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Augustanus

Nr. 11

 

Augustanus (nach 861)

 

Augustanus ist erstmals durch den Eintrag im Nekrolog des 14. Jhs. am 24. April als Pfäferser Abt genannt.[i] Im Äbtekatalog des Liber aureus erscheint er an 18. Stelle, in den Katalogen von Tschudi und Stöcklin als 4. bzw. 5. Nachfolger von Abt Crispio[ii] Perret ordnet ihn unmittelbar nach Abt Silvanus in die Äbteliste ein.[iii] Er dürfte mit einem der beiden Mönche Austanus/Augustanus identisch sein, die in allen "Lebenden-Listen" des Pfäferser Konvents aus dem 9. Jh. vorkommen, von denen die älteste vor 840 anzusetzen ist.[iv] Seine Stellung innerhalb des Parallelregisters[v] wie auch, dass er als einziger der übrigen noch ins 9. Jh. zu datierenden Äbte[vi] schon in der ältesten Liste erscheint, spricht für seine Einordnung nach Silvanus.



[i] StiASt.Gallen, Abt. Pfäfers, Bd. 114. In seiner Analyse der Äbteeintragungen erster Hand im Nekrologium des 14. Jhs. vertritt Perret (Reihenfolge der Äbte, 268f.) die Auffassung, dass der Schreiber aus vorliegenden, nichtkalendarischen Quellen, besonders dem Liber Viventium, die Äbtenamen willkürlich in den kalendarischen Nekrolog aufgenommen habe. Für den ältesten Äbtekatalog des Liber Viventium (MGH Libri Confrat., 369 col. 53) trifft dies zu, da dessen Namen und nur diese in der vorgegebenen Reihenfolge verteilt über die Monate Januar bis März von dieser Hand eingetragen erscheinen. Dies auch für die Äbte Silvanus (1.4.), Augustanus (24.4), Vitalis (16.5.), Victor (15.6.) und Johannes (2.8.) nachzuweisen, ist nicht möglich. Ausser dem Indiz, dass sie wohl ins 9. Jh. zu datieren sind, kann nichts angeführt warden. Eine Vorlage, wie für die früheren Äbte, ist nicht erhalten. Im Liber Viventium erscheinen Augustanus und Vitalis nicht als Äbte, Silvanus führt die eine Pfäferser Konventsliste an, Victor und Johannes sind als Nachträge verstreut verzeichnet (MGH Libri Confrat., 369 col. 58, 390 col. 144, 381 col. 99). Im Nekrolog selbst sind an zwischen ihnen liegenden Daten Äbte späterer Zeit verzeichnet, so dass die Abfolge aller von erster Hand eingetragener, belegter Äbte seit April keine chronologische Liste oder auch nur Teile davon ergibt, sondern durchaus "necrologisch echt" anmutet (s. die Liste bei Perret, Reihenfolge der Äbte, 266f.). Entsprechend scheinen nicht nur für die Einträge zweiter Hand, wie schon Perret annahm (ib., 269), sondern auch für die Einträge erster Hand seit April ältere Nekrologaufzeichnungen als Quelle benützt worden zu sein. Ob allenfalls schon in diesen für die genannten Äbte willkürliche Eintragungen vorlagen, könnte möglicherweise eine Analyse des gesamten Nekrologs erbringen.

[ii] Perret, Reihenfolge der Äbte, 267, 280.

[iii] Ib., 276.

[iv] MGH Libri Confrat., 34 col. 71 (Crispio-Liste im Reichenauer Verbrüderungsbuch), 172 col. 57 (Silvanus-Liste im St.Galler Verbrüderungsbuch), 370 col. 58 und 59 (Silvanus-Liste im Pfäferser Verbrüderungsbuch), die letzte auch Liber Viv. Fab., 67. Zur Datierung s. Geuenich, Ältere Geschichte, 227f., 234, 249-252.

[v] Geuenich, Ältere Geschichte, 240f.

[vi] S. unten Vitalis, Victor, Johannes.

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