Professen unter Bonifaz Tschupp

1677-1706

 

1. P. Josef (Florian) Zum Brunnen von Altdorf. Sohn des Landschreibers Josue Zum Brunnen. Profess 13. November 1678. Subdiakon 13. März 1683; Diakon 23. Juli 1684; Priester 11. Juni 1685. 1685, 15. September, Pfarrer in Vättis. 1688, 3. Januar, Moderator der Laienbrüder; 1688, 5. November, Kapitelssekretär; am gleichen Tag wird ihm die Pfarrei Vättis abgenommen, damit er umso besser seinem Amte obliegen könne. 1692, 12.  September, Novizenmeister; 1694, 27. November, Pfarrer in Quarten; 1697, 15.  November, bis 1699 Pfarrer in Pfäfers und Kellermeister; 1698, 20. Dezember, Praeceptor und Moderator. 1703, 24. März, Pfarrer von Vättis, nachdem er diese Pfarrei schon vorher gemeinsam mit anderen versehen. 1706, 20. November, Küchenmeister. 1717, 20. Februar, wiederum Kapitelssekretär. Gest. am 12. Februar 1727, 60 Jahre alt. (75)

 

 

2. P. Bernhard (Heinrich) Müller von Zug. Vater: Säckelmeister Damian Müller. Profess 13. November 1678. 1679, 7. April, beschloss das Kapitel, dass er wegen eines vor der Profess verheimlichten körperlichen Fehlers zu entlassen sei. Fr. Bernhard erhielt Empfehlungsschreiben an die Klöster der Kongregation. Zuerst weilte er daheim, dann in Muri, Einsiedeln, Disentis, anfangs 1680 wieder in Einsiedeln. Am 16. Januar 1680 erfolgte in Pfäfers seine definitive Entlassung, worauf man ihm in Einsiedeln am 26. Januar, aus Güte und Mitleid und weil man fand, er sei in Pfäfers doch zu rasch entlassen worden, Aufnahme gewährte. Er war in Einsiedeln in der Seelsorge tätig und starb am 29. April 1691. (76)

 

 

3. Br. Nikolaus (Wilhelm) Mock von Beromünster. Profess 23. April 1679. 1682, 8. Mai bis 23. September, war er Koch des Pfarrers und Statthalters in Ragaz. Gest. 21. Februar 1727, 74 Jahre alt. (77)

 

 

4. Gerold (Johann Rudolf) Schwitter (Suiter) von Lachen. Profess 1. November 1679. Subdiakon 21. Februar 1682; Diakon 13. März 1683; Priester 23. Juli 1684. 18. Februar 1684 Praefectus Chori; 1685, 30. Juni, bis 1697, 15. November, Kellermeister. 1685, 15. September, bis 1686, 2. März, Archivar, mit dem Auftrag, das Archiv zu registrieren. 42 Jahre lang, bis 1726, bekleidete er dieses Amt. 1704 war er kurz Pfarrer in Valens «Vir valde laboriosus». Er starb am 3. Dezember 1727 an einem Schlag.

 

Schriften:

1. Gerold schrieb 1696 seine Chronica fabariensis, die bis 1677 reicht (Manuskript von 720 Seiten in Folio) und die, nach Art der alten Croniken abgefasst, neben der Klostergeschichte sehr weitläufig auch die Welt- und Zeitgeschichte berücksichtigt. (Nr. 107 des Pf. A.; auf der Innenseite des Deckels findet sich das flottgezeichnete, kolorierte Wappen P. Gerolds.)

2. Die Chronik wurde von P. Gerold selber in einem kleinern Bande fortgeführt, später von andern kurz fortgesetzt. Nr. 108, 44 Bll, von 1702-24 reichend.

3. Necrologium a me P. Geroldo compilatum et collectum Ao 1697, Nr. 3 des Pf. B.A. Pap. Folio, 94 Bll. und 16 Bll. Indices.

4. Regesten. Nr. 19 des Pf. B.A. Extractus Jurium et Antiquitatum ex libro Viventium sic dicto. Pap. Fol., 116 S., von 1696. – Nr. 20, Testimoniales, Ordinationes, Vota etc. Pap. Fol., 242 S. – Nr. 21. Varia. Pap. Fol., 202 S.

