Einleitung

Die Professen vor 1500

 

Wie bei andern Klöstern ist es auch bei Pfäfers nicht möglich, für das Mittelalter eine auch nur annähernd vollständige Liste der Konventualen aufzustellen. Wenn uns dennoch eine grössere Anzahl von Namen überliefert sind, verdanken wir es vor allem dem Umstande, dass sich in den drei erhaltenen Konfraternitätsbüchern, in dem der Reichenau, von St.Gallen und Pfäfers, Listen von Mönchen dieses Gotteshauses finden.

 

Pfäfers hat einmal selbst ein solches Confraternitätsbuch, das heute im Stiftsarchiv St.Gallen aufbewahrt wird und das Piper in den «Monumenta Germaniae»[i] herausgegeben hat. Wenn es auch bei weitem nicht eine solche Fülle von Namen wie die Bücher von St.Gallen und Reichenau enthält, so ist es doch vollständiger erhalten geblieben.[ii] Das Buch wurde angelegt 830 und enthält Aufzeichnungen bis ins 14. Jahrhundert hinauf; der Grossteil der Eintragungen gehört indessen dem 9. und 10. Jahrhundert an. Die Pfäfers betreffenden Eintragungen gehören verschiedenen Zeiten an, wie sie sich auch an ganz verschiedenen Stellen des Buches finden. Wir geben im Folgenden die verschiedenen Einträge mit der von Piper bestimmten Entstehungszeit.

 

Das St.Galler Confraternitätsbuch[iii] enthält in Col. 71 und 72,12 die Namen des Abtes Silvanus und von 51 Mönchen unter der Überschrift: «Nomina Fratrum de Favariis». Die Namen, die von Col. 72,13 an folgen, stammen von späterer Hand und scheinen, da auch Frauennamen vorkommen, mit Pfäfers nichts mehr zu tun zu haben; wir lassen sie darum weg. Von Interesse ist es, zu sehen, dass von den 51 Namen nur neun althochdeutsch sind, ein Zeichen, dass das rätoromanische Element in Pfäfers damals überwiegend war. Die meisten Namen kommen übrigens auch im·Pfäferser und Reichenauer Confraternitätsbuch vor.[iv] Die Mönche lebten, wie der an die Spitze gestellte Namen des Abtes zeigt, unter Silvanus, der für 840 urkundlich nachweisbar ist und dessen Regierungszeit in der Regel von 838-51 angenommen wird.

 

Im Reichenauer Confraternitätsbuch hat sich leider nur die eine (zweite) Hälfte der Mönchsliste erhalten, die die Überschrift trägt: «Qui uocatur Favarias».[v] Col. 36,4 bis Col. 37,28 enthält mehr oder weniger die Namen, die wir im St.Galler Confraternitätsbuch, Col. 71,3 bis 72.12, finden, also Mönche, die unter Abt Silvan lebten. Der Name des Abtes Crespio (778-80) in Col. 56,4 ist sonst beigefügt worden. Die zahlreichen (lateinischen resp. rätoromanischen) Namen in Col. 58 und 59 bezeichnen wohl ebenfalls Mönche, und zwar, wie Piper vermutet, solche, die seit Abt Crespio verstorben waren; nur bei einem, dem an letzter Stelle genannten Aldus findet sich die Bezeichnung «monachus». Nach Piper wurde die erhaltene Liste unter dem Vorgänger des Abtes Silvanus, Johannes I. (826-38), geschrieben.

 

Neben den Confraternitätsbüchern haben wir sodann die Nekrologien, aus denen wir weitere Namen schöpfen können. Dahin gehört in erster Linie das älteste, aus dem Anfang des 14. Jahrhunderts stammende Nekrologium (A), das leider nicht mehr vollständig erhalten ist.[vi] Weitere nekrologische Einträge hat Baumann in seinen «Necrologia Germaniae», Tom. I, S.646-648, veröffentlicht. Sie finden sich in dem Calendarium eines Psalteriums (heute im Stiftsarchiv St.Gallen) und in dem Calendarium eines Missales aus dem 13. Jahrhundert (ebenfalls im Stiftsarchiv St.Gallen). Wir geben hier nur die die Mönche betreffenden Einträge. Ferner haben wir sodann noch zwei jüngere Nekrologien, von 1697 resp. 1727 (a und b), aus denen wir die Einträge geben, die die Zeit vor 1500 beschlagen.

 

Eine Aufstellung «Monachi professi Fabarienses» aus dem 17. Jahrhundert im Pfäferser Archiv (Scherer, Urkunden Nr. 2956) enthält ein sehr mangelhaftes, nicht geordnetes Verzeichnis mittelalterlicher Mönche.

 

Endlich finden sich in den erhaltenen Urkunden des Klosters noch eine Reihe von Namen, die als Zeugen oder sonst erscheinen. Wir geben diese in chronologischer Reihenfolge.

 

Am Ende dieser Zusammenstellungen fügen wir ein doppeltes Register an. Das eine gibt die Namen jener Mönche, die uns erhalten sind, nach den Klosternamen in alphabetischer Reihenfolge; das zweite gibt die Mönche, deren Geschlechtsname bekannt ist (ebenfalls in alphabetischer Reihenfolge).



[i] Libri Confraternitatum Sancti Galli, Augiensis, Fabariensis, Berlin 1884, S. 354-394.

[ii] Die genaue Beschreibung des Bandes s. Piper, S. 355-357.

[iii] Monum. Germ. Confr., S. 34.

[iv] Siehe Register.

[v] Abgedruckt in Mon. Germ. Confr., S. 172.

[vi] Vgl. darüber das früher Gesagte, S. 43.