
Professen unter Bartholomäus Spiess
1575-1584
1. P. Wilhelm Schädler von Luzern. Profess 13. Januar 1577. War Dekan unter verschiedenen Äbten. Gest. 6. Juni? – Schädler war vorher Chorherr in Luzern gewesen. Am 1. Nov.1576 nahm man mit Willen und Zustimmung der 7 Kantone ihn als Novizen auf. 1577 legte er Profess ab. Abt Bartholomäus ernannte ihn bald darauf zum Dekan, wobei Schädler ihm versprach, jährlich 11 gl. und 2 Fässer Wein zu geben, was nachher dem Dekanat resp. dem Kloster zufallen sollte. Über sein früheres Vermögen und seine Güter in Luzern sollte er nach freiem Ermessen verfügen können. Kaum war er aber im Besitz seiner Würde, kümmerte er sich nicht um das klösterliche Leben, mischte sich in die Regierung des Abtes ein und versetzte das Kloster so in Aufruhr, dass der Abt bei den 7 Orten seine Zuflucht nehmen musste. Diese erkannten den 19. Juni 1578, dass er des Dekanats entsetzt und auf die Kaplanei des hl. Leonard zu Buschär versetzt werde.[i] (20)
2. P. Peter Alther von Rorschach. Profess 1578. Akolyth 14. März 1578; Subdiakon 15. März 1578; Diakon 20. September 1578; Priester 2. April 1580.
Möglicherweise war Peter Alther jener «junge Conventuale, der sich zu Tübingen in seinen Studien auszeichnete und der ein «gutes sinnreiches» Gedächtnis hatte, den aber der Abt zurückrufen wollte, weshalb Luzern im Namen der V Orte dem Abte schreiben sollte, er möchte doch den jungen Menschen noch fortstudieren lassen, indem man ohnehin an gelehrten Leuten Mangel habe».[ii] Er erhielt nämlich seine Weihen in Konstanz, während die übrigen alle in Chur geweiht wurden. Von 1589 bis zu seinem Tode, 2. Oktober 1594, Pfarrer in Mels. (21)
3. P. Mauritius Brülisauer von Appenzell. Minores Ordines 17. Dezember 1586; Subdiakon 17. Dezember 1586; Diakon 11. März 1587; Priester 21. September 1588. War 1610 Dekan. Gest. 22. März (Jahr?). (22)
4. P. Joachim Malegg von Freiburg. Minores 17. Dezember 1586. Subdiakon 17. Dezember 1586; Diakon 11. März 1587; Priester 1. April 1587. Er war Dekan. Gest. 5. Juni 1649. (23)
5. P. Johann Zäch von Glarus. Minores 17. Dezember 1586. Sudiakon 17. Dezember 1586; Diakon 11. März 1587; Priester 21. September 1588. Dekan 1610-12. Gest. 15. Mai 1612. (24)
6. P. Johannes Tschartsch.1586 gelangte er am 11. Dezember im Namen des Konvents persönlich nach Luzern, um vom Nuntius die Bestätigung der Wahl Johann Heiders zum Abte zu erbitten.[iii] Laut Pfarrverzeichnis von Mels soll er 1594-1601 Pfarrer von Mels gewesen sein. Als solcher schrieb er im Melser Jahrzeitbuch auf dem Rande die Zinsen auf. (25)
[i] Pf. U.A. Nr. 277. – Suiter, Chronik pag. 642/43.
[ii] E.A. Gersau, 6. März 1577.
[iii] Pf. U.A. III. 5a.