Professen unter Plazidus Pfister

1819-1838

 

1. P. Nikolaus v. Flüe (Josef Anton) Hoby von Ragnatsch bei Mels. Geboren 11. Oktober 1799. Profess 29. August 1819. Priester 15. März 1823. 1824 bis 1825 Pfarrer in Weisstannen. 1825-28 Pfarrer in Vättis. 1828, August, Pfarrer in Ragaz, wo er 1844, 3. September, starb. P. Nikolaus gehörte zu den besten Mitgliedern zur Zeit der Aufhebung und erfreute sich darum auch eines großen Ansehens. (158)

 

 

2. P. Beat (Andreas Josef) Matter von Escholzmatt. Geboren 16. Dezember 1799 in Solothurn. Er war Sängerknabe im Kloster Muri. Profess 29. August 1819. Priester 15.März 1823. 1823-24 und 1827-28 Pfarrer in Pfäfers. 1824-27 Pfarrer in Vilters. 1829 ist er Lehenpropst und Statthalter in Pfäfers. 1833 wird er Pfarrer in Wallenstadt, wo er bis zu seiner Resignation, 7. Dezember 1849, blieb. Am 10. Februar 1850 hielt er zum letzten Mal Gottesdienst in Wallenstadt, ging dann zuerst nach Schännis und übernahm später die Pfarrei Maseltrangen, wo er den Hochaltar und die Orgel neu erstellen liess und sich sonst um die Kirche und Schule verdient machte. Er starb in Maseltrangen am 18. Januar 1872.

 

Schriften:

Diarium 1828-1831. Nr. 98 des Pf. A., 116 S. (159)

 

 

3. P. Karl (Meinrad) Ochsner von Einsiedeln. Geboren 11. Oktober 1801. Eltern: Josef Adelrich und M. Barbara Steinauer. Er besuchte das Gymnasium in Einsiedeln, die Rhetorik absolvierte er in Fischingen. Profess in Pfäfers 15. Oktober 1820. Priester 15. Juli 1824. Zuerst während fünf Jahren Praeceptor und Novizenmeister. November 1828 bis 1829 Pfarrer in Pfäfers. November 1829-1839 Pfarrer und Schulinspektor in Vilters. 1839 wird er Vikar in Waagen, um dann 13 Jahre in St.Gallenkappel als Vikar sich besonders um Schule und Musik verdient zu machen. 1858, 7. März, kommt er als Vikar nach Tuggen, wo er am 27. November 1859 stirbt und im Chor der dortigen Kirche begraben wird. Der Eintrag seines Todes findet sich im Nekrolog des Stiftes Einsiedeln, wo das Andenken an diesen wirklich treuen Benediktiner noch in Ehren gehalten wird. – P. Karl hatte gegen die Aufhebung des Klosters schon am 9. Januar 1838 im entscheidenden Kapitel mündlich und hierauf am 13. Februar schriftlich an Abt und Kapitel und am 20. Februar an den katholischen Grossen Rat protestiert. Auch weigerte er sich, die ihm von der Regierung am 1. Mai vorgelegte Erklärung, worin er auf jeden weitern Einspruch gegen die Aufhebung verzichten sollte, zu unterzeichnen. Als man ihm klar machte, dass diese Erklärung nichts enthalte, was sein Gewissen belaste, sondern dass man nur seine bürgerliche Unterwerfung verlange, unterzeichnete er und hoffte, den übrigen gleichgestellt zu werden. Aber erst nachdem er am 19. November 1838 seinen Protest zurückzog, erhielt er auch durch Beschluss des Kl. Rates vom 27. Dezember 1838 die Pension, die Aussteuer aber hatte er verwirkt. P. Karl stiftete eine Jahrzeit an der Kaplanei in Tuggen. Ein Bruder war P. Meinrad Ochsner, Kapuziner. (160)

 

 

4. Br. Flavian (Jakob) Grütter von Thal, Pfarrei Andwil. Geboren 28. Oktober 1783. Profess 15. Oktober 1820. Er war Unterkustos und Konventbruder. Nach der Aufhebung kam er ins Kloster Weesen, dann nach Uznach, wo er bis zu seinem Tode, 3. Februar 1860, ein frommes Leben führte. Er stiftete eine Jahrzeit. (161)

 

 

5. Br. Anton Ruegg von Ernetschwil, Gemeinde Uznach. Geboren 10. August 1790. Profess 25. März 1822. War Schneider und Konventbruder. Nach der Aufhebung begleitete er Abt Plazidus nach Altstätten, wo er ihm bis zu dessen Tode 1846 diente; dann lebte er weiter im Kloster zu Altstätten bis zu seinem Tode, 16. Dezember 1850, und wurde neben seinem Abte begraben. (162)

 

 

