der Stiftsbibliothek St.Gallen. Nicht in Scherer. (575)


48. Nikolaus Schmid

P. Nikolaus (Jodoc Georg) Schmid aus Fischingen resp. Altdorf, woher die Familie im 17. Jahrhundert ausgewandert war. Geboren am 9. März 1740. Eltern: Marie Anton Schmid (aus Uri) und Anna Maria Schneller aus Fischingen. Profess 16. Oktober 1759. Primiz 13. Oktober 1765.

 

Am 21. Oktober 1767 wurde er Lehrer der Grammatik; zugleich war er Kapellmeister. Am 7. September 1769 ernannte ihn der Abt zum dritten Pfarrer; doch blieb er daneben an der Schule und lehrte seit dem 22. Oktober 1769 die niedere Syntax. Am 30. Oktober 1770 kam er nach St.Johann. Als er von dort aus an Weihnachten 1771 für den erkrankten Pfarrer von Peterzell, Pater Fintan, aushalf, wurde er gleichfalls von einem hitzigen Fieber ergriffen. Während P. Fintan genas, starb er am 8. Januar 1772 und wurde in Peterzell begraben. – Ein Bruder, Franz Bernhard, war Priester in Uri, eine Schwester, Maria Josepha Dominica, Franziskanerin in Altdorf.[i] (576)

 

[i] Vgl. P. Notker Wettach, Die Urner Kapitularen im Kloster St.Gallen. Urner Neujahrsblatt 1918, p. 71.


49. Wolfgang Gschwend

P. Wolfgang (Johann) Gschwend von Tablat. Geboren am 16. September 1742. Eltern: Ammann Franz Gschwend und Barbara Lehmann. Profess 16. Oktober 1759. Priester 1766.

 

Am 19. März 1767 wurde er zum Professor der Philosophie ernannt; am 31. Juli hielt er den sogenannten Ingress. Am 8. März 1769 begann er die theologischen Vorlesungen. Am 7. September 1769 wurde er Unterpfarrer. Am 26. Juli 1772 kam er als Pfarrvikar nach Ebringen, «weil Oesterreich absolut 3 Religiosen beieinand haben will.»[i]

 

Am 27. Juni 1774 kehrte er zurück. Am 8. Oktober 1776 wurde er nach St.Johann geschickt, zwei Weltlichen Theologie zu dozieren. Ende Mai 1777 wurde er nach Einsiedeln geschickt, um dort dem totkranken P. Martin (s. o.) beizustehen. Dieses Jahr hielt er auch eine theologische Disputation ab. Von 1778-1780 versah er die Pfarrei Stein, von 1780-85 jene in Alt·St.Johann (Rothenflue). Am 27. November 1785 wurde er zum Pfarrer von Wil ernannt, wohin er am 11. Dezember ging. Dort starb er am 1. April 1795. «Ware bonus religiosus et fervens parochus.»[ii]

 

Schriften:

 

Positiones theologicae. Monast. S. Galli. 1777. 4°. – Nach einem Verzeichnis im Staatsarchiv St.Gallen, Nr. 2. – Die philosophischen Thesen für 1769 wurden jedenfalls auch gedruckt, haben sich aber nicht erhalten. (577)

 

[i] Abt Beda, Diarium.

[ii] Abt Beda, Diarium IV, 11.


50. Br. Thadäus Kuster

Br. Thadäus (Johann Vinzenz) Kuster (Custor) von Eschenbach. Geboren am 1. Juni 1731. Eltern: Johann Jakob Kuster und Maria Elisabeth Rüegg. Profess 21. Oktober 1759.

 