5. Rechtsame des Stiftes. Pf. B.A. Nr. 31. Pap. Fol., 169 S. (von 1702).

6. Verzeichnis aller Schupflehen. Pf. B.A. Nr. 57. Pap. Fol., 106 Bll.

7. Von der Affection und Lieb gegen der allerheiligsten und Vnbeflecktesten Jungfrawen Maria Muter des vermenschten Sohns Gottes Jesu Christi….. Anfänglich in spanischer Sprach beschrieben von R. P. Eusebio Nürenbergio S. J., nachmals in die Italienische übersetzt worden. Jezund aber zur Vermehrung der Lieb und affection gegen diese allersel. Jungfraw in die Teutsche Sprach vertiert worden von R. P. Geroldo Sweiter Conventualen des Freyen Fürstl. Gottshaus Pfefers Ao 1714. Revmo Dno Geroldo II. Abbati Rhenoviensi pro ejus Jubilaeo abs Rdo Patre Geroldo Sweiter Fabariensi oblatum 31. Octobris 1723. (Rheinauer Archiv des Stiftes Einsiedeln. R 373.)

8. Vnser Lieben Frauen eröffneter Lust Gardten in sich haltend 155 underschiedliche schöne Dienst- und Andachts Uebungen umb Ihro gunst, lieb und affection zu erwerben, welche mit schönen exemplen und revelationen erwiesen und confirmiert werden. Kürzlich zusammengetragen und gezogen von R. P. Geroldo Suiter. Ao 1711. 80. 199 S. und Register. Manuskriptensammlung Einsiedeln, ohne Signatur. (78)

 

 

5. Jodocus (Johann Jodocus) Krez von Kriens. Geboren 4. Februar 1652. Eltern: Jodocus und Maria Mysin. Profess 1. November 1679. Er war Schlossermeister. Meisterbrief durch die Schlosserzunft Luzern, 31. Dezember 1680. Auf dem Heimwege vom Bade glitt er aus und fiel in die Tamina, wo er ertrank, am 3. September 1709. (79)

 

 

6. P. Bonifaz (Franz Rudolf) Zur Gilgen von Luzern. Geboren 26. April 1664. Eltern: Schultheiss Aurelian und Anna Maria Mohr. Profess 15.Mai 1681. Subdiakon 11. Juni 1685; Diakon 8. Juni 1686 in Augsburg; Priester 5.  September 1688. – 1685, 15. Oktober, wurde er nach Dillingen zu den höhern Studien geschickt. 1688, 5. November, Pfarrer von Valens. 1689, 26. August, Lehrer der Humanität. 1689, 23. September, bis 1691, 30. Juni, Präfekt der Studenten, dann Gehilfe des Statthalters. 1700, 15.Januar, Pfarrer in Valens (nach dem dortigen Pfarrerverzeichnis wäre er 1688/89 und 1695 bis 1702 Pfarrer in Valens gewesen). 1703, 24. März, wird er Novizenmeister und kommt von der Schule weg. 1706, 12. Juni, mit P. Fintan zum Administrator der Güter des Gotteshauses bestellt. 1706, 9. Oktober, Dekan. 1707, 10. Januar, Abt.[i] (80)

 

 

7. Br. Joachim (Oswald) Brandenberg von Zug. Profess 21. November 1682. Koch. 1720 kommt er als «Badewirth und Inspector» nach Bad Pfäfers, welche «charge er mit größtem Lob versehen». (Suiter.) Gest. 23. September 1724, 63 Jahre alt.

 

Schriften:

Ein Verzeichnis der Vergabungen dieses Bruders an das Stift (1707-22) s. Pf. U.A. Nr. 1747. («Was Ich dem Gnädigsten Fürsten Herrn Bonifazii, Abten des fürstlichen Gotteshaus, gegeben, ist Anno 1707 bis 1722».) 80, Heft, 7 beschriebene Seiten. Eine ähnliche Aufstellung auf 4 Folioseiten: «Was ich Ihro fürstlichen Gnaden habe lasen in die Kusterei machen vnd an barem Gelt geliefert durch meine Müeh und ohne des Gotshaus Kosten etc.» (81)

 

 

8. P. Paul (Gabriel) Gugelberg von Lachen. Geboren 22. April 1665. Eltern: Gabriel Gugelberg, Säckelmeister, und Anna Maria Guntli. Profess 7.Februar 1683. Subdiakon 21. September 1686; Diakon 20. September 1687; Priester 8. Mai 1689-1683, 12. Dezember, kam er nach St.Gallen zum Studium. 1688, 5. November, wird er als Diakon Lehrer der Humanität, nachdem er fünf Jahre in St. Gallen den Studien und der «Disciplin» oblag; als solcher war er tätig bis 26. August 1689, wo er auf seine Bitten hin dieses Postens enthoben wurde. 1689-95 Pfarrer in Valens. 1691, 30. Juni, Präfekt. 1698, 20. Dezember, wird er, nachdem er «sudaverat institutionis Puerorum usque ad nauseam», Pfarrer von Pfäfers und Kellermeister. 1700 Kapitelssekretär.1700, 5. Januar, mit P. Fintan Pfarrer von Vättis. 1703 bis November 1704 versah er die Pfarrei Mels, da der dortige Pfarrer, Fridolin Freuler, Kanzler des Nuntius war. 1706, 9. Oktober, Pfarrer in Pfäfers, Fraterinstruktor und Vestiarius. 1709, 9. Februar, Dekan. Am 14. März 1707 ernennt ihn Nuntius Bichi auf Bitten des Abtes zum Apostolischen Notar. Im Februar 1725 wird ihm, da Abt Bonifaz II. gelähmt war, die Leitung der geistlichen Geschäfte übertragen. Am 24. Mai 1739 feierte er sein goldenes Priesterjubiläum. Bis zum 26. August 1746 war er Dekan. Er starb am 23. März 1748. (82)

