
Porträt Kanton St.Gallen
Geographie, Statistiken, Geschichte
Geografie und Klima
Zwei Landschaftstypen prägen den Kanton St.Gallen: Die Alpen im Süden und das Mittelland im Norden. Der höchste Punkt St.Gallens ist der Ringelspitz (3247 Meter über Meer) an der Grenze zum Kanton Graubünden. Der tiefste Punkt liegt am Bodenseeufer auf einer Höhe von rund 396 Metern über Meer.
Von Tälern durchzogen
Etwas mehr als die Hälfte der St.Galler Bevölkerung lebt in den breiten Tälern im Süden des Kantons: im Rheintal, Seeztal, der Linthebene und dem Toggenburg. Durch diese Täler fliessen die wichtigsten Flüsse St.Gallens, nämlich der Rhein, die Thur (im Toggenburg), die Linth und die Seez. Ihre Talauen sind bedeutende Grundwasserträger und werden für die Trinkwasserversorgung genutzt (vgl. Der Kanton St.Gallen und seine Menschen in Zahlen 2006, S.6/7). Der Bodensee und der Walensee dienen als Ausgleichsbecken, Schuttsammler und Trinkwasserspeicher.
Der Norden des Kantons St.Gallen ist eine Hügellandschaft, geformt von Gletschern, die bei ihrem Rückzug Schutt als kleine und grosse Hügel zurückgelassen haben. Die Altstadt von Wil passt sich einem solchen Schutthügel an. Kleinere Hügel von einigen zehn Metern Höhe prägen die Landschaft von Wittenbach über Häggenschwil und Waldkirch bis Niederbüren. Beim Rückgang der Gletscher hat sich das viele Schmelzwasser tief in die weiche und kaum bewachsene Unterlage eingefressen und so die Einschnitte der Flüsse Sitter, Glatt, Goldach und Steinach gebildet.
Unterschiedliches Klima
Im Winterhalbjahr wehen kalte Nord- und Nordostwinde über den nördlichen Kantonsteil, dem schützende Berge im Norden fehlen. Oft setzen sich die kalten Luftmassen in der Tiefe fest, und zwischen 700 und 1000 Metern Höhe bildet sich eine Hochnebeldecke, während in höheren Regionen die Sonne scheint.
Im Sommer tragen Nordwinde viel Feuchtigkeit mit sich und bringen besonders im nördlichen Kantonsteil Regen. In St.Gallen liegt die durchschnittliche Niederschlagsmenge pro Jahr bei rund 130 Zentimetern, auf dem Säntis bei rund 280 Zentimetern.
Um einiges trockener ist es im Rheintal bei Sevelen, Wartau und Sargans. Hier fallen jährlich etwa 100 Zentimeter Regen. Die Durchschnittstemperaturen sind dort höher als in den meisten Teilen des Mittellandes: Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt in St.Gallen laut Meteo Schweiz 7,4 Grad, in Vaduz (Fürstentum Liechtenstein) 9,2 Grad. Unterschiede gibt es auch bei den Temperaturschwankungen: Sie sind im Norden St.Gallens kleiner als im Süden, denn das Wasser des Bodensees kühlt bei Hitze und wärmt bei Kälte.
Das Rheintal ist als Föhntal bekannt. Der Föhn ist ein warmer, trockener Fallwind, der entsteht, wenn feuchte, warme Luft vom Mittelmeer gegen die Alpen strömt. Beim Aufstieg kühlt sie sich ab, und es regnet. Wenn die Luft auf der Alpennordseite anschliessend in die engen Täler fällt, wärmt sie sich wieder auf, die relative Luftfeuchtigkeit sinkt. Bis die Luft im Tal angekommen ist, erreicht sie Geschwindigkeiten von bis zu 100 Kilometern pro Stunde. Bei Föhn ist es im Rheintal, teilweise auch im Seeztal und im Obertoggenburg, deutlich wärmer und sonniger als im übrigen Kanton. Heftiger Föhn kann den Wald und Gebäude beschädigen. In der Vergangenheit fachte der Föhn besonders im Rheintal verheerende Brände an, die ganze Dörfer nahezu vernichteten. Im Rheintal wurden deshalb "Föhnwachen" aufgestellt, um Feuerherde früh zu entdecken und zu bekämpfen. Weil heute weniger Häuser aus Holz gebaut sind und mit Öl geheizt wird, ist das Brandrisiko gesunken; die Föhnwachen wurden abgeschafft. Der letzte grosse Föhnbrand zerstörte im Jahr 1947 grosse Teile von Stein im Toggenburg.
Kanton mit vielen Grenzen
St.Gallen grenzt an drei Länder: im Norden an Deutschland, im Osten an Österreich und das Fürstentum Liechtenstein. Bodensee, Walensee und Zürichsee liegen teilweise auf dem Gebiet des Kantons. Der Bodensee gehört zur Schweiz, Österreich und zu einem grossen Teil zu Deutschland; der Walensee liegt zu etwa gleichen Teilen in Glarus und St.Gallen. Den Zürichsee schliesslich teilen sich die Kantone Schwyz, St.Gallen und Zürich, dem der grösste Teil gehört.
Bis Ende 2006 bestand der Kanton St.Gallen aus 89 Gemeinden. Seit dem 1. Januar 2010 – nach dem Zusammenschluss von Rapperswil und Jona (2007), Brunnadern, St.Peterzell und Mogelsberg (2009) und Wildhaus und Alt St.Johann (2010) – gibt es 85 Gemeinden neues Fenster im Kanton. Sie sind seit der Verfassungsrevision 2003 in acht Wahlkreise neues Fenster aufgeteilt.
