Professen unter Ambros Müller

1725-1738

 

1. P. Josef (Adelrich Jakob) Gyr von Einsiedeln. Geboren 30. Mai 1708. Eltern: Josef Adelrich, «Vogt und Pannerherr der löbl. Waldstatt zu den Einsidlen», und Margaretha Wickart. Auskauf 40 Louisdor. Profess 4. August 1726. Subdiakon 10. März 1731; Diakon 22. September 1731; Priester 13. September 1733. Von 1737 bis 1738 war er Pfarrer in Pfäfers, dann seit dem 20. Dezember 1738 bis 1741 Pfarrer in Valens, zugleich mit P. Pirmin Custer, denn vom Februar bis 28. April 1741 musste er für den erkrankten P. Ildefons nach Eschen. Vom 21. Mai 1741 an bis zum 26. August 1746 und wiederum vom 1. August 1748 bis zum 28. Oktober 1751 versah er die Pfarrei Vättis, dazwischen war er Statthalter in Pfäfers. Am 28. Oktober 1751 wurde er zum Pfarrer in Eschen bestimmt, welchen Posten er am 15. November antrat und wo er bis zum 18. Dezember 1752 blieb, bis eine Krankheit ihn zwang, die Pastoration aufzugeben. Er blieb aber in Eschen und starb hier am 4. Februar 1753. Seine letzte Ruhestätte fand er in Eschen. (100)

 

 

2. P. Gregor (Josef Meinrad) Schätty von Lachen. Geboren 14. Dezember 1710. Eltern: Johann Meinrad Schätty und Maria Salome Gugelberg. Profess 3. Juni 1727. Subdiakon 7. Juni 1732; Diakon 30. Mai 1733; Priester 18. September 1734. Wahrscheinlich war er von Anfang an an der Schule tätig, denn am 28. Oktober 1744 wird er zum Lehrer der Rhetorik bestimmt. Von 1747 bis 1748 ist er Pfarrer in Quarten. 1748, den 16. November, kam er als erster Frühmesser nach Wallenstadt, wo er bis zum 9. September 1750 blieb, um dann die Statthalterei Pfäfers zu übernehmen. Schon am 15. März 1751 kam er aber wieder als Vikar für den verstorbenen P. Pirmin Custer nach Wallenstadt, wo er am 7. Mai 1751 Pfarrer wurde. Er blieb bis 1774 auf diesem Posten. Wahrscheinlich wurde er nachher Subprior, denn er bekleidete auch diesen Posten. Er starb am 11. Oktober (alias 21. September) 1786, als Jubilar und Senior des Stiftes.

 

Schriften:

Album Parochiae Fabariensis ad St. Evortium de anno 1757 sub Auspicio et Regimine Revmi ac Illmi Principis Bonifatii III. Fol. unp. Pfarrarchiv Pfäfers. (101)

 

 

3. P. Ambros (Kaspar Melchior) Letter von Zug. Geboren 17. November 1709. Eltern: Karl Anton Letter, «des innern Rats hochl. Stadt Zug», und Anna Katharina Stocklin. Profess 3. Juni 1727. Subdiakon 10. März 1731; Diakon 7. Juni 1732; Priester 13. September 1733. Vom 20. Dezember 1738 bis zum 8. November 1743 versah P. Ambros die Pfarrei Pfäfers. Er starb bereits am 29. April 1744. – Sein Bruder war Pfarrer in Zug. (102)

 

 

4. P. Nikolaus (Heinrich Ludwig) Rusconi von Luzern. Geboren 8. September 1710. Eltern: Junker Josef Franz Rusconi und Maria Jakobea Schnyder. Profess 3. Juni 1727. Subdiakon 22. September 1731; Diakon 30. Mai 1733; Priester 18. September 1734. P. Nikolaus wirkte lange Jahre als Professor der Philosophie und Theologie und hielt als solcher fleissig die sogen. Disputationen ab. Am 8. November 1749 wird er Fraterinstruktor, am 18. November 1750 Vorsteher der Schule. Vom 18. Dezember 1752 an versah er für den erkrankten P. Josef Gyr die Pfarrei Eschen, der er vom 17. Februar 1753 bis zum 22. Dezember 1753 als Pfarrer vorstand. Bis 1757 war er dann Dekan. Daneben versah er von 1754 bis 1765 die Pfarrei Pfäfers. Am 6. Februar 1768 wurde er ein zweites Mal Pfarrer in Eschen bis zum 23. Februar 1774, worauf er wiederum als Dekan in das Stift zurückkehrte. Bis zu seinem am 1. September 1779 erfolgten Tode blieb er auf diesem Posten. Er war auch einmal Subprior des Stiftes. – Ein Bruder von ihm war P. Franz Xaver in Einsiedeln (1699 bis 1752).