 

 

9. Br. Peter (Andreas) Pichler von Weyen (Oberbayern). Getauft in Neunkirchen den 9. November 1669. Profess 15. Januar 1690. Er war Schmied von Beruf. Gestorben am 23. Juni 1708. (83)

 

 

10. P. Pirmin Schürpf von St.Gallen. Geboren 18. Januar 1673. Eltern: Jakob und Elisabeth Bruder. Profess 15. Januar 1695. Subdiakon 22. September 1696; Diakon 2. März 1697; Priester 23. März 1697. – 1703, 24. Januar, Präfekt. 1707, 9. Februar, bis 1708 Pfarrer in Pfäfers, dann bis 1712 in Quarten. 1712-15 wieder Pfarrer in Pfäfers. 1715, 19. Dezember, bis 1722, 10. Oktober, Pfarrer in Quarten, hierauf vom 11. Dezember 1722 bis 1725 wieder Pfarrer in Pfäfers, hierauf wiederum solcher in Quarten bis 1726. Er starb am 12. Juni 1727.

 

Schriften:

P. Pirmin schrieb 1708: Einkünfte, Jahrzeiten, Kreuzgänge, Gebräuche und Gewohnheiten zu Quarten, Murg, Oberterzen und Quinten. Die Handschrift liegt im Pfarrarchiv Quarten. (84)

 

 

11. P. Ambros (Franz Anton) Müller von Rapperswil. Geboren 30. Januar 1679. Eltern: Melchior und Elisabeth Stockmann. Profess 3. November 1695. Subdiakon 19. Februar 1701; Diakon 24. September 1701; Priester 24. März 1703. 1704 ist er Kapellmeister. 1706, 22. November, weilt er studienhalber in Salzburg. 1709 ist er kurz Pfarrer in Valens. 1710, 12. September, Novizenmeister. 1715, 8. März, Statthalter in Pfäfers und Ragaz. 1716, 17. November, Pfarrer in Ragaz, zugleich bis 1717, 22. Mai, noch Statthalter in Ragaz. 1724, 11. Mai, kommt er, als erster Konventuale, als Pfarrer nach Mels, bis Februar 1725. 1725, Februar, wird ihm, da Abt Bonifaz gelähmt, die Leitung der weltlichen Geschäfte übertragen. 1725, 12. Juli, Abt.[ii] (85)

 

 

12. P. Cölestin (Bernard Anton Maria) Molo von Bellenz. Geboren 13. Juni 1681. Eltern: Johann und Maria Cornelia Paganini. Profess 13. Oktober 1697. Subdiakon 22. September 1703; Diakon 24. August 1704; Priester 28. Oktober 1705. Er war Kapitelssekretär. 1715-22 erscheint er zugleich mit P. Martin als Pfarrer von Valens. 1716, 17. November, wird er Statthalter in Pfäfers, und bis 22. Mai 1717 mit andern Pfarrer in Vättis. 1722, 27. März, ist er Statthalter in Eschen. 1725, Juli, ist er Ökonom in Ragaz, später wieder in Pfäfers. 1727, 17. Januar, bis 1730, 4. März, Subprior, dann bis 1731, 11. August, Kapitelssekretär. 1735 ist er Gastmeister und Senior, 1738 wiederum Kapitelssekretär. 1740-41 Pfarrer in Vättis. 1742 vikarisiert er während einer Pfarrvakanz in Wallenstadt. Am 16. November 1744 wird er Küchenmeister und Brüderinstruktor. Wir geben hier kurz den Eintrag über das Leichenbegängnis P. Cölestins, aus dem Diarium J. J. Custers (Pf. B.A. Nr. 96, S. 57), weil wir daraus die diesbezüglichen Gebräuche in Pfäfers ersehen können. «3. April wurden die Exequiae vor obbemelten H. P. Senioris gehalten. Vmb halber neun Uhr ware zue Terz, Sext das Zeichen gegeben, nach welchen die H. H. Conventualen, Novitii, Scholares, vnd mit selbigen H. Decan Officiator, wie auch Se. Hochfürstl. Gnaden in Flockkutte sich in das Capitelhaus – allwo der Leichnam lage – begeben, persolutis consuetis precibus, solchen erhebt vnd in die Kirchen getragen. – Von Herrn P. Falviano, Statthalter, H. Pfarrherrn Fintan, den Herren Fratribus Leonardo vnd Ambrosio, allda unter den Chortritt zwüschen 4 brinnende Leuchter gelegt, darauf das Seelamt von H. Decan gehalten. Nach dessen Vollendung widerum alle H. Capitularen wie auch Se. Hochfürstl. Gnaden zur Leich mit weiss brennenden Waxkerzen begeben, allda die gewohnten Preces vnd Caeremonias verrichtet, auf solches den Leichnam erhebt, vnd in die Sepultur getragen vnd allda in dem anderten gewölb lingger Hand wie man hineingehet, beygesetzt.» Gest. 1. April 1750. (86)