1997 wurde knapp die Hälfte (47 Prozent) der Fläche des Kantons landwirtschaftlich genutzt. Weitere 31 Prozent der Fläche sind von Wald bedeckt. Nur 9 Prozent sind Siedlungsfläche, die übrigen 13 Prozent der Fläche bestehen aus Fels und Gewässern.
Geschichte
Der Kanton St.Gallen und mit ihm seine erste Verfassung entstanden im Jahre 1803, mehr als 600 Jahre also nach der Gründung der Alten Eidgenossenschaft. Seine Grenzen sind nicht historisch gewachsen, sondern wurden 1803 von Frankreich willkürlich gezogen. An der Gründung des Kantons arbeitete der erste Landammann St.Gallens, Karl Müller-Friedberg, massgeblich mit.
Nach dem Sturz Napoleons gab sich St.Gallen 1814 eine neue Verfassung. Sie war um einiges zentralistischer und undemokratischer als die bisherige. Immerhin verankerte sie das Recht eines jeden Kantonsbürgers, sich an einem beliebigen Ort im Kanton niederzulassen.
neues Fenster
Der erste Landammann des Kantons St.Gallens: Karl Müller-Friedberg
1830 erzwangen drei Grosse Volksversammlungen die Volkswahl eines Verfassungsrates. Sie forderten eine Verfassung, die den Bürgern mehr Rechte zugestand. Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Verhandlungen des Grossen Rates nicht öffentlich, und die Regierung gab dem Volk keine Auskunft über das Rechnungswesen des Kantons. Der Verfassungsrat arbeitete die dritte Kantonsverfassung aus, über die ein Jahr später abgestimmt wurde. Sie wurde mit rund 22'000 gegen 11'000 Stimmen angenommen, allerdings kam dieses Resultat auf zweifelhaftem Weg zustande: Die 12'700 Stimmberechtigten, die sich nicht an der Abstimmung beteiligt hatten, wurden vom Verfassungsrat kurzerhand zu den Annehmenden gezählt.
Die neue Verfassung führte ein allgemeines Wahlrecht ein – ohne Rücksicht auf das Vermögen – sowie die direkte Wahl des Grossen Rates durch das Volk. Die Verhandlungen des Grossen Rates wurden öffentlich, die von ihm erlassenen Gesetze unterlagen dem Veto des Volkes, und er erhielt mehr Kompetenzen gegenüber dem mächtigen Kleinen Rat (damalige Bezeichnung für die Regierung).
Das Jahr 1861 brachte die vierte, hart umkämpfte kantonale Verfassung. Der Staat übernahm das bisher kirchliche Schulwesen, das Wahlsystem wurde neu gestaltet und die kirchlichen Organe erhielten völlige Entscheidungsfreiheit in ihren inneren Angelegenheiten.
Die fünfte Verfassung des Kantons aus dem Jahr 1890 kam durch eine Volksinitiative zustande. Neu wurde der Regierungsrat vom Volk gewählt, und das Referendum wurde einfacher. 21 Jahre lang stritten sich die St.Gallerinnen und St.Galler anschliessend um die Wahlart des Grossen Rates, bis 1911 schliesslich das Proporzwahlverfahren eingeführt wurde. Die Verfassung von 1890 galt in ihren Grundzügen bis in das Jahr 2001.
Die aktuell geltende Verfassung aus dem Jahr 2001 fasste die bisherigen Veränderungen der über hundertjährigen Verfassung zusammen und brachte als wesentliche Neuerung die Abschaffung der Bezirke. Seit 2003, pünktlich zum 200-jährigen Bestehen des Kantons, ist der Kanton St.Gallen in acht Wahlkreise statt 14 Bezirke aufgeteilt.
Literatur:
St.Galler Geschichte 2003 neues Fenster, Geschichte des Kantons von der Frühzeit bis ins 21. Jahrhundert in neun Bänden, Kantonaler Lehrmittelverlag, ISBN 3-908048-43-5 (nur als Gesamtausgabe erhältlich)
Statistiken
Im Kanton St.Gallen leben rund 480'000 Einwohner auf einer Fläche von 2026 Quadratkilometern. Damit ist St.Gallen flächenmässig der sechstgrösste Kanton der Schweiz (nach Bern, Graubünden, Wallis, Waadt und Tessin), bevölkerungsmässig der fünftgrösste (nach Zürich, Bern, Waadt und Aargau).
Die Wohnbevölkerung des Kantons St.Gallen hat in den letzten zehn Jahren kontinuierlich leicht zugenommen. Der Anteil der Personen mit ausländischer Staatsbürgerschaft hat sich in den letzten zehn Jahren von 19,6 auf 21,8 Prozent erhöht, am stärksten in den von einem starken Wirtschaftswachstum geprägten Jahren 2007 und 2008.
Altersstruktur
Gut drei von fünf Personen der St.Galler Wohnbevölkerung befinden sich im erwerbsaktiven Alter. Die Frauen sind aufgrund ihrer längeren Lebenserwartung in den höheren Altersklassen deutlich übervertreten.
Auch die regionale Altersstruktur wird sich stark verändern. Gemäss der Prognose wird der Anteil der 65-Jährigen und Älteren, der heute zwischen 15 und 18 Prozent liegt, bis ins Jahr 2035 auf bis zu 28 Prozent ansteigen. Dies geht überwiegend zu Lasten des Anteils der erwerbsfähigen Bevölkerung im Alter zwischen 20 und 64 Jahren. Die stärkste Zunahme des Anteils der 65-Jährigen und Älteren wird hierbei für die Wahlkreise Toggenburg, Werdenberg und Sarganserland prognostiziert, während sich die Altersstruktur in der Stadt St.Gallen wahrscheinlich am wenigsten ändert. Als städtisches Zentrum und Hochschulstandort wird sie auch künftig auf junge Erwachsene eine hohe Anziehungskraft ausüben.
