Silvanus

Nr. 10

 

Silvanus (840-861)

 

840, 24. Juli, bestätigt ihm Kaiser Lothar die Freiheiten, insbesondere das Recht der freien Abtswahl. Er schloss Verbrüderungen mit St.Gallen und Disentis.[i] «Praesul a Deo commendatus».

 

Das älteste Nekrologium, das sonst von erster Hand nur fünf Jahrzahlen aufweist, gibt den Todestag dieses Abtes auf den 1. April 838 (!) an. Dass dieses Datum nicht richtig sein kann, ergibt sich aus dem unzweifelhaft echten, noch im Original vorhandenen Diplom Kaiser Ludwigs vom 24. Juli 840. Suiter lässt ihn 851 sterben und Viktor auf ihn folgen, der bis 867 regiert habe. Eichhorn aber lässt Silvan bis 861 regieren, gestützt auf ein Diplom Kaiser Ludwigs vom 6. März 861, das an einen Abt Salamannus gerichtet ist. Der Name des Klosters ist nicht ausgeschrieben, sondern es heisst: «Salamanno abbati monasterii (dann offener Raum für ein mehrsilbiges Wort) quod est constructum in honore sanctae dei genitricis Mariae». Eichhorn hält nun diesen Abt Salamannus für identisch mit Sylvanus. Muratori setzte in seinem Abdruck «Salammannus abbati monasterii S. Galli» und identifiziert ihn mit Abt Salomon, der aber erst 889 Abt wurde. Da das Original nicht in Pfäfers, sondern im Stiftsarchiv St.Gallen aufbewahrt wurde, ist doch der Annahme Eichhorns nicht ohne weiteres beizupflichten. Es kann sich ganz gut um einen andern Abt handeln.

 

Wegelin[ii] bemerkt zur Urkunde von 840, dass es die älteste noch im Original vorhandene Pfäferser Urkunde sei. Auch die Urkunde von 861 ist noch im Original erhalten.



[i] Leu und Eichhorn.

[ii] Wegelin, Reg. 6.