 

 

13. P. Hieronymus (Franz Anton Xaver) Suter von Appenzell. Vater: Doktor Sebastian Suter. Profess 30. März 1704. Subdiakon 14. Juni 1710; Diakon 2. Juli 1711; Priester 28. Dezember 1711. 1715, 8. März, Kapellmeister. 1715, 19. Dezember, Katechet für Pfäfers. 1722, 12. Dezember, mit P. Bernhard Pfarrer in Valens. 1726-31 Pfarrer in Pfäfers, zwischenhinein versah er kurz 1729 und dann wieder 1731-34, zugleich mit P. Plazidus, die Pfarrei Vättis. Als erster lehrte er zu zwei verschiedenen Malen im Kloster Kirchenrecht. Er starb am 18. Januar 1738, 50 Jahre alt (nach andern 52).

 

Schriften:

Lilium inter spinas, seu poenitentia explicata per theses theologicas, quas .... Rmo ae Illmo D. D. Bonifacio monasterii Fabariensis abbati .... progugnnabuntur sub Praesidio R. P. Innocentii Müller Ord. S. Benedicti ad S.Gallum Professi abs Martino Bachmann, Hieronymo Suter, Bernardo Mayer a Baldegg Principalis Monasterii Fabariensis Professis in eodem monasterio Fabariensi Ao 1710 mense Junij die… Typis principalis monasterii S.Galli (1710). 4 o. 16 S. (Vadiana St.Gallen, S. 445b; Grolig.) (87)

 

 

14. P. Bernhard (Johann Baptist Bernhard) Meyer von Baldegg aus Luzern. Geboren 2. Dezember 1687. Eltern: Landvogt Johann Bernhard und Maria Cäcilia Pfyffer. Profess 30. März 1704. Subdiakon 5. April 1710; Diakon 2. Juli 1711; Priester 28. Dezember 1711. 1717, 8. Januar, Gehilfe des Cellerars, dazu 1722, 11. April, Sekretär des Kapitels und Kustos. 1722-31 mit P. Hieronymus Pfarrer in Valens. 1731-35 Pfarrer in Pfäfers. 1731, 11. August, wiederum Kapitelssekretär. 1734 bis 28. Mai 1741 erster residierender Pfarrer in Vättis. 1744,16. November, bis 1746, 26. August, Pfarrer in Pfäfers, dann bis zum 23. November 1747 Pfarrer in Quarten. Hierauf kam er als Valitudinarius heim. Er starb am 29. November 1756 als Senior im Alter von 69 Jahren. Schriften siehe unter 87. (88)

 

 

15. P. Martin (Lorenz) Bachmann von Rorschach. Vater: Lorenz Bachmann, «Ammann des freyen Reichshofs zue Rorschach und Hauptmann der Hochfürstl. St.Gallischen 1. Compagnie». Profess 30. März 1704. Subdiakon 29. Mai 1706; Diakon 29. September 1708; Priester 14. Juni 1710. 1715, 8. März, mit andern Pfarrer in Valens und Fraterinstruktor. 1716, 17. November, bis 1722 mit P. Cölestin Molo, Pfarrer in Valens. 1718, 17. Dezember, Cellerar. 1722, 10. Oktober, ist er immer noch Pfarrer in Valens. 1725 erscheint er kurz als Pfarrer in Quarten. 1725, 3. Februar, bis 1730, 21. Januar, Pfarrer in Mels, von wo ihn der Abt am 23. Juni 1727 zurückberufen will. Er blieb aber dort bis 1730, worauf er am 4. März Subprior wurde. Er blieb Subprior bis zu seinem Tode, den 5. September 1745. Er wurde 61 Jahre alt. – «Ein frommer, wahrer Religios verbo, opere et exemplo, Deo et sibi soli vivens» (Diarium Pf. B.A. No. 95, S. 262). Schriften siehe unter 87. (89)

 



[i] Siehe Äbte.

[ii] Siehe Äbte.