Konfessionen
Laut Volkszählung neues Fenster2000 sind rund 52 Prozent der St.Galler Wohnbevölkerung römisch-katholisch und rund 28 Prozent reformiert. Etwa 6 Prozent gehören dem Islam an, rund 3 Prozent einer ostkirchlichen Religionsgemeinschaft. Einen nicht unerheblichen Anteil machten die konfessionslosen Bürgerinnen und Bürger mit ca. 6 Prozent aus. Etwa drei Prozent gaben bei der Volkszählung keine Auskunft zu ihrer Konfession.
Verglichen mit den Volkszählungen der Jahre 1970, 1980 und 1990 hat die Zahl Konfessionsloser und religiöser Minderheiten kontinuierlich zugenommen, während die Zahl der Katholiken und Protestanten ebenso kontinuierlich abgenommen hat. 1970 waren 34 Prozent der St.Gallerinnen und St.Galler Protestanten, rund 64 Prozent Katholiken. Die Anteile der übrigen Konfessionen, auch der Konfessionslosen, blieben unter einem halben Prozent.
Einkommen
Gemessen am Zentralwert ist das Lohnniveau im Kanton St.Gallen mit CHF 5'230 um rund 270 Franken tiefer als in der Gesamtschweiz, jedoch um rund 70 Franken höher als in der Gesamtostschweiz. Die Differenz zum Kanton Zürich macht gut 700 Franken aus.
Beschäftigung
Im Kanton St.Gallen waren im Jahr 2008 rund 57 Prozent der Beschäftigten im Dienstleistungssektor angestellt, rund 39 Prozent arbeiteten in der Industrie und die restlichen 4 Prozent in landwirtschaftlichen Betrieben. Rund 246'000 Menschen arbeiteten Teil- oder Vollzeit in rund 29'000 Arbeitsstätten, das Risiko der Arbeitslosigkeit ist im Kanton St.Gallen im gesamtschweizerischen Vergleich etwas tiefer (Stellensuchendenquote von 5,1% im Vergleich zu 5,5% schweizweit).
Bildung
Im Jahr 2000 haben 26,5 Prozent der St.Gallerinnen und St.Galler zwischen 25 und 64 Jahren nach der obligatorischen Schule keine weitere Ausbildung absolviert. Damit liegt ihr Anteil 1,1 Prozent über dem schweizerischen Durchschnitt. Deutlicher über dem schweizerischen Durchschnitt liegt in St.Gallen der Anteil derjenigen, die eine Berufsausbildung als höchste Ausbildung haben. Ihr Anteil liegt bei 47,9 Prozent, im schweizerischen Schnitt sind es 44,5 Prozent. Der Anteil der Hochschulabgänger liegt deutlich unter dem schweizerischen Durchschnitt von 9,7 Prozent: In St.Gallen sind es 5,9 Prozent.
Die Zahl der Personen, die ihre Studienberechtigung im Kanton St.Gallen erlangt haben und sich in einem Hochschulstudium befinden, hat in den letzten Jahren wegen der Zunahme im Fachhochschulbereich laufend zugenommen. Nur rund ein Sechstel der St.Gallerinnen und St.Galler, studieren an der Universität St.Gallen. Das hängt damit zusammen, dass das Studienangebot der UNISG auf die Wirtschafts-, Rechts- und Sozialwissenschaften sowie internationale Beziehungen beschränkt ist.
Wahlen
Die Stimmbeteiligung der St.Gallerinnen und St.Galler an eidgenössischen Abstimmungen lag zwischen 1981 und 2005 bei 42,2 Prozent und damit unter dem gesamtschweizerischen Schnitt von 43,5 Prozent. An kantonalen Abstimmungen nahmen durchschnittlich 32,7 Prozent der Stimmberechtigten teil. Fanden während der kantonalen Abstimmungen nicht gleichzeitig eidgenössische statt, sank die Stimmbeteiligung auf 25,2 Prozent.
Die Mehrheit der Stimmbevölkerung des Kantons St.Gallen nimmt eine moderat konservative Haltung ein (gemäss einer Untersuchung des Bundesamtes für Statistik). Städtische Gebiete, wie St.Gallen, Rapperswil oder Wil, sind in ihrem Stimmverhalten eher gemässigt liberal. Bei den Kantonsratswahlen 2008 erhielt die SVP 29,2 Prozent der Stimmen, die CVP 25,4 die FDP 118, die SP 15,1, die Grünen 5,4 und übrige Parteien 6,8 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag 2008 bei 35,3 Prozent.
Wappen
Das grüne St.Galler Wappen besteht aus einem Bündel mit acht Stäben, in deren Mitte ein Beil eingeschlossen ist. Die Stäbe symbolisieren die acht Bezirke, aus denen sich der Kanton laut der ersten Kantonsverfassung von 1803 zusammensetzte. Die Bänder standen für den Zusammenhalt und das Beil für die gemeinsame Stärke.
Bei der ursprünglichen perspektivischen Darstellung waren alle acht Stäbe zu sehen, in der heute üblichen zweidimensionalen Darstellung sind fünf sichtbar. Die Anzahl der Bezirke hat sich im Laufe der Zeit oft geändert. Seit 2003 besteht der Kanton aus acht Wahlkreisen. neues Fenster Die Farbe Grün galt 1803 als Farbe der Freiheit. Weiss deutete man als Farbe der Unschuld: der neue Staat sollte die Ungerechtigkeit der alten Zeit überwinden.
Das Symbol des Rutenbündels geht auf das römische Reich zurück. Beamte räumten hohen Würdenträgern (Könige, Prätoren oder Konsuln) den Weg durch die Städte frei und vertrieben Schaulustige, notfalls mithilfe von Gerten. Das Beil symbolisierte das Recht dieser Beamten, die Todesstrafe zu verhängen. Die Bezeichnung für die Beamten lautete "Liktoren", weshalb das Rutenbündel mit Beil Liktorenbündel genannt wird. Im Laufe der Zeit wurde das Liktorenbündel zum Machtsymbol hoher Beamter.