 

Schriften:

Album Parochiae Fabariensis ud St. Evortium de anno 1757 sub Auspicio et Regimine Revmi ac Imi Principis Bonifatii III. – Fol. unp. Pfarrarchiv Pfäfers. (103)

 

 

5. P. Pirmin (Jakob Franz) Custer von Eschenbach. Geboren 23. November 1711. Eltern: Franz Ignaz Custer und Anna Maria Keller. Profess 26. Mai 1729. Subdiakon 30. Mai 1733; Diakon 18. September 1733; Priester 17. Dezember 1735. Neben P. Josef Gyr erscheint er von 1737 bis 1741 als Pfarrer in Valens. Am 20. Dezember 1738 wird er Statthalter in Ragaz; vom 5. Januar 1742 an versah er daneben zugleich auch die Statthalterei in Pfäfers bis zum 26. August 1746. Von 1747 an bis zu seinem am 9. März 1751 erfolgten Tode war er Pfarrer in Wallenstadt. Am 1. März 1751 erhielt man in Pfäfers die Kunde, dass er von den Kinderblattern ergriffen worden sei. Sogleich wurde der P. Statthalter Gregor dorthin gesandt. Am 5. kam Bericht, dass man ihn ausser Gefahr glaube. Als aber am 9. die Kunde kam, dass man ihn mit den hl. Sterbesakramenten versehen habe, wurde sogleich der Klosterarzt Dr. Walthiere nach Wallenstadt geschickt. Aber am 10. März «kame ein Expressen morgens zeilich, mit Bericht, dass Vorbenennter H.P. Pirminus gester abends den 9. dies nach neun Uhr in Gott seelig verschieden. Er ware selben Tags vnder der Zeith, als H. Pater Gregorius vor ihme die Hl. Meß applizierte, zu gueter Vernunft (welche ihme zu Zeithen in dieser Krankheit öfters verfallen) gekhommen, also, dass er selbst die anwesenden vorhin beruffene H.H.P.P. Capucciner ervordert, seine Beicht abgelegt, vnd mit dem Viatico vndt lester Oelung providirt, bald aber widerum in vorige Phantasie verfallen, wie er dann gleich vor dem Hinschied von selbstem aus dem Beth ausgesprungen, den Beywesenden Mesmer bey den Haaren ergriffen vnd ihme gesagt, führe mich an das Land, sobald wir an dem Port seyndt, so ist es gewonnen. Da man ihn hierauf in das Betth gebracht, und die in der Nebenstube befundenen H.H. Patres herzu geruffen, so ist er gantz sanft ohne Ach und Wehe oder einiger Wüettung in Gott seeligen entschlafen in dem 40. iahr seines alters». (Diarium J.J. Custer Pf. B.A. Nr. 96, S. 89. (104)

 

 

6. P. Augustin (Jakob Balthasar) Müller von Luzern. Geboren 21. April 1708. Eltern: Balthasar Müller und Maria Magdalena Muggli. Er studierte am Jesuitenkolleg in Luzern. Profess 26. Mai 1729. Subdiakon 22. September 1731; Diakon 7. Juni 1732; Priester 13. September 1733. Am 20. Dezember 1738 wurde P. Augustin Kustos. Am 26. August 1746 bis zum 1. August 1748 versah er die Pfarrei Vättis. Später war er Cellerar. Er starb am 16. Mai 1769. (105)

 

7. Br. Gerold (Heinrich) Landtwing von Zug. Geboren 6. Dezember 1702. Profess 26. Mai 1729. Von Beruf war er Bäcker. Daneben wurde er offenbar auch zu andern Arbeiten verwendet. So war er auch Direktor der Glashütte in Vättis, die am 5. April 1744 niederbrannte.[i] Br. Gerold starb am 25. Februar 1775. Er hatte zwei Brüder, einer war Pfarrhelfer in Zug, der andere Bruder Michael in Rheinau. (106)

 

 

8. Flavian (Jakob Anton) Good von Mels. Geboren 19. August 1713. Eltern: Landammann und Seckelmeister Josef Anton Good und Ursula Schön. Am 9. Dezember 1729 erfolgte durch Landvogt Kaspar Leonz Wäber seine Entlassung aus der Leibeigenschaft. Profess 11. Dezember 1729. Subdiakon 18. September 1734; Diakon 17. Dezember 1735; Priester 24. August 1736. Am 20. Dezember 1738 wird P. Flavian Bibliothekar. Seit September 1739 war er am Archiv tätig. Am 29. Oktober 1744 wurde er daneben Lehrer an der Schule. Vom 18. November 1750 bis 1751 versah er die Pfarrei Valens, vom 28. Oktober 1751 bis 1753 jene in Vättis. Daneben stand er seit dem 8. Oktober 1752 bis zum 26. März 1754 der Kanzlei vor.[ii] Von 1761 an war er wiederum Pfarrer in Vättis, wo er am 19. März 1764 starb und begraben wurde.