Mit Br. Gabriel (s. d.) wurde er 1760 ins «Reich» geschickt, um in mehreren Gotteshäusern die Altäre und andere Kirchenzierden zu besichtigen, «umb etwas zue lehrnen und in hiesiger neuwen Kirch nach zue machen.»[i] Auch unter Abt Beda war er im Baufach tätig; mit Br. Gabriel sollte er den von Ferdinand Beer entworfenen Riss für den Aufbau des Hoftraktes prüfen. Am 1. Oktober 1776 musste er mit dem Abt über Niederbüren, Niederhelfenschwil und Zuzwil nach Wil, um zu sehen, «ob und wie eine strass dortiger enden auf und durch die statt Wyl zu machen seye.»[ii] Am 3. April 1777 musste er mit dem Abt nach St.Georgen, um zu sehen, ob sich nicht ein Stockwerk auf das dortige Kloster bauen lasse. «Man hat befunden, es seye möglich, es wird aber wohl nichts daraus werden.»[iii] Am 4. Januar 1799 ward er aus St.Gallen deportiert und kam nach Mehrerau, von wo ihn der Abt nach Elchingen schickte; dort blieb er bis Ende 1802, kam dann nach Neu-Ravensburg, wo er im Februar 1803 von einem Schlage getroffen wurde. Bald darauf muss er nach Neu St.Johann übersiedelt sein, wo er am 29. Juli 1804 starb und seine letzte Ruhestätte fand. (578)

 

[i] Abt Cölestin, Diarium VII, 94.

[ii] Abt Beda, Diarium II, 209.

[iii] I. c. II, 238.


51. Br. Gallus Beerle

Br. Gallus (Lorenz) Beerle von St.Georgen. Geboren am 3. Dezember 1734. Eltern: Lorenz Beerle und Anna Katharina Zeugler. Profess 21. Oktober 1759. Er war Sakristan, hatte wohl auch im Speisgaden und Keller zu schaffen, wie aus seinen Schriften hervorgeht. Er wandte sich am 29. November 1799, nach der Auswanderung aus St.Gallen, zu seinen Mitbrüdern in Klus bei Feldkirch, von dort kam er 1801 nach Neu Ravensburg und im Mai 1804 nach St.Gallen, wo er[i] bei P. Ildefons an der Kost war. Als Senior der Laienbrüder starb er am 15. August 1815 und wurde in St.Fiden begraben.

 

Schriften:

 

1. Speisgaden-Ordnung im Kloster St.Gallen. (Betrifft den Tisch, die Competenzen der verschiedenen Beamten und Dienstleute.) Geschrieben von Bruder Gall c. 1797. Band 374 b des Stiftsarchivs St.Gallen.

 

2. Beschreibung der Pfaumooser·Güter samt diesfälligen Compromiss-Sprüchen und Stiffts-Libell. Beschrieben durch Christopf de Christoff Zollikofer anno 1722. Abgeschrieben von Fr. Conv. Gallus Beerle pro Archivio S. Galli. Band 1024 des Stiftsarchivs St.Gallen.

 

3. Handbuch von den Rheintaler Weinläufen, auch anders was sich Merkwürdiges in dem Rheintal zugetragen hat. Von Gallus Beerle. – Weinläufe von 1482-1796 genau verzeichnet mit historischen Notizen, Bemerkungen über Witterung und Fruchtbarkeit, besonders aus späterer Zeit. Band 1806 des Stiftsarchivs St.Gallen.

 

4. Tagebuch des Küsters Gall Beerle von 1790-1809. auf 16 Bll. Beigebunden der Handschrift 1450 der Stiftsbibliothek St.Gallen, die Scheuchzers Index Codicum Mscr. S. Gallensium in bibliotheca Tigurina enthält (Sch., p. 482). (579)

 

[i] Wenigstens 1807 noch.


52. Br. Notker Küenzle

Br. Notker (Josef Anton) Küenzle von Straubenzell. Geboren am 15. Februar 1734. Eltern: Josef Anton und Maria Anastasia Hättenschwiler. Profess 21. Oktober 1759. Von 1781 bis zu seinem Tode war er Speisgaden-Verwalter. Er starb am 4. Februar 1790. (580)


53. Joachim Endras

P. Joachim (Andreas) Endras von Hawangen.[i]Geboren am 11. Dezember 1741. Eltern: Andreas Endras und Maria Widmann. Profess 16. Oktober 1761. Priester 13. September 1767.