Während der Französischen Revolution wurden die Symbole des antiken Roms wieder aufgenommen, darunter das Rutenbündel. Als Frankreich 1798 die Schweiz besetzte und sie nach französischem Vorbild umformte, übernahm die Schweiz einige dieser Symbole – das Rutenbündel hat sich bis heute gehalten.
Farbdefinitionen für das Grün:
Pantone-Farbe 355C
CMYK 95/0/100/0
RGB 0/153/51
Literatur:
St.Galler Wappenbuch neues Fenster. Das Staatswappen und die Wappen der Politischen Gemeinden. 1991. ISBN 3-908048-19-2.
Was sind Wappen, wie entstanden sie, Wappenkunst und heraldische Sprache? Die Wappen sämtlicher sankt-gallischer Gemeinden sind heraldisch beschrieben und abgebildet.
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Leben
Wohnen & Bauen
St.Gallen ist eine zentral gelegene und gut erreichbare Wohnregion. Öffentliche wie private Verkehrswege sorgen für kurze Reisezeiten innerhalb des Kantons und der Schweiz und für schnelle Verbindungen ins Ausland.
Das Immobilienangebot im Kanton St.Gallen ist reichhaltig, sei es zur Miete oder zum Kauf: Bauernhäuser an idyllischer Lage sind ebenso zu haben wie Lofts in der Stadt oder Wohnungen am See. Am 1. Juni 2011 standen im Kanton St.Gallen 1,5 Prozent aller Wohnungen leer; in der Schweiz waren es im Durchschnitt 0,94 Prozent. Auf der Webseite der Standortförderung des Kantons St.Gallen neues Fenster können Interessierte das Immobilien- und Baulandangebot im Kanton durchsuchen.
Günstige Wohnungsmieten
Die Wohnungsmieten im Kanton St.Gallen sind im schweizweiten Vergleich niedrig. Im Jahr 2000 betrug eine durchschnittliche Monatsmiete 997 Franken, was 5,9 Prozent weniger ist als im schweizerischen Durchschnitt. Am günstigsten waren die Mieten in der Region Toggenburg. Eine 5-Zimmer-Wohnung kostete dort 1042 Franken pro Monat, also 750 Franken weniger als im Kanton Zürich.
Kosten im Hochbau durchschnittlich
Die Kosten im Hochbau unterscheiden sich in den Grossregionen der Schweiz nur wenig. Einzig in der Genferseeregion und im Tessin liegen die Baukosten deutlich höher als in der übrigen Schweiz.
Baupreisindex des Bundesamtes für Statistik, Bereich Hochbau, Oktober 2010
Gewicht in % der Grossregionen im Rahmen der Baupreisstatistik
| Region | Kantone | Index (Basis: Oktober 2010 = 100) |
|---|---|---|
| Schweiz | 100,0 | |
| Zürich | Zürich | 19,08 |
| Nordwestschweiz | Aargau, Basel-Landschaft, Basel-Stadt | 14,23 |
| Zentralschweiz | Luzern, Nidwalden, Obwalden, Schwyz, Uri, Zug | 9,13 |
| Ostschweiz | Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserhoden, Glarus, Graubünden, St.Gallen, Schaffhausen, Thurgau | 14,71 |
| Mittelland | Bern, Freiburg, Jura, Neuenburg, Solothurn | 19,96 |
| Tessin | Tessin | 4,09 |
Verkehr
Der Kanton St.Gallen ist mit einem weitverzweigten Strassen- und Schienennetz erschlossen und verfügt über schnelle Verbindungen nach Deutschland und Österreich. Von der Stadt St.Gallen aus gelangen Reisende in knapp einer Stunde zum Flughafen Zürich. München und Stuttgart liegen mit dem Auto rund drei Stunden, mit dem Zug rund vier Stunden entfernt.
Drei Autobahnen durchziehen den Kanton: Die A13 verläuft von Chur durch das Rheintal bis St.Margrethen, wo sie in die A1 übergeht. Die A1 führt von dort aus nach St.Gallen, Gossau, Wil, Winterthur und Zürich. Die dritte Autobahn, die A3, beginnt in Sargans und verbindet das Seeztal und die Linthebene mit Zürich. Entlang dieser Verkehrsachsen verlaufen auch die wichtigsten Bahnlinien. Das Toggenburg ist mit Bahn und Bus erschlossen.
Das Schienennetz im Kanton St.Gallen ist rund 300 Kilometer lang, das Strassennetz 3000 Kilometer.
In den vergangenen Jahren wurden im Kanton St.Gallen und der übrigen Ostschweiz Radwege, Mountainbike-Strecken und Routen für Inlineskater erweitert und besser beschildert. Entlang der Strecken stehen zahlreiche Hotels, Campingplätze und Bauernhöfe für Übernachtungen zur Verfügung. Für Inlineskater bieten sich besonders Strecken im Rheintal und in der Linthebene an.
Kultur
Der Kanton und insbesondere die Stadt St.Gallen bieten ein reichhaltiges Kulturangebot. Geschichtlich und architektonisch interessierte Menschen kommen nicht um den Stiftsbezirk herum, der seit 1983 zum Unesco-Weltkulturerbe gehört.
Im Stiftsbezirk steht unter anderem die Kathedrale: ein monumentales Bauwerk, errichtet zwischen 1755 und 1767. Malereien, Stuckaturen und einzigartige Schnitzereien zieren ihr Inneres. Stiftsbibliothek neues Fenster und Stiftsarchiv neues Fenster sind ein weiterer Teil des Stiftsbezirks.
