eTarif

stationäre Rechnungen effizient abrechnen

Die Einführung des Tarmed hat die nun bald zehnjährige Möglichkeit der elektronischen Abrechnung zwischen den Leistungserbringern und den Versicherern beschleunigt. Aus Sicht der Leistungserbringer kann jedoch nur dann von einem umfassenden Nutzen gesprochen werden, wenn ein möglichst grosser Anteil der anfallenden Rechnungen elektronisch und ohne zusätzliche Kosten übermittelt werden kann.

 

Die beiden St.Gallischen Psychiatrischen Dienste rechnen ihre Leistungen nach dem kantonalen Tarif «Tax-ordnung der kantonalen Psychiatrischen Dienste und der Geriatrischen Klinik am Bürgerspital St.Gallen» (sGS 321.62) ab. Dieser Tarif zeichnet sich vor allem durch eine schlanke Anzahl der Tarifpositionen aus. Während im somatischen Bereich die Stossrichtung durch Fallpauschalen nach DRG gegeben ist und damit diese Institutionen in absehbarer Zeit auch die stationären Rechnungen elektronisch abwickeln können, muss hingegen im psychiatrischen Bereich aus heutiger Sicht noch für längere Zeit von individuellen Tarifen ausgegangen werden.

 

Datenqualität

Die Einführung des Tarmed hat die Bedeutung der zugrunde liegenden Tarife zu Tage gefördert. So lassen sich Automatismen nur dann vollumfänglich umsetzen, wenn allgemeingültige Referenzierungen zur Anwendung gelangen. Heute sind vielerorts die Verantwortlichen bei den Leistungserbringern damit beschäftigt tausende von Leistungspositionen entweder von Hand oder mittels Einbindung weiterer Datenbanken entsprechend zu bereinigen - ein Prozess, der sich sicherlich noch bis ins Jahr 2006 er-strecken wird.

Mit dem gültigen XML-Rechnungs-Standard ist grundsätzlich auch die stationäre Abrechnung abgedeckt, so dass auf Seiten der Leistungserbringer mit keinen weiteren Infrastrukturerweiterungen zu rechnen ist. Die Einführung des Tarmed hat jedoch aufgezeigt, dass die Notwendigkeit der Kommunikation unter den Beteiligten essentiell ist. Denn nur ein gegenseitiges Verständnis für die z.B. benötigten Datensätze in Form von elektronifizierten Tarifen kann die erforderliche Datenqualität garantieren und die abhängigen Prozesse unterstützen.

 

Pilot eTarif

In Zusammenarbeit mit der MediData AG soll der Tarif der St.Gallischen Psychiatrischen Dienste in die in MediFrame enthaltene Tarif-Architektur überführt und damit den Versicherern zur Verfügung gestellt werden.

Im Rahmen des Projektes ist der Tarifeigner – das Gesundheitsdepartement des Kantons St.Gallen – zur Mutations- und Publikationshoheit zu befähigen, so dass die entsprechenden Tätigkeiten in den Vernehmlassungs-prozess integriert werden können.

Nach den bisherigen Erkenntnissen kann festgehalten werden, dass die zu lösenden Probleme nicht in der technischen Umsetzung des Tarifes liegen, sondern sich in der vereinbarten Abrechnungsmodalität manifestieren. Eine Problematik, die zwischen dem Leistungserbringer und den Pilot-Versicherern verhandelt werden muss. Die Ergebnisse der anstehenden Gespräche werden aufzeigen, inwieweit seitens der Leistungserbringer die Parametrierung angepasst werden muss oder ob ohne zusätzliche Aufwendungen die geplante Umsetzung vollzogen werden kann. Es ist das Ziel der am Projekt beteiligten Parteien den elektronischen stationären Tarif im ersten Quartal 2006 im produktiven Betrieb beim Leistungserbringer und beim Versicherer einzuführen.

PDF-Datei eTarif (1052 kb, PDF)   24.10.2005