 

Priester geworden, hatte P. Joachim seine juristischen Studien zu vollenden, die er zugleich mit P. Gall am 19. September 1768 mit einem Examen abschloss. Dann kam er am folgenden 30. Oktober nach St.Johann. Am 10. Januar 1776 wurde er Propst und Pfarrer in Alt St.Johann. Am 10. April 1777 musste er mit P. Ulrich nach Disentis, wo er Subprior wurde, er kam aber mit diesem 1779 heim. Hier wurde er am 2. Januar 1781 Subprior und Fraterinstruktor. Am 8. März 1786 erfolgte seine Ernennung zum Statthalter in St.Johann, wohin er am 22. März ging. Am 15. März 1793 wurde er von dort zurückberufen, kam aber erst am 21. April heim, um am folgenden 27. April das Amt eines Lehenpropstes anzutreten. Als der Stiftsverband sich 1798 auflösen musste, ernannte ihn der Abt am 8. Januar 1799 zum Interims-Superior aller damals sich im Land und Kloster befindlichen Konventualen.[ii] Er zog sich dann nach Notkersegg zurück, wo er am 10. April 1799 starb und seine letzte Ruhestätte fand. Zu seinem Tode bemerkt Abt Pankraz:[iii] «Dieser ohnedem gute Religios hat sich in letsten Zeiten besonders ausgezeichnet und ausserordentlich viles in Chor und Beichtstuhl, auf der Kanzel gearbeitet und eben dadurch vielleicht sich zu sehr abgeschwächt.» (581)

 

[i] Hawangensis.

[ii] Tagebuch des Abtes Pankraz II. 3.

[iii] Diarium II, 23.


54. Gallus Mezler

P. Gallus (Franz Josef Joachim) Mezler von Rorschach. Geboren am 23. Februar 1743. Eltern: Franz Mezler und Anna Franziska Reifin. Profess 22. Mai 1763. Priester 13. September 1767.

 

P. Gallus kam am 30. Oktober 1768 nach St.Johann. Am 27. Juni 1774 wurde er Pfarrer in Ebringen. Als solcher erwarb er für die Bibliothek eine Reihe von Handschriften (s. u.). Von dort am 9. August 1789 heimberufen, wurde er am 21. April 1793 Statthalter in St.Johann. Im Mai 1795 war er Mitglied der Kommission, die mit den Aufständischen verhandeln sollte. Am 7. Oktober 1796 wurde er Kornherr in St.Gallen. Am 15. Mai 1797 suchte er die Bäder in Baden auf. Zur Zeit der Revolution hielt er sich im Kloster St.Peter im Schwarzwald auf. Ende Oktober 1802 kam er nach St.Gallen zurück. Die letzten 17 Jahre seines Lebens verbrachte er bei seinem Mitbruder P. Anselm im Pfarrhof zu Rorschach, wo er am 19. Februar 1820 starb. «Er war rechtschaffen und bei jederman beliebt,» schreibt Abt Pankraz zu seinem Tode.[i] Er fand sein Grab links vom Eingang zur sogen. Seelenkapelle bei der Pfarrkirche Rorschach, wo heute noch folgende Grabschrift an ihn erinnert: «Hic requiescit A. R. D. Gallus Mezler civis Rosacenus Princip. Monast. S. Galli Capitularis. Natus 1743, denatus 19. Februar 1820.»

 

Schriften:

 

1. Allgemeines Wappenbuch nach dem Alphabet. Die illumin. Wappen, teils gezeichnet, teils gestochen. Im 1. Band Geschlechternotizen. 2 Bände. Mscr. 1482 und 1483 der Stiftsbibliothek St.Gallen. 2 ° und 4° (Sch., p. 487).

 

2. Allgemeines alphabet. Adelslexikon mit eingeklebten Wappen in illumin. Kupferstichen. Von P. Gall M. Mscr. 1484 und 1485, Papier 4°, von 1813 (Sch., p. 487).

 

3. Historico-chronologico-Monastica monumenta collecta a P. Gallo Mezler, monacho S. Galli, in exilio apud S. Petrum in Sylva Hercynia 1798. Inhalt: Monumenta von St.Peter i. Schw. Güntherstal, Schuttern, Gengenbach, Ettenheimmünster, Tennenbach, Wettingen, Villingen, St.Ulrich und Afra, Salmanschwyl und Einsiedeln. – Handschrift im Rheinauer Archiv des Stiftes Einsiedeln R 227. – Der erste Entwurf im Karlsruher Archiv (cfr. Monc, Quellensammlung für badische Landesgeschichte I. 58f.).

 

4. Das Turnier zu Schaffhausen mit den Wappen der Edlen, die demselben beygewohnt. 1817. Dem Abte von Rheinau geschenkt. Rheinauer Archiv Stift Einsiedeln R 239.