Stiftsbibliothek und -archiv bewahren uralte Dokumente
Die Stiftsbibliothek neues Fenster wurde zwischen 1758 und 1767 erbaut und zählt damit zu den ältesten Bibliotheken der Welt. Sie enthält 150'000 Bände und rund 2000 Handschriften mit theologischem, wissenschaftlichem und literarischem Inhalt. Mehr als 400 dieser Handschriften sind über 1000 Jahre alt.
Das Stiftsarchiv neues Fenster enthält Rechtsdokumente und Verwaltungsakten der Abteien St.Gallen und Pfäfers. Die Dokumente der Abtei St.Gallen stammen aus der Zeit zwischen 720 und 1805. Der Bestand des Stiftsarchivs umfasst rund 20'000 Originalurkunden, über 2500 handgeschriebene Bücher und ungezählte Aktenstücke. Etwa 800 Dokumente stammen aus der Zeit vor dem Jahr 1000. Das Stiftsarchiv birgt bis zur Zeit der Französischen Revolution den bedeutendsten Teil an historischen Quellen und Zeugnissen für grosse Gebiete des heutigen Kantons St.Gallen und einige angrenzende Regionen.
Kultur in Museen, Tonhalle und Theater
Zahlreiche kulturelle Institutionen befinden sich in der Stadt St.Gallen. Das Kunstmuseum neues Fenster, das Naturmuseum neues Fenster, das Museum im Lagerhaus neues Fenster, die Neue Kunst Halle neues Fenster, das Textilmuseum neues Fenster und das Historische und Völkerkundemuseum neues Fenster sind die bekanntesten Museen der Stadt. Mit dem Theater St.Gallen neues Fenster beheimatet der Kanton das älteste bespielte Berufstheater der Schweiz. In der Tonhalle tritt regelmässig das Sinfonieorchester neues Fenster St.Gallen auf. Weitere Konzertlokale mit verschiedensten Stilrichtungen sind die Grabenhalle, das Kugl und der Kastanienhof. In der Lokremise St.Gallen neues Fenster verbinden sich auf höchstem Niveau Kunst, Theater, Tanz, Musik und Film.
Die Regionen des Kantons ergänzen das kulturelle Angebot mit kleineren Theatern, Ausstellungsräumen, diversen Veranstaltungen und typischem Brauchtum.
Literatur
Bernhard Anderes: Der Stiftsbezirk St.Gallen. 1991, 2. Auflage, ISBN 3-908048-14-1. - Auch in engl. (ISBN 3-908048-13-3), franz.
(ISBN 3-908048-18-4), ital. (ISSBN 3-908048-21-4) erhältlich.
Bildung
Die Möglichkeiten zur Bildung und Weiterbildung im Kanton St.Gallen sind vielfältig. Einen Überblick über das reichhaltige Bildungsangebot vermittelt die Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung des Kantons St.Gallen.
Die Berufs- und Laufbahnberatung neues Fenster richtet sich nicht nur an Schulabgänger vor der Berufs- oder Studienwahl, sondern auch an Menschen, die ihrer beruflichen Laufbahn eine neue Richtung geben wollen oder die bisherige festigen möchten. Die Beratung ist kostenlos (für im Kanton Wohnhafte oder Studierende) und berücksichtigt Bildungsmöglichkeiten aus der gesamten Schweiz. Die Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung hat Büros an sieben Standorten im Kanton.
Bildung auf Hochschulniveau
Im Bereich der Hochschulen verfügt der Kanton über eine Universität (Universität St.Gallen neues Fenster/HSG), zwei Hochschulen für Technik (Rapperswil neues Fenster und Buchs neues Fenster) sowie über eine Hochschule für Technik, Wirtschaft, Soziale Arbeit und Gesundheit neues Fenster in St.Gallen. Im benachbarten Ausland befinden sich in Lindau und Vaduz Fachhochschulen für Wirtschaft, in Bregenz, Dornbirn und Konstanz Fachhochschulen für Technik.
Angehende Lehrerinnen und Lehrer erhalten ihre Ausbildung an der Pädagogischen Hochschule des Kantons St.Gallen neues Fenster.
Die Universität St.Gallen neues Fenster (HSG) bietet Studiengänge in den Bereichen Wirtschafts-, Rechts- und Staatswissenschaften und gehört zu den führenden Wirtschaftsuniversitäten Europas. Rund 5000 Studierende sind an der HSG eingeschrieben, unterrichtet von rund 80 Dozierenden. Damit ist die HSG die grösste wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Schweiz.
Vorbereitung auf Beruf/Studium/Weiterbildung
St.Gallen führt insgesamt sechs Kantonsschulen neues Fenster. Je nach Nachfrage und Auslastung bieten sie die Ausbildungsgänge Gymnasium, Wirtschaftsmittelschule, Fachmittelschule und Maturität für Erwachsene an.
Ihre schulische Berufsbildung erhalten Lehrlinge im Kanton St.Gallen an zehn kantonalen Berufs- und Weiterbildungszentren sowie an zwei Fachschulen mit privater Trägerschaft.
Weiterbildungskurse belegen die St.Gallerinnen und St.Galler an der Universität St.Gallen, den Fachhochschulen und an den Berufs- und Weiterbildungszentren. Das Angebot reicht von Sprachkursen für Anfänger, Fortgeschrittene und Profis über Management-Schulungen bis zu Nachdiplom-Kursen und richtet sich an alle Altersgruppen.
Gesundheit
Gemäss der Schweizerischen Gesundheitsbefragung fühlen sich 85 Prozent der St.Gallerinnen und St.Galler gesund oder sehr gesund, was dem schweizerischen Durchschnitt entspricht. 41 Prozent der Bevölkerung sind fast oder völlig frei von körperlichen Beschwerden, die übrigen 59 Prozent erhalten von den folgenden Institutionen Hilfe.