6. P. Hieronymus (Johann) Witta von Uznach. Geboren 3. Januar 1802. Eltern: Damian Josef Vinzenz und Rosa Schantung. Profess 8. Dezember 1822. Priester 18. September 1824. 1824-27 Pfarrer in Valens. 1828/30 Pfarrer in Vilters. 1829, 23. November, Subprior. 1831, 12. April, Praeceptor. 1831 bis 1838 Pfarrer in Pfäfers. Bei der Aufhebung verhielt er sich mehr passiv, wenn er auch eher zur Aufhebung neigte. 1839. 8. November, ersuchte ihn eine Deputation von Schmerikon, dort die Stelle eines Frühmessers anzunehmen, aber die Einkünfte von 140 fl. der Gemeinde zu überlassen, damit daraus der Schulfonds geäufnet und aus der Halbjahres- eine Jahresschule errichtet werden könne. Er sagte zu unter der Bedingung, dass die Regierung ihm die volle Pension auszahle, was auch geschah. Seine Papiere übersandte er am 28. April 1868 Abt Heinrich von Einsiedeln, wobei sich einige Notizen von ihm über die Aufhebung und die letzten Kapitularen finden. Gest. 26. Dezember 1869. (163)

 

 

7. P. Gregor (Johann) Göldi von Rüti im Rheintal. Geboren 11. Juli 1800. Profess 8. Dezember 1822. Priester 18. September 1824. 1827-28 Pfarrer in Weisstannen und wiederum vom November 1829-1844. Hierauf übernahm er auf Ansuchen seiner Heimatgemeinde die Frühmesserpfründe daselbst. Er starb als der letzte Pfäferser Konventuale in Rüti am 8. Oktober 1885, nachdem man ihm seine Pension 1869 auf 1800, später auf 2000, 1881 auf 2200 Fr. erhöht hatte. (164)

 

 

8. P. Ambros (Severin) Bumbacher von Neuheim. Geboren 30. März 1803. Studierte in Freiburg. Profess 8. Dezember 1822. Priester 2. April 1826 in Chur. 1828-29 Pfarrer in Valens. 1829, November, bis 1831 in Pfäfers, dann Subprior und Praeceptor. 1832-39 Pfarrer in Vättis. Als Rom nach der Aufhebung die Säkularisation verweigerte, erhob er am 7. April 1838 Protest bei der Regierung, was zur Folge hat, dass ihm die Pension gesperrt wurde. Schon am 19. April nahm er den Protest zurück, worauf er die Pension erhielt, die ihm 1869 auf 1800 Fr. erhöht wurde. Am 15. Januar 1839 kam Pfarrer Zoller nach Vättis und P. Ambros ging nach dem Kloster Marienberg, wo er als Kostgänger bleiben wollte. Später übersiedelte er für 15 Jahre zu den Klosterfrauen in Wil, ging dann, etwas unbeständiger Natur, nach Einsiedeln, von dort nach Mariastein. Dann übernahm er das Vikariat in Herdern (1859), ging nach dem Tode des dortigen Pfarrers als Frührnesser nach Giswil (1864), wo er am 12. Mai 1879 starb. (165)

 

 

9. P. Gall (Josef) Wismann von St.Gallenkappel. Geboren 30. Januar 1798. Profess 26. Dezember 1825. Priester 10. September 1826. 1827-28 Pfarrer in Valens, 1828-32 in Vättis, dann Küchenmeister. Nach der Aufhebung des Klosters, der gegenüber er sich mehr gleichgültig verhielt, übernahm er die Frühmesserei in Rüeterswil, wo er am 30.  November 1875 starb. (166)

 

 

10. P. Maurus (Franz Xaver) Ritzinger von Baden-Baden. Geboren 3. Dezember 1799. Profess 8. Oktober 1826. Priester 9. September 1827. 1828 bis 1829 Pfarrer in Weisstannen, 1829, November, bis 1838 in Valens. Nach der Auflösung des Klosters ging er zuerst in seine Heimat, kam dann wieder in die Schweiz, lebte einige Zeit als Vikar in Waagen und Weesen und wanderte dann nach Amerika aus. Hier laisierte er sich und lebte als Arzt in Chicago. Er heiratete und hinterließ bei seinem Tode, 25. Juni 1875, seine Frau und eine Tochter, welche die rückständige Pension für das letzte Jahr in St.Gallen reklamierten.[i] (167)

 

 

