
Professen unter Justus Zink
1645-1677
1. Br. Andreas Repennick von Schmidtfeld (Obersteiermark). Profess 1. Januar 1648. Gest. 3. Dezember 1670. (62)
2. P. Anton Langenstein von Stans. Profess 13. November 1649. 1657-60 Pfarrer in Valens. 1661 ist er Statthalter; 1662 kommt er, da ein unruhiger Geist, nach Rheinau, wo er bis 1665 bleibt; während der Kriegsunruhen floh er 1664 mit· einigen Rheinauer Konventualen nach St.Blasien. 1665-67 ist er wiederum Pfarrer in Valens. 1677, 29. März, wird er Kapitelssekretär. Von 1677 bis 1679, 9. November, ist er Pfarrer in Vättis. Er musste von diesem Posten auf Klage der bischöflichen Visitatoren hin abberufen werden, weil er die Christenlehre sehr schlecht erteilte. 1671 erscheint er vorübergehend als Pfarrer von Quarten, wohl als Stellvertreter von P. Pirmin Gallatin. 1683 hält er sich in St.Gerold auf (während der Union von Pfäfers mit Einsiedeln). Er starb am 24. August 1692, als Senior des Klosters, 68 Jahre alt, im 40. Jahre seines Priestertums. (63)
3. P. Benedikt Schmon von Mels. Profess 1. Mai 1651. Diakon 8. März 1659. Für die Priesterweihe, die ihm am 18. September 1660 Bischof Alexander von Bobbio in Mailand erteilte, stellte ihm der Bischof von Chur schon am 19. November 1659 die Dimissioralen aus. Er starb bereits am 1. Dezember 1663. (64)
4. Fr. Johann Baptist Heinrich von Ägeri. Geboren am 5. Februar 1643 als Sohn des Landvogtes Josue Heinrich. Profess 30. Mai 1660. Er war Subdiakon und ertrank am 3. August 1666, während er in Einsiedeln Theologie studierte, beim Baden in der Sihl «in einem gunten».[i] 27). Er wurde in Einsiedeln bei der Gnadenkapelle begraben. (65)
5. P. Plazidus Wolff von Untervaz. Eltern: Georg Wolff und Elisabeth Ohrter. Profess 11. März 1663. Diakon 21. September 1666; Priester 5. März 1667. 1673-77 Pfarrer in Vättis. 1677, 29. März, Pfarrer in Quarten, doch nur kurz. 1679, 9. November, Statthalter. Wegen seiner schlechten Verwaltung wurde er auf Rat der Visitatoren von diesem Posten entfernt, sowie des Stimmrechtes auf zwei Jahre beraubt. 1680 macht er sich als Aufseher über die Arbeiten bei den verschütteten Thermen so verdient, dass ihm am 2. Dezember dieses Jahres das Stimmrecht wieder verliehen wurde. 1680-82 Pfarrer in Pfäfers. 1684, 24. März, Statthalter in Pfäfers. 1688, 5. November, Pfarrer in Quarten bis 1694, 27. November. Infolge eines sittlichen Fehltrittes wurde er abberufen, eingesperrt und zu längerer Busse verurteilt. 1700, 15. Januar, Gartenmeister. Er starb am 16. September 1714 im Alter von 75 Jahren. (66)
6. P. Pirmin (Balthasar) Gallatin von Glarus. Eltern: Landschreiber Josef Balthasar und Verena Freuler. Geboren 1643. Profess 11. April 1661. Diakon 21. September 1666 in Luzern durch Nuntius Ubaldus, ebendaselbst Priester 24. September 1667. 1669 Pfarrer in Valens; 1670 Pfarrer in Quarten. 1677, 29. März, Statthalter, Kellermeister und Küchenmeister in Pfäfers; er versah bis dahin die Pfarrei Quarten. Er war aber nur einige Monate Statthalter und übernahm dann wiederum die Pfarrei Quarten. 1682, 8. Mai bis 28. Juli, Pfarrer in Ragaz, dann wieder, Statthalter und Küchenmeister. 1682, 7. November, wieder Pfarrer in Quarten. Als Pfarrer von Quarten machte er sich eines Vergehens schuldig und wurde deshalb am 3. April 1683 zu Exerzitien heimberufen. In der Nacht floh er durch ein Fenster und ging nach Zürich. Die Bitten seines Vetters, des Präfekten Gallatin, vermochten ihn nach acht Tagen umzustimmen, so dass er Zürich verliess. Er ging nach Einsiedeln und tat dort bis zu seinem Tode Busse für seinen Fehltritt. Er suchte sich hier nützlich zu machen durch das Abschreiben von Büchern (s. u.). Er starb am 8. April 1691 und wurde seinem Wunsche gemäss im Grabe seines Mitbruders Fr. Johann Baptist Heinrich bei der Gnadenkapelle beigesetzt.