Spitäler, Psychiatrie und Rehabilitation
Dem Kanton St.Gallen gehören das Kantonsspital neues Fenster St.Gallen sowie acht Regionalspitäler. Das Ostschweizer Kinderspital neues Fenster St.Gallen und verschiedene Privatkliniken ergänzen das Angebot.
Im Bereich der Erwachsenenpsychiatrie hat der Kanton die Psychiatrische Klinik St.Pirminsberg neues Fenster in Pfäfers und die Psychiatrische Klinik Wil neues Fenster. Zwei private Stiftungen, die vom Kanton wesentlich subventioniert werden, nehmen sich der Kinder- und Jugendpsychiatrie an: das Kinder- und Jugendpsychiatrische Zentrum Sonnenhof Ganterschwil neues Fenster und die Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienste neues Fenster des Kantons St.Gallen.
Die wichtigsten Anbieter im Bereich der Rehabilitation sind die Reha-Klinik Walenstadtberg neues Fenster, die Klinik Valens neues Fenster und die Geriatrische Klinik neues Fenster des Bürgerspitals St.Gallen.
Pflege zu Hause und Prävention
Ein weitere wichtige Aufgabe im Bereich Gesundheit erfüllen die Spitalexternen Dienste (Spitex neues Fenster). Sie helfen Menschen dabei, möglichst lange zu Hause zu leben, indem sie sie bei Arbeiten im Haushalt unterstützen, vertrauliche Aufträge erledigen, Mahlzeiten organisieren oder leichte Pflege anbieten – wie Hilfe beim Aufstehen, Rasieren, Anziehen und so weiter.
Das Zentrum für Prävention (Zepra neues Fenster) des Kantons St.Gallen schliesslich ist für Gesundheitsförderung und Drogenprävention zuständig. Das Zepra richtet seine Projekte aus auf Familien, Schulen, Unternehmungen, Gemeinden und Jugendliche.
Wirtschaft
Finanzen und Steuern
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Arbeit
Im Jahr 2010 arbeiteten rund 246'000 Menschen Teil- oder Vollzeit in rund 29'000 Arbeitsstätten im Kanton St.Gallen. Im Vergleich zur Gesamtschweiz spielen in St.Gallen die Metallindustrie, der Maschinen- und Fahrzeugbau und die Elektrotechnik eine grosse Rolle. In diesen Branchen wird etwa 16 Prozent der kantonalen Arbeitsleistung erbracht. In der Schweiz liegt dieser Anteil bei rund 10,5 Prozent.
Verarbeitender Sektor überdurchschnittlich bedeutsam
Während Branchen des zweiten Sektors im Jahr 2008 eine überdurchschnittliche Bedeutung für den Kanton St.Gallen hatten, waren sämtliche Dienstleistungsbranchen im Vergleich zur gesamten Schweiz untervertreten. Der zweite Sektor umfasst "verarbeitende" Unternehmen (Industrie, Handwerk, Energiewirtschaft), der dritte umfasst Dienstleistungsbetriebe (Banken, Gesundheitswesen, Informatikdienste usw.).
Etwa 40 Prozent der Arbeit, die im Jahr 2008 in den Sektoren 2 und 3 insgesamt geleistet wurde, entfiel in St.Gallen auf den zweiten Sektor. Im schweizerischen Durchschnitt war dieser Anteil wesentlich tiefer, nämlich rund 30 Prozent.
Lohnniveau im Vergleich zur Ostschweiz überdurchschnittlich
Verglichen mit der Gesamtschweiz war das Lohnniveau 2004 im Kanton St.Gallen unterdurchschnittlich, im Vergleich zur Ostschweiz überdurchschnittlich. In St.Gallen verdiente die Hälfte der Lohnbeziehenden weniger als 5230 Franken brutto, in der Ostschweiz weniger als 5160 Franken brutto. Im schweizerischen Durchschnitt verdiente die Hälfte der Lohnbeziehenden weniger als 5500 Franken brutto.
Dies geht aus einer Studie hervor, die zuletzt 2004 auf die Kantone heruntergebrochen wurde. In der Regel werden in der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung neues Fenster nur die Grossregionen der Schweiz untersucht (zuletzt 2010). Der durchschnittliche monatliche Bruttolohn (Median) beträgt gemäss dieser Erhebung von 2008 in der Ostschweiz 5'439 CHF, in der Gesamtschweiz 5'823 CHF.
Jährlich 600 neue Unternehmen
In den Jahren 2005 bis 2009 wurden jährlich etwa 600 Unternehmen neu gegründet, was 3,4 Neugründungen je 100 bestehender Unternehmen entspricht. Im Jahre der Gründung schufen diese neuen Unternehmen durchschnittlich gut 1200 Arbeitsplätze. Die überwiegende Anzahl der Neugründungen entfiel auf den Dienstleistungssektor. Diese schufen im Gründungsjahr im Schnitt zwischen einer und fünf rechnerischen Vollzeitstellen.
Tourismus
Schroffe Gebirge und tiefe Täler, ausgedehnte Seen und sanftes Hügelland: St.Gallen vereint verschiedene Landschaftstypen und ist damit ein abwechslungsreiches Reiseziel für Familien, Sportbegeisterte und Menschen auf der Suche nach Ruhe und Entspannung.
Sportlich unterwegs
In St.Gallen finden Einheimische und Besucher viel Raum für Bewegung. Ein weit verzweigtes, gut markiertes Netz von Wanderwegen und Radrouten führt sie durch den Kanton, egal ob auf anspruchsvollen, steilen Routen oder auf Wegen für gemütliche Spaziergänge. Skater, Biker und Nordic Walker gelangen auf attraktiven und gut beschilderten Wegen an ihr Ziel. Bodensee und Walensee bieten sich für verschiedene Wassersportarten an. Golferinnen und Golfer haben zwei Golfplätze zur Auswahl, einen in Bad Ragaz und einen in Waldkirch.