 

5. Sempacher Schlacht mit den Wappen der Edlen, die in derselben erschlagen worden. Nach dem Original Aegidi Tschudis in der St.Gallen Bibliothek. 1817. Geschenk an den Abt von Rheinau. Rheinauer Archiv Stift Einsiedeln R 238.

 

Der Bibliothek erwarb er aus dem 1782 aufgehobenen Cisterzienserinnenkloster Güntersthal: 3 Lectionarien aus dem XV. Jahrhundert. Mscr. 1140-1142 der Stiftsbibliothek St.Gallen; ferner: Sermones von Kirchenvätern (aus dem XV. Jahrhundert). Mscr. 1156; Cisterzienser Ordensstatuten aus dem XV. Jahrhundert. Mscr. 1343, 1344 und 1345. Der Bibliothek überliess er auch seine zwar kleine, aber gut gewählte Sammlung von Konchylien und Mineralien. (Weidmann, p. 148). (582)

 

[i] Diarium III, 177.


55. Michael Keel

P. Michael (Johann) Keel (Kehl) von Marbach. Geboren am 17. November 1743. Eltern: Johann Ev. Keel und Anna Benz. Profess 16. Oktober 1764. Priester 2. oder 3. April 1770. Primiz 17. April 1770.

Am 28. Oktober 1771 kam P. Michael als Lehrer nach St.Johann. Von dort kehrte er am 11. September 1783 nach St.Gallen zurück. Vom August 1785 bis Oktober 1796 war er Beichtiger in Wonnenstein. Seit dem 13. November 1796 versah er die Stelle eines Beichtigers in St.Maria zu Wattwil, wo er am 13. Februar 1804 «an dem faulen Fieber»[i] starb. (583)

 

[i] Diarium Abt Pankraz II. 319.


56. Gabriel Küttel

P. Gabriel (Bernhard) Küttel von Gersau. Geboren am 21. Juni 1744 als Sohn des Landeshauptmanns Johann Georg Küttel und der Maria Magdalena Camenzind. Profess 16. Oktober 1764. Diakon 13. September 1767; Priester 31. März 1770. Primiz 22. April 1770, wobei sein Bruder, P. Beat, der spätere Fürstabt von Einsiedeln, predigte.

 

Am 21. Oktober 1771 wurde er Katechet in St.Gallen, am 20. Februar 1772 Unterpfarrer. Doch schon am 2. Mai 1772 ging er als Pfarrer nach Stein und von dort am 8. August 1772 als solcher nach Wildhaus, damit daselbst die Einkünfte etwas wachsen könnten, weil sonst kein Weltpriester mehr hin wollte. Am 27. Juli 1773 wurde er Pfarrer in Hemberg, von wo er 1776 nach Peterzell kam. Am 24. März 1781 schickte der Abt Bruder Joachim nach Peterzell, um den schwerkranken P. Gabriel zu besorgen. Nach längerer Krankheit starb er am 21. März 1781 zu Peterzell und wurde daselbst begraben. «Pius et bonus religiosus.»[i] (584)

 

[i] Abt Beda, Diarium III, 66.


57. Raphael Galley

P. Raphael (Johann Ulrich) Galley von Freiburg i. Ue. Geboren am 26. Januar 1743 als Sohn des Patriziers und Münzmeisters Franz Josef Galley und der Maria Anna Bowiret. Profess 16. Oktober 1764. Diakon 13. September 1767; Priester 31. März 1770. Primiz 29. April 1770.

 

P. Raphael kam am 27. Juli 1773 als Lehrer nach St.Johann, war aber im September 1774 wieder in St.Gallen. Hier kam er in der Folge leider auf Abwege; denn wir lesen in den Tagebüchern des Abtes Beda am 29. Dezember 1780: «büssete P. Raphaelem publice ob gravissima delicta contra castitatem ab eo commissa et partim nota partim propriis scriptis probata. Ich hoffe, es werde gutte Würkhung haben. Deus det»;[i] und am 20. Januar 1794: «Gestern habe P. Raphaelem Galley in ein Zimmer einspehren lassen, da schon lange ein phantast ware und sich übell aufgeführet hat, gestern aber H. Decan mit den schandlichsten und ehrenrürigsten scheltungen in ipso Decanatu in faciem überhäufet hat. Ach! daß Gott diesen Menschen auf den rechten Weg zurück führe.»[ii] – Nach der Aufhebung des Stiftes lebte P. Raphael zuerst in Neu Ravensburg (1801), in Klus bei Feldkirch (1803), später (von 1811-1819) in St.Margrethen, wo er am 30. Juli 1819 starb. – Ein Bruder, Josef, war Doktor der Sorbonne und Kanonikus zu St.Denis in Paris; ein anderer, Peter, war Hauptmann in französischen Diensten. (585)

 

[i] Diarium III, 46.

