Ulrich (I.)

Ulrich I

Nr. 22

 

Ulrich I.

 

regierte von Ende 984 bis zu seinem Tode, am 27. Januar 990.[i]

 

Von Ulrich wissen wir nur sehr wenig. Mit dem Hospitarius Uodalricus, der 956/57[ii] erwähnt wird, ist er wohl kaum identisch, da dieser doch etwas zu früh kommt. Ebenso lässt sich schwer bestimmen, welche der zahlreichen Eintragungen dieses Namens im Liber Promissionum auf ihn passt.

 

Seine Wahl erfolgte jedenfalls bald nach dem Tode Ymmos, also Ende 984 (6. Dezember?). Aus seiner Regierungszeit berichtet uns der unbekannte Chronist nur, dass er die Kapelle des hl. Grabes gebaut, sie mit Altären und Bildern reich geschmückt habe; ebenso habe er das von Ymmo hinterlassene goldene Antipendium vollendet. Sonst aber erfahren wir nichts. Urkundlich wird er überhaupt nicht erwähnt. Der Äbtekatalog sagt, er hätte fünf Jahre und acht Wochen regiert, was stimmen mag; denn er starb am 27. Januar[iii] des Jahres 990, wie die Annales Sang. maj. und ebenso die Einsiedler Annalen und Hermann der Lahme melden. Interessant ist, dass auch die Nekrologien von Mallersdorf[iv] und von St. Emmeram in Regensburg[v] auf den 27. Januar den Todestag dieses Abtes verzeichnet haben.[vi] Im gleichen Jahre, am 23. April 990, starb auch Ekkehard II., der Höfling geheissen, der berühmteste unter den Ekkehards, einst Lehrer der Herzogin Hadwig, der einige Zeit auch am Kaiserhofe sich aufhielt.[vii]


 

[i] Contin. Cas. c. 4; dazu Meyers Anmerkungen

[ii] W. III., Nr. 805

[iii] Obitus Uodalrici abbatis

[iv] Ulricus abb.

[v] Odalricus abb.

[vi] S. Baumann, M. G. Necrologia III., p. 261 u. 305

[vii] Vgl. Ekkehards Casus, wo er die am häufigsten genannte Persönlichkeit ist.