
Victor
Nr. 13
Victor (9. Jh.)
Nach Suiter und Leu regierte er von 851-867. Er soll hernach Bischof geworden sein; doch weiss man nicht wo, weshalb angenommen wird, er sei Weihbischof gewesen. Möglicherweise liegt eine Verwechslung mit dem schon oben genannten Victor (III.), Bischof von Chur vor (s. o. Nr. 16). Eichhorn kennt ihn nicht. Das älteste Nekrologium erwähnt zum 15. Juni einen «Victor abbas». Auch der «Liber viventium» kennt ihn. Sein Zuname lautet «Monachorum splendor».
Im Pfäferser Verbrüderungsbuch ist zwei- oder dreimal ein Victor abbas ohne nähere Bezeichnung als Nachtrag des 10. Jhs. enthalten.[i] Während der eine Eintrag vielleicht auf den gleichnamigen Disentiser Abt zu beziehen ist[ii], dürfte der andere den sonst nicht belegten Pfäferser Abt meinen, der aber in der Pfäferser Historiographie tradiert wird. Er ist im Nekrologium des 14. Jhs. zum 15. Juni vermerkt[iii] und wird auch in der Äbteliste des etwa gleichzeitigen Liber aureus aufgeführt.[iv] Verschieden wurde er von den späteren Pfäferser Geschichtsschreibern eingeordnet.[v] Die Einordnung Perrets nach Crispio[vi] ist nach den Forschungen Geuenichs zu korrigieren, nach denen er erst nach Silvanus eingereiht werden kann.[vii] Vielleicht ist er mit dem an 30. Stelle in der ersten Pfäferser Konventsliste des Liber Viventium genannten Victor presbyter identisch.[viii]
[i] Liber Viv. Fab., 136, 138 (hier ev. 2x); MGH Libri Confrat., 390 col. 144, 391 col. 148. Datierung nach Perret, Reihenfolge der Äbte, 253.
[ii] Müller, Anfänge Disentis, 52 Anm. 24. S. auch Disentis, Äbte, 960-976.
[iii] StiASt.Gallen, Abt. Pfäfers, Bd. 114; s. auch Anm. 1 zu Abt Augustanus (nach 861).
[iv] Liste s. Perret, Reihenfolge der Äbte, 267.
[v] Ib., 280f.
[vi] Ib., 276.
[vii] S. oben Abt Crispio (vor 840).
[viii] MGH Libri Confrat., 370 col. 59; s. Geuenich, Ältere Geschichte, 240/41.