Schriften:
Missae votivae de B. V. Maria (sogen. Frühamtbuch). P. Pirmin schrieb es ungefähr bis zur Hälfte, worauf es P. Roman Düggelin am 14. September 1692 vollendete. Manuskriptensammlung Einsiedeln. Mskr. 11. Imperialfolio, 206 S. (67)
7. P. Fintan Lienhardt von Einsiedeln. Das Geburtsdatum ist nicht zu ermitteln; der Vater hiess Meinrad Lienhardt, gen. Küeferli. Profess 21. März 1673. Minores und Subdiakonat 4. April 1667; Diakon 3.April 1677; Priester 17.April 1677. Seine Primiz feierte er am 25. April in Einsiedeln, wobei P. Gregor Hüsser, Propst in Fahr, geistlicher Vater war und P. Josef Dietrich predigte. 1677, 29. März, Vize-Küchen- und Kellermeister. 1679-80 und 1683-88 Pfarrer in Valens. 1680, 27. September, Pfarrer von Ragaz. 1682, im Mai, kehrt er ins Stift als Küchenmeister zurück. 1682, 28. Juli bis 18. Oktober, versieht er die Pfarrei Ragaz. 1682, 7. November, wird er für die Besitzungen in Ragaz als Statthalter aufgestellt, weil der von Pfäfers nicht mehr allem vorstehen konnte. 1684, 18. Februar, Praezeptor. 1684, 23. Juni, ad interim Pfarrer von Ragaz. 1688, 5. November, wird ihm die Pfarrei Valens abgenommen, damit er sich eher der Ökonomie in Ragaz widmen kann. 1691, 27. Januar, erhält er zudem noch die Statthalterstelle in Pfäfers. 1697-99 ist er Pfarrer von Vättis. 1700, 15. Januar, wird ihm die Statthalterei Pfäfers abgenommen, doch behält er jene von Ragaz. Mit P. Paul, später mit P. Josef, versieht er die Pfarrei Vättis. 1703, 24. März, Pfarrer in Valens bis 1705; laut einer Bemerkung von seiner Hand im Taufbuch hatte er innert sechs Monaten 117 Taufen (soll wohl heissen 17!) vorzunehmen. 1706, 12. Juni, bestellt ihn Abt Bonifaz im Verein mit P. Bonifaz Zur Gilgen zum Administrator der Güter des Gotteshauses. 1713-15 Pfarrer in Valens. Er starb am 2. Februar 1715, an dem Tage, da er einst ins Kloster kam. «Obiit Oeconomus 25 annorum cum summa totius populi ac DD. Confratrum tristitia ac moerore. Sub ejus directione et industria aedificatae sunt aedes Thermarum, Ecclesia in Valens, Capella in Vasön, domus cum in Aula Ragazensi».[ii]
Schriften:
1. Urbarium der lieben Heiligen Gottes S. Lienhard under Ragatz und S. Joseph Capellen. 2. Item auch des heiligen Ritters sant Jörgen under Pfeffers. 3. Weiters das einkommen der Kirchen sant margrethenauff dem berg. Ernüwert 1700 per me P. Fintanum Lienhard Monachum Fabariensem. Nr. 60 des Pf. A., Pap. schmal Fol., 85 Bll. (Urbarien dieser Kapellen finden sich auch in Nr. 61: Urbar der Kapelle von St.Georg und St.Margrethen von 1715 (2 Bll. 27 S. 2 Bll.) und in Nr. 62: Urbar der Kapellen S. Georg, S. Margrethen, S. Joseph von 1766 (49 Bll.).
2 Alpen Zinse. Rodel des Gottshaus Pfeffers, darinn verzeichnet, was in des Gigers Wald, gelben Berg, schreyen, Hindern und vodern Ebne, Tristel und Sardona gealpet und gesümeret worden von anno 1691 und nachfolgente Jahr. Per me P. Fintanum Lienhard, monachum Fabariensem 169, Nr. 67. Pap. 4 0, 150 Bll.