Bekannte Skigebiete liegen im Süden des Kantons: der Pizol, die Flumserberge, Amden, der Kerenzerberg und das Skigebiet Wildhaus-Unterwasser-Alt St.Johann im Obertoggenburg. Rund 200 Kilometer Skipisten, 110 Kilometer Langlaufloipen, 28 Kilometer Schlittelwege und 40 Kilometer Schneeschuhtrails reichen aus für einen ausgedehnten Winterurlaub.
Gütesiegel für St.Galler Skigebiete
Dem Skigebiet Obertoggenburg hat der Schweizer Tourismus-Verband das Gütesiegel "Familien willkommen" verliehen. Das Gütesiegel bezeichnet Ferienorte, die sich besonders gut für Familienferien eignen und die ihr Angebot auf die Bedürfnisse und Wünsche von Kindern, Eltern und Begleitpersonen ausrichten. In der Bewertung des "Falk Skiatlas" belegte das Skigebiet Obertoggenburg 2006 in der Kategorie "Die Besten für Familien" Rang 10 von 176 geprüften Skigebieten der Alpen.
Events und Attraktionen
Auch kulturell hat der Kanton vieles zu bieten, besonders die Stadt St.Gallen mit dem Stiftsbezirk, der seit 1983 Teil des Unesco-Welterbes ist. (Mehr zu den kulturellen Angeboten.)
Einen festen Platz in der Agenda der Stadt St.Gallen hat das Open Air St.Gallen. Jedes Jahr lockt es rund 25'000 Besucherinnen und Besucher an. Ebenso erfolgreich ist die Olma, die schweizerische Ausstellung für Landwirtschaft und Ernährung mit über 600 Ausstellern. Die elf Tage dauernde Messe wurde im Jahr 2005 von 373'000 Menschen besucht. Auf dem Olma-Messe-Areal finden das ganze Jahr über Messen statt, beispielsweise die NanoEurope, die Animalia, die Offa, die Intertech, die Spielmesse oder die Fest- und Hochzeitsmesse.
Nachtschwärmer finden ein ganz besonderes Erlebnis in den beiden Spielcasinos in der Stadt St.Gallen und in Bad Ragaz.
Die Tourismusdestinationen St.Gallens
Das St.Galler Tourismuskonzept teilt den Kanton in vier Tourismusdestinationen und drei Ergänzungsgebiete ein. Die Tourismusdestinationen sind die Ferienregion Heidiland (entspricht weitgehend dem Sarganserland), zuerichsee.ch (Region Zürichsee in St.Gallen, Schwyz und Zürich), St.Gallen-Bodensee (Region St.Gallen und Rorschach) und das Toggenburg.
Zwischen 1995 bis 1999 und 2000 bis 2005 hat sich im Kanton sowohl die Anzahl Übernachtungen als auch die Anzahl der Betten unterschiedlich entwickelt. In den Tourismusdestinationen St.Gallen-Bodensee und zuerichsee.ch hat die Anzahl Logiernächte stärker zugenommen als die Anzahl Betten, die Auslastung ist gestiegen. Auch in der Ferienregion Heidiland hat die Anzahl Logiernächte zugenommen, die Bettenzahl hingegen abgenommen. Im Toggenburg sind sowohl Bettenzahl als auch Logiernächte gesunken – die Logiernächte zudem stärker als die Bettenzahl.
Seit Anfang der neunziger Jahre ist die Aufenthaltsdauer der Hotelgäste schweizweit und kantonal zurückgegangen. Das Toggenburg und Heidiland sind von dieser Entwicklung besonders stark betroffen. Zuerichsee.ch und St.Gallen-Bodensee, die eher auf Kurzaufenthalter ausgerichtet sind, spürten diese Entwicklung weniger stark.
Standort
Der Kanton St.Gallen liegt geografisch günstig an den europäischen Nord-Süd- und Ost-West-Achsen von Schiene und Strasse. Die Kantonshauptstadt ist rund eine Auto- oder Zugstunde vom Flughafen Zürich entfernt. Der Regionalflugplatz St.Gallen-Altenrhein ist in wenigen Minuten zu erreichen.
Laut der jährlichen Statistik des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln ist die Schweiz bei den Lohnkosten vergleichbar mit den alten Bundesländern. In der Schweiz gibt es regionale Lohnkostenunterschiede. Der Kanton St.Gallen zählt auch hier zu den attraktiven Standorten.
Auch bei Gewerbe- und Wohnimmobilien und Bauland zählt St.Gallen trotz der guten Verkehrsinfrastruktur zu den günstigen Standorten.
St.Gallen weist einen flexiblen Arbeitsmarkt auf, der sich im Dreiländereck über die Grenze erstreckt. Das Arbeitsrecht wird, soweit der Staat überhaupt regulierend eingreift, liberal ausgelegt.
Kreative Steuermodelle für in- und ausländische Investoren machen den Kanton St.Gallen für Unternehmer attraktiv. Die Arbeits- und Raumkosten liegen im schweizweiten Vergleich ebenfalls tief.
Das politische System des Kantons ist auf Konsens und auf Langfristigkeit angelegt, das wirtschaftliche Umfeld also planbar. Der öffentliche Haushalt von Kanton und Gemeinden hat per Gesetz ausgeglichen zu sein, weshalb die Verschuldung des Kantons St.Gallen sehr gering ist.
Das St.Galler Bildungssystem bürgt für Qualität auf allen Stufen. Die Grenzlage zu Österreich und Deutschland ermöglicht den Zugriff zum grenzüberschreitenden Personalmarkt.