[ii] Diarium III, 750.


58. Seraphim Neeß

P. Seraphim (Georg Meinrad Chrysogonus) Neeß von Ottobeuren. Geboren am 24. November 1747 als Sohn des Rupert Neeß, Sekretär des Stiftes Ottobeuren, und der Anna Regina Brixin. Profess 16. Oktober 1764. Subdiakon 15.(?) Dezember 1768; Diakon 31. März 1770; Priester 19. Dezember 1771. Primiz 26. Dezember 1771, wobei P. Gall von Ottobeuren, Bruder des P. Antonin Dingler, predigte.

 

Wir finden P. Seraphim 1779 in St.Johann, nachdem er 6 Jahre Unterpfarrer in St.Gallen gewesen war. Vom 2. Oktober 1784 bis zum 17. September 1788 versah er die Pfarrei Nesslau (Neu St.Johann), dann wurde er am 3. November 1788 Kustos in St.Gallen. Von 1793-1796 war er Pfarrer in Alt St.Johann (Rothenflue). Am 3. Juni 1796 kam er als Senior und Organist nach Neu St.Johann. Doch nahm ihn der Abt schon am 11. Juni nach St.Gallen, wo er am 7. Oktober 1796 Direktor der Druckerei wurde. Unmittelbar vor der Auflösung des Stiftsverbandes sandte ihn der Abt am 28. April 1798, nachdem er kurze Zeit das Amt eines Kustos versehen, als Kaplan nach Heggenschwil. Dort weilte er bis zum 28. September 1799; dann floh er, kam aber bald wieder zurück und wurde Kaplan in Muolen. Seit 1814 war er bis 1826 Kaplan in Bernhardzell und zuletzt Benefiziat zum hl. Kreuz bei St.Gallen, wo er am 27. Dezember 1830 starb. Er fand in St.Fiden seine letzte Ruhestätte. – Ein Bruder, P. Josef, war Profess in Ottobeuren; eine Schwester, Maria Angelina, Franziskanerin in Beuren (Burano).

 

Schriften:

 

Conclusiones ex utroque jure, quas pro coronide studii juridici tueri conabuntur . . . Seraphim Nees, Placidus Stadelmann, Maurus Christen, Bernardus Hannes . . . . . . . juris utr. candidati (ohne Angabe des Präses) die 19. mens. Julii MDCCLXXI. (Kopftitel ohne Druckvermerk). Fol. 1 Bll. Stiftsarchiv St.Gallen Fasz. 29 F 4/5. (Grolig). (586)


59. Br. Paul Wuecherer

Br. Paul (Karl) Wuecherer von Karsee. Geboren am 22. November 1736. Eltern: Johann Adam Wuecherer und Elisabeth Mayer. Profess 28. November 1764. Im September 1787 erscheint er bei Brückenbauten im Toggenburg und in der Alten Landschaft als Sachverständiger.[i] Am 27. Dezember 1798 kam er nach Mehrerau, kehrte aber später wieder nach St.Gallen zurück, wo er am 8. Dezember 1800 starb, «ein rechtschaffener Religios und ein geschickter und thätiger Baumeister, an dem das Stift sehr viel verloren.»[ii] Br. Paul leitete auch den Bau des Frauenklosters in Glattburg resp. den Umbau des dortigen Schlosses. Er machte sich überhaupt sehr verdient um die Verlegung des Klosters von Libingen nach Glattburg. Im dortigen Klosterarchiv befinden sich noch eine Reihe von Briefen von ihm (Nr. 15).

 

Schriften:

 

Nota, was sich Hauptsächlich seit dem 27. Sept. 1799, nach Entförnung Sr. Hochfürstl. Gnaden zugetragen (reicht bis 21. April 1800). – Band 223 des Stiftsarchivs St.Gallen. (587)

 

[i] Diaria Abb. Bedae.