3. Bauw Rodel, darinn verzeichnet, was sub Bonifacio .... Principe Secundo .... zu Pfeffers vnd anderweitig ist gemacht worden. Item werden gstelt einige Bäu, welche sub Bonifacio Pr. primo angefangen und sub Secundo sind geendet vnd volzogen worden dirigente aedificia P. Fintano Lienhard monacho Fabariensi et oeconomo. Nr. 74, Pap. Fol. 53 Bll. von Mehrern (reicht von 1703-44). (68)
8. P. Benedikt Closer von Hardt bei Bregenz. Profess 21. März 1673. Minores und Subdiakonat 4. April 1676; Diakon 3. April 1677; Priester 1. April 1679. 1677, 29. März, als Frater Chori Praefectus und zweiter Custos. 1679, 9. November, Statthalter bis 23. Oktober 1680. 1683-84 weilt er in der zu Einsiedeln gehörenden Propstei Bellenz. 1684 Professor der Theologie. 1690, 1. Dezember, wird er Subprior, nachdem seit drei Jahren und vier Monaten dieser Posten unbesetzt geblieben war. Vorher war P. Benedikt Instruktor der Laienbrüder. 1692 erbittet ihn der Bischof von Chur als Reformator des Klosters Münster. 1692, 12. September, bis 1699, 24. Juni, Dekan, dann bis 1706 (?) Pfarrer in Quarten. Von 1702 bis 1722 war er Kanzler des Bischofs Ulrich VII. Federspiel (1692-1728) von Chur. Diesen Beziehungen zu Chur hatte P. Benedikt es wohl zu verdanken, dass er durch Breve von Rom aus zum Abt (der seit 1555 St.Gallen inkorporierten) Abtei St.Johann im Thurtal ernannt wurde. Er nahm aber klugerweise diese Würde nicht an, denn, wie begreiflich, war in St.Gallen die Aufregung über einen solchen Schritt sehr gross.[iii] «Benedictus Closer, Brigantino-Hardensis, Senior, olim antea quoque Subprior et Decanus tum demum usque ad finem vitae suae 20 Annis Cancellarius Ep. Curiensis Vdalrici de Federspiel meritissimus Ao Dni 1722 aetatis suae 68, Professionis 49, Sacerdotii 43. Duabus vicibus ut orator disertissimus fuit Romam missus, et bis Viennam. Prima vice 1696 fuit missus a Leopoldo I. Imperatore Augustissimo in causa Immaculatae Conceptionis B. V. Mariae, qua occasione obtinuit confirmationem regalium. 2da vice a tota Ven. Congregatione Helveto-Benedictina Ao 1697 in causa Exactionum saecularium, 2da vice fuit missus Viennam in nomine Episcopi Curiensis et totius Communitatis catholicae Rhetiae in causa religionis qua occasione obtinuit quoque confirmationem regalium ab Imperatore Josepo I. pro Illmo Principe Bonifacio 2do Ao 1709. MorItVr DoCtVs Vt nesCIVs. Eccl. 2.» Er starb am 19.0ktober 1722.
Schriften:
Centrum Dedicationis Angelicae Maria Centrum Thaumaturgae Einsidlensis Miserieordia. 11. Engelweihepredigt 1704. Gedruckt in Laus et Jubi1atio Christo Sacerdoti Magno nec non ejusdem Virgini Matri Thaumaturgae etc. Gedruckt in dem Fürstlichen Gottshaus Einsidlen. Durch Adam Rupert Schädler. Anno 1711. S. 179-202. (Stiftsbibliothek Einsiedeln X 326.) Ein Schreiben Kaiser Joseph I. an den Bischof von Chur über die Sendung des Kanzlers Benedict Closer nach Wien, vom 3. August 1709, s. Pf. U.A. Nr. 1662. Closer wurde vom Bischof an den Kaiserhof gesandt, um dort über die der Religion drohenden Gefahren zu berichten. (69)
9. P. Maurus Hartmann von Luzern. Profess 21. März 1673. Minores und Subdiakonat 21. März 1676. Diakonat 3. April 1677; Priester 1. April 1679. 1677, 29. März, als Frater Lehrer an der Klosterschule, anfangs 1678 Kustos. 1679, 9. November, Pfarrer von Vättis. 1682-95(?) Pfarrer in Pfäfers. 1683-88 Pfarrer in Quarten. 1688, 5. November, Lehrer der Syntax. 1689, 23. September, bis 1694, 27. November, Kellermeister. 1695 bis 1702 abwechselnd mit P. Bonifaz Zur Gilgen Pfarrer von Valens. 1699 Pfarrer in Vättis. 1700, 15. Januar, Statthalter. 1701-06 Pfarrer in Pfäfers. 1706, 9. Oktober, bis 1718, 17. Dezember, Subprior; daneben Brüderinstruktor. 1717, 22. Mai, mit P. Johann Bapt. Pfarrer von Vättis (alias seit 1709 ?). 1722 ist er Kellermeister. Er starb am 24. Mai 1724, 70 Jahre alt, vom Schlage getroffen, im Bade Pfäfers als Senior des Klosters. (70)
