Wilhelm von Mosheim

Nr. 51

 

Wilhelm von Mosheim (1435) 1437-1445[i]

 

Seine Wahl muss unkanonisch vor sich gegangen sein, denn die Synode von Basel suppliert den vorgefallenen Fehler; die Mönche hatten nämlich vor der Wahl den Eid, wie ihn die Synode vor einer Wahl forderte, nicht abgelegt.[ii] Darum liess auch die Synode am 30. Oktober 1435 durch eine eigene Bulle dem Abte diese Bestimmungen übermitteln[iii] Dieselbe Synode nahm auch am 26. Februar 1437 das Kloster in ihren besonderen Schutz und bestätigte die alten Privilegien[iv]; ja, das Konzil befahl sogar am 8. April 1437, auf die Klagen des Abtes hin, dem Bischof von Konstanz, dem Abte von Einsiedeln und dem Dekan von Chur, dass sie das Kloster gegen seine Bedränger beschützen sollten.[v] 1441 liess der Abt die grosse Glocke des Klosters giessen.[vi]

 

Abt Wilhelm erscheint urkundlich zum letzten Mal am 12. November 1440[vii]; 1445, den 21. März, stossen wir zum ersten Mal sodann auf UIrich Schenk, Vorsteher, und Friedrich von Raitnau, Dechant der Abtei Pfäfers, die siegeln.[viii] In einer gleichzeitigen Urkunde[ix] wird UIrich Pfleger des Gotteshauses genannt. 1445, 9. April, heisst er: Verweser des Gotteshauses.[x] Er findet sich noch in der Urkunde vom 21. Januar 1446, wo es heisst: «der erwirdige gaischtliche Herr, Herr Vlrich Schenk, by Ziten pfleger des gotzhus Pfäfers».[xi] Abt Wilhelm war indessen bereits am 12. Dezember 1445 gestorben, wie Leu sagt, zu «Verdrus».

 

Suiter lässt, wegen der unkanonischen Wahl dieses Abtes, die Mönche einen neuen Abt, Nikolaus von Marmels, wählen, der von 1435-1439 regiert habe, dann aber vom Papst zum Abt von Disentis ernannt worden sei. In einer Lehensverleihung vom 2. April 1438[xii] wird nun ein Abt Nikolaus von Marmels als Abt von Pfäfers genannt. Diese Urkunde ist aber nur in einer Abschrift im Urbar des Abtes Friedrich erhalten (pag. 101). Aber schon am 10. Oktober 1438 erscheint wieder Abt Wilhelm[xiii], der zum letzten Mal den 8. Februar 1436 genannt worden war.[xiv] – Disentis hatte einen Abt dieses Namens von 1439-1448.[xv] Das jüngere Nekrologium vermeldet seinen Tod zum 7. Januar 1449, was nicht verwundern kann, da eben Suiter diesen Abt aufgenommen hatte. Er mag unter Umständen Verweser des Gotteshauses gewesen sein. – Den Tod der Mutter des Abtes Wilhelm vermeldet das alte Nekrologium zum 29.November: «Item Anna de Waldegg mater Dni Wilhalmi de moshain Conventualis hujus cenobii anno 1434».

 



[i] Wegelin, Reg. 465-535, passim.

[ii] Wegelin, Reg. 466.

[iii] Wegelin, Reg. 467.

[iv] Wegelin, Reg. 483.

[v] Wegelin, Reg. 486.

[vi] Wegelin, Reg. 520.

[vii] Wegelin, Reg. 516.

[viii] Wegelin, Reg. 532.

[ix] Wegelin, Reg. 533.

[x] Wegelin, Reg. 534.

[xi] Wegelin, Reg. 535.

[xii] Wegelin, Reg. 500.

[xiii] Wegelin, Reg. 501.

[xiv] Wegelin, Reg. 468.

[xv] Vgl. Schuhmacher, Album Disertinense, pag. 24; die Angabe, dass er zugleich Abt von Pfäfers gewesen sei, wird aber dort als unverbürgt erklärt.