 

Schriften:

1. Registratura seu Extractus ex Chronicis R.P. Geroldi Suiter von 1738. Liber Viventium copialiter transumptus. Anno 1742, Nr. 22 des Pf. A. Pap. Fol. 153 Bll., s. u. Nr. 6.

2. Registratura omnium Memorabilium jura, Privilegia, Exemptiones, Reditus nostros concernentium, quae in Arcis titulo Jura et Recessus continentur. Nr. 23. Pap. Fol. 66 Bll. (von 1740).

3. Elenchus omnium Memorabilium Jura vel Reditus nostros concernentium quae in arca titulo Vettis continentur. Nr. 24. Pap. Fol. 243 Bll. (von 1739-41).

4. Registratura seu Extractus Actorum sub Amma nostro D. Joanne Heinrico Good et proprie ejusdem manu in duobus tomis conscriptorum. Nr. 25. Pap. 4o., unpag. (von 1741).

5. Urkunden von 1435-1645. Nr. 26. Fol. 72 S.

6. Diarium seu Protocollum universorum relatu dignorum quae contigerunt sub Bonifacii III. Regimine de Ao 1738, 10.IX. - 5.X.1740, in Nr. 22 des Pf. A.

7. Diarium omnium Memorabilium sub mea Cancellariae Directione factorum 8.X.1752 - 26.III.1754. (107)

 

 

9. Br. Peter (Johann Georg) Schneider von St.Johann bei Höchst am Rhein. Geboren 23. Mai 1700. Eltern: Jakob Schneider und Anna Schneider. Profess 21. November 1731. Das Mortuarium bezeichnet ihn als Chirurgus. Er starb am 19. oder 20. April 1767. (108)

 

 

10. P. Fintan (Georg) Kienberger von Wil. Geboren 28. Januar 1714. Profess 10. August 1732. Subdiakon 16. März 1737; Diakon 21. September 1737; Priester 7. September 1738. Die Primiz hielt er am 5. Oktober, Rosenkranzsonntag, wobei sein Bruder, der Pfarrer in Marbach war (später in Goldach), predigte.

P. Fintan war Präzeptor, ehe er am 8. November 1743 Pfarrer in Pfäfers wurde. Schon am 16. November 1744 wurde er aber Pfarrer in Valens. Von dort kam er 1748 wieder auf die Pfarrei Pfäfers, die er bis zum 18. November 1750 versah; daneben war er seit dem 8. November 1749 Brüderinstruktor. Am 18. November 1750 kam er für ein Jahr als Frühmesser nach Wallenstadt. Sodann war er von 1752 bis zum Juli 1757 Pfarrer in Quarten, dann bis 1762 in Valens und von 1764 bis 1769 in Vättis. Er starb am 20. Dezember 1790 als Jubilar und Senior des Stiftes. (109)

 

 

11. P. Anton (Leonz) von Zuben aus Kerns. Geboren 8. Februar 1716. Profess 10. August 1732. Subdiakon 16. März 1737; Diakon 7. September 1738; Priester 16. April 1740; Primiz am 19. April 1740. P. Anton wirkte zunächst als Präzeptor an der Schule, vom 8. November 1743 bis zum 29. Oktober 1744 und wiederum vom 8. November 1749 an. Daneben lehrte er längere Zeit Philosophie und Theologie. Von 1748 bis zum 8. November 1749 und wiederum von 1752 bis 1754 war er Pfarrer von Valens, von 1761-1766 in Quarten. 1766 wurde er Dekan, welchen Posten er bis zu seinem am 17. Mai 1768 an Wassersucht erfolgten Tod bekleidete.

 

Schriften:

Im Sammelband l105 der Stiftsbibliothek St.Gallen finden sich Briefe von ihm an Abt Cölestin Gugger (Scherer, Handschriften der Stiftsbibliothek St.Gallen, S. 408). (110)

 

 

12. P. Maurus (Kaspar Leonhard) Reichmuth von Schwyz. Geboren 24. Juni 1711. Profess 10. August 1732. Subdiakon 16. März 1737; Diakon 21. September 1737; Priester 29. September 1737. Aus seinem Leben erfahren wir gar nichts, obwohl er erst am 21. Mai 1783 starb. (111)

 



[i] Über diese Glashütte gibt das Diarium des Stiftskanzlers J.J. Custer (Pf. B.A. Nr. 95) manche interessante Aufschlüsse.

[ii] Siehe Schriften.