10. P. Hieronymus Hegner von Lachen. Profess 16. April 1675. Subdiakon 24. September 1678; Diakon 1. April 1679; Priester 22. September 1680. Gest. 22. März 1696, 40 Jahre alt. (71)
11. P. Gregor Signer von Appenzell. Profess 16. April 1675. Subdiakon 24. September 1678; Diakon 1. April 1679; Priester 21. September 1680. 1681, 7. November, wird er, nachdem er zweieinhalb Jahre Praeceptor und Moderator war, da er allzu grausam mit den Schülern verfuhr, bestraft. 1682, 16. Oktober, Kapitelssekretär. 1684, 18. Februar, bis 1686 Pfarrer in Vättis. 1685, 30. Juni, Moderator und Instruktor der Schüler, bis dahin auch Kellermeister. 1688, 5. November, Statthalter (homo per omnia sedulus et quod potissimum bonus religiosus) bis 1691, 27. Januar, dann Pfarrer in Vättis (bis 22. Oktober 1694) und Lehrer der Humanität. 1692, 22. Dezember (alias 12. September), wird er Subprior; dazu 1694, 22. Oktober, Novizenmeister. 1694, 27. November, Kapitelssekretär. 1700, 15. Januar, Dekan bis 1706, 29. September, dann Pfarrer in Quarten, bis 1708, 22. September, sodann Pfarrer in Pfäfers und Novizenmeister. 1712-16 zum zweiten Mal Pfarrer in Quarten. 1718, 17. Dezember, wiederum Subprior und Brüderinstruktor. Er starb am 28. Dezember 1726, 71 Jahre alt. (72)
12. P. Augustin Reding (Josef Martin) von Schwyz. Geboren 15. Januar 1657. Sohn des Konrad Heinrich Reding und der Anna Margaretha Bellmont.[iv] Profess 16. April 1675. Subdiakon 21. September 1680; Diakon 21. Februar 1682. Er kam als Frater am 25. April 1682 nach Einsiedeln, um dort seine Studien fortzusetzen. Am 20. Mai 1682 empfing er in Konstanz die Priesterweihe und feierte am 31. Mai in Einsiedeln seine Primiz. Er blieb zunächst noch zur Fortsetzung seiner Studien in Einsiedeln, wo er am 4. Dezember 1682, zufolge der Vereinigung seines Klosters mit dem von Einsiedeln, das aktive Stimmrecht erhielt. 1694, 22. Oktober, Pfarrer in Vättis. 1697, 15. November, bis 1700, 15. Januar, Pfarrer in Quarten, dann Subprior und Pfarrer von Pfäfers bis 1707, 9. Februar, wo er Pfarrer von Vättis und Cellerar wird (nach dem Pfäferser Pfarrerverzeichnis war er nur bis 1701 Pfarrer von Pfäfers). 1707, November, Kaplan in Wallenstadt. 1709-13 Pfarrer in Valens. 1717, 8. Januar, bis 17. Dezember 1718 Cellerar. Gest. am 28. Februar 1723, im 40. Jahre des Priestertums (Hectica laborans). (73)
13. P. Ambros (Johann Peter) Rotenflüe von Rapperswil. Geboren 27. März 1642. Eltern: Ratsherr Baltasar und Maria Sibylla Breni. Er studierte in Freiburg i. Ue., wo er während fünf Jahren Mitglied der Kongregation war. Minores 19. März; Subdiakon 20. März 1666; Diakon 10. April 1666; Priester 24. April 1666. 1666, 8. Juli, bestellt ihn Abt Plazidus von Einsiedeln als Kaplan von Oberkirch (Kaltbrunn). 1669, 9. März, erhält er die Cura als Pfarrer von Busskirch. Profess in Pfäfers 16. April 1675. 1677, 29. März, wird er Pfarrer und Custos in Pfäfers. Von 1680, 27. September, bis 1682 ist er Pfarrer in Valens, zugleich Küchenmeister. 1682, 8. Mai, wieder Pfarrer in Quarten, 1682, 7. November, Statthalter und Küchenmeister in Pfäfers. 1686, 2. März, wird er, nachdem er kurz zuvor als Pfarrer von Wallenstadt zurückberufen worden war, Kellermeister und Pfarrer von Pfäfers. 1688, 8. Oktober, stirbt er als Pfarrer von Quarten eines plötzlichen Todes. Begraben vor dem St. Fridolinsaltar in Quarten. (74)
[i] Billeter Chronik.
[ii] Nekrologium.
[iii] Vgl. Diarium Abbatis Josephi a Rudolfis zum 26. Mai 1718 (I. p. 91) ff.
[iv] Gütige Mitteilung von Herrn Oberst Rudolf von Reding; im Familienregister wird sein Todestag irrtümlicherweise auf den 20. Juni 1695 angegeben.