[ii] Diarium Abt Pankraz II. 128.


60. Br. Bartholomäus Noger

Br. Bartholomäus (Ulrich) Noger von Altenrhein. Geboren am 26. Dezember 1738. Profess 28. Oktober 1764. Er wurde am 4. Januar 1799 von St.Gallen deportiert, kam nach Mehrerau und von dort nach Ebringen. Später kehrte er nach St.Gallen zurück und wirkte als Küster an der Klosterkirche. Gestorben 17. September 1805, begraben in St.Fiden. (588)


61. Br. Mathias Jansen

Br. Mathias (Heinrich) Jansen v. Urdingen. Geboren am 11. Februar 1738. Eltern: Gerard Jansen und Elisabeth Scheylin. Profess 28. Oktober 1764. Gestorben 4. April 1781. (589)


62. Plazidus Stadelmann

P. Plazidus (Josef) Stadelmann von Mörschwil. Geboren am 17. Februar 1749. Eltern: Johann Stadelmann und Magdalena Keller. Profess 18. Mai 1766. Subdiakon 31.(?) März 1770; Priester 25. März 1773. Primiz 12. April 1773.

 

Seit 1777 war er Münsterpfarrer. Am 4. Mai 1781 begleitete er den Abt zur Benediktion des Abtes Beat in Einsiedeln; ebendaselbst predigte er am 21. September 1783, an der Oktav der Engelweihe. Am 30. Juli 1783 kam P. Plazidus als Pfarrer nach Altstätten. Am 31. Oktober 1788 wurde er Offizial. Am 20. Mai 1795 gehörte er mit zur Kommission, die mit den Aufständischen zu verhandeln hatte. Er blieb auf seinem Posten als Offizial bis zum April 1798, dann begleitete er den Abt nach Neu Ravensburg. Im Juni 1798 war er in Wasserburg. Am 28. Januar 1799 wurde er von Neu Ravensburg nach Elchingen bestimmt, von wo er und Br. Thadäus Kuster Ende 1802 fort mussten, da dieses Stift der Säkularisation anheimfiel. Im Januar 1803 kam er für den kranken P. Blasius als Pfarrer nach Altstätten. Schon am 30. März 1803 wurde er als Coadjutor des Pfarrers von Wittenbach installiert, wo er jedenfalls bald darauf Pfarrer wurde. Anfangs Mai 1810 resignierte er auf diese Stelle. Hierauf suchte er seine Heimat Mörschwil auf, wo er am 8. April 1815 starb. (590)


63. Maurus Christen

P. Maurus (Kolumban) Christen von Ursern. Geboren am 20. November 1747 als Sohn des Ratsherrn Franz Christoph Christen und der Maria Josepha Regli. Profess 18. Mai 1766. Subdiakon 15. Dezember 1768; Diakon 1. April 1770; Priester 18. Dezember 1771. Primiz 28. Dezember 1771.

 

P. Maurus wurde am 20. Februar 1772 Katechet in St.Gallen. Später kam er nach St.Johann, wo er im April 1777 Kapellmeister war. Von 1777 bis 1781 versah er die Pfarrei Nesslau (Rothenflue). 1781 wurde er Kornherr und zugleich Regierungs- und Pfalzrat. Am 30. Mai 1787 suchte er das Pfäferserbad auf. Von 1790-1795 war er Beichtiger in St.Maria bei Wattwil (Rothenflue). 1795 wurde er Pfarrer in Wil, wo er am 19. August 1812 starb und auch begraben wurde. Er erstickte im Rauche, als der Blitz an genanntem Tage ins Pfarrhaus schlug.[i] (591)


[i] Vgl. Wettach, Die Urner Kapitularen im Kloster St.Gallen. Urner Neujahrsblatt 1918, p. 72.


64. Bernhard Hannes

P. Bernhard (Johann Adam) Hannes von Stetten im Allgäu. Geboren am 8. August 1747. Eltern: Johann Hannes und Maria Viktoria X. Profess 18. Mai 1766. Subdiakon 15. Dezember 1768; Diakon 31. März 1770; Priester 22. Dezember 1771. Primiz 29. Dezember 1771.