11. P. Plazidus (Franz) Huber von Wallenstadt. Geboren 9. Januar 1805. Das Gymnasium besuchte er in Einsiedeln, die Philosophie in Freiburg. Profess 8. Oktober 1826. Er war zuerst Professor. 1829 ist er Kapitelssekretär. 1831, 12. April, Subprior. 1834 ist er Statthalter in Pfäfers. Am 22. August 1837 wird er Archivar. Am 1. Juli 1839 trat er die Stelle eines Zuchthausgeistlichen zu St. Jakob in St.Gallen an, wo er bis zum September 1845 blieb. Vom Oktober 1845 bis 1862 ist er Pfarrer in Quarten. Am 9. August 1862 reicht er seine Resignation ein. Er ging dann als Frühmesser nach Ragaz, wo er zugleich Schulpräsident war. Er starb am 10. Februar 1865 an einem Blutsturz und hinterließ seinen Erben, wie P. Hieronymus Witta schreibt, ein beträchtliches Vermögen. In Quarten baute er die neue Kirche. Über seinen Tod schrieb P. Josef Eisenring der Regierung (11. Februar 1865): «Einer der ausgezeichnetsten Conventualen unseres Klosters – Hr. Plazidus Huber – ist gestern gerade im 60sten Altersjahre an einem Blutsturz gestorben. Nicht nur in Ragaz, in Wallenstadt, im ganzen Sarganserlande ist über den Verlust dieses jovialen und geschickten Mannes und angenehmen Gesellschafters, sondern im Canton bei 1000 Freunden und Bekannten die größte Trauer. Kein noch lebender Mitbruder wird sich bei dieser unerwarteten Todeskunde des Lieblings, der Tränen enthalten können. – In den letzten Zeiten des Klosters war er die rechte Hand des Abtes und musste deshalb mit etwelchen Opponenten in Konflikt kommen; nach der Auflösung schrieb er an einen Gegner: der Status ab ante soll wieder eintreten. Nach derselben war nur Liebe und innige Herzlichkeit mit allen Religiosen. Sit illi terra levis.» (168)

 

 

12. P. Beda (Johann Baptist) Blattmann von Oberägeri. Geboren 16. Januar 1808. Eltern: Altlandvogt Johann Baptist und Elisabeth Kälin; ein Neffe des Dekan Blattmann in Bernhardzell. Profess 18. Oktober 1831. Priester 16. Juli 1832. Lehrer der Musik, Organist und Kapellmeister 12. April 1831. Als das Kloster 1835 einen weltlichen Administrator erhielt, wurde P. Beda dessen Sekretär. Der Aufhebung war er günstig gesinnt, wenn er auch nicht gerade direkt mitwirkte. Nach der Aufhebung zog er zuerst als Musiklehrer nach Baden-Baden, lebte dann viele Jahre als solcher in Zürich. Wieweit er noch seinen priesterlichen Verpflichtungen nachkam, wissen wir nicht; er starb aber im Frieden mit der Kirche am Nervenfieber am 6. Dezember 1865. (169)

 

 

13. P. Aloys (Nikolaus) Zwyssig von Bauen. Geboren 15. Februar 1810. Profess 14. Oktober 1829. Priester 21. September 1833. Er war Lehrer der Musik und an der Schule. Am 22. August 1837 wird er mit P. Augustin mit der Ordnung der Bibliothek betraut. P. Aloys protestierte gegen die Aufhebung des Klosters und erhielt darum weder Aussteuer noch Pension. Er weigerte sich auch, den verlangten Revers zu unterzeichnen, weshalb die Regierung am 11. April seine Ausweisung aus dem Kanton verfügte. Es erfolgte ein Aufschub; als er aber am 5. Juni seinen Protest erneuerte, ward am 9. Juni, der schon am 25. Mai wieder erfolgte Ausweisebefehl nochmals erneuert. Als er am 6. Juli wieder nach Flums kam, erhielt er strikten Befehl, innerhalb dreier Tage das Land zu verlassen. Für ihn verwandte sich am 21. März 1839 die Urner Regierung, um die Pension erhältlich zu machen. St.Gallen verharrte auf der Forderung, dass er den Revers unterzeichne, durch den er jede Ansprüche auf Wiederherstellung des Klosters aufgebe, und wies darum seine wiederholten Bitten, sowie die der Urner Regierung ab. Im November 1841 wurde ihm die Pension bewilligt, nachdem er sich zur Unterzeichnung einer etwas modifizierten Erklärung verstanden hatte. 1863 wurde die Pension auf 1500 Franken erhöht. P. Aloys lebte zuerst in seiner Heimat, übernahm dann 1843 im St. Annakloster in Luzern die Stelle eines Kaplans, wo er bis zu seinem Tode lebte. Er starb am 24. August 1878. Ein Bruder von ihm war P. Gerold in Muri, ein anderer P. Alberich in Wettingen.

Schriften:

«Er hat vieles diktiert und geschrieben, sowohl für das Kloster, als auch für die Orgel.» (Klosterchronik von Sankt Anna.) (170)

 

 

14. P. Augustin (Johann) Kohler von Vättis, Bruder des P. Pirmin. Geboren ? Profess 21. November 1830. War Praeceptor und Professor, ein guter Lateiner. 1831, 12. April, wird er Kapitelssekretär, welches Amt er bis zum Schlusse beibehielt. Am 22. August 1837 wird er mit P. Aloys mit der Ordnung der Bibliothek betraut. Er selber zählte zu den wenigen guten Elementen. Nach der Aufhebung ging er zu seinem Bruder P. Pirmin, Pfarrer in Quarten, bei dem er am 1. Mai 1840 an der Auszehrung starb. Er war der letzte Professe von Pfäfers. (171)



[i] Akten im Kantonsarchiv St.Gallen.