Der Staat stellt sich privaten Anliegen durch sorgfältige und rasche Behandlung, wenn nötig auch durch verbindliche Vorbescheide. Die Standortförderung unterstützt Unternehmungen gerne bei der Standortevaluation und bei der Investitionsabwicklung.
Staat
Kantonsrat
Der Kantonsrat ist das Parlament des Kantons St.Gallen, die gesetzgebende Gewalt oder Legislative. Seine 120 Mitglieder vertreten die Gesamtheit aller Stimmberechtigten und treffen die politischen Grundentscheidungen.
Der Kantonsrat zählt seit Beginn der Amtsdauer 2008 bis 2012 120 Mitglieder (früher 180). Diese werden als Vertreter der einzelnen Wahlkreise von den Stimmberechtigten alle vier Jahre gewählt. Zur Anwendung kommt das Proporzverfahren, auch Verhältniswahlrecht genannt.
Der Rat gliedert sich in Fraktionen; die Zahl ihrer Mitglieder widerspiegelt die Stärke der politischen Parteien. Mit 42 Mitgliedern ist die SVP nach den Wahlen vom März 2008 neu die grösste Fraktion des Kantonsrates. Ihr folgen die CVP mit 32 Sitzen, die FDP mit 23, die SP mit 16, die Grünen mit vier, die EVP mit zwei und die Grünliberalen mit einem Sitz.
Jährlich finden fünf Kantonsratssessionen statt. Dabei erlässt der Rat die kantonalen Gesetze, beschliesst über Ausgaben des Staates und über die Staatsrechnung und setzt den Steuerfuss des Kantons fest. Ebenfalls zu den Aufgaben des Kantonsrates zählen Beschlüsse über Bauvorhaben des Staates sowie die Überprüfung der Geschäftsführung von Regierung und Gerichten. Auch eine Reihe von Wahlen nimmt der Kantonsrat vor.
Regierung
Der Regierungsrat ist die Exekutive, das heisst die ausführende Gewalt des Kantons. Er setzt die Beschlüsse des Volkes und des Kantonsrates um und leitet die Staatsverwaltung. Regierung und Verwaltung erarbeiten Gesetzesentwürfe und andere Vorlagen, die der Kantonsrat später behandelt.
Die Regierung wird alle vier Jahre direkt vom St.Galler Volk gewählt – am gleichen Tag wie der Kantonsrat. Im Unterschied zum Kantonsrat kommt aber nicht das Proporz-, sondern das Majorzwahlverfahren zu Anwendung.
Für die Amtsdauer vom 1. Juni 2008 bis 31. Mai 2012 sitzen in der Regierung:
- Martin Gehrer (CVP), Vorsteher des Finanzdepartementes
- Kathrin Hilber (SP), Vorsteherin des Departementes des Innern
- Benedikt Würth (CVP), Vorsteher des Volkswirtschaftsdepartementes
- Karin Keller-Sutter (FDP), Vorsteherin des Sicherheits- und Justizdepartementes, Regierungspräsidentin 2011/2012
- Willi Haag (FDP), Vorsteher des Baudepartementes
- Heidi Hanselmann (SP), Vorsteherin des Gesundheitsdepartementes
- Stefan Kölliker (SVP), Vorsteher des Bildungsdepartementes
Der Staatssekretär Canisius Braun (2. v. r.) leitet die Staatskanzlei, die Stabsstelle von Kantonsrat und Regierung. Den Staatssekretär wählt der Kantonsrat für eine Amtsdauer von vier Jahren.
Gerichte
Die Organisation der st.gallischen Gerichte weist verschiedene Instanzen auf: Die erste Instanz bilden die Kreisgerichte, die zweite ist das Kantonsgericht. Daneben bestehen verschiedene Spezialgerichte wie das Handelsgericht oder das Verwaltungsgericht.
Bei Streitigkeiten zwischen zwei Parteien (Zivilprozess) und bei Vergehen gegen das Gesetz (Strafprozess) beurteilt als erstes eines der acht Kreisgerichte neues Fensterden Fall. Ist eine der beiden Parteien mit dem Urteil nicht einverstanden, wird der Fall an das Kantonsgericht neues Fensterin St.Gallen weitergezogen und unter Umständen von dort weiter an das Bundesgericht. Nur urheberrechtliche Streitigkeiten werden direkt vor dem Kantonsgericht verhandelt, ohne vorher einem Kreisgericht vorgelegen zu haben.
Das Handelsgericht neues Fensterist für geschäftliche Streitigkeiten zwischen Parteien zuständig, die im Handelsregister eingetragen sind. Die Anklagekammer neues Fensterist eine selbstständige richterliche Aufsichtsbehörde für das Untersuchungsverfahren. Sie wacht darüber, dass die Strafverfolgungsbehörden das Strafprozessrecht einhalten.
Die Verwaltungsrekurskommission neues Fensterbeurteilt Rekurse und Klagen gegen bestimmte Verfügungen und Entscheide der Behörden von Gemeinden und Kanton.
Das kantonale Versicherungsgericht neues Fensterbehandelt Rekurse und öffentlich-rechtliche Klagen gegen Verfügungen oder Einspracheentscheide im Bereich des Sozialversicherungsrechts des Bundes. Ausserdem behandelt es Rekurse gegen Verfügungen in einigen Bereichen des kantonalen Verwaltungs- und Sozialversicherungsrechts.
Das Verwaltungsgericht neues Fensterist hauptsächlich zuständig für Beschwerden gegen Regierung und Verwaltung. Zudem beurteilt das Verwaltungsgericht auch Beschwerden gegen Entscheide der beiden unteren Verwaltungsgerichtsinstanzen, dem Versicherungsgericht und der Verwaltungsrekurskommission.