 

Noch als Frater wurde er am 22. Oktober 1769 Lehrer für Orgelspiel und Gesang und am 21. Oktober 1771 Professor der Philosophie «pro scholaribus quatuor et uno e Scola dimisso, Adama nempe Bürcke von Rorschach». Am 20. Oktober 1773 hielt er eine philosophische Disputation ab. Am 11. Oktober 1776 begann er als Professor der Theologie den Unterricht. 1781 war er auch Unterpfarrer. Am 12. Juni 1780 begab er sich mit P. Pankraz zu einer Disputation nach Einsiedeln. Am 17. Oktober 1782 begleitete er mit P. Aemilian dessen Bruder, den Abt von Füssen, dorthin zurück. Am 13. Juni 1783 ging er nach Muri, um dort am Dienstag vor Fronleichnam die österreichische, lateinische und die deutsche Jahrzeitpredigt zu halten. Am 13. Mai 1784 wurde er auf sein Ansuchen als Theologieprofessor entlassen und ging am folgenden 20. Oktober nach St.Johann; dort war er 1787 Subprior. Neben P. Gerold, Pankraz und Ambros hatte er sich im Generalkapitel von 1787 «am meisten mit einer langen, groben, ehrenrürischen Rede an den laden gelegt, dem einige iunge Patres und fratres beygestimmt. Doch nachmittag ist P. Bernhard vom H. Decan eines besseren belehret worden, hat seinen Fehler weinend bekennt, bey mehreren, die ihm gefolget widerrufen und wird noch schriftlich wegen denen fratribus revociren.» Am 9. September 1789 wurde er Pfarrer in Altstätten. Er wurde am 7. Oktober 1796 Statthalter in St.Johann und starb am 16. Oktober 1802 als Pfarrer von Peterzell, wo er kurz vorher Pfarrer geworden. «Ein wahrer Religiose und sehr brauchbarer Mann; seine Frömmigkeit, Eifer und Demuth lassen für sein Heil alles Gute hoffen, allein der Verlurst dieses rechtschaffenen fällt schmerzlich.»[i]

 

Schriften:

 

a) Gedruckte:

 

1. Ecclesia Jesu Christi publice propugnata pro coronide I. anni Theologiae sub gratissimis auspiciis S. R. I. Principis ac DD. Bedae . . . praeside P. Bernardo Hannes ejusdem Monasterii Professo Capit. et Ss. Theologiae p. t. Professore ordinario, defendentibus Josepho Bloch, Ildephonso ab Arx, Geraldo Halter, Henrico Müller ibid. Professis et Victore Brunner ibid. Scolari die 1. Octobris 1777. Typis pr. mon. S. Galli. 4°, 7 S. – Stiftsarchiv St.Gallen, Band 2032 und R 29 F 4/5 (Grolig).

 

2. Positiones theologicae, dogmatico-morales pro coronide II. anni, quas defendent Columban Ferch, Blasius Müller et Hyacinthus Rütschi. Die (7. Mai) Aprilis (ist durchgestrichen). Anno MDCCLXXXIV. Typis pr. mon. S. Galli 4°, 10 S. – Zürich. Zentralbibliothek RRi 215 Adl. 23 (Grolig). P. Bernhard hielt noch Disputationen 1773, 1775, 1778, 1781 (ex jure), 1782.

 

b) Ungedruckte:

 

1. Ius Statutarium Vet. Territor. Monasterii S. Galli. Gesammelt 1780 von P. Bernhard Hannes in St.Johann (geschrieben von P. Ambros Epp). 3 Bände. Mscr. 1315 a, b, c, Papier 4°, 667, 669-846, 566 S. (Sch., p. 446).

 

2. Prospectus juris statutarii Toggenburgici. Statuta synodi seu Consistorii reformatae, religionis in Toggio. Syllabus Alphabeticus Ecclesiarum in quibus Principalis Monri S. Galli Abbas Beneficia confert de 1783. (Zum Gebrauch von P. Ambros Epp). Mscr. 1467. (592)

 

[i] Abt Pankraz, Diarium II, 239.


65. Pirmin Eigenmann

P. Pirmin (Josef) Eigenmann v. Waldkirch. Geboren am 30. Januar 1746. Eltern: Josef Eigenmann und Anna Maria Ziegler. Profess 18. Mai 1766; P. Dekan Aegidius nahm sie für den kranken Abt ab.[i] Subdiakon 15. Dezember 1768; Diakon 31. März 1770. Primiz 2. Juni 1771.

