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Rudolf Stucki

Nr. 59

 

Rudolf Stucki (1549-1564)

 

Er war von Glarus. Auf dem Tage der VII Orte zu Muri, den 12. März 1549, meldet der Landvogt den am 8. (sic!) erfolgten Tod des Abtes Johann Jakob; die Schlüssel zu den besten Gütern habe er an die Hand genommen, die Verwaltung und Haushaltung dem Dekan, Hofmeister und Schreiber übertragen. Auf den 31. März sollen die Boten in Pfäfers zur Abtwahl sich einfinden.

 

Die Glarner bitten, Rudolf Stucki zu wählen. Landvogt Tschudi berichtet, dass nur dieser und noch einer da seien. Er bittet für Stucki, der sein Schwager sei. Da der Bischof von Chur Ordinarius sei, werde dieser der Wahl beiwohnen.

 

Der Bischof von Chur teilte mit, dass er als Ordinarius die Wahl auf Mittefasten, den 31. März, angesetzt habe, weshalb die regierenden Orte ihre Ratsboten hinsenden möchten. Es seien nur zwei Konventualen da: der Dekan, des Pannerherr Stucki sel., von Glarus Sohn, ein Mann von ehrbarem Wandel und einer von Ravensburg. Würde der Dekan Abt, so werde dieser gewiss Gottesdienst und Gotteshaus würdig vorstehen. Auch der Landvogt halte ihn für einen guten, tüchtigen Mann.[i]

 

Über die Wahl dieses Abtes lesen wir im ältesten Nekrologium zum 1. April: «Prima Mensis Aprilis Ao Domini 1549 post obitum Reverendissimi Principis Domini Johannis Jacobi (piae memoriae) Abatia 22 diebus Abbate vacante communi sufragio ac nutu Reverendissimi pariter ac Religiosissimi Princips Domini Dni Lucij Episcopi Curiensis Magnificorum prudentumque septem Cantonum Helveciorum ambasiatorum et totius Conventus Fabarini jn Abatem electus est reverendus Dominus Rodolfus Stucki de Glarona, qui antea Decanum agebat homo religione, virtute et ingenio eximius. Qui confirmacionem Episcopi praedicti nec non Abaciatus uno decima Junij Anno praenominato comitatus Illustrissimo Domino ac Dno Vlrico Philipo Barone de Sax, Melchiore Baltassaroque Pinigerum alias Tschudi accepit Qui amice hospitaliterque tam aulicis quam civibus Curiensibus excepti et comitati. Cujus gubernacionem Optimus Maximus longeuo foelicique auspicio secundet. Hoc precatur Heinricus Stapferus olim Secretarius jnibi».

 

Nach Eichhorn hatte Rudolf als Dekan durch sein Beispiel sehr gut gewirkt und verhütet, dass Russinger grösseres Unheil anrichtete oder einer der Mönche abfiel. – Nach Leu erhielt er 1550 den Schirmbrief von den regierenden Orten. 1549 und 1558 traten diese als Schiedsrichter in Streitigkeiten auf. Der Bischof von Chur und die Orte erlaubten ihm, die Erlöserkirche in Chur um 350 fl. zu veräussern.

 

Längere Anstände ergeben sich wegen der Pension, die sein Vorgänger von Frankreich bezogen hatte. Die Streitfrage wurde 1550 dahin entschieden, dass der König dieselbe für 1548 und 1549 noch entrichten solle.[ii] 302).

 

Nach dem jüngeren Nekrologium starb Abt Rudolf am 27. Dezember 1564, «religione et virtute eximius».

 



[i] E.A. IV, 1 e, 52/53.

[ii] Eidg. Abschiede 1549/50.

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