 

P. Pirmin wurde am 21. Oktober 1771 Lehrer der Poesie. Er begleitete den Abt am 20. August 1784 zu einem Examen nach Waldkirch: «bin auf Waldkirch cum P. Pirminio gefahren und dorten Vormittag Examini parvulorum ex Schola normali in Ecclesia habito interfui. Sie haben sich recht wohl gehalten.»[ii] 1791 war er immer noch Praezeptor an der Schule. Am 28. Oktober 1792 wurde er Brüderinstruktor, am 12. Juni 1796 dazu noch Bauherr. Am 4. Januar 1799 wurde er von St.Gallen deportiert, kam nach Mehrerau und wurde von dort mit P. Thomas nach dem Stifte Isny gesandt. Von dort begleitete er im Februar und März 1800 den Abt auf seiner Reise in Schwaben und Bayern, kehrte dann aber wieder nach Isny zurück; doch musste er Ende 1802 infolge der Säkularisation dieses Kloster verlassen, worauf er am 30. Oktober 1802 nach St.Gallen kam. Auf Empfehlung von Pater Ildephons hin ernannte ihn die Regierung am 13. August 1803 zum Beichtiger auf Berg Sion.[iii] 1805 finden wir ihn als Organist an der Stiftskirche in St.Gallen. Als er der Regierung die «Erklärung» unterzeichnet zustellte, bat er, ihn an diesem Posten belassen zu wollen. Er starb am 1. Oktober 1812 an Auszehrung und wurde in St.Fiden begraben, wo neben der Kirchentüre noch folgende Grabschrift an ihn erinnert: «Viro religiosissimo et Perdocto P. Pirminio Eigenmann Ord. S. Benedicti Sacerdoti, Qui Musices et Calligraphias Apprime peritus cum utriusque Artis usu actuque vitam ferme exegisset morti proximus id sibi reliquum censuit ut sederet solitarius et taceret. Thren. III. 26. Obiit Anno salutis MDCCCXII 1. Octobris Aetatis LXV R.I.P.».[iv] (593)

 

[i] Die Professformel findet sich doppelt; in der ersten wurde der Abt als Entgegennehmer der Profess bezeichnet, was in der zweiten korrigiert ist.

[ii] Abt Beda, Diarium III, 243.

[iii] K. A. R. 147, 2.

[iv] Die Inschrift wurde von L. Walder in St.Gallen auf eine Messingplatte gestochen; ich verdanke deren Kopie der Güte von Herrn Gerichtspräsident Dr. Müller in St. Fiden.


66. Pius Nieriker

P. Pius (Franz Adam Damian) Nieriker von Baden.Geboren am 13. November 1746 als Sohn des Mathias Melchior Nieriker und der Maria Barbara Buol. Profess 18. Mai 1766. Subdiakon 15. Dezember 1768; Diakon 31. März 1770. Primiz 9. Juni 1771.

 

Am 21. Oktober 1771 wurde P. Pius Lehrer der Syntax, kam aber schon am 28. Januar 1772 als Lehrer nach St.Johann. Vom 11. September 1776 bis 1781 versah er sodann die Pfarrei Hemberg (Rothenflue). Von da kam er 1781 nach Peterzell. Am 25. Juni 1785 wurde er zum Pfarrer von Rorschach bestimmt; er kam am 4. Juli von Peterzell her nach St.Gallen und trat dann seinen Posten an. Auf der grossen Engelweihe predigte er am 28. September 1788 in Einsiedeln. Am 28. Oktober 1792 suchte er, auf den Rat der Ärzte, die Bäder in seiner Vaterstadt auf. Am 26. Juni 1795 wurde er Statthalter in St.Gallen; er war der letzte Kapitular auf diesem Posten. Nach dem Umsturze finden wir ihn zunächst 1798 in St.Blasien, dann seit Oktober 1802 als Pfarrer in Peterzell (Rothenflue). Am 31. August 1803 wurde er Beichtiger im Prämonstratenserinnenkloster auf Berg Sion, wo er am 21. Dezemher 1813 starb.[i] (594)

 

[i] Von da ab fehlen die Professzettel, nur noch jene von P. Martin Gresser und Basil Renner finden sich vor.